Zwischen Handwerk und Industrie: Werkstattgespräch zum Verlagseinband des 19. Jahrhunderts am 4.4.

Wissenswerkstatt

Zwischen Handwerk und Industrie: Der Verlagseinband des 19. Jahrhunderts

Werkstattgespräch mit Thomas-Klaus Jacob, Staatsbibliothek zu Berlin
Dienstag, 04. April 2017
18.15 Uhr
Konferenzraum 4
Haus Unter den Linden
Treffpunkt im Eingangsbereich (Rotunde)
Eintritt frei, Anmeldung erbeten

 

In der Entwicklung des Verlagseinbandes ab Mitte des 19. Jahrhunderts zeigen sich im Zuge der Industrialisierung die üblichen Merkmale der entstehenden Massenproduktion. Viele Verlagseinbände des 19. Jahrhunderts zeichnen sich aber auch durch kreative Gestaltung und Techniken aus. Technologische Entwicklungen tragen ganz entscheidend zu den Umwälzungen im Verlagswesen dieser Zeit bei. Da der Verlagseinband als industrielles Produkt bisher kaum im Mittelpunkt der Forschung stand, kann die Einbandforschung für die Publikations-, Verlags- und Technikgeschichte das 19. Jahrhunderts eine Reihe eigener Aspekte beitragen.

Eine Veranstaltung der Reihe Die Materialität von Schriftlichkeit

Alle Veranstaltungen der Wissenswerkstatt.

Projekt E.T.A. Hoffmann Portal geht in die zweite Runde

Hurra – unser Folgeprojekt zum E.T.A. Hoffmann Portal ist genehmigt! Nachdem die BETA-Version des Portals nun seit Mitte Dezember online ist, neigt sich das erste Projekt zur Einrichtung des Portals (HoPo1) langsam dem Ende zu. Derzeit arbeitet unsere Entwicklerin – bis zum offiziellen Launch – kontinuierlich an der Optimierung der Funktionalitäten und der Erweiterung von Textbeiträgen und interaktiven Elementen. Parallel stellen wir aber auch schon die Weichen für unser Folgeprojekt (HoPo2), das im Januar 2017 offiziell gestartet ist und zwei neue Schwerpunkte beinhaltet: die Digitalisierung von Hoffmanniana und die Erweiterung des Angebots auf Einflüsse und Rezeption.

Während der Fokus von HoPo1 auf der Einrichtung der Infrastruktur und der Vermittlung von E.T.A. Hoffmanns Leben und Werk lag, widmet sich HoPo2 der Produktion von digitalen Inhalten und der Vermittlung von einerseits Einflüssen auf Hoffmann und andererseits der Rezeption von Hoffmann durch andere Künstler*innen und Wissenschaftsbereiche. Aktuell arbeiten wir an der Erstellung einer Liste der zu digitalisierenden Materialien und testen den eigens entwickelten Digitalisierungs-Workflow. Das Folgeprojekt hat eine Laufzeit von drei Jahren und gliedert sich in drei inhaltliche Arbeitspakete:

1 Digitalisierung der Werke Hoffmanns, seiner Einflüsse und seiner Rezeption

Geplant ist die Digitalisierung von etwa 2.000 Bänden, darunter Erstausgaben, illustrierte Drucke, Autographe, frühe Forschungsliteratur und Werke, die E.T.A. Hoffmann nachweislich besessen hat. Hinzu kommen in Auswahl Werke, die Hoffmann in seinem Schaffen beeinflusst haben, sowie Werke, die Hoffmanns Motive aufgreifen oder ganz grundsätzlich durch Hoffmann beeinflusst wurden.

2 Dokumentation der Einflüsse und der Rezeption E.T.A. Hoffmanns

Die vielfältigen Einflüsse auf Hoffmann und die Rezeption seines Schaffens sind bisher nicht zentral dokumentiert, vor allem eine medienübergreifende Zusammenstellung und Präsentation ist ein Desiderat. In enger Zusammenarbeit mit der Wissenschaft soll ein Arbeitsinstrument geschaffen werden, das die relevanten Informationen zusammenführt, diese mit digitalen Primärmaterialien verknüpft und visuell aufbereitet zugänglich macht. Das Projekt versteht sich in diesem Punkt ein weiteres Mal als Entwickler und Etablierer einer neuen Infrastruktur, auf deren Basis nach Projektende kontinuierlich weitere Inhalte verschiedener Institutionen aufgenommen werden können.

