Ausschnitt aus dem Nürnberger Plakatdruck der 95 Thesen, 1517 | Quelle: Digitale Bibliothek der Staatsbibliothek zu Berlin - PK || CC BY-SA-NC 3.0

Außer Thesen nichts gewesen – Sonderöffnung unserer Luther-Ausstellung am 7. Februar 2017

Am 7. Februar 2017 laden wir Sie herzlich ein zu einem langen Abend der Thesen – der insgesamt 380 Thesen, um genau zu sein. Denn anlässlich des Vortrags des bekannten Buchgestalters Friedrich Forssman im Rahmen unserer gemeinsam mit der Freien Universität Berlin, der Humboldt-Universität zu Berlin sowie der Universität Potsdam organisierten Vortragsreihe Die Materialität von Schriftlichkeit – Bibliothek und Forschung im Dialog wird unsere große Ausstellung zum Reformationsjubiläum ausnahmsweise bis 20:30 Uhr geöffnet bleiben.

Auf diese Weise haben Sie die einmalige Gelegenheit, zunächst 95 Thesen zur von Friedrich Forssman verantworteten Neugestaltung der revidierten Lutherbibel 2017 zu diskutieren, um anschließend unsere Auswahl von 95 spektakulären Exponaten in Augenschein zu nehmen, die Ihnen die Reformation erzählen wollen – darunter erstmals alle drei Druckausgaben der Luther-Thesen in trauter Eintracht vereint.

Sollten Sie angesichts des Dreiklangs „Forssman – Thesen – Sensationen“ tatsächlich noch zweifeln, ob sich die für einen Besuch von Vortrag und Ausstellung aufzuwendenden Spesen an Zeit und Aufmerksamkeit überhaupt lohnen, so seien Sie versichert: Sie werden voll und ganz auf Ihre Kosten kommen!

Sackpfeifenesel & Co. – Kampfbilder gegen das Papsttum

Seltene Sammlung der derben anti-päpstlichen Propaganda Martin Luthers in der Ausstellung „Bibel – Thesen – Propaganda“.

Ein Beitrag von Christiane Caemmerer, Michaela Scheibe und Karla Faust.

Als Antwort auf die anhaltenden Auseinandersetzungen um die Einberufung eines Konzils auf deutschem Boden, wie von den Protestanten gefordert, schrieb Luther 1545 nicht nur den Traktat Wider das Papstum zu Rom, vom Teufel gestiftet, sondern er initiierte auch eine Serie von Einblattdrucken, für die er die Texte schrieb und Lucas Cranach d. Ä. bzw. dessen Werkstatt beauftragte, die Holzschnitte für die Bilder herzustellen.

Holzschnitt Adoratur Papa deus terrenus, Quartdruck mit Nachschnitten des Bilderzyklus, um 1600. Abteilung Historische Drucke. Lizenz: CC-BY-NC-SA

Bilder und Texte sind so dem Grobianismus der Zeit verhaftet, dass sogar Luthers Freunde ihn schockiert fragten, ob es so derb sein müsse. Der Reformator äußerte sich kurz vor seinem Tod sehr dezidiert dazu: „Dies ist mein Testament“ und er blieb dabei, dass diese drastischen Bilder auch den Leseunkundigen den „wahren“ Charakter des Papsttums vor Augen führen sollten. So zeigt ein Bild aus der Reihe einige Bauern, die im Begriff sind, sich in die Tiara zu entleeren. Kommentiert wird dies mit den deutlichen Worten Luthers: „Der Bapst hat dem Reich Christi gethon, wie man hie handelt seine Cron“. In einer anderen Darstellung schlagen dem Papst und seiner “flammenden” Sentenz – statt der Demutsbezeugung des zeremoniellen Fußkusses – heftige Flatulenzen entgegen.

Holzschnitt Hic oscula pedibus Papae figuntur, Quartdruck mit Nachschnitten des Bilderzyklus, um 1600. Abteilung Historische Drucke. Lizenz: CC-BY-NC-SA

 

Zunächst wurden die Bilder mit den zugehörigen Versen als Flugblätter gedruckt und vertrieben. Seit 1545 sind zahlreiche Auflagen erschienen. Bis ins 17. Jahrhundert hinein blieb der Bilderzyklus populär: Die Bilder wurden nachgedruckt, auch nachgeschnitten und umgestaltet. Immer wieder fasste man die Einblattdrucke auch in höchst unterschiedlicher Form in Serien zusammen – als Buch gedruckt, handschriftlich kommentiert oder auch beschnitten und neu zusammengeklebt.

Titelblatt des um 1600 entstandenen Quartdrucks. Abteilung Historische Drucke. Lizenz: CC-BY-NC-SA

Seltener Quartdruck mit Nachschnitten der Bilder um 1600

Um 1600 entstand diese Version des Bilderzyklus gegen das Papstum: Der äußerst seltene Quartdruck mit gegenüber den Originalstöcken leicht verkleinerten Nachschnitten der Bilder. Die Schmuckelemente des Titelblattes sind in den Druckerwerkstätten von Josef Klug und auch von Georg Rhau zwischen 1528 und 1537 nachweisbar. Typen und Papier weisen allerdings auf einen späteren Druck hin.

