Brigitte Klemm-Neumann

Übergabe des Nachlasses von Sigrid Heuck an die Kinder- und Jugendbuchabteilung

Übergabe des Nachlasses von Sigrid Heuck in familiärem Rahmen. – Staatsbibliothek zu Berlin-PK/S. Putjenter CC NC-BY-SA

Vor vierzig Jahren erschien „Pony, Bär und Apfelbaum“, ein Klassiker unter den Lesebilderbüchern, die Kindern durch das Ersetzen von Hauptwörtern durch kleine Illustrationen schon früh die Möglichkeit geben, „Mitlesen“ zu können. Sigrid Heuck, der Autorin und Illustratorin des Werks, war die Nähe zu ihrem Publikum, den Kindern, immer wichtig. Und so hätte sie sich sicher über die in einem kleinen, familiären Rahmen stattfindende feierliche Übergabe ihres künstlerischen und schriftstellerischen Nachlasses an die Kinder- und Jugendbuchabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin gefreut, deren Rahmenprogramm von Kindern bestritten wurde.

Carola Pohlmann, Leiterin der Kinder- und Jugendbuchabteilung. – Staatsbibliothek zu Berlin-PK/S. Putjenter CC NC-BY-SA

Sigrid Heuck, 1932 in Köln geboren, auf der Ponyfarm ihrer Mutter in einem Ort an der Bergstraße aufgewachsen, verbrachte den größten Teil ihres Lebens in Oberbayern. Bereits 1949 zog sie in das historische Gebäude, die Grabenmühle, unweit der Isar nahe Dietramszell-Einöd gelegen, in dem sie bis zu ihrem Tod 2014 lebte, schrieb und zeichnete. 1959 erschien ihr erstes Bilderbuch: „Das Mondkuhparadies“. 101 weitere Titel folgten, darunter der bereits erwähnte „Pony, Bär und Apfelbaum“, der von seiner Erstauflage 1977 bis zum Tode Sigrid Heucks 2014 spätestens alle vier Jahre neu aufgelegt und in zahlreiche westeuropäische Sprachen (Englisch, Französisch, Spanisch, Niederländisch, Friesisch, Dänisch, Schwedisch und Finnisch) sowie ins Chinesische, Japanische und Afrikaans übersetzt wurde. Sigrid Heuck wurde im Laufe ihrer Schaffenszeit mit dem Friedrich-Gerstäcker-Preis, dem Österreichischen Jugendbuchpreis sowie dem Großen Preis der Deutschen Akademie für Kinder- und Jugendliteratur für ihr Gesamtwerk ausgezeichnet.

Die Autorin und Künstlerin hatte keine Kinder, war aber stets von ihren Verwandten, einem großen Freundeskreis und zahlreichen Tieren umgeben. Zu den Freunden zählten u.a. Barbara Holzmayer, ihre Haushälterin, sowie Brigitte Klemm-Neumann, ehemals Leiterin eines Kindergartens in Dietramszell.

Brigitte Klemm-Neumann erinnert an Sigrid Heuck. – Staatsbibliothek zu Berlin-PK/S. Putjenter CC NC-BY-SA

Frau Holzmayer, Erbin der Grabenmühle, konnte leider nicht persönlich anwesend sein, sandte aber ein Grußwort, in dem sie u.a. berichtete, wie sie durch vielfältige Veranstaltungen den guten Geist Sigrid Heucks in der Grabenmühle am Leben erhält.

Frau Klemm-Neumann, die von der Autorin als Buchrechteinhaberin eingesetzt wurde, erinnerte sich an das erste Zusammentreffen mit ihrer späteren Freundin – die Begrüßung hatten zwei beeindruckend große Hunde übernommen – sowie die Entwicklung ihrer Freundschaft, die stets vom Entstehen neuer Kinder- und später dann auch Jugendbücher begleitet war. Wirklich zufrieden schien Sigrid Heuck immer dann zu sein, wenn sie an einem Buchprojekt arbeitete. Das galt sogar für ihr letztes Werk, „Mit Wind und Wolken unterwegs“, in dem sie, obgleich schon sehr schwach, in 49 Kurzgeschichten ihre abenteuerlichen Reisen beschrieb. „Zum Glück,“ so Klemm-Neumann, „vollendete sie es!“ Der Band erschien postum 2015.

Leonardo Dimeo liest aus “Cowboy Jim”. – Staatsbibliothek zu Berlin-PK/S. Putjenter CC NC-BY-SA

Die Grundlage für dieses Opus ultimatum bildeten 63 Ordner an Reisetagebüchern. Diese gelangen nun ebenso in den Bestand der Staatsbibliothek wie die zahlreichen Manuskripte, Briefe, Rezensionen, Dateien mit unveröffentlichten Texten sowie Heucks Originalillustrationen. Frau Klemm-Neumann entschied sich zu diesem Schritt, um den wahren Schatz an Materialien der Forschung öffentlich zugänglich zu machen. Carola Pohlmann, Leiterin der Kinder- und Jugendbuchabteilung, erläuterte ihrerseits, welche Anstrengungen die Bibliothek unternehmen wird, um sämtliche Dokumente adäquat zu lagern und zu erschließen, damit sie anschließend über den Online-Katalog der Staatsbibliothek weltweit recherchiert und sodann im Lesesaal der Kinder- und Jugendbuchabteilung eingesehen werden können.

Das fröhlich-festliche Gitarrenspiel Lea Wollenwebers (11 Jahre) sowie die mitreißende, spannende Lesung von Leonardo Dimeo (12 Jahre) aus Sigrid Heucks „Cowboy Jim“ rundeten den Abend, der zeitlich in den Raum des 85. Geburtstags der Autorin fiel, in perfekter Weise ab.