3 Aufbereitung von Inhalten für unterschiedliche Zielgruppen

Analog zu den Textbeiträgen und interaktiven Elementen, die im Projekt HoPo1 entwickelt und aufbereitet wurden, sollen nun in Kooperation mit Wissenschaft und Lehre Informationen zur Vermittlung von Hoffmanns Umfeld, seinen Einflüssen und der Rezeption durch andere Künstler*innen und Forscher*innen bereitgestellt werden. So soll beispielsweise eine Netzwerkdarstellung Hoffmanns Bekanntenkreis veranschaulichen und Personenkonstellationen verdeutlichen, eine grafisch aufbereitete Rezeptionsanalyse soll den Bezug Hoffmanns zu Persönlichkeiten wie Peter Tschaikowski, Thomas Mann oder Franz Kafka aufzeigen.

Bleiben Sie uns treu, verfolgen Sie die Entwicklungen und senden Sie uns Kritik und Anregungen!

Mögliche Benutzungseinschränkung am 16.3.2017

Am Donnerstag, dem 16.03.2017, findet in den frühen Morgenstunden im Rahmen einer Baumaßnahme eine weiträumige Stromabschaltung statt.
Dies führt eventuell dazu, dass die Häuser Unter den Linden / Potsdamer Straße später öffnen und unsere Services nur sukzessive angeboten werden können.
Es muss mit Einschränkungen bei den Öffnungszeiten, beim OPAC,  der Medienbereitstellung, den Benutzer-PCs, dem WLAN und den Online-Services über unsere Website sowie bei der Klimatechnik gerechnet werden.
Wenn Sie sich für unseren WhatsApp-Newsletter anmelden, können wir Ihnen den jeweils aktuellen Stand des Serviceumfangs zusenden. Via Twitter (@SBB_news) und Facebook informieren wir Sie  ebenfalls über die neuesten Entwicklungen.

Bibliophilie und Landadel in Thüringen – die Ebeleben-Bibel

Von Lucas Cranach d. J. gestaltete vierbändige Pergamentbibel von 1561/1562 in der Ausstellung „Bibel – Thesen – Propaganda“.

Familienporträts aus dem 2. bis 4. Band der Ebeleben-Bibel. Abteilung Historische Drucke. Lizenz: CC-BY-NC-SA

Luther-Porträt, Lutherrose und Wappen der Familien Ebeleben und Carlowitz. Abteilung Historische Drucke. Lizenz: CC-BY-NC-SA

Einmalig ist diese von Lucas Cranach d. J. gestaltete Pergamentbibel nicht zuletzt durch ihren Auftraggeber, der als einfacher Landadliger keineswegs dem Hochadel angehörte und sich dennoch eine derart hochpreisige bibliophile Kostbarkeit leistete. Nikolaus von Ebeleben stammte aus dem thüringischen Ebeleben bei Sondershausen und war mit Margarethe von Carlowitz verheiratet. Er studierte in Erfurt und Leipzig, unternahm Bildungsreisen nach Paris und Bologna. 1549 wurde er Domherr in Meißen, 1552 stand er in kurfürstlich sächsischen Diensten als Gesandter in Böhmen, 1568-1574 war er Amtshauptmann in Sangerhausen. 1563 erwarb Ebeleben das Gut Balgstedt bei Freyburg an der Unstrut. 1579 verstarb er hoch verschuldet als Domherr in Merseburg.

Ebeleben besaß eine kostbare Büchersammlung von ca. 400 Werken, meist in wertvollen Einbänden. Nach seinem Tod wurde seine Bibliothek durch den Buchbinder Marcus Bachmann aus Merseburg und den Buchhändler Jacob Apel aus Leipzig (gest. 1584) verzeichnet und taxiert. Ein Großteil des Buchbesitzes gelangte nach Leipzig an den in Auerbach geborenen Juristen Johann Stromer (1526-1607) und wurde anschließend weiter verkauft. Die vierbändige Pergamentbibel erwarb der Kurfürst von Brandenburg. Damit gehörte diese besondere Bibel mit großer Wahrscheinlichkeit bereits zum Gründungsbestand der Kurfürstlichen Bibliothek.

Datierung und Schlangensignet auf dem Luther-Porträt. Abteilung Historische Drucke. Lizenz: CC-BY-NC-SA

Nur drei Exemplare der 1561 auf Pergament gedruckten Bibel aus der Offizin des Wittenberger Druckers Hans Lufft sind heute noch bekannt. Die beiden anderen Exemplare hatten fürstliche Auftraggeber und besitzen Widmungsbilder Sigismunds von Brandenburg und Albrechts von Preußen.

Das Berliner Exemplar enthält im ersten Band ein Porträt Martin Luthers mit einer elaborierten Darstellung der Lutherrose (diese besondere Lutherrose ist auch das Erkennungszeichen für unseren Ausstellungs-Blog), die Bände 2 bis 4 sind dagegen mit Familienporträts und den Familienwappen von Ebeleben und Carlowitz geschmückt: Hier finden sich die einzigen bekannten Bildnisse des Nikolaus von Ebeleben, seiner Frau und drei ihrer Kinder.

Nur das Luther-Porträt ist datiert und signiert: über der linken Schulter findet sich in Gold die Jahreszahl 1562 und das berühmte Cranach’sche Schlangensignet mit angewinkelten Flügeln.

Im Schriftfeld unter dem Luther-Porträt ist ein lateinisches Lobgedicht auf den Reformator eingetragen, der wohl von dem Dichter und Altertumskundler Georg Fabricius (1516-1571) stammt:

Inter Theologos est gloria prima Lutherus,
Nam Christi merito nemo magis tribuit.
Huic par est nullus: placeat, non deneger eius,
Discipulus: cui laus contigit ista, sat est.

Eine bereits im 16. Jahrhundert kursierende deutsche Übersetzung dazu lautet:

Der Mann Gottes Lutherus ist/
Und bleibt gewiß zu jeder Frist/
Unter der Theologen Schar
Der best/ Ja ein Kron fürwar.
Denn er dem Verdienst Jesu Christ
Am meisten eignet und zumißt.
Seins gleich nicht ist/ Wer ihm nachschlägt/
Und Christum/ gleich wie er/ fürträgt/
Hat Lobs genug/ denn er gewiß
Lutheri rechter Jünger ist.

Schriftfeld unter dem Luther-Porträt. Abteilung Historische Drucke. Lizenz: CC-BY-NC-SA

Das Bild der Lutherrose ist mit zwei Schriftfeldern zum Thema “Freude und Trauer” ausgestattet, über der Rose findet sich zunächst eine Art lateinisches Wappengedicht zu den Symbolen des Kreuzes, der Rose und des Herzens und den stets mit Trauer vermischten Freuden des Lebens. Im Schriftfeld unter der Rose steht zunächst ein in den Tischreden überlieferter lateinischer Spruch Martin Luthers, gefolgt von einem deutschen Gedicht:

Schriftfeld unter der Lutherrose. Abteilung Historische Drucke. Lizenz: CC-BY-NC-SA

In luctu gaudium: in gaudio luctus:
Gaudium in Domino: lugendum in nobis.
(In Trauren Freud, In Freuden Trauren; Fröhlich im Herrn, Traurig in uns seyn).

Sünden meidenn Ist einn Schrein,
Gedult inn Leidenn leg darein,
Wolthat vor arges thu – Das zu
Trost Inn armut, nun Schleuß zu.

Luther selbst liefert in einem Brief an den Nürnberger Ratsherrn Lazarus Spengler (8. Juli 1530) eine detaillierte Interpretation der Symbolik der Lutherrose als “Merkzeichen” seiner Theologie (WA BR 5, Nr. 1628):

“Das erst sollt ein Kreuz sein, schwarz im Herzen, das seine natürliche Farbe hätte, damit ich mir selbst Erinnerung gäbe, daß der Glaube an den Gekreuzigten uns selig machet. Denn so man von Herzen glaubt, wird man gerecht. Ob’s nun wohl ein schwarz Kreuz ist, mortifizieret und soll auch wehe tun, dennoch läßt es das Herz in seiner Farbe, verderbt die Natur nicht, das ist, es tötet nicht, sondern erhält lebendig …
Solch Herz aber soll mitten in einer weißen Rosen stehen, anzuzeigen, daß der Glaube Freude, Trost und Friede gibt, darum soll die Rose weiß und nicht rot sein; denn weiße Farbe ist der Geister und aller Engel Farbe. Solche Rose stehet im himmelfarben Felde, daß solche Freude im Geist und Glauben ein Anfang ist der himmlische Freude zukünftig, jetzt wohl schon drinnen begriffen und durch Hoffnung gefasset, aber noch nicht offenbar. Und in solch Feld einen goldenen Ring, daß solch Seligkeit im Himmel ewig währet und kein Ende hat und auch köstlich über alle Freude und Güter, wie das Gold das höchste, köstlichste Erz ist.“

In der Ausstellung Bibel – Thesen – Propaganda können Sie diese prächtige thüringische Familienbibel zusammen mit vielen weiteren Objekten zur Entstehung und Verbreitung der Luther-Bibel noch bis zum 2.4.2017 in der Staatsbibliothek selbst in Augenschein nehmen und dort auch die bereits seit 1524 belegte Verwendung der Lutherrose als Schutzmarke für die Wittenberger Lutherdrucke nachvollziehen. Und Sie können die 1541 gedruckte und von Lucas Cranach d. J. für den Fürsten Johann IV. von Anhalt gestaltete Pergamentbibel bestaunen!