Joachim Greffs Verse zum Bilderzyklus gegen das Papsttum

Diese Sammlung gibt die Holzschnitte in den auch im Quartdruck um 1600 verwendeten Nachschnitten wieder; die Überschriften und Texte sind dagegen handschriftlich eingefügt. Dazu gehört eine lateinische Übersetzung der Originalverse Luthers und – jeweils auf der Rückseite – eine Glossa magistralis aus etwa fünfzig paargereimten Knittelversen mit ausführlichen Bildinterpretationen. Das Monogramm IGZ, mit dem die Übersetzung gezeichnet ist, verweist auf Joachim Greff aus Zwickau, der vor allem als Autor protestantischer Schuldramen bekannt wurde. Greff studierte seit 1528 in Wittenberg, wirkte anschließend als Lehrer in Halle, Magdeburg und Dessau und von 1548 bis zu seinem Tod im Jahr 1552 als Pfarrer in Roßlau. Die Handschrift ist kein Autograph Greffs, die Textvorlage muss jedoch zwischen 1545 und dem Todesjahr Greffs 1552 entstanden sein.

Die Papstgeburt, Handschrift mit Nachschnitten der Bilder und Texten von Joachim Greff. Handschriftenabteilung. Lizenz: CC-BY-NC-SA

Die Papstgeburt

Die Handschrift mit Joachims Greffs Texten beginnt mit der Darstellung der Geburt des Papstes in der Hölle, geboren von der Mutter des Teufels und aufgezogen von den Furien. Greffs Verse berichten dazu ausführlich über die Zustände in der Hölle.

Der Papstesel

Das Bild des Papstesels (unser Beitragsbild), eines Ungeheuers mit Eselskopf, Frauenleib und Schuppenkörper, stammt ursprünglich aus dem Jahr 1523 und ist vielfach nachgestochen worden. Es wurde zunächst als Flugblatt und als Flugschrift vertrieben, auch als Doppelbild z.B. mit dem Mönchskalb. Beide Bilder waren Darstellungen von Missgeburten, die allegorisch auf das Papsttum bzw. die Geistlichkeit bezogen wurden. Die Texte schrieben Martin Luther und Philipp Melanchthon.

Höllenrachen, ausgeschnittenes und aufgeklebtes Flugblatt. Handschriftenabteilung. Lizenz: CC-BY-NC-SA

Der Höllenrachen

Dieses Bild wurde auch als Titelholzschnitt für Luthers Schrift Wider das Papsttum zu Rom, vom Teuffel gestifft verwendet. Mit seinen vielen Teufelsfiguren und dem Papst, der von den Teufeln gekrönt wird, ist das eigentliche Geschehen schwer zu deuten. Ob es sich um den Abstieg des Papstes in die oder seinen Aufstieg aus der Hölle handelt, darüber gehen die Meinungen auseinander.

Der Sauritt

Der Papst reitet in vollem Ornat auf einer Sau, die rechte Hand segnend erhoben, in der linken einen dampfenden Kothaufen. Die lateinische Überschrift und die deutsche Unterschrift erklären das Bild: Der Papst lenkt die deutsche Sau mit einem Haufen Kot davon ab, ihn weiterhin unter Druck zu setzen und auf einem Konzil in Deutschland zu bestehen.

Sauritt und Sackpfeifenesel, Flugblatt, 1545. Handschriftenabteilung. Lizenz: CC-BY-NC-SA

Der Sackpfeifenesel

Dieses Kampfbild nimmt ein mittelalterliches Fabelmotiv auf und zeigt einen mit der Tiara gekrönten Esel, der unter einem Baldachin sitzt und Sackpfeife spielt. Dazu der das Bild ironisierende Text: „Der Bapst kan allein auslegen/ Die schrifft: vnd jrtum ausfegen/ Wie der Esel allein pfeiffen/ kan: vnd die noten recht greiffen“.

Papst und Kardinäle am Galgen, Flugblatt, 1545. Handschriftenabteilung. Lizenz: CC-BY-NC-SA

Die Lästerzungen der Katholiken

Der Papst und drei hochrangige Theologen (Albrecht von Brandenburg, Otto Truchsess von Waldenburg, Johannes Cochlaeus) hängen am Galgen. Ihre »Lesterzungen« sind am Querbalken festgenagelt und ihre entweichenden Seelen werden von Teufeln eingefangen. Das in der Ausstellung gezeigte Flugblatt gehört zur ersten Auflage (1545) mit der Überschrift in großen Versalien.

Die Flugdrucke der ersten Stunde ebenso wie die höchst unterschiedlichen späteren Zusammenstellungen des Bilderzyklus gegen das Papsttum sind mit gleich vier Objekten in der Ausstellung Bibel – Thesen – Propaganda vertreten. Vom 3.2. bis 2.4.2017 können Sie dieses „Testament“ Martin Luthers und seine derben Details selbst in der Staatsbibliothek in Augenschein nehmen.

 

Erziehungsprogramm für Familie Luther – eine Idee des Reformationsjubiläums 1817

Friedrich Schleiermachers eigenhändiger Fundraising-Aufruf in der Ausstellung „Bibel – Thesen – Propaganda“.

Autograph Friedrich Schleiermachers, Druckmanuskript, 1818. Handschriftenabteilung. Lizenz: CC-BY-NC-SA

Ein Beitrag von Christiane Caemmerer.

