Wissenswerkstatt-Workshop Haus Potsdamer Straße | SBB-PK CC NC-BY-SA

Wissenswerkstatt im Oktober

Im Oktober bietet Ihnen die Wissenswerkstatt wieder Workshops zu unterschiedlichen Fächern und Themen an. Bereits im Sommer haben wir unser Angebot mit neuen Reihen vorgestellt und möchten Sie auch im kommenden Monat herzlich dazu einladen, alles rund um die Recherche kennenzulernen.

In der Reihe “Workshop-Klassiker”bieten wir Ihnen alles zur sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Statistik:

Dienstag, 04. Oktober, 14 Uhr
Zahlen, Daten, Fakten – wo finde ich was?

„Sie fragen, wir antworten!“ Hier kommen diesmal KulturwissenschaftlerInnen zum Zuge:

Dienstag, 18. Oktober, 17 Uhr
Fragestunde Kulturwissenschaften

Unsere neue Reihe zu Open Access-Angeboten startet Ende des Monats:

Dienstag, 24. Oktober, 17 Uhr
Open Access Kulturwissenschaften und Geschichte

 

Unsere Vorschau verrät Ihnen bereits heute alle geplanten Termine bis Mitte Dezember:

Zur Wissenswerkstatt

Ein Angebot der Staatsbibliothek zu Berlin und ihrer Kooperationspartner.

E.T.A. Hoffmann Portal: Musikbeispiele und Originaldokumente – Erkenntnisse vom Germanistentag

Vom 26. bis 28. September präsentierte das Projektteam das im Entstehen befindliche E.T.A. Hoffmann Portal der Staatsbibliothek zu Berlin im Rahmen einer exklusiven Preview auf dem 25. Germanistentag in Bayreuth.

Projektteam am Präsentationsstand in Bayreuth

Projektteam am Präsentationsstand in Bayreuth

Ziel der Präsentation waren zum einen die Intensivierung der persönlichen Kontakte zu Hoffmann-Forschenden und -Unterrichtenden sowie die Aufnahme von Anregungen, Kritik und Wünschen für die nutzerorientierte Weiterentwicklung des Portals, zum anderen aber auch schon eine erste breite Bewerbung des neuen Webangebots bei den Hauptzielgruppen aus Forschung und Lehre. Und in der Tat hat die Präsentation viel Neugier geweckt: Drei Tage lang haben sich Interessierte an zwei Notebooks selbst durch die Webseiten des Portals geklickt, sich die Besonderheiten auf einer Projektionsfläche erläutern lassen und Feedbackbögen zur Usability und zur Erwartung an die verschiedenen Themenbereiche ausgefüllt, um so an Gestaltung und Inhalten selbst mitzuwirken.

Usability-Befragung

Usability-Befragung

Für das Projektteam war die Veranstaltung ein voller Erfolg: So konnten neue Autoren für Fachbeiträge im Portal gewonnen, Verlagskooperationen angestoßen und Wünsche für weitere Inhalte und Funktionen aufgenommen werden. Besonders interessiert waren die Lehrerinnen und Lehrer, denn E.T.A. Hoffmann gehört in vielen deutschen Bundesländern zur Pflichtlektüre und wird gerne als Thema in Projektwochen und auf Exkursionen gewählt. Häufig nachgefragt wurden auch ein virtueller Rundgang durch das Hoffmann-Haus in Bamberg, die bildkünstlerische Rezeption Hoffmanns und Lehrmaterial zum Goldenen Topf, sowie Musikbeispiele und Originaldokumente. Gelobt wurden die qualitativ hochwertigen Beiträge von Fachwissenschaftlerinnen und Fachwissenschaftlern sowie der konsequente Umgang mit Quellenangaben und Literaturempfehlungen.

Nach dem Germanistentag ist vor dem Launch der Beta-Version: Mit hochgekrempelten Ärmeln geht das Projektteam nun gleich wieder ans Werk, um die Eindrücke und Ideen zu verarbeiten. Bis zum Launch Mitte Dezember dürfen Sie „Phantastisches“ erwarten!

 

Rückblick: Buchvorstellung “Das Rote Bauhaus”

Ein Beitrag von Gwendolyn Mertz, Verein der Freunde der Staatsbibliothek, und Christina Schmitz, Fachreferentin für Architektur

Am 19. September 2016 stellte die Architektin und Autorin, Dr. Ursula Muscheler, ihr neues Buch „Das rote Bauhaus. Eine Geschichte von Hoffnung und Scheitern“ auf Einladung des Vereins der Freunde in der Staatsbibliothek zu Berlin vor. In ihrem im Berenberg-Verlag erschienen Band geht sie von dem zweiten Bauhaus-Direktor, Hannes Meyer, aus, der nach seiner Entlassung beim Bauhaus 1931 dem Ruf in die Sowjetunion folgte. Mehr als 80 Gäste lauschten ausgewählten Passagen über die “Bauhaus Stoßbrigade Rotfront”, wie sich Meyer und seine mitreisenden Kollegen nannten, und andere “Russlandfahrer” wie den Frankfurter Städtebauer Ernst May oder auch Bruno Taut. In der Sowjetunion glaubten sie ihre Ideen des funktionalen und sozialen Wohnungsbaus umsetzen, aber auch der drohenden Arbeitslosigkeit und den Ideologien der Nationalsozialisten entkommen zu können.

Im anschließenden Podiumsgespräch mit ihrem Verleger Heinrich von Berenberg sprach Ursula Muscheler über ihre Beweggründe für die Beschäftigung mit diesem vernachlässigten Kapitel der Bauhausgeschichte und vertiefte einige Aspekte: Erfolg war keinem der Bauhäusler wirklich beschert – ihre Entwürfe wurden von den Sowjets aus verschiedenen Gründen abgelehnt, die Architekten gerieten in die Fänge der stalinistischen Säuberungen. Manchen von ihnen gelang die rechtzeitige Ausreise, andere fielen dem Terror zum Opfer oder arrangierten sich mit der politischen Lage.

Begleitend zur Veranstaltung zeigte die Staatsbibliothek eine kleine Ausstellung mit herausragenden Stücken aus ihren Sammlungen, darunter Originalpublikationen aus der Bauhaus-Ära, ein Brief Hannes Meyers an Gerhart Hauptmann und ausgewählte Forschungsliteratur zur Rezeptionsgeschichte.

Die Liste der Exponate mit Begleittexten finden Sie hier zum Download. Für weitere Informationen wenden Sie sich gerne an Christina Schmitz, Fachreferentin für Architektur. Kontakt zum Verein der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e.V. erhalten Sie über die Geschäftsstelle.

 

Ursula Muscheler: Das rote Bauhaus. Eine Geschichte von Hoffnung und Scheitern. Berlin: Berenberg 2016. ISBN 978-3-946334-10-1.

 

Eindrücke: