Wissenswerkstatt-Workshop Haus Potsdamer Straße | SBB-PK CC NC-BY-SA

Wissenswerkstatt im November

Im November bietet Ihnen die Wissenswerkstatt wieder Workshops zu unterschiedlichen Fächern und Themen an. Bereits im Sommer haben wir unser Angebot mit neuen Reihen vorgestellt und möchten Sie auch im kommenden Monat herzlich dazu einladen, alles rund um die Recherche kennenzulernen.

 

Unsere „Zeitmaschine StaBi“ führt Sie in diesem Monat gleich in zwei Bereiche unserer historischen Sammlungen:

Donnerstag, 03. November, 15.30 Uhr
Alte Karten – neue Wege 

Dienstag, 29. November, 16.00 Uhr
Alte Drucke – moderne Nutzung

„Sie fragen, wir antworten!“ Hier kommen diesmal HistorikerInnen zum Zuge:

Dienstag, 08. November, 16.00 Uhr
Fragestunde Geschichte

In der Reihe “Workshop-Klassiker” zeigen wir Ihnen alle Tipps und Tricks zur Recherchevorbereitung, Durchführung und Nachbereitung:

Dienstag, 15. November, 14.00 Uhr
Wie finde ich was und wie geht es weiter? Strategien für die erfolgreiche Recherche 

Den freien Zugang zu wissenschaftlichen Angeboten stellen wir Ihnen in der Reihe “Open Access – Publikationskulturen im Wandel” vor:

Dienstag, 22. November, 14.00 Uhr
Open Access Sozialwissenschaften, Recht und Wirtschaft

 

Unsere Vorschau verrät Ihnen bereits heute alle geplanten Termine bis Mitte Dezember:

Zur Wissenswerkstatt

Ein Angebot der Staatsbibliothek zu Berlin und ihrer Kooperationspartner.

“Nachhaltigkeit und Zugang” – Reinhard Altenhöner moderiert die Podiumsdiskussion

Die Digitalisierung des kulturellen Erbes hat in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht. Doch angesichts der rasanten technologischen Entwicklung der elektronischen Medien, der Projektorientierung von Kulturförderung und der Flüchtigkeit digitaler Kommunikation gewinnen Fragen nach der Nachhaltigkeit an Bedeutung. Auf der 6. internationalen “Zugang gestalten!”-Konferenz sollen am 17. und 18. November 2016 die damit zusammenhängenden Aspekte erörtert werden.

Veranstaltungsort:
Hamburger Bahnhof – Museum für Gegenwart
Invalidenstr. 50-51
10557 Berlin

Der Eintritt ist frei – Tagungsprogramm

Innerhalb der Konferenz moderiert Reinhard Altenhöner, Ständiger Vertreter der Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz und Leiter der Zentralabteilung der Staatsbibliothek, am 17. November eine Podiumsdiskussion zum Thema

Nachhaltigkeit und Zugang

Wenn die Verantwortung für das kulturelle Erbe eine gesellschaftliche ist, wer trägt sie dann genau und wie?

Das Panel “Nachhaltigkeit und Zugang” ist ideal besetzt, um zu diskutieren, welche Rollen Institutionen und Bürger heute haben und in Zukunft haben sollten, wenn es um die Nachhaltigkeit des Zugangs zum kulturellen Erbe geht. Hier stellen sich weniger Fragen des Eigentums an Kulturobjekten, sondern der Berechtigung, den Zugang zu ihnen zu regeln. Gedächtnisinstitutionen bewegen sich hierbei in einem Spannungsfeld zwischen spürbarem Veränderungsdruck auf ihr Selbstverständnis auf der einen und öffentlichem Auftrag auf der anderen Seite. Dadurch entsteht die Notwendigkeit zu strategischen Weichenstellungen, die in ihrer Tragweite noch vor wenigen Jahren kaum vorhersehbar waren.

 

 

95 oder 87? Martin Luthers Disputationsthesen zur Klärung der Kraft der Ablässe

Nur in der Berliner Stabi: Alle drei Thesendrucke des Jahres 1517 in der Ausstellung „Bibel – Thesen – Propaganda“!

