Staatsbibliothek zu Berlin erhält Abbado-Nachlass

Der musikalische Nachlass des Dirigenten Claudio Abbado (1933-2014) kommt nach Berlin. Die Schenkung an die Staatsbibliothek zu Berlin – Stiftung Preußischer Kulturbesitz umfasst eine umfangreiche Sammlung von Partituren, handschriftlichen Aufzeichnungen, Audio-/Video-Veröffentlichungen, musikwissenschaftlicher Literatur und Briefen. Die Staatsbibliothek wird den Nachlass erschließen und in einem Claudio Abbado gewidmeten Lesesaal zugänglich machen.
Außerdem ist geplant, große Teile des Archivs zu digitalisieren. Die Berliner Philharmoniker werden den Nachlass inhaltlich kuratieren. Neben dem bereits existierenden Claudio Abbado-Kompositionspreis sollen Ausstellungen realisiert, Werkanalysen ermöglicht und Studienmöglichkeiten für junge Dirigenten geschaffen werden.
Eine entsprechende Vereinbarung haben Paolo Lazzati, Präsident der Fondazione Claudio Abbado, Barbara Schneider-Kempf, Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin, und Martin Hoffmann, Intendant der Stiftung Berliner Philharmoniker, am 3. März 2016 in der Berliner Philharmonie feierlich unterzeichnet.
Die Fondazione Claudio Abbado wurde Ende 2014 von den Erben Claudio Abbados errichtet, um den musikalischen Nachlass in seiner Geschlossenheit zu erhalten und an eine Institution zu übergeben, die dessen Archivierung und Zugänglichmachung dauerhaft gewährleistet. Daneben war es den Erben Abbados ein Anliegen, den Nachlass möglichst lebendig zu erhalten.
Die Fondazione ist glücklich, dass die Staatsbibliothek zu Berlin und die Berliner Philharmoniker sich dieser Aufgabe gemeinsam annehmen. Die Musikabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin ist der ideale Ort für den Verbleib des Archivs, denn sie ist auf die Erhaltung und Restaurierung wertvoller Autographen spezialisiert und gehört zu den weltweit führenden Institutionen auf diesem Gebiet.
Die Berliner Philharmoniker sind wegen ihrer langjährigen künstlerischen Verbundenheit zu Claudio Abbado prädestiniert, das Archiv inhaltlich zu betreuen und Projekte zu realisieren, die jungen Dirigenten und Musikern die Möglichkeit eröffnen, mit dem Archiv zu arbeiten.
Die Staatsbibliothek und die Stiftung Berliner Philharmoniker freuen sich über die schenkweise Überlassung des Claudio Abbado-Nachlasses, der somit in Berlin auf Dauer eine Heimat finden wird.

Figurenparade an der Potsdamer Straße

Seit Anfang der Woche gibt es eine kleine „Outdoor-Ausstellung“ in der Nähe unseres Hauses am Kulturforum zu sehen: An der Ecke Potsdamer Straße/Eichhornstraße tanzen, angeln, lesen oder oder musizieren eine ganze Reihe Poller-Figürchen. Sehr sehenswert!

Figurenparade an der Potsdamer Straße

Den Hintergrund der kleinen Parade kennen wir ebenso wenig wie ihren Schöpfer bzw. ihre Schöpferin. Nur der geheimnisvolle Hinweis auf das französische Kinderlied „Le furet du bois joli“ könnte vielleicht weiterführen. Wir warten gespannt auf eine Auflösung…

Modellprojekte zum Erhalt des schriftlichen Kulturguts – jetzt bewerben

„Erste Wahl“ – so lautet das diesjährige Motto der Modellprojektförderung der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK).

Finanziert durch die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien und die Kulturstiftung der Länder können Projekte Unterstützung erhalten, die innovativ, modellhaft und öffentlichkeitswirksam zum Erhalt des schriftlichen Kulturerbes beitragen.

NEU ist im Jahr 2016:  Es können auch mehrjährige Projekte (bis max. 2018) mit Schwerpunkt auf Infrastruktur und Forschung beantragt werden.

allgemeine Informationen zu Anträgen
http://kek-spk.de/modellprojekte/antragsinformationen

Formulare und weitere Hinweise zur Beantragung
http://kek-spk.de/modellprojekte/downloads

„Jewish Kabbalah and Magic in Ashkenaz“ – Werkstattgespräch am 17.3.

Werkstattgespräch
Jewish Kabbalah and Magic in Ashkenaz – Examples from the Hebrew Manuscript Collection of Staatsbibliothek zu Berlin
Werkstattgespräch in englischer Sprache mit Agata Paluch,
2015 Stipendiatin im Stipendienprogramm der SPK

Donnerstag, 17. März
18.15 Uhr
Schulungsraum im Lesesaal, Haus Potsdamer Straße
Treffpunkt: Eingangshalle (I-Punkt)
Anmeldung

 

„Scholars of early modern Eastern European Jewry have suggested that by the 16th century, the speculative kabbalah (i.e. a strand of Jewish mysticism) became part and parcel of the educational curriculum of the Jewish intellectual elite, even among those of its members who were antagonistic to this esoteric lore, but whose critique of it often reveals extensive knowledge of the subject. At the same time, and especially in the course of the 17th century, the so-called ‘practical kabbalah’, associated with magic and a talismanic approach to ritual, was attracting numerous followers. These two strands of the mystical tradition permeated early modern Eastern Europe, but while the theoretical kabbalah of the elites exerted limited influence on the Jewish masses, popular magical traditions and practices did infiltrate the elitist kabbalah to a large extent.

On this basis, I suggest that the universal spread of the speculative doctrines of kabbalah in the early modern era may well have been facilitated by the wide dissemination of much more concrete magical and mystical practices, drawn out of an old stock of religious performance techniques, such as the invocation of angelic names, manipulation of the divine name, talismanic divinatory practices, and the like. This magical strand of the early modern kabbalah, with its special interest in the mystical dimension of language, was a latter-day development out of much earlier traditions. The lecture will attempt to demonstrate the significant role that magical rituals played in introducing the speculative doctrines of kabbalah into East-Central European Jewish culture, drawing examples from the Hebrew manuscripts collection of Staatsbibliothek zu Berlin, and other libraries.“

Poster zur Veranstaltung als Pdf

Weitere Termine der Wissenswerkstatt

Stipendienprogramm der SPK an der Staatsbibliothek zu Berlin