Yosef Gar: Umkum fun der yiddisher Kovne. Minkhen : Farband fun Liṭṿishe Yidn in der Ameriḳaner-Zone in Dayṭshland 1948. Signatur: O 63_4 A. Staatsbibliothek zu Berlin - PK - Lizenz: CC BY_NC-SA

2. Buchpatenschaft für den Monat Mai

Eine zweite Buchpatenschaft aus der Sammlung der Displaced-Person-Literatur möchten wir gerne für den Monat Mai vorstellen, da wir für die erste bereits eine Patin gefunden haben. Herzlichen Dank an dieser Stelle.

Nach dem Ende des 2. Weltkriegs im Mai 1945 wurden die westlichen Besatzungszonen Deutschlands zur Transitstation für geschätzt 250.000 jüdische Flüchtlinge und Überlebende. Sie fanden eine erste Zuflucht in den Displaced-Persons-Camps der Alliierten. Hier stellten sie in den Jahren 1945 bis 1950 mehr als 400 Bücher und Zeitschriften her. Diese Literatur half den entwurzelten Menschen, die die Qualen der Arbeits-, Konzentrations- und Vernichtungslager überlebt oder im Untergrund und in Verstecken ausgeharrt hatten, nun jedoch nicht in ihre Heimatorte zurückkehren konnten oder wollten, sich mit Erlebtem auseinanderzusetzen, neue Orientierung zu finden, Bildung zu vermitteln, sich gegenseitig zu informieren oder zu agitieren.

Yosef Gar: Umkum fun der yiddisher Kovne. Minkhen : Farband fun Liṭṿishe Yidn in der Ameriḳaner-Zone in Dayṭshland 1948. Signatur: O 63_4 A 33991.

Yosef Gar: Umkum fun der yiddisher Kovne. Minkhen : Farband fun Liṭṿishe Yidn in der Ameriḳaner-Zone in Dayṭshland 1948.

Dieses Buch behandelt die Geschichte der Juden in Litauen, speziell in Kaunas. Im Buch abgedruckt sind auch Bilder und Fotos vom Kaunas der Vor- und der unmittelbaren Nachkriegszeit.
Der Autor, Yosef Gar, wurde 1905 in Kaunas, Littauen geboren. 1932 erschien sein literarisches Debut In kupe in Kaunas und schrieb später vornehmlich Rezebsionen und Essays über allgemeine jüdische Themen. Bis zu seiner Deportation nach Dachau 1944 lebte er im Ghetto Kaunas. Yosef Gar gelang die Flucht aus dem fahrenden Zug und die Rückkehr in seine Heimatstadt. 1945 kam er nach Deutschland. 1948 emigrierte er zunächst in die USA und schrieb dort weiterhin für verschiedene jüdische Zeitungen. Später zog Yosef Gar nach Israel (weitere biographische Hinweise in dem Buch von Tamar Lewinsky “Displaced Poets”, Göttingen 2008, online verfügbar: http://opacplus.bsb-muenchen.de/title/BV023325947/ft/bsb00083992?page=2, S. 238).
Yosef Gar widmet das Exemplar auf dem Titelblatt dem Historiker Dr. Philip Friedman. Friedman wurde 1901 in Lemberg geboren, studierte Geschichte in Lemberg und Wien und war dann als Lektor der YIVO (= jiddisches wissenschaftliches Insitut)-Kurse in Vilnius und später in Warschau tätig. Er überlebte den Holocaust versteckt in Polen. 1946 wanderte er in Richtung Deutschland aus. Philip Friedman sammelte Augenzeugenberichte und Dokumente zur Shoah. Er wurde bei den Ermittlungen zum Nürnberger Hauptkriegsverbrecherprozess befragt und arbeitete bis 1948 für den Joint in der Schul- und Kulturabteilung in der Amerikanischen Besatzungszone. Nach seiner Emigration in die USA lehrte Philip Friedman jüdische Geschichte an der Columbia-Universität in New York. Er starb 1960 (weitere biographische Hinweise in dem Buch von Tamar Lewinsky “Displaced Poets”, Göttingen 2008, online verfügbar: http://opacplus.bsb-muenchen.de/title/BV023325947/ft/bsb00083992?page=2, S. 237).

Restaurierungsbedarf: Trockenreinigung, Klammern entfernen, Blockheftung mit Faden erneuern, Nassbehandlung Umschlagblatt, Umschlag verso kaschieren, Rückenmaterial ergänzen, Kanten Ecken glätten, Risse sichern

Kalkulierte Kosten: 385 €

 

Die Staatsbibliothek zu Berlin besitzt mehr als die Hälfte der rund 400 in den DP-Lagern erschienenen Schriften und ist bestrebt, eine größtmögliche Vollständigkeit zu erreichen. Oft sind nur wenige Exemplare dieser Werke erhalten, denn sie wurden in sehr kleinen Auflagen und meist auf schlechtem Papier gedruckt, wurden viel genutzt und dabei oft ‚zerlesen’. In Hebräisch sind religiöse Werke, Bibeln, Gebetbücher, einzelne Talmudtraktate und Schriften zur religionsgesetzlich vorgeschriebenen Lebensführung verfasst. Daneben gibt es vielfältige säkulare Literatur: Wochenzeitungen und Propagandaschriften der verschiedenen Gruppierungen, Romane und Gedichte der modernen jiddischen und hebräischen Klassik, Lese- und Lehrbücher für die in den Lagern eingerichteten Schulen, praktische Ratgeber jedweder Art, schließlich die ersten Dokumentationen der Sho’ah in Wort und Bild.