Am Abend vor Allerheiligen 1517 soll der Theologieprofessor Martin Luther 95 Thesen zu Ablass und Gnade an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg angeschlagen haben. Am 31.10., dem Reformationstag, gedenken deshalb die evangelischen Christen dieses folgenreichen Thesenanschlags, der im historischen Bewusstsein als Beginn der Reformation fest verankert ist. Die Vorbereitungen zum 500. Reformationsjubiläum treten auch an der Staatsbibliothek jetzt in die heiße Phase: Vom 3.2. bis 2.4.2017 präsentiert die Staatsbibliothek 95 herausragende Objekte zur Reformationsgeschichte aus ihren Sammlungen. Als kleine Appetizer stellen wir Ihnen in unserem Ausstellungsblog ab sofort jede Woche eines unserer Ausstellungsstücke vor. Den Anfang machen dabei – wie könnte es anders sein! – Martin Luthers Thesen.

Martin Luthers revolutionäres Verständnis der Rechtfertigung allein aus der Gnade Gottes, die sich nicht durch eine Eigenleistung des Menschen erzwingen lässt, empfand er selbst als große Befreiung. Der florierende Handel mit dem Ablass, der für einen Geldbetrag den Erlass der Sündenstrafen zu garantieren schien, widersprach Luthers Auffassung diametral, und so wurden die vom Mainzer Erzbischof Albrecht unterstützten Auftritte des Ablasspredigers Johann Tetzel zum Anlass für den Wittenberger Theologen, im Oktober 1517 seine fundamentale Kritik in 95 Thesen zusammenzufassen, die er dem Erzbischof zuschickte. Gleichzeitig kursierten die Thesen in Martin Luthers Umkreis, sie wurden bereits 1517 in drei lateinischen Ausgaben gedruckt und vom gelehrten Fachpublikum rezipiert. 1518 verfasste Luther dann den auch für die breite Masse verständlichen deutschen „Sermon von dem Ablass und Gnade“. Das noch junge Druckverfahren sorgte zusammen mit einer allgemeinen sozialen Unzufriedenheit und politischen Reformbereitschaft für eine rasante Verbreitung der neuen Lehre. Entgegen Luthers ursprünglicher Absicht kam es so schließlich zur Kirchenspaltung und zu langanhaltenden konfessionellen Auseinandersetzungen.

Wohl auf der Grundlage der rasch bis nach Erfurt, Nürnberg, Augsburg und Ingolstadt verbreiteten Abschriften der Disputationsthesen zur Klärung der Kraft der Ablässe entstanden im Jahre 1517 bzw. um die Jahreswende 1517/1518 drei gedruckte lateinische Ausgaben: Die Leipziger Offizin von Jakob Thanner und der Nürnberger Drucker Hieronymus Höltzel produzierten jeweils Plakatdrucke der Thesen mit zweispaltigem Druck. Von beiden Ausgaben sind heute nur noch insgesamt sieben Exemplare bekannt – die Überlieferungschance eines einzelnen Blattes war ohnehin eher gering, die über das aktuelle Geschehen hinausreichende weltgeschichtliche Bedeutung erst im Entstehen. Mit über zwanzig Exemplaren deutlich häufiger erhalten blieb dagegen die dritte 1517 erschienene lateinische Ausgabe der 95 Thesen, der auf vier Blättern im Quartformat produzierte Baseler Druck von Adam Petri, der nun auch erstmals ein eigenes Blatt mit dem Titel „Disputatio D. Martini Luther theologi, pro declaratione virtutis indulgentiarum“ voranstellt.

Aber waren es wirklich 95 Thesen? Vergleicht man die drei Ausgaben der 95 Thesen im Detail, so fallen die jeweils unterschiedlichen Zählweisen ins Auge. Der Leipziger Plakatdruck ist der einzige, bei dem eine fortlaufende arabische Zählung beabsichtigt war. Unklarheiten in der Vorlage und besondere Eile bei der Fertigstellung mögen der Grund für eklatante Fehler in der Zählung sein: 42 statt 24, nach 26 wird mit 17 weitergezählt und gleich zweimal erhielt der zweite Teil einer These eine eigene Zählung (These 55 gezählt als 45 und – am Beginn des zweiten Satzes – 46 sowie These 83 als 74 und – hier mitten im Satz – 75). So kommt der Druck am Ende auf 87 Thesen. Diesen Fallstricken geht der Nürnberger Drucker Höltzel aus dem Weg, indem hier dreimal bis 25 und einmal bis 20 gezählt wird – auch hier arabisch, zusätzlich ist der Beginn jeder These mit einer Absatzmarke bezeichnet. Adam Petri in Basel wählte ebenfalls diese Variante, allerdings benutzte er römische Zahlen: i-xxv, i-xxv, i-xxv, i-xx.