Porträts von Vertretern der Familie Luther, Kupferstich von Friedrich Roßmäßler, um 1810. Handschriftenabteilung. Lizenz: CC-BY-NC-SA

Bei der Planung der Reformationsfeierlichkeiten des Jahres 1817 war deutlich geworden, dass die männlichen Nachfahren der Familie Martin Luthers – die Nachkommen seiner Brüder, da die direkte Linie ausgestorben war – in höchst einfachen Verhältnissen lebten.

Rudolf Zacharias Becker, Porträt von Friedrich Wilhelm Bollinger, um 1820. Handschriftenabteilung. Lizenz: CC-BY-NC-SA

Der Aufklärer, Philanthrop und Verleger des Allgemeinen Anzeigers der Deutschen Rudolf Zacharias Becker entschloss sich spontan, eine Stiftung für diese männlichen Nachfahren zu gründen: die „Lutherische Jubelstiftung“. Durch diese Stiftung konnten die beiden Söhne des Viehhirten Nikolaus Luther aus Möhra, dem Herkunftsort der Familie, Johann Georg und Johann Ernst Luther von dem Pädagogen Friedrich Fröbel in seine gerade gegründete Erziehungsanstalt in Keilhau aufgenommen werden. Und das mit Erfolg: Georg Luther absolvierte anschließend ein Theologiestudium und Ernst Luther lernte das Maurerhandwerk. Eine gründliche Suche förderte zahlreiche weitere Nachfahren Luthers zu tage. Ähnliche Stiftungen wurden initiiert, die dann auch die Nachkommen in weiblicher Linie berücksichtigten.

Der große Berliner Philosoph und Theologe Friedrich Schleiermacher griff Beckers Idee auf und entwickelte in den Kieler Blättern für 1819 den Plan einer deutschlandweiten Stiftung für die Nachfahren Luthers, die in jeder deutschen Provinz eine Niederlassung haben sollte. Offenkundig war Schleiermacher zunächst von Becker um Unterstützung gebeten worden, hatte dessen Initiative aber als zu klein gedacht empfunden.

Bereits im November 1818 erläuterte Schleiermacher in einem Brief an den Grafen Dohna ausführlich die Idee eines großangelegten Unternehmens, um „die ganze Familie von Luthers Brüdern aus dem niederen Tagelöhnerstande, in dem sie größtentheils existiren, in den mittleren Bürgerstand durch eine zweckmäßige Erziehung und Fürsorge zu erheben, indem von diesem Stande aus es jedem Individuum leicht wird, wenn es besonders begabt ist, eine öffentliche Laufbahn einzuschlagen und sich eine geschichtliche Bedeutung zu verschaffen.“ Schleiermacher rechnete von den acht zu diesem Zeitpunkt bekannten Nachfahren hoch und bezog deren potentielle Kinder gleich für kommende Stipendien mit ein. Ausgehend von 3.000 Talern jährlich, fragt er bei Dohna an, ob dieser sich in der Lage fühle, den Part des „Fundraisers“ für Preußen zu übernehmen, damit diese Summe „durch Subscription“ aufgebracht werden könne.

Dieses Ansinnen richtete Schleiermacher bereits zuvor an die Oberpräsidenten von Westpreußen und Schlesien, Theodor von Schön und Friedrich Theodor Merckel, sowie an den Breslauer Theologieprofessor Joachim Christian Gaß, mit dem er gut befreundet war, und an weitere Freunde aus dem holsteinischen Raum. Gaß machte er deutlich, dass es vor allem „der Adel und die Kaufmannschaft“ seien, die in finanzieller Hinsicht „natürlich am meisten thun“ müssten.

Schleiermacher plante eine differenzierte Verwaltung für die eingehenden Gelder, denn von den Subskribenten sollten in jeder Region Verwalter des Geldes gewählt werden, sowie ein „Erziehungsrath“, der zunächst die erste Generation betreuen und anschließend diese bei der Erziehung ihrer Kinder unterstützen sollte.

Unterschrift Schleiermachers, Druckmanuskript, 1818. Handschriftenabteilung. Lizenz: CC-BY-NC-SA

Dem gesellschaftlichen Wiederaufstieg der Familie Luther schien nun nichts mehr im Wege zu stehen. Doch Schleiermachers Konzept war wohl zu groß geraten: Der Aufruf in den Kieler Blättern hatte offenkundig keinen großen Erfolg. Schleiermachers ehrgeiziger Plan wurde nie umgesetzt.

Die Stiftung von Rudolf Zacharias Becker degegen wurde nach dessen Tode von seinem Sohn weitergeführt und bestand bis zur Inflation im Jahre 1925. In diesem Jahr fanden sich die Nachkommen der Familie Luther dann selbst zu einem noch heute existierenden Familienverband zusammen.

Das Autograph Friedrich Schleiermachers ist das Druckmanuskript für seinen Aufruf in den Kieler Blättern. Es stammt aus dem Nachlass seines Nachfolgers an der Berliner Universität, des Theologen August Twesten. In der Ausstellung Bibel – Thesen – Propaganda vom 3.2. bis 2.4.2017 können Sie dieses und viele weitere Objekte zur historischen Rezeption der Reformation – bis hin zu den aktuellen Mosaik-Heften – selbst in der Staatsbibliothek in Augenschein nehmen.

Luther im Kreise seiner Familie (im Hintergrund Melanchthon) von Gustav Spangenberg, Photogravure 1894. Handschriftenabteilung. Lizenz: CC-BY-NC-SA

Einzige Luther-Ausstellung mit allen drei Thesendrucken von 1517

Bibel  Thesen  Propaganda. Die Reformation erzählt in 95 Objekten

Die Staatsbibliothek feiert 500 Jahre Reformation

3. Februar bis 2. April 2017

Staatsbibliothek zu Berlin
Dietrich-Bonhoeffer-Saal
Haus Potsdamer Straße 33 am Kulturforum
10785 Berlin

Dienstag bis Samstag 11 bis 19 Uhr, Sonntag 13 bis 18 Uhr

Eintritt frei

 

Zur Pressemitteilung

 

Führungen sonntags um 15 Uhr.
Kuratorenführungen am 8. und 22. Februar sowie am 8. und 22. März 2017, jeweils um 17 Uhr

Gruppenführungen ab 10 Personen unter luther2017@sbb.spk-berlin.de bzw. Tel. 030 266 43 1919 (Mo bis Fr 10 bis 14 Uhr)

 

BEGLEITVERANSTALTUNGEN

Dienstag, 7. Februar 2017, 18.15 Uhr

95 Thesen zur Neugestaltung der Lutherbibel
Werkstattgespräch mit Friedrich Forssman im Simón-Bolívar-Saal, Haus Potsdamer Straße 33
Um Anmeldung wird gebeten

Donnerstag, 23. Februar 2017, jeweils um 17 und um 18 Uhr
Christliche Bildbetrachtung. Die drei Drucke der 95 Thesen Martin Luthers und andere Werke der frühen Reformationszeit. Mit Andreas Wittenberg und Bernd Krebs.

Der Eintritt zu beiden Veranstaltungen ist frei.

 

Holen Sie sich die Thesen nach Hause:

  • Katalog zur Ausstellung: 224 S., ISBN 978-3-88053-217-5 20,00 Euro (im Buchhandel 25,00 Euro)
  • Faksimilemappe: Nürnberger Plakatdruck der 95 Thesen mit der Beschreibung des Berliner Exemplars und einer Übersetzung der Thesen: 8,00 Euro (Berliner Faksimile 13)

 

Weitere Informationen finden Sie in unter: blog.sbb.berlin/bibel-thesen-propaganda/

 

Wissenswerkstatt-Workshop Haus Potsdamer Straße | SBB-PK CC NC-BY-SA

Wissenswerkstatt im Februar

In unserer Wissenswerkstatt vermitteln wir Ihnen elektronische Ressourcen oder Internetquellen zu Ihrem Fach, zeigen Ihnen Wege auf, wie Sie schnell und treffsicher zu den gewünschten Suchergebnissen kommen, elektronische Texte oder Digitalisate finden und diese weiter verarbeiten können. Im Februar möchten wir Sie zu folgenden Workshops einladen:

 

Wie finde ich was und wie geht es weiter? Strategien für die erfolgreiche Recherche
Donnerstag, 9. Februar, 15.00 Uhr

„Ich hab noch einen Laptop in Berlin…“ – Recherchieren nach Berlin-Beständen
Donnerstag, 16. Februar, 16.00 Uhr

Fragestunde Philologien
Donnerstag, 23. Februar, 15.30 Uhr

Fragestunde Bild-Datenbanken
Dienstag, 28. Februar, 17.00 Uhr

Außerdem findet im Januar und Februar unsere Asien-Reihe  statt, in der wir Ihnen u. A. unser Portal CrossAsia vorstellen.

 

Zur Übersicht der Wissenswerkstatt

Ein Angebot der Staatsbibliothek zu Berlin und ihrer Kooperationspartner.

DFG fördert weiter FID Recht

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft, DFG, setzt die Förderung für den im Jahr 2014 an der Staatsbibliothek zu Berlin eingerichteten Fachinformationsdienst für internationale und interdisziplinäre Rechtsforschung (FID Recht)  fort und unterstreicht damit die Qualität wie auch die Bedeutung des FID Recht.

Mit verbesserten Serviceangeboten und neu entwickelten Dienstleistungen – darunter ein überregional zugänglicher Lizenzraum für hochspezialisierte elektronische Zeitschriften und Datenbanken für einen definierten Teilnehmerkreis – wird bis zum Ende des Jahres  2019 der Ausbau des FID Recht, der auf den aktuellen Informationsbedarf der Forschenden ausgerichtet ist, abgeschlossen. Der Wissenschaftsrat hatte für den Ausbau des FID Recht das Leitbild „Perspektiven der Rechtswissenschaft in Deutschland“ vorgelegt, darin wurden die Aufwertung der juristischen Grundlagenfächer, die Förderung der Interdisziplinarität rechtwissenschaftlicher Forschung sowie deren stärkere Internationalisierung in den Fokus gestellt. Auf der Grundlage dieses Leitbildes und zugleich im engen Kontakt mit der Wissenschaftscommunity an Universitäten, Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Deutschland hat der FID Recht sieben strategische Handlungsfelder identifiziert, darunter die nutzungsgesteuerte Erwerbung, der Relaunch der Virtuellen Fachbibliothek Recht, das Unterbreiten zielgruppenspezifischer Beratungsangebote zum Open-Access-Publizieren oder der Aufbau von Infrastrukturen für juristische Wissenschaftsblogs.

Das deutsche und ausländische Recht zählt seit Jahrhunderten zu den Sammelschwerpunkten der vor über 355 Jahren gegründeten Staatsbibliothek zu Berlin. Die Bibliothek verfügt heute über die größte Universalsammlung juristischer Quellen und rechtswissenschaftlicher Forschungsliteratur in Deutschland: 1,25 Millionen Bände an Druckschriften, darunter allein 230 Tausend Werke im historischen Bestand.

Die DFG-Fachinformationsdienste für die Wissenschaft

Von 1949 bis zum Jahr 2013/15 unterhielt die Deutsche Forschungsgemeinschaft in Kooperation mit zahlreichen wissenschaftlichen Bibliotheken aus dem gesamten Bundesgebiet ein dezentrales System von disziplin- bzw. länderspezifischen Sondersammelgebieten. Durch diese thematisch koordinierte Erwerbungskooperation wurde, unabhängig von der jeweiligen Nutzung, ein möglichst umfassendes Reservoir an internationaler Spezialliteratur aufgebaut und überregional verfügbar gehalten. Dieses System war in den Nachkriegsjahren mit dem Ziel errichtet worden, dem Mangel an fremdsprachigen Forschungspublikationen in Deutschland durch Fernleihen zu begegnen.

Der inzwischen eingetretene Strukturwandel sowohl des wissenschaftlichen Publikationsmarktes wie auch der Forschungsprozesse im digitalen Zeitalter machte eine grundlegende Revision des Sondersammelgebietssystems erforderlich. Mit Wirkung zum 1. Januar 2014 hat die DFG das System umgestellt auf den Auf- und Ausbau bibliothekarischer Dienstleistungsangebote, die auf konkrete Nachfragen und den aktuellen Informationsbedarf der jeweiligen wissenschaftlichen Fachcommunity reagieren. Seither entwickeln sich die ehemaligen Sondersammelgebiete zu „Fachinformationsdiensten für die Wissenschaft“, die sich den regulären Prüfverfahren der DFG zur Förderung zu stellen haben: Im Dreijahresturnus müssen die Fachinformationsdienste ihre Leistungsfähigkeit im Dienst der Forschung unter Beweis stellen und die weitere Förderung beantragen.

Dem gleichen Antragsverfahren unterliegt das Kompetenzzentrum für die überregionale Lizenzierung elektronischer Publikationen, der Dienstleister für alle Fachinformationsdienste, der die Beschaffung und Bereitstellung kostenpflichtiger digitaler Medien koordiniert und unterstützt. Das Kompetenzzentrum wird von der Staatsbibliothek zu Berlin, der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen sowie der Bayerischen Staatsbibliothek München getragen.

 

 

Ausschnitt aus dem Nürnberger Plakatdruck der 95 Thesen, 1517 | Quelle: Digitale Bibliothek der Staatsbibliothek zu Berlin - PK || CC BY-SA-NC 3.0

Werkstattgespräch zur Neugestaltung der Lutherbibel am 7.2.

Wissenswerkstatt
95 Thesen zur Neugestaltung der Lutherbibel
Werkstattgespräch mit Prof. Friedrich Forssman, Kassel / Fachhochschule Potsdam
Dienstag 7. Februar 2017
18.15 Uhr
Otto-Braun-Saal
Haus Potsdamer Straße 33
Eintritt frei, Anmeldung erbeten

 

Zum Luther-Jubiläumsjahr 2017 erscheint eine Neuausgabe der Lutherbibel mit der ersten Neugestaltung seit 1982. Friedrich Forssman spricht über das ganze und die Details und über Buchgestaltung im Allgemeinen am Beispiel einer besonders vielschichtigen Aufgabe.

Veranstaltungshinweis:
Am 3. Februar wird in der Staatsbibliothek die Ausstellung
„BIBEL – THESEN – PROPAGANDA. Die Reformation erzählt in 95 Objekten
eröffnet und am 7. Februar bis 20.30 Uhr geöffnet sein.

 

Eine Veranstaltung der Reihe Die Materialität von Schriftlichkeit

Alle Veranstaltungen der Wissenswerkstatt.

Agrarminister Indiens zu Gast in der Orientabteilung

Überraschenden Besuch aus Indien erhielt die Orientabteilung der Staatsbibliothek am Nachmittag des 20. Januar. Der Agrarminister der Indischen Union, Shri Radha Mohan Singh,  wollte seinen Aufenthalt in Berlin auch dazu nutzen, um einen Eindruck von den Berliner Sanskrit-Handschriften zu gewinnen im Hinblick auf eine mögliche Kooperation im Bereich der Digitalisierung.  Anerkennend geäußert haben sich die Gäste über den guten Erhaltungszustand der Objekte.

Unter den orientalischen Handschriften der SBB bilden die etwa 9.000 indischen nach den islamischen die zweitgrößte Bestandsgruppe. Zum überwiegenden Teil sind sie bereits beschrieben. Seit 1853 sind 18 Katalogbände erschienen. Noch etwa 1.000 Objekte sind in den nächsten beiden Jahren zu katalogisieren.

Unsere indischen Handschriften sind zum überwiegenden Teil in Sanskrit. Es sind aber auch drawidische, mittel- und neuindische Sprachen vertreten. Von besonderer Bedeutung sind die etwa 1200 Werke der Jaina-Literatur.

(Beitrag von Siegfried Schmitt)

"Andaman-Inseln - Fischfang mit Bogen." (um 1895), aus "Malerische Studien. Eine Reise um die Welt in 200 farbigen Photographien nach Naturaufnahmen", Leipzig: R. P. Koehler o.J. (1900); Bd. 2 | © bpk

Meeresbuffet – Versorgung und Ernährung aus dem Meer

Ein Beitrag aus unserer Reihe Meere und Ozeane zum Wissenschaftsjahr 2016*2017.

 

Bevor sich erste Menschen mit selbstgebauten Booten auf das Meer wagten, oder vom Ufer aus mit Netzen, Reusen oder Speeren Fischfang betrieben, sammelten sie bereits an Land gespülte Gegenstände aber auch Muscheln und andere Schalentiere. Erste Funde in Terra Amata nahe Nizza konnten Archäologen auf ein Alter von ca. 400.000 Jahren datieren. Muschelhaufen aus späteren Epochen enthalten auch Steinwerkzeuge oder befinden sich in der Nähe von Feuerstellen, was eindeutig auf menschlichen Ursprung dieser Fundstellen schließen lässt. Strenggenommen handelt es sich hierbei meist um Abfallhaufen, durch deren Analyse heute weitreichende Rückschlüsse auf Lebensweise und Ernährung der Küstenbewohner gezogen werden können. Fundorte dieser historischen „Quellen“  – auch unter dem Fachbegriff „Kökkenmödding“ bekannt – sind in Europa vor allem an der Atlantikküste, aber auch auf allen anderen Kontinenten zu finden.

 

Maritimes Suchbeispiel Nr. 1:

Selbst mit dem sehr speziellen Fachbegriff „Kökkenmödding“, der aus dem Dänischen übersetzt so viel wie „Küchenmisthaufen“ bedeutet und sich vor allem auf prähistorische Überreste von Mahlzeiten aus Muscheln und anderen Meerestieren bezieht, lassen sich in unserer Literatursuchmaschine stabikat+ noch eine Vielzahl von Treffern ermitteln. Zum Suchbeispiel.

Doch irgendwann begnügten sich Jäger und Sammler nicht mehr mit dem, was ihnen das Meer eher zufällig vor die Füße spülte. Schritt für Schritt eroberten unsere Vorfahren Meere und Ozeane, indem sie sich anfangs mit einfachen Booten (Einbäumen) immer weiter von den Küsten entfernten, um ihren Lebensraum auszudehnen und ihren Speisezettel zu erweitern. Die ältesten Funde von gefangenen Hochseefischen stammen aus Osttimor und lassen sich auf ein Alter von 42.000 Jahren datieren. Zusammen mit den Gräten von Thunfischen, deren Fang aufgrund ihrer Größe Geschick und eine gewisse Planung voraussetzen, wurden dort in Höhlen auch Überreste von Angelzubehör entdeckt. Der bislang älteste Angelhaken – um 23.000 v. Chr. –  wurde aus der Schale einer Meeresschnecke hergestellt und hat eine Länge von vier Zentimetern. Der Fundort lässt auf eine Verwendung in Küstengewässern schließen.

Bilder-Atlas für Schüler : ein unterhaltendes Büchlein für jedermann. Bd. 3. 1870. SBB-PK (Signatur B XVIII 3b, 762-3) CC BY-NC-SA 3.0

Bilder-Atlas für Schüler : ein unterhaltendes Büchlein für jedermann. Bd. 3. 1870. SBB-PK (Signatur B XVIII 3b, 762-3) CC BY-NC-SA 3.0

Für die folgenden Jahrtausende nimmt die Zahl der Fundstücke stark zu, Angelhaken aus Knochen oder Horn überwiegen, es gibt aber auch Exemplare aus Feuerstein im Ostseeraum. Weitere Praktiken, Fische zur Strecke zu bringen, sind die Jagd mit Speeren und Harpunen, aber auch Stellzäune aus Haselruten oder Netze werden nicht nur an Binnengewässern genutzt. Wissenschaftler gehen heute davon aus, dass am Ende der Jungsteinzeit alle heute noch gebrauchten Geräte zum Fischfang in einer ersten Variante genutzt wurden.

Vor allem in Küstennähe fand eine Spezialisierung hin zum Fischfang statt. Im Einklang mit der Natur lebten Kulturen auf allen Kontinenten mit und vom Meer. Charakteristisch ist hier vor allem der Verzehr von frischem Fisch. Darüber hinaus werden aber auch Gebrauchs- und Kunstgegenstände aus Meeresprodukten hergestellt und gehandelt.

 

Maritimes Suchbeispiel Nr. 2:

In den Digitalisierten Sammlungen der Staatsbibliothek finden sich unzählige Beispiele mit Beschreibungen und historischen Darstellungen von Meerestieren oder Fischfang. Gerade für ältere Literatur eine Fundgrube. Zum Suchbeispiel.

 

Erst die Erfindung von Konservierungsmethoden wie Trocknen oder Einsalzen ermöglichten die Verbreitung von Meeresfischen auch im Landesinneren. Wenn diese Praktiken heute auch vielerorts als veraltet gelten, so haben sich doch zahlreiche regionale Spezialitäten aus dieser Zeit erhalten, wie z.B. Stock- oder Klippfisch.
Mit der verbesserten Haltbarmachung wuchs auch die Nachfrage nach der Nahrung aus dem Meer. Fischer blieben länger auf See, um größere Fangmengen zu erhalten. Zu diesem Zweck wurden die sogenannten „well-smack“ Boote entwickelt, die einen durch fließendes Meerwasser gefüllten Tank an Bord hatten, der es ermöglichte, den Fang über einen längeren Zeitraum lebend zu transportieren.

 

Maritimes Suchbeispiel Nr. 3:

Auch zu diesem sehr speziellen Suchbegriff “well-smack” finden Sie interessante Treffer in unserer Literatursuchmaschine stabikat+. Zum Suchbeispiel.

 

Mit der Industriellen Revolution erhöhte sich der Fischbedarf noch weiter, der Ausbau von Straßen- und Schienennetzen sowie die Erfindung der Dampfkraft trugen aber auch zu einer noch schnelleren Verbreitung der Waren bei.
Und auch im 20. Jahrhundert machte die technische Entwicklung keinen Halt. Stabilere, immer größere Schleppnetze, schwimmende Fischfabriken, die eine vollständige Verarbeitung des Fangs direkt an Bord ermöglichen, Echolotortung von Schwärmen, ausgedehnte Aquakulturen vor den Küsten, all das hat nicht mehr viel mit den ursprünglichen, naturnahen Praktiken unserer Vorfahren zu tun.

 

Great Yarmouth, Herring Fishing Fleet, circa 1936 | Britannica ImageQuest © Mirrorpix \ Universal Images Group

Great Yarmouth, Herring Fishing Fleet, circa 1936 | Britannica ImageQuest © Mirrorpix Universal Images Group

Eine Folge des auch nach dem Zweiten Weltkrieg weiter zunehmenden Hungers nach Meerestieren ist seit Jahrzehnten wahrzunehmen: Überfischung bedroht zahlreiche Arten der Meeresbewohner, darunter besonders die großen Raub- und Speisefische wie Hai, Schwert- und Thunfisch. Für die europäischen Fanggebiete galten bereits 2012 fast die Hälfte der Bestände als überfischt.

Durch strengere Fangquoten oder das Ausweisen von Schutzzonen versucht die Politik hier einzugreifen. Regionale Initiativen und Umweltorganisationen machen auf Überfischung und ihre Auswirkungen aufmerksam und bemühen sich, die Verbraucher mit ins Boot zu holen.
Greenpeace oder WWF informieren ausführlich auf ihren Webseiten und zeigen auf, was jeder Einzelne zur Lösung des Problems beitragen kann.

Mittlerweile besinnt man sich in vielen Küstenregionen wieder auf alte Traditionen und Methoden des Fischfangs. Hier stehen dann nicht mehr die hohen Erträge im Mittelpunkt sondern vielmehr die Bewahrung von Kulturgut und Brauchtum.

 

Vorschau: Die Überfischung ist nicht das einzige große Problem der Ozeane, auch Plastikteile im Meer gefährden das Ökosystem in bedrohlichem Maße. Lesen Sie  mehr zu diesem Thema im nächsten Beitrag!

 

Slavistik-Portal im neuen Design online

Seit Anfang Januar 2017 präsentiert sich das Slavistik-Portal im neuen, responsiven Design, das vor allem für die Recherche mit mobilen Geräten und Browsern aller Art optimiert ist. Gleichzeitig wurde das Portal auch für die Arbeit mit herkömmlichen Desktop-PCs verbessert und übersichtlicher gestaltet.

Das Slavistik-Portal ist aus dem Projekt “Virtuelle Fachbibliothek Slavistik” hervorgegangen, das ab 2005 für fünf Jahre von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wurde. Das Ziel der Virtuellen Fachbibliothek (ViFa) Slavistik war definiert als Schaffung einer zentralen Anlaufstelle für slavistikbezogene Fachinformationsangebote im Internet. Die ViFa Slavistik richtete sich primär an Wissenschaftler und Studierende, aber auch an Lehrer, Übersetzer, Journalisten, Kulturmanager und alle diejenigen, die an Slavistik, slawischen Sprachen und Literaturen sowie slawischer Volkskunde interessiert waren.

Die Grundlage der “ViFa” Slavistik bildete das Sondersammelgebiet (SSG) “Slawische Sprachen und Literaturen”, das von 1998 bis 2015 an der Staatsbibliothek zu Berlin gepflegt wurde und die deutschen SlawistInnen mit slawistischer Fachliteratur in diesem Zeitraum erfolgreich versorgt hatte. Seit 2016 betreut die Staatsbibliothek zu Berlin nun den Fachinformationsdienst (FID) Slawistik, der im Gegensatz zum SSG weit über die bloße Versorgung der FachwissenschaftlerInnen mit Fachliteratur hinausgeht. Das Slavistik-Portal, das nach wie vor – mit über 5000 Besuchern pro Monat vor allem aus dem deutschsprachigen Raum – als die zentrale Anlaufstelle für Fachrecherchen fungiert, wird auch in den kommenden Jahren und im Rahmen des FID seine Dienste anbieten, die Services erweitern und weiterhin die deutsche und internationale FachnutzerInnen mit relevanten wissenschaftlichen Fachinformationen versorgen.

