Für Ihre Planungen: Unsere Schließzeiten zur Osterzeit

Von Freitag, den 14. April 2017 (Karfreitag) – Montag, 17. April 2017 (Ostermontag) bleibt die Staatsbibliothek geschlossen. Ab Dienstag, den 18. April um 9.00 Uhr sind wir wieder für Sie da.
Wir wünschen Ihnen schöne Feiertage!

Kooperation bereichert Lehre und Forschung

Ein Gastbeitrag von Ariane Born, Institut für deutsche Literatur an der Humboldt-Universität zu Berlin

Kinder- und Jugendbücher sind ein unentbehrlicher Bestandteil des kulturellen Lebens einer Gesellschaft, die es zu bewahren, zu dokumentieren und zu vermitteln gilt.

Die Kinder- und Jugendbuchabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin zählt hinsichtlich der Bedeutung wie des Umfangs ihrer Bestände zu dem engsten Kreis wissenschaftlicher Spezialsammlungen auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendliteratur. Das einzigartige Sammelprofil sowie die einmaligen Bestände, in denen Primär- wie Sekundärquellen gleichermaßen verfügbar sind, bieten einen unerschöpflichen Fundus für die wissenschaftliche Forschung und Lehre.

Titelkupfer aus: Reisen der Zöglinge zu Schnepfenthal / Christian Gotthilf Salzmann. – Schnepfenthal, 1799. – Signatur: B XV 2a, 97-1 R

Seit nunmehr drei Semestern ergänzt Frau Carola Pohlmann dank ihren fundierten Vorträgen und ihrem umfangreichen Bestand an historischen und modernen Kinder- und Jugendbüchern aus aller Welt, Zeitschriften, Originalillustrationen zum Kinderbuch, Bilderbogen und Plakaten meine literaturwissenschaftlichen Lehrveranstaltungen an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Anders als es im Lehrbetrieb der Universität sonst möglich ist, können die Studierenden des Instituts für deutsche Literatur bei ihrem Besuch in der Kinder- und Jugendbuchabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin Erfahrungen mit historischen Quellen erwerben, die so in Lehrveranstaltungen nicht gegeben sind. Abbildungen und digitalisierte Texte können den unmittelbaren Eindruck historischer Werke nicht ersetzen.

Eingebettet und umrahmt wird die Präsentation von sachkundigen und kurzweiligen Vorträgen Frau Pohlmanns, die Einblick in den historischen Zusammenhang, in dem die Quellentexte stehen, geben.

Das Kooperationsprojekt bot in den zurückliegenden drei Semestern bereits knapp 200 Studierenden einen Einblick in den gesamten zur Verfügung stehenden Bestand der Kinder- und Jugendbuchabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin. Die Studierenden werden so auch zu eigenständigen und kreativen Forschungsprojekten im Rahmen ihres Studiums angeregt.

Umschlag der Jubiläumsausgabe (25. Aufl.) von: Backfischchens Leiden und Freuden / Clementine Helm. – Leipzig, 1884. – Signatur: B VIII, 2272

Es darf an dieser Stelle ein Dankeschön an Frau Pohlmann für ihre stete Bereitschaft, meine Studierenden an ihrem Wissen teilhaben zu lassen und ihre umfangreichen Bestände regelmäßig für die universitäre Lehre zugänglich zu machen, nicht fehlen.

Mit herzlichem Dank und Vorfreude auf weitere Zusammenarbeit, verbleibe ich

mit besten Grüßen

Ariane Born

Marcel Beyer – Buchpremiere von “Das blindgeweinte Jahrhundert” am 3. April um 18 Uhr

Buchpremiere: Das blindgeweinte Jahrhundert von Marcel Beyer, Büchner-Preisträger 2016

Lesung mit Marcel Beyer
Einführung: Barbara Schneider-Kempf, Thomas Sparr
Moderation: Jens Bisky

Montag, 3. April 2017
18 Uhr, Simón-Bolívar-Saal, Haus Potsdamer Straße 33
Eintritt frei, um Anmeldung wird unter freunde@sbb.spk-Berlin.de gebeten

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Suhrkamp Verlag

 

Cover von Marcel Beyer “Das blindgeweinte Jahrhundert” Suhrkamp Verlag 2017

Ist Literatur nach dem 20. Jahrhundert, in dem der Tod ein Meister aus Deutschland geworden ist, noch möglich? Welcher Verfahren hat sich solche Literatur zu bedienen? Diese Fragen verfolgt Marcel Beyer, Georg-Büchner-Preisträger des Jahres 2016, in seinen poetischen Untersuchungen, und er hat eine ebenso knappe wie weitreichende Antwort parat: durch Detailarbeit am Material der Realität wie der Literatur.

Seine poetische Bilanz ist weit entfernt von jeder Regelpoetik oder den Creative-Writing-Ratschlägen: Eine Literatur ohne Reflexion auf deren Entstehung und zeitgenössische Tendenzen ist nicht zu haben. Für seine Leser ermutigend: Dieser Autor beherrscht solche Forderungen der Vergangenheit und der Jetztzeit mit Nachdruck und dem notwendigen Spiel.

Marcel Beyer, geboren 1965, studierte Germanistik, Anglistik und Literaturwissenschaft an der Universität Siegen; 1992 Magister artium mit einer Arbeit über Friederike Mayröcker. Der Autor erhielt zahlreiche Preise; bis 1996 lebte Marcel Beyer in Köln, seitdem ist er in Dresden ansässig.