 

Die drei Ausgaben von Luthers Thesen mit dem Druckjahr 1517 stellen wir ins Zentrum unserer Jubiläumsausstellung: Das 2015 in das UNESCO-Weltdokumentenerbe aufgenommene Exemplar des Nürnberger Plakatdruckes zusammen mit dem Exemplar des Leipziger Plakatdruckes aus dem Besitz des Geheimen Staatsarchivs Preußischer Kulturbesitz und auch den Baseler Quartdruck. So können Sie im Original selbst noch einmal nachzählen!

Nürnberger, Leipziger und Baseler Druck

Nürnberger, Leipziger und Baseler Druck

Buchpatenschaft des Monats Oktober

Das Patenschaftsprogramm der “Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V.”

Jeden Monat stellen wir Ihnen an dieser Stelle eine neue Buchpatenschaft vor. Bücher, aber auch Landkarten, Noten, Handschriften und Zeitungen, die so stark beschädigt sind, dass sie nicht mehr Nutzerinnen und Nutzern zur Verfügung gestellt werden können, brauchen Patinnen und Paten für die Restaurierung.

Als Buchpatenschaft für den Monat Oktober haben wir einen Band mit Tierbildern ausgewählt – nicht nur für alle Tierfreunde und Freunde des Berliner Zoologischen Garten.

Heck, Ludwig:

Tiere, wie sie wirklich sind. Ein Bilder- und Lesebuch für jedermann.

Berlin: Parey, 1934.120 S., 8°. Zahlreiche Illustrationen.

Der Biologe Ludwig Heck (1860-1951) war 1888 bis 1931 Direktor des Berliner Zoologischen Gartens. So stammen auch die in diesem Band versammelten zahlreichen Schwarzweiß-Abbildungen  komplett aus dem Photoarchiv dieses Zoologischen Gartens. Mit seinem Werk verfolgt Heck ausdrücklich den Tierschutzgedanken: Er versteht – so das Vorwort – Tiere als „unsere lebenden Mitgeschöpfe“. Nicht übertriebene Tierliebe, vielmehr sachliche Tierkunde ist erforderlich, um ihnen gerecht zu werden.

nötige Reparaturen: Einbanderhaltung

kalkulierte Kosten: 120 €

Abbildung aus dem Buch: Heck - Tiere, wie sie wirklich sind "Sieht gefährlich aus, ist aber ein guter Riesenkerl: Gorilla Bobby als Jüngling" (c) SBB

Abbildung aus dem Buch: Heck – Tiere, wie sie wirklich sind. Ein bilder- und Lesebuch für jedermann. Berlin: Parey, 1934
“Sieht gefährlich aus, ist aber ein guter Riesenkerl: Gorilla Bobby als Jüngling”

Übernehmen Sie eine Buchpatenschaft bei den “Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V.”

Wenn Sie Interesse daran haben, dass dieses Buch restauriert und damit Forscherinnen und Forschern aus aller Welt wieder zur Verfügung stehen wird, dann schreiben Sie an freunde@sbb.spk-berlin.de. Für Ihre Hilfe, ein bedrohtes Werk vor dem Verfall zu bewahren, erhalten Sie:

  • ein Exlibris aus alterungsbeständigem Papier mit Ihrem Namen oder einem von Ihnen gewünschten Namen,
  • die Möglichkeit, das restaurierte Werk zu besichtigen beim Jahresempfang oder bei einem Termin nach Vereinbarung,
  • eine Spendenbescheinigung für Ihr Finanzamt.

Weitere Hinweise zu Buchpatenschaften und eine große Auswahl an  Patenschaften aus allen Abteilungen der Staatsbibliothek zu Berlin finden Sie auf der Seite der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V. Das Spektrum reicht weit über Bücher hinaus – hier finden Sie auch Noten, Landkarten, Zeitungen, Handschriften.