 

Übernehmen Sie eine Buchpatenschaft bei den “Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V.”

Wenn Sie Interesse daran haben, dass dieses Buch aus der Sammlung der DP-Literatur  restauriert und damit wieder benutzt werden kann, dann schreiben Sie an freunde@sbb.spk-berlin.de. Gerade weil diese Bücher unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg auf schlechtem Papier gedruckt und viel genutzt wurden, sind viele von ihnen dringend restaurierungsbedürftig. Für Ihre Hilfe, ein bedrohtes Werk vor dem Verfall zu bewahren, erhalten Sie:

  • ein Exlibris aus alterungsbeständigem Papier mit Ihrem Namen oder einem von Ihnen gewünschten Namen,
  • die Möglichkeit, das restaurierte Werk zu besichtigen beim Jahresempfang oder bei einem Termin nach Vereinbarung,
  • eine Spendenbescheinigung für Ihr Finanzamt.Kontakt: Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V., Gwendolyn Mertz, Unter den Linden 8, 10117 Berlin, Telefon: 030 – 266 43 8000, Mail: freunde@sbb.spk-Berlin.de
  • Weitere Hinweise zu Buchpatenschaften und eine große Auswahl an  Patenschaften aus allen Abteilungen der Staatsbibliothek zu Berlin finden Sie auf der Seite der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V. Das Spektrum reicht weit über Bücher hinaus – hier finden Sie auch Noten, Landkarten, Zeitungen, Handschriften.

Seine Musik brachte Kinderaugen zum Leuchten

Der komplett erschlossene Nachlass (55 Nachl 111) des Komponisten Gunther Erdmann ist jetzt in der Staatsbibliothek

Aus dem Nachlass Gunther Erdmann (Signatur: 55 Nachl 111/H,46) || Staatsbibliothek zu Berlin – PK || CC BY-NC-SA 3.0

Aus dem Nachlass Gunther Erdmann (Signatur: 55 Nachl 111/H,46) || Staatsbibliothek zu Berlin – PK || CC BY-NC-SA 3.0

Vielleicht werden sich einige, die ihre Kindheit in Ostdeutschland verbracht hatten, an Lieder wie etwa „der kleine freche Spatz vom Alexanderplatz“ von Gunther Erdmann (1939-1996) erinnern. Der bis zur Wende gefeierte Komponist mit dem dichten dunklen Haar und dem markanten Rauschebart hat fast sein ganzes Leben für die Kindheit und Jugend komponiert. Doris Winkler vom Chorverband Berlin ist es zu verdanken, dass der Nachlass von Gunther Erdmann, der auch ein Stück Musikgeschichte der DDR ist, gerettet werden konnte und nun in der Musikabteilung für die Nachwelt zugänglich ist. Besonders beeindruckt der umfangreiche kompositorische Teil des Nachlasses, der neben zahlreichen persönlichen Dokumenten auch Fotos und Tonträger enthält: Sein Œuvre umfasst Instrumental- und Filmmusik, Sololieder, Revuen und eine Kinderoper. Es war sein Hauptanliegen, Chormusik v.a. für junge Leute zu schreiben. Dabei sollte der 1939 im Thüringischen Oberdorla bei Mühlhausen geborene Erdmann zunächst die Schuhwerkstatt des Vaters übernehmen, übte aber viel lieber Cello und Klavier in der Volksmusikschule und zog schon bald als Korrepetitor beim „Republik-Ensemble der Deutschen Volkspolizei“ durch die DDR, wie die im Nachlass erhaltenen Berichtshefte und Lehrlingszeugnisse aus dem Weißenfelser Schuhkombinat „Banner des Friedens“ belegen.

Aus dem Nachlass Gunther Erdmann (Signatur: 55 Nachl 111/H,46) || Staatsbibliothek zu Berlin – PK || CC BY-NC-SA 3.0

Aus dem Nachlass Gunther Erdmann (Signatur: 55 Nachl 111/H,46) || Staatsbibliothek zu Berlin – PK || CC BY-NC-SA 3.0

1966, nach dem Studium an der Hochschule für Musik „Hanns Eisler“, übernahm er als musikalischer Leiter fast 20 Jahre erfolgreich zusammen mit der Choreographin und Tänzerin Anni Sauer das Kinder- und Jugendensemble „Musik und Bewegung“ am „Haus der Jungen Talente“ in Berlin. Über diese Arbeit, die er stets mit seinem kompositorischen Grundsatz „so einfach wie möglich, so kompliziert wie nötig“ zu erfüllen suchte, schrieb Erdmann im Januar 1985: „Kinder haben eine unglaubliche Phantasie. Sie sind nicht nur aktive Zuhörer, sie können gar nicht passiv sein und urteilen durch ihre Anteilnahme. Jedes Kind ist musikalisch. Es genügt nicht nur, Kompositionen für Kinder zu schreiben, man muß sich selbst mit ihnen beschäftigen, muß ihre Wünsche, Träume, Freude und Traurigkeit genau kennen. Das ist die beste Basis zur Schaffung neuer Musik für Kinder.“ Dabei versuchte Erdmann, den Bewegungsdrang von Kindern geschickt mit der Artikulation von Sprache und Klängen zu verquicken.