 

Ein kleiner Einblick in den vielfältigen Nachlass. – Staatsbibliothek zu Berlin-PK/S. Putjenter CC NC-BY-SA


Die Süddeutsche Zeitung berichtete über die Übergabe am 23. Mai in ihrer Regionalausgabe für Wolfrathshausen in einem großen Artikel unter der Überschrift “Eine neue Heimat in Berlin” .

Benutzungshinweis zum Tag der offenen Tür Unter den Linden

Bitte rechnen Sie am am Sonnabend, den 10.6.2017 zwischen 14 und 19 Uhr an unserem Standort Unter den Linden mit Beeinträchtigungen im Lesesaal.

Der Grund ist unser Tag der offenen Tür, zu dem wir Interessierte einladen. Neben Baustellenführungen auf der Eingangsseite Unter den Linden bieten wir an diesem Tag auch stündlich Führungen durch den Lesesaal an. Störungen lassen sich dann sicher nicht vermeiden.

Die gewohnt ruhige Atmosphäre können wir an diesem Tag nur bis 14 Uhr garantieren. Vielleicht wechseln Sie ab 14 Uhr ausnahmsweise mal ins Haus Potsdamer Straße, wenn Sie eine sehr ruhige Umgebung benötigen? Oder Sie nehmen teil an unserem Tag der offenen Tür, zu dem Sie natürlich auch ganz herzlich eingeladen sind! Sie können dann einen Eindruck von den Magazinen, den Mitarbeiterräumen, den zukünftigen Veranstaltungsräumen sowie der neuen Eingangssituation bekommen und erfahren, wie die Verknüpfung von modernen und historischen Stilelementen gelungen ist.
Selbstverständlich können Sie trotz der Führungen den Lesesaal wie gewohnt nutzen. Dann allerdings bitten wir um Ihr Verständnis für die Führungen.

Wir freuen uns auf einen lebendigen, erkenntnisreichen  Tag und auf Ihren Besuch!

Europeana 1914-1918, Rolf Kranz, CC-BY-SA; Berliner Tageblatt 28.5.1915, Staatsbibliothek zu Berlin, Public Domain

Europeana Transcribathon Campus Berlin am 22.-23.6.2017

Machen Sie mit beim Europeana Transcribathon Campus Berlin 2017!

Von Donnerstag, 22. Juni 2017 bis Freitag, 23. Juni 2017 laden wir Sie zu einer spannenden Veranstaltung in die Staatsbibliothek zu Berlin in der Potsdamer Straße ein. In einem Wettbewerb sollen dabei so viele Briefe, Tagebücher und Zeitungen aus dem Ersten Weltkrieg wie möglich transkribiert werden!

Die Veranstaltung besteht aus zwei Teilen:

Europeana Transcribathon Wettbewerb (Deutsch/Englisch)

Die Teilnehmer am Transcribathon Wettbewerb bilden generationsübergreifende Teams und haben insgesamt 28 Stunden Zeit, auf der digitalen Plattform transcribathon.eu Dokumente zu transkribieren und zu annotieren. Jedes Team bekommt einen eigenen Arbeitsbereich auf dem Campus mit der notwendigen technischen Ausstattung (Computer, Monitor, Internetzugang). Darüber hinaus gibt es für alle Teilnehmer Essen und Trinken frei, um eine gute Arbeitsatmosphäre zu schaffen. Da jedoch insgesamt nur eine begrenzte Anzahl an Arbeitsstationen zur Verfügung steht, möchten wir Sie auch gerne dazu einladen, ihren eigenen Laptop mitzubringen. Der Wettbewerb startet am Donnerstagnachmittag zunächst mit einer Einführung. Im Anschluß beginnt der 28-stündige Transcribathon. Die Teilnehmer werden bei Fragen von unserem Team vor Ort unterstützt. Am darauffolgenden Abend präsentieren die Teams ihre Ergebnisse einer internationalen Jury. Anschließend werden Preise für die besten Ergebnisse in den folgenden Kategorien vergeben:

  • Transkription (Quantität und Qualität)
  • Datenanreicherung (Zeitungen, Geokoordinaten oder Wikimedia Verknüpfungen)
  • Präsentation

Workshops (Englisch)

Interessierte können darüber hinaus am Freitag in einer Vielzahl von Data-enrichment Workshops (Transkription, Annotation, Geo-Tagging, Linked Open Data und Wikimedia/Wikisource) in einen Informationsaustausch mit Experten treten.

Eine Podiumsdiskussion und eine Transcribathon-Party bilden schließlich das Rahmenprogramm der Veranstaltung.

Registrieren Sie sich also noch bis zum 14. Juni 2017 kostenfrei für diese einzigartige Veranstaltung und transkribieren Sie gemeinsam mit uns in einem internationalen Umfeld spannende Dokumente aus dem Ersten Weltkrieg!

Finden Sie hier mehr Details zur Campus Berlin Veranstaltung und melden Sie sich über Eventbrite kostenfrei an (beide Seiten sind nur auf Englisch verfügbar).

Der Europeana Transcribathon Campus Berlin 2017 verbindet insbesondere die Online-Projekte Europeana 1914-1918 und Europeana Newspapers und wird in Kooperation mit Wikimedia und der Deutschen Digitalen Bibliothek von Europeana, Facts & Files und der Staatsbibliothek zu Berlin veranstaltet.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an team@transcribathon.eu.

Poster Europeana Transcribaton Campus Berlin 2017