Kontakt: Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V., Gwendolyn Mertz, Unter den Linden 8, 10117 Berlin, Telefon: 030 – 266 43 8000, Mail: freunde@sbb.spk-Berlin.de

Erhebung zur Nutzung der Literatur in den Lesesälen der Staatsbibliothek ab 31. Oktober 2016

In einer Bibliothek können sehr viele Vorgänge statistisch erfasst werden – wie die Zahl der Neuerwerbungen oder die der Ausleihen von Büchern -, weil es dafür automatisierte Verfahren gibt. Was sich bislang unserer Kenntnis weitgehend entzieht, ist die Nutzung der im Lesesaal frei zugänglichen Bücher und Zeitschriften. Wie intensiv werden sie genutzt? Gibt es signifikante Unterschiede zwischen den einzelnen Fächern? Die Staatsbibliothek wird deshalb in den nächsten vier Wochen vom 31. Oktober bis zum 26. November eine Erhebung zu diesem Thema im Allgemeinen Lesesaal in beiden Häusern durchführen.

Ohne die Mithilfe der Leserinnen und Leser lässt sich die Zählung allerdings nicht bewerkstelligen. Deshalb werden überall im Lesesaal kanariengelbe Steckstreifen ausgelegt mit der aufgedruckten Bitte: „Buch/Heft entnommen? – Bitte diesen Streifen einlegen!“.  An dieser Stelle möchte ich Sie – sollten Sie unsere Lesesäle nutzen – um Ihre Mitwirkung bitten, denn das Ganze ist nur aussagekräftig, wenn sich möglichst alle daran beteiligen.

Täglich werden die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Lesesaals die Streifen wieder ziehen, die Signaturen erfassen und die Ergebnisse elektronisch verarbeiten. Am Ende werden detaillierte Angaben darüber möglich sein, wie viele Bücher im Schnitt täglich genutzt werden, wo Nutzungsschwerpunkte sind und wo der Bestand deutlich weniger beachtet wird.

Gleichzeitig möchten wir in einer Umfrage mehr über das Nutzungsverhalten der Leserinnen und Leser erfahren: Wie oft kommen Sie in den Lesesaal, wie häufig benutzen sie die Handbestände, gibt es bevorzugt benutzte Bereiche und – ganz wichtig – was fehlt? Erhältlich sind die Fragebögen an den Einlassstellen zu den Lesesälen.

Die Auswertung der Zählung wie der Umfrage wird natürlich einige Zeit in Anspruch nehmen. Sobald die Ergebnisse vorliegen, werden wir sie bekanntgeben.

Moses empfängt von Gott die zehn Gebote

Das Buch der Bücher im Orient – Online-Ausstellung und Buchpräsentation zu orientalischen Bibelhandschriften

In den Jahren 1852-55 bereiste Julius Heinrich Petermann (1801-1876), seit 1837 außerordentlicher Professor für orientalische Philologien an der Universität Berlin, den Nahen Osten. Im Auftrag des preußischen Staates besuchte er die heutige Türkei, Syrien, Palästina, den Irak und Iran, u.a. um orientalische Handschriften für die damalige Königliche Bibliothek, die heutige Staatsbibliothek, zu erwerben.

„Schon in meiner frühen Jugend“, so schreibt er im Vorwort seines Berichtes über diese Reise, „regte sich in mir ein Verlangen, das Land der Verheissung und andere Theile des Orients zu sehen, deren Sprachen und Litteraturen mich von jeher angezogen und beschäftigt haben; aber erst, nachdem ich mein fünfzigstes Lebensjahr bereits zurückgelegt hatte, ward es mir vergönnt, mein Sehnen zu befriedigen, und zwar in einer Weise und Ausdehnung, wie ich nie zuvor gehofft hatte.“ Petermann, Reisen im Orient, 1860, S. v.

 

 

Erwerb christlich- und jüdisch-orientalischer Handschriften für die Königliche Bibliothek

Petermanns besonderes Interesse galt der armenischen Sprache und Kultur, aber auch anderen religiösen Minderheiten, etwa Samaritanern, Drusen und Mandäern. Unter den Handschriften, die er für die Bibliothek erwarb, waren deshalb neben arabischen, persischen und türkischen Handschriften auch armenische, syrische und samaritanische.