Die Hauptmodule des Portals und ihre technische Basis verfolgen das Ziel, den Nutzern eine übersichtliche und transparente Webpräsentation zu bieten, die gutes Design und Performanz verbindet und die auf fachlichem Know-how und zwölf Jahren intensiver Arbeit an den Inhalten und der technischen Infrastruktur aufbaut.

  • Suche – Die Funktion “Suche in slawistischen Datenbanken, Bibliographien und Katalogen” deckt einen Suchraum von über 40 Datenquellen ab, die fachbezogenen Informationen zur und über die Slawistik liefern. Als Software kommt dabei seit 2013 das Open-Source-System Pazpar2 zum Einsatz, das in der Lage ist, die lokalen bibliographischen Daten, die in Form von SOLR-Indizes vor Ort in Berlin vorgehalten werden, aber auch die entfernten Fachquellen über diverse XML- oder Z39.50-Schnittstellen, in Sekundenschnelle zu durchsuchen. Die ca. 30 lokalen SOLR-Indizes sind mit speziellen Analyzern (mit Funktionen wie automatischer Transliteration des Kyrillischen o.a.) ausgestattet, so dass die Suche darüber sich für Slavistik-SpezialistInnen besonders effektiv gestaltet. Eine vorsichtige Schätzung der fachbezogenen Datensätze im gesamten Suchraum liegt ca. 5 bis 10 Mio. bibliographischen Einheiten.
  • Neuerwerbungen – Unter “Neuerwerbungen” bietet das Portal den Dienst “Neuerwerbungen Slavistik”, der die monographische Erwerbung für den gesamten deutschsprachigen Raum (im Auftrag der Deutschen Forschungsgemeinschaft) der letzten 15 Jahre widerspiegelt, und den kürzlich hinzugekommenen Dienst “Neuerscheinungen Online Content (OLC) Slavistik”, der die Zugänge aus den 500 wichtigsten slavistischen Zeitschriften auf der Aufsatzebene dokumentiert. Beide Dienste sind datenbankbasiert und werden im Stundentakt aktualisiert. Dementsprechend können sie auch als RSS-Dienste genutzt werden.
  • Zeitschriften – Das Modul bietet eine Übersicht über die wichtigsten gedruckten und elektronischen Zeitschriften im Fachbereich Slawistik. Die Daten aus der “Elektronischen Zeitschriftendatenbank” (EZB) und der “Zeitschriftendatenbank” (ZDB) werden über die XML-Schnittstellen ausgelesen und sind somit immer aktuell. Eine Ergänzung liefert die Übersichtsliste über die Zeitschriften in der Datenbank “Online Contents (OLC) Slavistik”, die ebenfalls stets “up to date” ist.
  • Datenbanken – Dieses Modul bildet das Herzstück des Portals. Auf über 300.000 Webseiten werden die bibliographischen Metadaten für die wichtigsten deutschsprachigen slavistischen Bibliographien und die fachbezogenen Regionalbibliographien angeboten. Die Metadaten davon wurden durch die Konversionsprojekte der Jahre 2007-2012 aus den gedruckten Ausgaben durch spezialisiertes OCR gewonnen und mit Data-Mining-Verfahren strukturiert. Nun liegen die ehemals gedruckten Bibliographien in Datenbankform vor und werden für die Browsing-, Pazpar2- und die Widget-Suche in die SOLR-Indizes eingespeist. Ergänzend zu den Bibliographien bietet das Modul auch eine Auswahl von ca. 2000 Internetquellen, die das Team des Portals im Laufe der letzten zehn Jahre gesammelt hatte und die – aus unserer Sicht – für die deutsche und internationale Slawistik von Bedeutung sein dürften.
  • Online-Tutorium – Das Online-Tutorium LOTSE-Slavistik (als ein Teilprojekt der “ViFa” Slavistik) war als Lernportal gedacht, das Suchtechniken im Fach Slavistik vermitteln sollte. Es wurde fünf Jahre lang von der Universitätsbibliothek Bochum gepflegt und anschließend von der SUB Hamburg eine Zeitlang gehostet. Zum Ende 2016 wurde das gesamte LOTSE-Projekt eingestellt.

Nach wie vor wird am Slavistik-Portal intensiv gearbeitet. Vor allem die Gewinnung neuer, qualitativ hochwertiger Metadaten wird vorangetrieben. Es werden weitere gedruckte Bibliographien im Data-Mining-Verfahren erschlossen und weitere elektronischen OAI-Server des Fachbereichs weltweit geharvestet. Auch der Zugang zu freien und lizenzpflichtigen Volltext-Quellen/-Datenbanken spielt zunehmend eine wichtige Rolle. So wird seit Herbst 2016 eine deutschlandweite FID-Lizenz für die Volltext-Datenbank “Universitetskaja biblioteka online” über das Slavistik-Portal angeboten, die registrierten Nutzern zur Verfügung steht.

Auch in Zukunft werden wir den Grundsätzen der Transparenz und Performanz eine besondere Bedeutung beimessen und unser Portal danach gestalten. Die jüngste Entwicklung betrifft das neue, responsive Design des Portals, das seit Januar 2017 online ist. Damit haben wir unsere Webseiten auch für diejenigen Nutzer und Nutzerinnen optimiert, die mit mobilen Geräten und Browsern aller Art zu uns kommen wollen.

Herzlich willkommen! Zur Suche: http://slavistik-portal.de