 

„Schönheit im Buch regt zum Lesen an …“ – Zum 100. Geburtstag von Werner Klemke

„Schönheit im Buch regt zum Lesen an – Schönheit im Buch erleichtert das Lesen.“  So schrieb Werner Klemke vor fünfzig Jahren in der Modezeitschrift Sibylle (Heft 1, 1967). Im Rahmen jenes Beitrags innerhalb der Serie „Kurze Betrachtung über illustrierte Bücher“ resümierte er außerdem:

Bundesarchiv, Bild 183-F0310-0055-001 / Hochneder, Christa / CC-BY-SA 3.0
(https://commons.wikimedia.org/wiki /File:Bundesarchiv_Bild_183-F0310-0055-001, _Berlin,_50._Geburtstag_Werner_Klemke.jpg)
Nutzungsbedingungen: https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/

 

 

“Unbrauchbar macht man ein Buch durch sinnlos dazugefügte Kunstwerke, und hätten sie auch noch so viel Qualität. Gebrauchsunfähig macht man es durch aufwendige und durch nichts begründete Typographie. Es ist damit wie mit dem Make-up oder dem Parfümieren. Merkt man’s erst, war’s schon zuviel. Es ist das Einfache, das schwer zu machen ist, das Natürliche und nicht das Ausgefallene, das Aufgedonnerte.”

Fünf Jahre nach dem Tod Werner Klemkes präsentierte die Staatsbibliothek zu Berlin in Zusammenarbeit mit der Pirckheimer-Gesellschaft e.V. eine Ausstellung zu Ehren des engagierten Künstlers und Ehrenlesers der Staatsbibliothek. Unter dem Titel „Brauchbar – unbrauchbar“ wurden Klemkes Betrachtungen ein weiteres Mal im gemeinsamen Ausstellungskatalog (Werner Klemke : 1917 – 1994 ; “Wie man Bücher durch Kunst (un-?)brauchbar machen kann”) publiziert.

Heute, weitere achtzehn Jahre später, zum 100. Geburtstag von Werner Klemke haben diese Aussagen nichts von ihrer Gültigkeit verloren. Die Maxime, von denen sich der vielfach ausgezeichnete Künstler zeitlebens leiten ließ, offenbaren sich in den von ihm gestalteten Büchern, von denen siebzehn – von Boccaccios Dekameron einmal abgesehen alles Kinderbücher – bis heute verlegt werden. Titel wie „Hirsch Heinrich“, „Die Schwalbenchristine“, „Das Wolkenschaf“ und Klemkes berühmte Ausgabe der „Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm“ sind mittlerweile über drei Generationen sowie in Ost und West bekannt. (Die vollständige Liste findet sich am Ende dieses Beitrags.)

Widmung von Werner Klemke für Renate Gollmitz auf dem Vorsatz ihres Exemplars der “Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm” (20.04.1967), Schenkung von Frau Gollmitz an die Kinder- und Jugendbuchabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin. – Mit frdl. Genehmigung der Erbengemeinschaft Klemke

Der Beltz Verlag, als Nachfolger des Kinderbuchverlags, dem ehemaligen kinderliterarischen Hausverlag Werner Klemkes, feiert dessen 100. Geburtstag mit einem Märchenband, den bislang unveröffentlichte Illustrationen des Künstlers zieren. Werner Klemke hatte in den frühen siebziger Jahren an einer illustrierten Ausgabe der Märchen Hans Christian Andersens gearbeitet, der von der Öffentlichkeit gespannt erwartete Band erschien jedoch leider nicht.

So wie die Andersen-Illustrationen in diesem Jahr posthum für viel Freude sorgen werden, überraschte und erfreute der Fund des Archivs der Jüdischen Gemeinde von Bussum, nahe Amsterdam, vor fast sechs Jahren, indem er Aufschluss über die bis dahin gänzlich unbekannten Aktivitäten Werner Klemkes während seiner Zeit als Wehrmachtsoldat im Zweiten Weltkrieg gab. Der damalige Trickfilmzeichner Klemke war 1939 eingezogen und in eine Schreibstube an der Westfront beordert worden. Dort nutzte er sein künstlerisches Talent, neben der gelegentlichen Ausstellung von Urlaubsscheinen für die Kameraden,  zur überzeugenden Nachahmung von Lebensmittelkarten sowie zur Fälschung von Ausweisen jüdischer Einwohner, denen er damit das Leben rettete. Die meisterliche Beherrschung des Holzschnitts, die den Gefreiten befähigte, jeden benötigten Stempel herzustellen, half etwa 300 Verfolgten des NS-Regimes. Doch erst der Dokumentarfilm „Treffpunkt Erasmus“, der im Zuge des Archivfunds entstand, beleuchtete dieses bislang unbekannte Kapitel im Leben Klemkes.