 

Zum heute ungefähr 1700 Bände zählenden Bestand der Staatsbibliothek an jüdisch- und christlich-orientalischen Handschriften trugen neben Petermann viele weitere Orientalisten, Diplomaten und Reisende bei, etwa Eduard Sachau (1845-1930), Professor für Orientalistik an der Berliner Universität mit einem besonderen Interesse für die christlich-orientalischen Kirchen.

 

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Syrische Reisebibel (Sachau 227)

Letzterer brachte u.a. dieses kleine syrische Gebetbuch nach Berlin, das allein schon wegen seines Formates auffällt: Das Reisebüchlein in rotem Ledereinband misst nur 9 x 6,8 cm. Es beinhaltet das Buch der Psalmen sowie verschiedene biblische Gesänge, außerdem das Vater Unser und das Glaubensbekenntnis. Angefertigt wurde es im Jahr 1842 für den Diakon Abbo aus Mosul, von einem Mönch des Klosters Zaʿfran bei Mardin im äußersten Osten der heutigen Türkei.

 

Zu den besonders augenfälligen Stücken der Sammlung zählen außerdem zwei armenische Evangeliare. Auch sie sind eher kleinformatig und werden von verzierten Ledereinbänden geschützt, die in typisch armenischer Art gearbeitet sind. Schlägt man die Handschrift mit der Signatur Ms. or. oct. 3690 auf, fällt der Blick auf reiche Verzierungen und vorzüglich ausgeführte ganzseitige Miniaturen, das Pergament ist fein und papierdünn. Dies und der reichliche Gebrauch von Blattgold lassen vermuten, dass der Auftraggeber dieser Handschrift aus dem wohlhabenden Kaufmannsmilieu stammte.

 

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Armenisches Evangeliar (Ms. or. oct. 3690)

Andere Stücke aus der Sammlung dagegen mögen für den Laien auf den ersten Blick eher unscheinbar wirken – ihre Bedeutung erschließt sich erst durch weitere Informationen zur Handschrift. Hierzu zählt ein koptischer Kodex aus dem 4. Jahrhundert n. Chr., der in die Zeit des Übergangs von der Buchrolle zum Kodex eingeordnet werden kann.

 

Prachtvoll illustrierte Handschriften

Diese und andere bemerkenswerte Stücke aus der Sammlung jüdisch- und christlich-orientalischer Handschriften präsentieren wir Ihnen ab heute in unserer Online-Ausstellung zu Bibelhandschriften aus dem Vorderen Orient und Afrika. Wir laden Sie ein, die prachtvoll illuminierten und illustrierten Handschriften ausführlich zu betrachten und mehr über die einzelnen Stücke, aber auch über die Überlieferungs- und Rezeptionsgeschichte der Bibel im Nahen und Mittleren Osten sowie in Nord- und Nordostafrika zu erfahren.

 

Online-Ausstellung “Das Buch der Bücher im Orient” >

 

Wenn Sie die Informationen aus der Online-Ausstellung vertiefen möchten, empfehlen wir Ihnen den Band „Orientalische Bibelhandschriften aus der Staatsbibliothek zu Berlin – PK: Eine illustrierte Geschichte“.

Meliné Pehlivanian, Christoph Rauch, Ronny Vollandt (Hgg.): „Orientalische Bibelhandschriften aus der Staatsbibliothek zu Berlin – PK: Eine illustrierte Geschichte“. Wiesbaden: Reichert, 2016. Zum Verlag >

 

Für Forschung und Kultur – Auch während der Open Access Week 2016

Vor dem Hintergrund der Berliner Open Access-Strategie – wir berichteten  – findet anlässlich der heute beginnenden internationalen Open Access Week 2016 an den Bibliotheken der hiesigen drei großen Universitäten die Posterausstellung Open in Action statt. Selbstverständlich sind auch wir mit einer Präsentation unserer Initiativen für den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen dabei, wenn es darum geht, die aktuellen Open Access-Aktivitäten in Berlin und Brandenburg vorzustellen.

Begleitend werden die insgesamt 30 Poster auch im Rahmen des Podiumsgesprächs Open in Action – Praxisperspektiven zu sehen sein – also am kommenden Mittwoch, 19:00 Uhr bis 21:00 Uhr, in den Räumen des Wikimedia Deutschland e.V.