Einige Werke aus seinem Nachlass sind heute zwar als Ergebnis einer ideologischen Vereinnahmung durch die SED-Machthaber durchaus kritisch zu sehen. Andere Werke wirken hingegen erstaunlich zeitlos, entspringen stets der Erlebniswelt des Kindes. Abzählreime finden sich neben Kalauern, Zungenbrechern oder Kurzgeschichten und Gedichten von Eva Strittmatter, Sarah Kirsch, James Krüss etc. Ebenso bediente Erdmann auch das traditionelle Kinderlied aus Deutschland (neben dem Liedgut aus „sozialistischen Brüderländern“) im gemäßigt modernen Tongewand.

Notenhandschrift „Aj-lju-lju“ aus dem Nachlass Gunther Erdmann (Signatur: 55 Nachl 111/A,296 (1)) || Staatsbibliothek zu Berlin – PK || CC BY-NC-SA 3.0

Notenhandschrift „Aj-lju-lju“ aus dem Nachlass Gunther Erdmann (Signatur: 55 Nachl 111/A,296 (1)) || Staatsbibliothek zu Berlin – PK || CC BY-NC-SA 3.0

Anfang der 1980er Jahre kam sein Interesse für jiddische Folklore hinzu. Neben der Pentatonik reizte ihn die eigenartige Melange aus heiterer Lebensfreude und tiefem Schmerz, die in seinem Zyklus „Tumbalaleika“ oder in der Motette „Ghetto“ erfahrbar wird. 1990 komponierte er sein letztes Chorwerk „Die Welt ist ein Käfig voller Narren“. Nach dem Mauerfall wurde es ruhiger um den Komponisten; er vereinsamte sogar zunehmend − ein Schicksal, das er mit vielen Komponisten der untergegangenen DDR teilte.

[Text von Jean Christophe Gero]

Notendruck „Die Welt ist ein Käfig voller Narren“ aus dem Nachlass Gunther Erdmann (Signatur: 55 NB 18046-1) || Staatsbibliothek zu Berlin – PK || CC BY-NC-SA 3.0

Notendruck „Die Welt ist ein Käfig voller Narren“ aus dem Nachlass Gunther Erdmann (Signatur: 55 NB 18046-1) || Staatsbibliothek zu Berlin – PK || CC BY-NC-SA 3.0

Jenseits der Schriftlichkeit: Werkstattgespräch zur Materialität von Comics am 13.6.

Wissenswerkstatt

Jenseits der Schriftlichkeit – zur Materialität von Comics

Werkstattgespräch mit Dr. Christian A. Bachmann, Ruhr-Universität Bochum
Dienstag, 13. Juni 2017
18.15 Uhr
Konferenzraum 4
Haus Unter den Linden
Treffpunkt im Eingangsbereich (Rotunde)
Eintritt frei, Anmeldung erbeten

 

Mit Comics verbindet mancher noch heute Heftchenliteratur für Kinder, bebilderte Wegwerfprodukte mit Sprechblasen, deren Wert nicht über das „bloß“ Unterhaltsame hinausgeht. Längst hat sich jedoch die Erkenntnis durchgesetzt, dass Comics und „Graphic Novels“ nicht nur Spiegel ihrer Zeit sind, sondern auch einen wichtigen Beitrag zu zentralen Diskursen leisten. Entstanden im ausgehenden 19. Jahrhundert entwickeln sich die Comics erst in den 1980er Jahren zu einer „Kunstform“, die diesen Anspruch auch selbst erhebt. In Abgrenzung zu Produktionen für ein Massenpublikum treten Künstlerinnen und Künstler hervor, die auch gegenüber ihren materiellen Trägermedien nicht gleichgültig sind, sondern sie in ihre gestalterische Arbeit einbeziehen, womit sie Comics schaffen, die man in der Nähe von Künstlerbüchern verortet hat. Der Vortrag stellt einige ihrer Werke vor, zeichnet ihre Metamedialität nach und beleuchtet, welche Rolle ihre Materialität dabei spielt.

 

 

Eine Veranstaltung der Reihe Die Materialität von Schriftlichkeit

Alle Veranstaltungen der Wissenswerkstatt.

Bibliothèque de Rennes Métropole: Ms. 1834, fol. 121r (Officium des heiligen Michael) | SBB PK: Depot Breslau (Froissart), Bd. 1, fol. 95v (Seeschlacht zwischen Robert d’Artois und dem König von Spanien)

Image et texte, piété et histoire – Werkstattgespräch am 8.6.