Der Künstler und Buchliebhaber selbst schwieg darüber und entwickelte sich nach Kriegsende zu dem wohl renommiertesten Büchermacher der DDR. Den ersten großen Auftrag, ein Buch für den Ost-Berliner Verlag Volk und Welt zu gestalten, erhielt Werner Klemke bereits 1948. Diesem folgten in schneller Folge weitere und begründeten seinen hervorragenden Ruf, der ihn wiederum 1951 an die spätere Kunsthochschule Weißensee führte. Nur fünf Jahre später wurde ihm die Professur für Buchgrafik und Typographie übertragen. In den folgenden drei Jahrzehnten, bis 1988 ein zweiter Schlaganfall in kurzer Folge seine künstlerische Karriere beendete, wirkte Werner Klemke an der Gestaltung – sei es die Ausstattung, sei es die Illustration – von über 800 Büchern mit. Die Vielfalt der von ihm beherrschten künstlerischen Techniken ist ebenso beeindruckend wie die Anzahl der nationalen und auch internationalen Auszeichnungen, die er im Laufe seines Berufslebens erhielt. Seine Arbeiten für Kinderbücher wurden regelmäßig mit dem Prädikat „Schönstes Buch der DDR“ ausgezeichnet.

Zusammen u.a. mit Bruno Kaiser und Horst Kunze gründete Werner Klemke 1956 die Bibliophilenvereinigung Pirckheimer-Gesellschaft. Nicht zuletzt aufgrund dieser persönlichen Freundschaften waren auch der Künstler und die damalige Deutsche Staatsbibliothek (DSB) einander sehr verbunden. Klemke gestaltete unentgeltlich verschiedene Publikationen der Bibliothek, darunter auch mehrere Veröffentlichungen der von Horst Kunze gegründeten Kinder- und Jugendbuchabteilung. Im Gegenzug wurde er zum Ehrenleser ernannt, eine seltene Auszeichnung, die mit freiem Magazinzugang und Sonderkonditionen hinsichtlich der Ausleihe verbunden war.

Die Staatsbibliothek besitzt eine nahezu vollständige Sammlung der gedruckten Werke von Werner Klemke, die laufend durch aktuelle Veröffentlichungen ergänzt wird. Der künstlerische Nachlass befindet sich im Klingspor-Museum für Buch- und Schriftkunst in Offenbach am Main. Durch den Nachlass seines Freundes Horst Kunze, dem ehemaligen Direktor der DSB, sowie die Bibliothek Bruno Kaisers, der nach dem Krieg zunächst als Abteilungsdirektor an der DSB gewirkt hatte,  gelangten jedoch auch einige Originale des Künstlers in die Kinder- und Jugendbuchabteilung der Staatsbibliothek. Sie gehören zur Sammlung der Originalillustrationen und werden dort, wie auch die besonders kunstvolle Widmung Klemkes in dem persönlichen Märchenbuchexemplar unserer ehemaligen Kollegin Renate Gollmitz, in Ehren gehalten.

Zeichnung von Werner Klemke für Renate Gollmitz auf dem hinteren Vorsatz ihres Exemplars der “Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm” . – Mit frdl. Genehmigung der Erbengemeinschaft Klemke

Derzeit im Buchhandel verfügbar:

Kinderbücher

  • Bootsmann auf der Scholle / Text: Benno Pludra. Beltz/Der KinderbuchVerlag, 2015
  • Hirsch Heinrich / Text: Fred Rodrian. – Beltz/Der KinderbuchVerlag, 2016
  • Karlchen Duckdich / Text: Alfred Wellm. – Beltz/Der KinderbuchVerlag, 2013
  • Die Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm / Text: Jacob und Wilhelm Grimm. – Beltz/Der KinderbuchVerlag, 2012 (mit Schuber) und 2016 (ohne Schuber)
  • Ein kurzweilig Lesen von Till Eulenspiegel / Text: Gerhard Steiner. – Anaconda Verlag, 2012
  • Lütt Matten und die weiße Muschel / Benno Pludra. – Beltz/Der KinderbuchVerlag, 2016
  • Das Pferdemädchen / Text: Alfred Wellm. – Beltz/Der KinderbuchVerlag, 2012
  • Der Räuberhase / Text: Alfred Könner. – Beltz/Der KinderbuchVerlag, 2014
  • Die Schwalbenchristine / Text: Fred Rodrian. – Beltz/Der KinderbuchVerlag, 2016
  • Die Schwarze Mühle / Text: Jurij Brězan. – Domowina, 2012
  • Ein Teufel namens Fidibus / Text: Günter Spang. – Beltz/Der KinderbuchVerlag, 2014
  • Wie Mauz und Hoppel Freunde wurden / Text: Walter Krumbach. – Beltz/Der KinderbuchVerlag, 2017
  • Wir haben keinen Löwen / Text: Fred Rodrian. – Beltz/Der KinderbuchVerlag, 2011
  • Das Wolkenschaf / Text: Fred Rodrian. – Beltz/Der KinderbuchVerlag, 2015
  • Ein Wolkentier und nochmal 4 / Text: Fred Rodrian. – Beltz/Der KinderbuchVerlag, 2009

Zudem eine nachträgliche Zusammenstellung von Bildergeschichten:

  • Lutz, Evchen und Herr Kannitverstahn. – (Klassiker der DDR-Bildgeschichte ; 30). – Holzhof Verlag, 2015

Erwachsenenliteratur

  • Das Dekameron / Text: Giovanni Boccaccio. – Lambert Schneider, 2015
  • Heiteres und Besinnliches von Lessing / Einleitung von Dieter Fratzke. – Lessing-Museum Kamenz, 1990

Die ZHB 8 wird jetzt wieder abgebaut

Seit 2015 präsentieren wir Ihnen die Zeitschriften der Politik- und Sozialwissenschaft im Haus Potsdamer Straße in einem neuen Format und an einem neuen Ort, in der Cafeteria-Ebene im 1. Obergeschoss. In Anlehnung an die frühere Aufstellung vieler Zeitschriften in der HB 8 erhielt der neue Bereich den Namen ZHB 8 (Zeitschriftenauslage der Handbibliothek 8).

Leider ist die von uns erhoffte Nutzungssteigerung der Zeitschriften nicht eingetreten. Ganz im Gegenteil konnte insbesondere durch die Bestandsnutzungszählung im vergangenen November gezeigt werden, dass die im systematischen Zusammenhang mit den Monographien aufgestellten Zeitschriftentitel viel intensiver genutzt werden. Sie erinnern sich an das Einlegen der kanariengelben Streifen?

Da das Ganze von vornherein nur Projektcharakter hatte, entschlossen wir uns zum Rückbau. Das bedeutet, dass die Zeitschriftentitel, die früher in der HB 8 standen, dorthin zurückkehren werden. Von den früheren Magazinzeitschriften werden die wenigen, an denen ein erkennbar erhöhtes Nutzungsinteresse besteht, ebenfalls in die HB 8 umgestellt. Alle anderen ziehen in das Magazin zurück.

Es kann sein, dass die Umsetzung der Standortveränderung im Katalog und im Bestellsystem erst mit einer kleinen Verzögerung eintritt. Sie benötigen unbedingt einen Band, der gerade ins Magazin abgewandert ist, aber noch nicht bestellbar ist? Wenden Sie sich dann bitte an die Auskunftskräfte. Es gibt durchaus Möglichkeiten, Ihnen das Gewünschte zu verschaffen.

In die ZHB 8 wurde auch eine ganze Anzahl elektronischer Zeitschriften – sowohl Parallelausgaben zu gedruckten Zeitschriften als auch nur elektronische nutzbare – einbezogen. Wenn diese in die HB 8 umziehen, bleiben die angebrachten QR-Codes erhalten. Allerdings könnten auch diese Titel sich eines besseren Zuspruchs erfreuen.

Porträt Carl Friedrich Lessings von Carl Ferdinand Sohn | Detail des Vorzustandes – unter UV-Anregung – des Istzustandes

Lessing im Rahmen der Zeit – eine Restaurierung. Werkstattgespräch am 30.3.

 

Wissenswerkstatt

Lessing im Rahmen der Zeit – eine Restaurierung

Werkstattgespräch mit Thuja Seidel
Donnerstag, 30. März 2017
18.15 Uhr
Konferenzraum 4
Haus Unter den Linden (Eingang Dorotheenstraße 27)
Eintritt frei, Anmeldung erbeten

 

Was macht das Porträt von Carl Friedrich Lessing (1856), das in ursprünglicher Rahmung vorliegt, so besonders? Was ist über den Künstler Carl Ferdinand Sohn und seine Maltechnik bekannt? Wie lassen sich Spuren an Gemälde und Zierrahmen interpretieren, so dass sie gültige Aussagen über die Provenienz und die Geschichte des historischen Ensembles liefern? Welchen Ansprüchen musste die Restaurierung genügen? Der Vortrag „Lessing im Rahmen der Zeit – eine Restaurierung“ widmet sich der Entstehungsgeschichte des Porträts unter kunsthistorischen Aspekten und rekonstruiert die Aufbewahrung des Ensembles vor und nach dem Zweiten Weltkrieg. Untersuchungen und Materialanalysen bilden die Grundlage für das Restaurierungskonzept, das, wie die umfangreichen Restaurierungsmaßnahmen, eingehend vorgestellt wird.

 

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Gott Vater, Jesus Christus und Martin Luther – die neue Dreifaltigkeit

Ein handkoloriertes propagandistisches Flugblatt aus dem Kampf gegen das Interim in der Ausstellung „Bibel – Thesen – Propaganda“.

Ein Beitrag von Christiane Caemmerer.

Die drei Köpfe des Ungeheuers

Der detailreiche Holzschnitt zeigt den auferstandenen Christus in Siegespose, der das Böse ‑ dargestellt als dreiköpfiger Drache ‑ bezwingt. Hinter ihm das himmlische Jerusalem auf der einen und Golgatha mit dem Kreuzigungsort auf der anderen Seite. Aus einer Wolke am oberen linken Rand spricht Gott Vater: „Dis ist mein lieber Son an welchem ich wolgefallen hab Den Sollt Ihr Hören“ (Matthaeus 17,5).