Da wir getreu nach Elvis Presley das Motto der diesjährigen Open Access Week sehr ernst nehmen, startet bei uns bereits am morgigen Dienstag die dreiteilige Veranstaltungsreihe Publikationskulturen im Wandel – Open Access in den … Ziel dieser Workshops ist es, den Stand der Transformation des Publikationssystems in jenen Wissenschaftsbereichen auszumessen, in denen die Staatsbibliothek zu Berlin ihre Sammel- und Kompetenzschwerpunkte hat.

Seien Sie uns herzlich willkommen! Unsere Türen stehen offen und ermöglichen Ihnen – klar! – Open Access.

Philharmonieleuchten im Lesesaal Potsdamer Straße; Foto: Hagen Immel - Lizenz CC-BY-NC-SA

„Darunter sieht man gut aus!“ Ausstellung zu den Leuchten Günter Ssymmanks eröffnet

Vor genau 50 Jahren, im Februar 1966, wurde im Berliner Möbelhaus Modus eine Ausstellung eröffnet, die sich der ‚Philharmonieleuchte‘ Günter Ssymmanks widmete – einer Leuchte, die Ende der 1950er Jahre für das Foyer des gleichnamigen Konzerthauses entworfen und wenige Jahre später auch in der Staatsbibliothek an der Potsdamer Straße aufgehangen wurde.

Ausstellungsdetail Polyamid-Pilze, Foto: Hagen Immel - Lizenz CC-BY-NC-SA

Ausstellungsdetail Polyamid-Pilze, Foto: Hagen Immel, Staatsbibliothek zu Berlin – Lizenz CC-BY-NC-SA 3.0

Ein wesentliches Charakteristikum der Leuchte besteht in der Verwendung asymmetrischer Grundformen: Wie die Fünfecke, die sich im Grundriß des Scharounschen Konzertsaals übereinanderstaffeln, schieben sich die Polyamid-Pilze, aus denen die ‚Philharmonieleuchte‘ zusammengesetzt ist, ineinander.

Sie überlappen sich in ihren Ausläufern und erzeugen dadurch ein diffuses, blendfreies Licht, das Günter Ssymmank gern als „Sonnenuntergangslicht“ bezeichnete. „Darunter“, meinte er, „sieht man gut aus!

Die Ästhetik der Leuchte lässt sich jedoch nicht nur durch den Lichteffekt, den Ssymmank zu erzeugen suchte, erklären. Sie ist auch von den kulturellen, wissenschaftlichen und technischen Entwicklungen ihrer Zeit geprägt. So mochte etwa die planetenkugelförmige Anmutung der Leuchte u.a. die Weltraumbegeisterung assoziieren, die durch die Erfolge der Raumfahrt in den späten 1950ern einen zunehmend großen Teil der Gesellschaft in ihren Bann zog.

Innenansicht Philharmonieleuchte, Foto: Hagen Immel, Staatsbibliothek zu Berlin – Lizenz CC-BY-NC-SA 3.0

Eine kürzlich eröffnete Vitrinenausstellung im Foyer der Staatsbibliothek (Haus Potsdamer Straße) geht diesen Entwicklungen nach. In Anlehnung an die Ausstellung im Berliner Möbelhaus Modus veranschaulicht sie den Aufbau und die Zusammensetzung der Leuchte und verortet sie im Kontext des deutschen Nachkriegsdesigns.

Die Ausstellung kann zu den Öffnungszeiten der Staatsbibliothek besucht werden.

Kuratorenführungen mit Musik! Busoni-Ausstellung in der Kunstbibliothek

Der Komponist, Klaviervirtuose, Dirigent und Musiktheoretiker Ferruccio Busoni (1866–1924) zählt zu den herausragenden Künstlerpersönlichkeiten seiner Epoche. Neben Komponisten wie Arnold Schönberg, Igor Strawinsky, Béla Bartók und Paul Hindemith gilt er als Wegbereiter der Neuen Musik. Sein nachhaltiger Einfluss auf die Kunst und die Musik des 20. Jahrhunderts macht ihn zu einer der zentralen Figuren der Moderne.