Wissenswerkstatt
Bild und Text, Frömmigkeit und Geschichte – ein bretonisches Stundenbuch und der Breslauer Froissart im Vergleich
Werkstattgespräch in französischer und deutscher Sprache mit Katell Girard, Universität Rennes
Donnerstag 8. Juni 2017
18.15 Uhr
Schulungsraum im Lesesaal
Haus Potsdamer Straße 33
Treffpunkt in der Eingangshalle (I-Punkt)
Eintritt frei, Anmeldung erbeten

Bild und Text, Frömmigkeit und Geschichte – ein bretonisches Stundenbuch und der Breslauer Froissart im Vergleich

Das Studium illuminierter Handschriften eröffnet einen bemerkenswerten Zugang zum Mittelalter, da es sich zumeist um Artefakte der gebildeten und einflussreichen Schicht handelt. Anhand ausgewählter Texte und Bilder geht es um Politik und Frömmigkeit im Kontext des Hundertjährigen Krieges. Vorgestellt werden ein illuminiertes Stundenbuch, 1440 in der Bretagne erstellt, und der Breslauer Froissart, 1468/1469 wohl in Brügge angefertigt. Der Vergleich hat zum Ziel, den politischen Akzent eines religiösen Bildes in einem Stundenbuch in Bezug zur Funktionsweise einer Darstellung mit religiöser Konnotation in einer historischen Chronik zu setzen. Es verspricht eine weitere Aufhellung historischer und sozialer Gegebenenheiten, die abweichende Behandlung beider Themen in Illumination und Text herauszustellen.

Image et texte, piété et histoire – un livre d’Heures breton et les chroniques de Froissart, dépôt de Breslau, en comparaison

L’étude des manuscrits enluminés permet un point de vue intéressant sur l’époque médiévale, en tant qu’objets privilégiés de la classe sociale lettrée et influente. Ainsi, dans cette conférence nous aborderons les thèmes majeurs de la politique et de la piété dans le contexte de la guerre de Cent ans, par l’étude comparative des textes et images de deux manuscrits. Nous allons étudier un livre d’Heures breton richement enluminé daté de 1440, et les chroniques de Froissart, dépôt de Breslau, datant de 1468/1469. Nous les mettrons en relation afin de comprendre le sens d’une image pieuse à caractère politique dans un livre de prières, et le fonctionnement d’une image politique à connotation religieuse dans une chronique historique. Cette comparaison nous offrira un éclairage intéressant sur des faits historiques et sociaux médiévaux par l’observation des différences de traitement de nos deux thèmes en peinture et dans les textes.

 

Alle Veranstaltungen der Wissenswerkstatt.

Italienisch-deutsches Symposium und Forschungsforum der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft am 1.-2. Juni 2017

E.T.A. Hoffmanns Stadterkundungen und Stadtlandschaften

Italienisch-Deutsches E.T.A. Hoffmann Symposium
sowie
Forschungsforum der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft

 

1. und 2. Juni 2017
Staatsbibliothek zu Berlin
Simón-Bolívar-Saal
Haus Potsdamer Straße 33
10785 Berlin

 

Die Teilnahme ist kostenfrei. Um Anmeldung bis zum 25.05.2017 wird gebeten.

Das ausführliche Programm und weitere Informationen finden Sie auf der Veranstaltungs-Webseite der Staatsbibliothek zu Berlin.

 

Das Symposium wird organisiert von Dr. Tiziana Corda, Gremiumsmitglied der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft, und Jörg Petzel, Vize-Präsident der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft, in Kooperation mit der Staatsbibliothek zu Berlin.

Dem Symposium schließt sich das Forschungsforum der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft an. Es dient zur Förderung des Forschungsnachwuchses und wird organisiert von Dr. Kaltërina Latifi, Präsidentin der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft.

 

Kontakt:

Dr. Tiziana Corda
E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft

Christina Schmitz
Staatsbibliothek zu Berlin

E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft
Webseite: www.etahg.de

 

Zum Symposium

Das literarische Werk des Italien-Verehrers E.T.A. Hoffmann gehört zum Kanon der Weltliteratur und dessen Bedeutung zeigt sich in der internationalen Rezeption und den vielen Übersetzungen ins Englische, Italienische, Französische, Russische bis hin ins Koreanische und Chinesische. Die anhaltend starke Rezeption Hoffmanns in Italien ist an den vielen Übersetzungen, den jährlich publizierten wissenschaftlichen Arbeiten und auch an den Schuleditionen ablesbar. 2002 fand in Mailand unter der Leitung von Sandro M. Moraldo eine Hoffmann-Tagung unter dem Aspekt „E.T.A. Hoffmann und Italien“ statt, deren Schwergewicht auf der unaufgelösten Spannung der einander widersprechenden Italien-Bilder in Hoffmanns Werk lag. Die geplante Tagung vom 1. bis 2. Juni 2017 mit renommierten italienischen sowie deutschen Germanisten und Romanisten setzt einen völlig anderen Akzent und fokussiert sich auf den Hauptaspekt der Stadterkundungen in Hoffmanns literarischem Gesamtwerk, mit dem Schwerpunkt der Städte Rom, Mailand, Venedig und Berlin. Diese italienisch-deutsche Tagung ist ein Baustein zu einer fruchtbaren europäischen Kooperation und bestärkt zugleich das kulturelle Erbe beider Länder.