Ein Andachtsbild? Die Größe des Blattes und die reiche Ausstattung scheinen dafür zu sprechen. Aber genau das ist es nicht! Es ist ein Propagandaflugblatt reinsten Wassers. Selten sind Flugblätter so prachtvoll gestaltet. Aber auch dieses Blatt diente, wie alle Flugblätter, der schnellen Verbreitung aktueller Nachrichten und Meinungen. Es wurde von fliegenden Händlern verkauft, im Wirtshaus oder auf dem Marktplatz angeschlagen, angesehen, vorgelesen und diskutiert.

Beim näheren Hinsehen kann man zwei der drei Köpfe des besiegten Drachen gut zuordnen: dem Papstkopf mit Tiara entströmt ein Sprechstrom mit allen Ausgeburten der Hölle, daneben steht der turbangeschmückte Türkenkopf – beides Erzfeinde des Protestantismus. Der dritte Kopf aber hat ein Engelsgesicht und dazu eine Textwolke, die mit Referenz auf 2. Korinther 11-15 sagt „der Teufel kumpt in einer gstalt eins engels“. Im Zusammenhang mit dem Eingangstext – „Gehorch der himmelischen Stim und frag nicht nach dem Interim“ – wird damit deutlich, dass wir es mit einer Anspielung auf das Augsburger Interim von 1548 zu tun haben, das hier als Engelskopf dargestellt wird. Der Drache ist ein Interimsdrache, und wir sind mitten in der ersten heftigen Kontroverse zwischen den Wittenberger Protestanten nach dem Tode Luthers.

Kaiser Karl V. Handschriftenabteilung. Lizenz: CC-BY-NC-SA

Karl V. erlässt ein Reichsgesetz – das “Augsburger Interim”

Nach dem Sieg über den Schmalkaldischen Bund 1547 hatte sich Karl V. zwar einer Schändung des Luthergrabs in Wittenberg enthalten. Er hatte aber ein Jahr später den Versuch unternommen mit Hilfe eines Reichsgesetzes, des sogenannten Augsburger Interims, die kirchlichen Konflikte bis zur – erhofften – Wiedereingliederung der Protestanten unter das Dach der katholischen Kirche im Rahmen eines allgemeinen Konzils zu regeln. Die 26 Artikel des Interims behandelten die Auslegung der christlichen Lehre. Zum Teil flossen darin die früheren Kompromisse der diversen Religionsgespräche ein. Die kirchenrechtlichen, theologischen und politischen Zusammenhänge sind hoch komplex.

Worauf es schließlich hinauslief, war vor allem die weitgehende Wiederherstellung der Kultordnung der katholischen Kirche verbunden mit einem vom Papst in Aussicht gestellten Dispens, der den Laienkelch und die Priesterehe bei den Protestanten ermöglichte. Von einigen Protestanten um Philipp Melanchthon (Philippisten) wurde das Interim akzeptiert. Sie ließen sich achselzuckend auf diese „Adiaphora“, diese Nebensächlichkeiten wie Hochaltäre, Messgewänder und Stundengebete ohne Glaubensrelevanz, ein. Von anderen aber, den Genesiolutheranern, die sich dem Erbe Martin Luthers in allen Teilen stark verpflichtet fühlten, wurde der im Interim geschlossene Kompromiss wüst bekämpft. Die Durchsetzung des Interims gelang nicht. Die wenigsten Katholiken und Protestanten konnten sich mit dem Reichsgesetz anfreunden, ja, sprachen dem Kaiser die Kompetenz ab, Glaubensfragen zu regeln. Schlimmer noch: das Gesetz trieb einen ersten Keil zwischen die protestantischen Theologen.

Matthias Flacius Illyricus. Von Tobias Stimmer 1590. Handschriftenabteilung. Lizenz: CC-BY-NC-SA

Der Protest gegen das Interim

Dort wo das Interim politisch durchgesetzt werden sollte, flohen die Pfarrer: nach England wie Martin Bucer, aber vor allem nach Magdeburg, das zur publizistischen Hochburg, zur „Herrgotts Kanzlei“ der Interimsgegner wurde. Zu diesen zählte auch der Autor des hier vorgestellten Blattes Erasmus Alber (1500-1553), ein Schüler Luthers, Theologe, Kirchenlieddichter und Satiriker, der sich mit Nikolaus von Amsdorf (1483-1565) und Matthias Flacius Illyricus (1520-1575) in der Zeit zwischen 1548-1551/2 ganz dem Kampf gegen das Interim und die abtrünnigen protestantischen Theologen widmete.