Aus Anlass von Busonis 150. Geburtstag am 1. April 2016 präsentiert die Kunstbibliothek der Staatlichen Museen in Zusammenarbeit mit der Staatsbibliothek zu Berlin und dem Staatlichen Institut für Musikforschung noch bis zum 8. Januar 2017 eine umfassende Ausstellung zu Leben und Werk des Komponisten. Kuratorenführungen durch die Ausstellung finden an jeden zweiten Freitag im Monat um 15 Uhr statt, also am 21.10., 04.11., 18.11., 02.12., 16.12. und 06.01.

Am 21.10., 04.11., 02.12. und 16.12. spielt Holger Groschopp, Klavier, im Rahmen der Führung ein kurzes Musikprogramm mit Werken Busonis. Der Pianist Holger Groschopp wurde in Berlin geboren und erhielt seine Ausbildung an der Hochschule der Künste in seiner Heimatstadt bei Georg Sava. Ergänzend studierte er Komposition bei Isang Yun und Liedinterpretation bei Aribert Reimann und Dietrich Fischer-Dieskau. Busonis Werke und Bearbeitungen sind – gerade im Jahr des 150. Geburtstags – ein Schwerpunkt seiner Arbeit.

Kunstbibliothek – Staatliche Museen zu Berlin
am Kulturforum
Matthäikirchplatz 6

10. November: Reinhard Altenhöner spricht über “Die Staatsbibliothek als digitale Bibliothek: Aktivitäten und Perspektiven”

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Kolleginnen und Kollegen,
wir möchten Sie herzlich zu folgender Veranstaltung des “BAK Information” einladen:

Reinhard Altenhöner

spricht zum Thema

Die Staatsbibliothek als digitale Bibliothek: Aktivitäten und Perspektiven”

 

Das traditionell geprägte Bibliothekswesen ist durch die „Digitale Transformation” stark in Bewegung geraten. Eine Herausforderung liegt darin, neue und agile Geschäftsmodelle auf Institutionen zu übertragen, die aufgrund der eigenen Geschichte in der Vermittlung von analogen Medien verankert sind, deren Benutzerinnen und Benutzer aber verstärkt in digitalen Kontexten agieren und dies selbstverständlich auch in eine Serviceerwartung gegenüber den Bibliotheken übertragen.

Aus dem Anspruch heraus, die “Kundschaft” dort abzuholen, wo sie steht, möchte die Staatsbibliothek, ihre Aktivitäten im Bereich der digitalen Bibliothek deutlich erweitern. Dies beinhaltet sowohl, dass Servicebereiche weiter ausgebaut werden, denen digitale Infrastrukturen zugrunde liegen, als auch neue Tätigkeitsfelder mit Zukunftspotential zu besetzen.

Reinhard Altenhöner wird in diesem Vortrag aufzeigen, wo die SBB-PK hier Erfahrungen hat, wo die zukünftigen digitalen Betätigungsfelder liegen und welcher Organisationstrukturen sich die Bibliothek bedient, um diese zu erschließen.

Reinhard Altenhöner ist seit 2015 Ständiger Vertreter der Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz und Leiter der dortigen Zentralabteilung. Zuvor war er 12 Jahre an der Deutschen Nationalbibliothek in Frankfurt/Main Leiter der Abteilung Informationstechnik und ab 2014 Fachbereichsleiter der Abteilung Informationsinfrastruktur und Bestandserhaltung.

Vortrag und Diskussion finden am Donnerstag, den 10. November 2016 um 17:30 Uhr im Simon-Bolivar-Saal in der Staatsbibliothek zu Berlin-Preußischer Kulturbesitz, Potsdamer Straße 33, 10785 Berlin-Tiergarten (S/U Potsdamer Platz) statt.

Im Anschluss gibt es die Möglichkeit, die sich ergebenden Fragen bei einem Snack und Getränken mit dem Vortragenden zu diskutieren.

Die Veranstaltung ist kostenlos. Bitte melden Sie sich trotzdem telefonisch (030-755 183 66) oder per Mail (bak[at]ub.tu-berlin.de) an.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen.

Mit freundlichen Grüßen

Tania Estler-Ziegler
(Vorstandsvorsitzende)

Berliner Arbeitskreis Information (BAK)
c/o Universitätsbibliothek der TU Berlin
Fasanenstr. 88
10623 Berlin