Die preußische Hauptstadt Berlin mit ihrem rasanten Bevölkerungswachstum wurde um 1800 zum beliebten Reiseziel und die Großstadt als Lebensraum eigener Ordnung und Qualität ins Bewusstsein gerückt. Die Motive Tumult, Gewimmel, Unordnung sind Bestandteile der Großstadterfahrung. Die Großstadt erscheint als Mikrokosmos und als Bündelung der Vielfalt auf kleinem Raum. Stadterfahrung bedeutet auch literarisch orchestrierte Grenzüberschreitung, das Fremde, die Nacht, die Spelunken und Restaurants, Panoramen und Liebhabertheater. Die Stadt bot nun neue Räume, die einer Gesellschaft im Umbruch als Parallelwelten wechselnde Identitäten ermöglichten. In Hoffmanns Berliner Erzählungen finden wir unter anderem Gespensterhäuser („Das öde Haus“), Weinkeller („Die Brautwahl“), Gartenlokale („Ritter Gluck“, „Aus dem Leben dreier Freunde“) mit bürgerlichem Publikum und ihren grotesk wirkenden Außenseitern.

Die Präsidentin des italienischen Germanistikverbandes, Prof. Elena Agazzi aus Bergamo, wird Hoffmanns Gespensterhäuser und seinen Außenseitern mit ihrem Vortrag über „Das öde Haus“ in einem neuen Licht erscheinen lassen. Dr. Klaus Deterding (Berlin) wird Hoffmanns Berliner Innenstadt-Zeichnung „Der Kunz‘sche Riß“ mit dessen Poetik in Verbindung setzen und Dr. Elena Giovannini (Bologna) interpretiert Hoffmanns Erzählung „Aus dem Leben dreier Freunde“. Ein Desiderat der Forschung sind sicherlich E.T.A. Hoffmanns Frauengestalten und Weiblichkeitsentwürfe, die im Vortrag von Dr. Giulia Ferro-Milone erörtert werden. Auch der sich seit den Befreiungskriegen gegen Napoleon ausbreitende Antijudaismus/Antisemitismus in Preußen, den auch Hoffmann in seinen Berliner Erzählungen „Die Brautwahl“, „Die Irrungen / „Die Geheimnisse“ thematisierte, wird in einem Beitrag von Jörg Petzel kritisch beleuchtet. Prof. Matteo Galli aus Ferrara, Herausgeber der italienischen Hoffmanns Gesamtausgabe, wird über das Thema “(Un-)sichtbare Städte: l’effet du réel bei Hoffmann“ referieren.

Im Gegensatz zu Berlin hat E.T.A. Hoffmann Italien und seine Städte nie persönlich erleben können. Mangels eigener Erlebnisse und Erfahrungen arbeitete er mit zeitgenössischen Quellenwerken, deren Extrakt ein exaktes Grundgerüst seiner in Italien spielenden Erzählungen bietet. Im Kontrast zu Hoffmann und seinem Werk kommen während dieser wissenschaftlichen Tagung auch italienische und deutsche Dichter zu Wort, die lange oder zeitweilig in Rom, Venedig oder auch Mailand lebten, wie Alessandro Manzoni, Ludwig Tieck und Friedrich Rückert. Die Stadterfahrungen in den Werken dieser Autoren werden in einigen Vorträgen thematisiert werden. Den einführenden Festvortrag „Unter dem Vulkan. Goethe, de Sade, E.T.A. Hoffmann“ hält der renommierte italienische Germanist Prof. Patrizio Collini aus Florenz. Der Romanist und Komparatist Prof. Joachim Küpper (Berlin) wird die Darstellung italienischer Städte in Alessandro Manzonis Roman „Il promessi sposi“ / „Die Brautleute“ interpretieren. Der bekannte Tieck-Experte, Prof. Dr. Walter Schmitz, wird „die Stadtbilder und die Entdeckung der Stadt“ in Ludwig Tiecks Werk erhellen. Die Rom-Gedichte von Hoffmanns Zeitgenossen Friedrich Rückert werden vom Marburger Germanisten Prof. York Gothart Mix einer neuen Sicht unterzogen. Hoffmanns Erzählungen „Prinzessin Brambilla“ sowie „Signor Formica“, die in Rom lokalisiert sind, werden, unter dem Einbezug von Karneval und Stadtbevölkerung, im Vortrag von Dr. Tiziana Corda analysiert. Den abschließenden Vortrag unserer Tagung hält Prof. Claudia Albert (Berlin), die den Bogen von Hoffmanns Capriccio „Prinzessin Brambilla“ zu Heinrich Manns Novelle „Branzilla“ spannen wird.

Achtung Fahrraddiebe – hier wurden Fahrräder codiert!

Am 26.4.2017 hatte die Staatsbibliothek zusammen mit der Polizei Berlin eine Fahrradcodier-Aktion organisiert. Zwischen 12 und 15 Uhr konnten Räder markiert und registriert werden.

Der Anlass für diese Aktion war, dass im letzten Jahr mehrere Fahrräder vor dem Haus Potsdamer Straße entwendet wurden – die Aktion sollte eine gemeinsame Veranstaltung gegen Fahrraddiebstahl sein.

18 Nutzerinnen und Nutzer konnten vorab einen Termin hierfür buchen. Diese waren blitzschnell vergeben, und viele weitere Fahrradfahrbegeisterte meldeten sich direkt vor Ort. Aufgrund des großen Interesses sorgte die Polizei für Verstärkung und konnte in den drei Stunden insgesamt 65 Fahrräder codieren.
Dank des Einsatzes von vier Polizist*innen war die Wartezeit gering, auch wenn Viele die Gelegenheit gleich mitnutzten, um sich kompetent und umfassend zur Diebstahlsprävention beraten zu lassen.

Der Zuspruch war groß, was uns motiviert, diese Aktion zu wiederholen – die nächste Codieraktion ist in Planung und wird vor dem Haus Unter den Linden stattfinden.

Bis dahin finden Sie bei der Polizei Berlin weitere Termine und Informationen zum Thema Fahrradkennzeichnung.

Ein herzliches Dankeschön an die Polizei Berlin für das Engagement, die Professionalität und die Freundlichkeit.

Wissenschaftliche Bibliotheken und Stadtentwicklung

Frau Eva May, Mitarbeiterin im FID-Projekt der Kartenabteilung, bekommt den renommierten b.i.t.online-Innovationspreis 2017 verliehen, welcher jedes Jahr drei herausragende Abschlussarbeiten aus dem Bereich Bibliothek, Information und Dokumentation auszeichnet. Die von ihr eingereichte Arbeit „Wissenschaftliche Bibliotheken und Stadtentwicklung“ zeigt die zentrale Rolle, die wissenschaftliche Bibliotheken in Diskurs und Praxis der Stadtentwicklung spielen können. Anhand von verschiedenen internationalen Beispielen wird gezeigt, welche Chancen und Risiken die Implementierung in die Stadtentwicklung nicht nur für die öffentlichen, sondern speziell auch für die wissenschaftlichen Bibliotheken birgt. Die Einbeziehung letzterer in die Stadt stellt eine bislang noch neue Entwicklung dar, zu der bisher wenig geforscht wurde.

Mit freundlicher Genehmigung Dinges und Frick

Der Preis ist mit 500 Euro dotiert und wird beim Deutschen Bibliothekartag 2017 in Frankfurt am Main bei der Veranstaltung „Innovationsforum“ am 1. Juni 2017 vorgestellt. Die preisgekrönte Arbeit wird in der Reihe „BIT online / Innovativ“ im Verlag Dinges & Frick Wiesbaden veröffentlicht. Wir gratulieren herzlich!

Prinzessinnen-Bibliothek erworben

Staatsbibliothek zu Berlin und Stiftung Preußische Schlösser und Gärten erwarben gemeinsam Prinzessinnen-Bibliothek

Stiftungen und Privatpersonen für die Kultur- und Wissenschaftsregion Berlin-Brandenburg engagiert

Fünf Stiftungen und 120 Privatpersonen unterstützten die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, SPSG, und die Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, SBB-PK, beim gemeinsamen Erwerb der Prinzessinnen-Bibliothek. Diese setzt sich aus den einstigen Privatbibliotheken dreier hochadliger Damen zusammen, die alle in enger verwandtschaftlicher Verbindung zu Friedrich II. von Preußen (1712-1786) standen: Seine Mutter Sophie Dorothea von Hannover, Königin in Preußen (1687-1757), seine Schwester Luise Ulrike von Preußen, Königin von Schweden (1720-1782), und seine Nichte Sophie Albertine, Prinzessin von Schweden und Äbtissin des Reichsstifts Quedlinburg (1753-1829).

Die zuvor in Stockholm aufgestellte Büchersammlung umfasst 1.445 Titel in 4.500 Bänden. In den Titeln wie auch in den verschiedenen Ausgaben spiegelt sich das Spektrum weiblicher Bildung im europäischen Hochadel: Enthalten sind vor allem französischsprachige Drucke des 17. bis 19. Jahrhunderts, zu jeweils etwa 5% sind Texte in Deutsch oder Schwedisch verfasst. Neben der Schönen Literatur dominieren die Bereiche Geschichte, hof- und adelsbezogene Biographien, Memoiren, Briefausgaben, Hofkalender und Reiseliteratur, auch Tafelwerke, Graphikmappen und einzelne Handschriften. Alle Bände sind Unikate aufgrund ihrer Provenienzen, die sich in zahlreichen Supralibros, Exlibris und Widmungen manifestieren. Die Bibliothek gehört zu den wenigen vollständig erhaltenen Büchersammlungen hochadliger deutscher Frauen, sie ist ein unikales kulturelles Vermächtnis.
Die Privatbibliotheken von Sophie Dorothea und Luise Ulrike gingen in die Privatbibliothek der als letzte der drei Damen geborenen Sophie Albertine ein. Deren Kammerzofe Lolotte Forsberg verh. Gräfin Stenbock wurde testamentarisch als Erbin benannt. Die aus drei Teilen bestehende Prinzessinnen-Bibliothek verblieb lange in der Familie Stenbock, bevor sie an ihren vorletzten Besitzer, einen Privatsammler, ging.

Kauf durch großzügige Förderer ermöglicht

Beim Kauf der Prinzessinnen-Bibliothek konnten sich die beiden neuen Eigentümer, die SBB-PK und die SPSG, auf das Engagement von Stiftungen und Privatpersonen stützen, die allein drei Viertel der Kaufsumme aufbrachten. Allen Förderern war es ein besonderes Anliegen, das mit seiner inhaltlichen Geschlossenheit und seinem makellosen Erscheinungsbild seltene Zeugnis höfischer Kultur wie auch europäischer Kunst- und Kulturgeschichte für die Region Berlin-Brandenburg zu sichern.