So auch in diesem Flugblatt: Den Einsetzungsworten Gottes im oberen Bildteil, die das lutherische „Solo Christo“ – „Allein durch Christus“ darstellen, folgen jetzt die Einsetzungsworte von Jesus Christus für seinen Nachfolger auf Erden: Martin Luther: „ … große Lieb hat mich bezwungen, zu senden einen Mann auf Erden, durch den die Welt bekehrt soll werden. Martin Luther ist der Mann, der hat gesungen wie ein Schwan ein süss‘ Gesang im Sachsen Land, dadurch wart ich der Welt bekannt. …“ In Analogie kann man hier ein „Allein durch Martin Luther“ weiterdenken. Die folgenden Worte machen dies deutlich, wenn sie argumentieren, dass nach dem Widerchrist (dem Papst) auch das „Interim“ als Anfechtung für den aufrechten Christen gesehen werden muss. Der Autor, seine Aufenthaltsdauer in Magdeburg und der Text geben die Möglichkeit, das Blatt als einen in Magdeburg 1548/51 entstandenen Druck zu identifizieren.

Matthias Flacius Illyricus: Ein gesicht Phil. zu Regensburg anno 1541 Gesehen, Welches bedeutet die folgende Malerey und vergleichunge Christi und Beliall, sonderlich das jtzige Samaritisch Interim, dadurch ein Samaritische Confusion der waren und falschen Religion angericht wirt. (Folgt eine Abbildung, Hyena genannt.). Wittenberg (eigentlich Jena): nach 1548. Handschriftenabteilung. Lizenz: CC-BY-NC-SA

Die Darstellung des Interims als Drachen oder Monster ist auf etlichen Flugblättern präsent, so als Hyäne (Hyena) auf einem früheren Flugblatt, das wohl in Jena entstand und Matthias Flacius Illyricus zugeschrieben wird, sowie auf einem weiteren aus seiner Feder stammenden Flugblatt aus Magdeburg. Darüber hinaus gibt es in Magdeburger Drucken etliche Titelillustrationen, ja sogar Münzen und Leuchter, die den Interimsdrachen als Gefahr für die reine lutherische Lehre zeigen.

Matthias Flacius Illyricus: Der unschüldigen Adiaphoristen Chorrock, darüber sich die unruhige und Störrische Stoici mit jhnen zancken. Magdeburg: Pankratz Kempff 1550. Handschriftenabteilung. Lizenz: CC-BY-NC-SA

In der Ausstellung Bibel – Thesen – Propaganda können Sie dieses eindrucksvolle Propagandaflugblatt zusammen mit vielen anderen spektakulären Zeugnissen der konfessionellen und politischen Auseinandersetzungen vom 3.2. bis 2.4.2017 in der Staatsbibliothek selbst in Augenschein nehmen.

Erasmus Alber: Also spricht Gott/ Dis ist mein lieber Son … (Magdeburg nach 1548). Handschriftenabteilung. Lizenz: CC-BY-NC-SA

 

Plastikabfall am Strand der Insel Chiloé (Chile) | © Sven Bergmann

Plastik – Naturen – Kulturen. Werkstattgespräch am 14.3.

Wissenswerkstatt

Plastik – Naturen – Kulturen. Anthropologische Perspektiven auf Plastik im Meer
Werkstattgespräch mit Dr. Sven Bergmann (Universität Bremen)
Dienstag 14. März 2017
18.15 Uhr
Schulungsraum im Lesesaal
Haus Potsdamer Straße 33
Treffpunkt in der Eingangshalle (I-Punkt)
Eintritt frei, Anmeldung erbeten

 

Plastik in den Weltmeeren ist zu einem der größten ökologischen Problemen unserer Zeit geworden. Durch die wachsende Kunststoffproduktion landet ständig neues Plastik im Meer und wird dort häufig zur Gefahr für Lebewesen, die sich darin verheddern oder es mit Nahrung verwechseln – einerseits. Anderseits sind Ansammlungen von Plastikmüll in den Ozeanen zum Habitat für viele Lebewesen geworden. Es entstehen völlig neue Ökosysteme, die Meeresforscher/innen als „plastisphere“ bezeichnen. Wenn menschliche Hinterlassenschaften dazu führen, dass in den Ozeanen neuartige Lebensformen entstehen, macht dies jede klare Unterscheidung von Kategorien wie „Natur“ und „Kultur“ obsolet. Dies stellt etablierte Strategien für verantwortliches Handeln infrage, die auf der konventionellen Idee einer „Reinhaltung“ von Umwelt durch konsequente Trennung von „Natur“ und „Kultur“ beruhen. Hier sind die Sozial- und Kulturwissenschaften gefordert, einen neuen analytischen Umgang mit solchen hybriden Gegenständen zu finden. Genau dieser Fragestellung geht Dr. Sven Bergmann (Universität Bremen) ethnographisch nach.

 

Alle Veranstaltungen der Wissenswerkstatt.