Die Kulturstiftung der Länder und die Rudolf-August Oetker-Stiftung trugen allein mehr als die Hälfte der Kaufsumme, die B. H. Breslauer Foundation mit Sitz in New York unterstützte ein weiteres Mal in großzügiger Weise den Erwerb von Kulturgut, das sich perfekt in das Umfeld hiesiger Bestände einfügt. Die Wüstenrot-Stiftung und die Stiftung Preußische Seehandlung ergänzten die Erwerbungsmittel ebenfalls deutlich.

Besonders zu danken ist den 120 Privatpersonen, die von den Freunden der Staatsbibliothek zu Berlin e.V. gewonnen wurden, mit privaten Spenden ihr außerordentliches Bekenntnis zum Ausbau einzigartiger Sammlungen in der Region Berlin-Brandenburg zu geben.

Für Forschung und Kultur

Ihre außerordentliche Bedeutung für die Wissenschaft wie auch für das kulturelle Erbe der Region erlangt die Prinzessinnen-Bibliothek durch mehrere Aspekte. Zunächst dadurch, dass die Staatsbibliothek zu Berlin in hohem Maße Titel hinzugewinnt, die bislang nicht vorhanden waren oder als Kriegsverlust angesehen werden mussten.

Die Forschung wird sich neuer Fragen zuwenden können, so lassen sich etwa Rückschlüsse auf das Leseverhalten, die Interessen und das Selbstverständnis weiblicher Angehöriger des schwedischen und hohenzollerischen Hochadels ziehen. Auch können die Teilsammlungen der Mutter, Schwester und Nichte Friedrichs II. hinsichtlich ihrer literarisch-thematischen Entwicklungen und der Verzahnungen über die Generationen hinweg oder hinsichtlich der Verbindungen zweier europäischer Herrscherhäuser untersucht werden. Zudem bieten die vielen handschriftlichen Eintragungen  Ansatzpunkte für neue Fragestellungen.

Die Sammlung ermöglicht aufgrund ihres sehr guten Zustandes wie auch der exquisiten Ausstattung vielfältige buchkundliche und kunsthistorische Forschungen. Teils wurden die Bücher auf Seide gedruckt und zumeist von deutschen und schwedischen Hofbuchbindern exquisit eingebunden.

Die Prinzessinnen-Bibliothek wird zu großen Teilen in der Staatsbibliothek aufbewahrt. Die modernen Tresormagazine im Haus Unter den Linden wie auch der Zusammenhang zu den sonstigen Sammlungen der Bibliothek, die ihre Wurzeln im preußischen Königshaus hat, bilden für die Forschung ein einmaliges kontextbezogenes historisches Umfeld, das von dem tief gestaffelten Apparat einschlägiger Fachliteratur flankiert wird. Für die Aufstellung in der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg werden etwa 500 passende Bände ausgewählt und künftig im Schloss Rheinsberg präsentiert. Damit kann der historische Bibliotheksraum, den der Bruder Friedrichs II., Prinz Heinrich von Preußen (1726-1802), hier nach 1786 eingerichtet hatte, wiedergewonnen werden.

Honorarfreie Abbildungen mit Kurzbeschreibungen

http://staatsbibliothek-berlin.de/aktuelles/presse-news/pressebilder/aktuelle-themen/

************************************************************************

Zahlreiche Medien berichteten über diese Erwerbung, u. a.

Buchpatenschaft für den Monat Mai – Vergeben

Wir freuen uns sehr, dass diese Buchpatenschaft aus der Sammlung der DP-Literatur auf diesem Weg eine Patin gefunden hat. Herzlichen Dank.
Da der Monat Mai erst zur Hälfe vergangen ist, werden wir eine weitere Buchpatenschaft aus dieser Sammlung in einem eigenen Blogbeitrag vorschlagen.

Nach dem Ende des 2. Weltkriegs im Mai 1945 wurden die westlichen Besatzungszonen Deutschlands zur Transitstation für geschätzt 250.000 jüdische Flüchtlinge und Überlebende. Sie fanden eine erste Zuflucht in den Displaced-Persons-Camps der Alliierten. Hier stellten sie in den Jahren 1945 bis 1950 mehr als 400 Bücher und Zeitschriften her. Diese Literatur half den entwurzelten Menschen, die die Qualen der Arbeits-, Konzentrations- und Vernichtungslager überlebt oder im Untergrund und in Verstecken ausgeharrt hatten, nun jedoch nicht in ihre Heimatorte zurückkehren konnten oder wollten, sich mit Erlebtem auseinanderzusetzen, neue Orientierung zu finden, Bildung zu vermitteln, sich gegenseitig zu informieren oder zu agitieren.

Für die Buchpatenschaft im Mai haben wir einen Erzählungsband  ausgesucht:

Titelseite von Binyomen Elis: In aza velt : dertseylungen. Shtutgart 1948. Bibliothekssignatur: 4 A 34394. Staatsbibliothek zu Berlin-PK

Binyomen Elis (1907-1984): In aza velt : dertseylungen. Shtutgart 1948.

Erzählband in jiddischer Sprache. In diesem Band hat Binyomin Elis (1907-1984) die Erfahrungen der Shoah in neun Kurzgeschichten und einem einaktigen Theaterstück verarbeitet. Er widmet das Buch seiner Mutter, Golde Mendel, die 1942 ermordet wurde. Ansonsten ist über diesen, in jiddischer Sprache schreibenden Autor wenig bekannt. Geboren 1907 in Radom, einer Stadt rund 100 km südlich von Warschau, lebte er in Lodz, Warschau und Vilnius und überlebte den 2. Weltkrieg in Sibirien. Noch vor Beginn des 2. Weltkrieges veröffentlichte er in Warschau zwei Werke: Heymloze (1931) und das Drama Ba der grenets (1936). Neben dem hier vorgestellten Erzählungsband schrieb Binyomen Elis während seiner Zeit in Deutschland auch in der jüdischen Zeitschrift “Bafrajung”.  Er emigrierte in die USA und veröffentlichte weiterhin in Jiddisch. So erschienen 1955 in New York der Erzählungsband Ba farsheydene tishn und 1962 der Roman Afn veg tsum bunker 1962, das in einer englischen Übersetzung  The road to the bunker 1972 erschien. Als letztes veröffentlichte er das Theaterstück Seperirte 1978. Binyomen Elis starb 1984 in New York.

Restaurierungsbedarf: Trockenreinigung, Klammern entfernen, Blockheftung mit Faden erneuern, Nassbehandlung Umschlagblatt, Umschlag verso kaschieren, vordere Kante Umschlag begradigen, Kanten und Ecken glätten, Risse sichern, Schutzverpackung

Kalkulierte Kosten: 385 €

 

Die Staatsbibliothek zu Berlin besitzt mehr als die Hälfte der rund 400 in den DP-Lagern erschienenen Schriften und ist bestrebt, eine größtmögliche Vollständigkeit zu erreichen. Oft sind nur wenige Exemplare dieser Werke erhalten, denn sie wurden in sehr kleinen Auflagen und meist auf schlechtem Papier gedruckt, wurden viel genutzt und dabei oft ‚zerlesen’. In Hebräisch sind religiöse Werke, Bibeln, Gebetbücher, einzelne Talmudtraktate und Schriften zur religionsgesetzlich vorgeschriebenen Lebensführung verfasst. Daneben gibt es vielfältige säkulare Literatur: Wochenzeitungen und Propagandaschriften der verschiedenen Gruppierungen, Romane und Gedichte der modernen jiddischen und hebräischen Klassik, Lese- und Lehrbücher für die in den Lagern eingerichteten Schulen, praktische Ratgeber jedweder Art, schließlich die ersten Dokumentationen der Sho’ah in Wort und Bild.

 

Übernehmen Sie eine Buchpatenschaft bei den “Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V.”

Wenn Sie Interesse daran haben, dass dieses Buch aus der Sammlung der DP-Literatur  restauriert und damit wieder benutzt werden kann, dann schreiben Sie an freunde@sbb.spk-berlin.de. Gerade weil diese Bücher unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg auf schlechtem Papier gedruckt und viel genutzt wurden, sind viele von ihnen dringend restaurierungsbedürftig. Für Ihre Hilfe, ein bedrohtes Werk vor dem Verfall zu bewahren, erhalten Sie:

  • ein Exlibris aus alterungsbeständigem Papier mit Ihrem Namen oder einem von Ihnen gewünschten Namen,
  • die Möglichkeit, das restaurierte Werk zu besichtigen beim Jahresempfang oder bei einem Termin nach Vereinbarung,
  • eine Spendenbescheinigung für Ihr Finanzamt.

Weitere Hinweise zu Buchpatenschaften und eine große Auswahl an  Patenschaften aus allen Abteilungen der Staatsbibliothek zu Berlin finden Sie auf der Seite der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V. Das Spektrum reicht weit über Bücher hinaus – hier finden Sie auch Noten, Landkarten, Zeitungen, Handschriften.

Kontakt: Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V., Gwendolyn Mertz, Unter den Linden 8, 10117 Berlin, Telefon: 030 – 266 43 8000, Mail: freunde@sbb.spk-Berlin.de

Online und Digital : der siebte e-day an der Staatsbibliothek

Wegen des großen Erfolgs findet der e-day der Staatsbibliothek zu Berlin nun schon zum siebten Mal statt:

Donnerstag, 4. Mai 2017
10 bis 15:30 Uhr
Haus Potsdamer Straße 33 / Kulturforum
10785 Berlin

Wie immer ist der e-day ein kostenloser Service für alle Interessenten, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Mit jeweils 30-minütigen Vorträgen wird der ständig wachsende Bestand an elektronischen Aufsätzen, Zeitungen, Büchern, Bildern und bibliographischen Informationen vorgestellt.
Mit Demonstrationen zur wissenschaftlichen Internetrecherche, zu E-Books und Digitalisaten wird das breite Repertoire an Datenbanken, Internetportalen und Repositorien vorgestellt. Zu den besonderen Präsentationen gehört eine Erste-Schritte-Strategie zur Recherche oder Literaturverwaltung wie auch zur Nutzung besonderer Medien, etwa Comics oder Zeitungen.
Zwischen und nach den Vorträgen ist Gelegenheit, das Gehörte gleich auszuprobieren und mit den Informationsspezialisten ins Gespräch zu kommen.
In der Mittagszeit werden ausgewählte Projekte der Bibliothek an speziell eingerichteten Ständen vorgestellt.
vollständiges Programm: https://tinyurl.com/mm4rkkc

mehr Informationen zum e-day: http://staatsbibliothek-berlin.de/e-day
weitere Fragen: fachinfo@sbb.spk-berlin.de, Tel. (030) 266 43 3162