Begleitprogramm zur Ausstellung “Im fremden Land”

Montagskino im November und Dezember

Begleitend zur Kabinettausstellung »Im fremden Land. Publikationen aus den Lagern für Displaced Persons«, die Einblicke in die Sammlung der Staatsbibliothek zu Berlin – Stiftung Preußischer Kulturbesitz gibt, zeigt das Jüdische Museum Berlin Filme zur Situation der Überlebenden der Konzentrationslager – unmittelbar nach der Befreiung der Lager, auf dem illegalen Weg nach Palästina, sowie zu den  Nachwirkungen der Traumatisierung in der israelischen Nachkriegsgesellschaft.

Das Filmprogramm finden Sie hier auch als PDF zum Download.

Weitere Informationen zu Ausstellung und Begleitprogramm im Jüdischen Museum finden Sie unter www.jmberlin.de/displaced-persons

 

23. November 2015, 19.30 Uhr

German Concentration Camps Factual Survey

UK 1945/2014, 88 min., Dokumentarfilm, englische Originalversion

Im Jahr 1945 dokumentierten Soldaten und Kameramänner im Auftrag des Hauptquartiers der alliierten Streitkräfte die deutschen Gräueltaten und Konzentrationslager. Der daraus entstandene Film sollte nach dem Ende der NS-Herrschaft deutschen Zivilisten und Kriegsgefangenen vorgeführt werden.

Produzent Sidney Bernstein versammelte im Britischen Informationsministerium ein Team von bekannten Filmemachern, darunter Stewart McAllister und Peter Tanner, Colin Wills und Richard Crossman sowie Alfred Hitchcock als Drehbuchberater. Es stellte sich als schwierig heraus, einen Film über ein solch komplexes und schwieriges Thema zu machen, sodass der Film nicht rechtzeitig fertig gestellt wurde. Im September 1945 hatten sich die Prioritäten der Briten von der Entnazifizierung zum Wiederaufbau verschoben und das Filmprojekt verschwand in der Schublade.

Das Imperial War Museum hat das Filmmaterial über fünf Jahre aufwendig digital restauriert und um die sechste und letzte Filmrolle ergänzt. Der Film konnte 2014 nach den Aufzeichnungen des ursprünglichen Produktionsteams von 1945 abgeschlossen werden und ist nun erstmals in voller Länge zu sehen.

Toby Haggith, Senior Curator (Imperial War Museum) und Leiter der Restaurierung von »German Concentration Camps Factual Survey«, ist zu Gast und spricht im Anschluss mit der Programmdirektorin Cilly Kugelmann über seine Arbeit an dem Film.

 

30. November 2015, 19.30 Uhr

The Illegals

USA/Israel (Palästina) 1947/48, 72 min., Regie: Meyer Levin, Doku-Drama, englische Originalversion

Die Jahre zwischen der Befreiung der Vernichtungslager und der Staatsgründung Israels sind die Zeit der organisierten Fluchtbewegung Richtung Palästina, der »Bricha«. Auf illegalen Schiffen wie der »Exodus 47« hoffen die »Displaced Persons«, Überlebende der Konzentrationslager, ihr Ziel zu erreichen. In dieses Spannungsfeld begeben sich im September 1947 der amerikanische Journalist Meyer Levin und Tereska Torres. Als Regisseur und Schauspielerin begleiten sie auf Routen der Bricha Gruppen von Flüchtlingen. Der Film »The Illegals« hält die Bilder und Hoffnungen dieser Reise fest.

Mit freundlicher Genehmigung des Steven Spielberg Jewish Film Archive

Im Anschluss:

Displaced Persons

»Displaced Persons«, Israel 1979, ca. 48 Min., Regie: Igal Bursztyn. Dokumentarfilm, englische Originalversion

Gegen Ende des Jahres 1947 macht sich das Schiff »SS Unafraid« mit mehreren hundert jüdischen Flüchtlingen an Bord von Italien aus auf den Weg nach Palästina. Der Dokumentarfilm zeigt die bewegende Reise.

Mit freundlicher Genehmigung des Israel Film Service

Mit einer Einführung von Tamar Lewinsky, Kuratorin für Zeitgeschichte

 

7. Dezember 2015, 19.30 Uhr

Aviyas Sommer / Ha-Kayitz Shel Aviya

Israel 1988, ca. 95. Min., Regie: Eli Cohen, Drama, Hebräisch mit deutschen Untertiteln

In den Sommerferien 1951, kurz nach der Gründung Israels, besucht die zehnjährige Aviya ihre depressive Mutter Henya in einem kleinen Dorf bei Tel Aviv. Henya hat im Zweiten Weltkrieg in einem KZ die Schoa überlebt und ist nach der Befreiung nach Israel emigriert. Ihre Vergangenheit kann sie, gerade erst aus einer psychiatrischen Anstalt entlassen, noch immer nicht verarbeiten. Mutter und Tochter stoßen in dem kleinen Dorf auf das Unverständnis der Einheimischen, werden verspottet.

Im Anschluss Gespräch mit Cilly Kugelmann, Programmdirektorin

 

WO Jüdisches Museum Berlin, Altbau EG, Auditorium

EINTRITT frei

ANMELDUNG   erbeten unter Tel. 030 259 93 488 oder per E-Mail an reservierung@jmberlin.de

Unsere Blog-Nachricht zur Ausstellung:
http://blog.sbb.berlin/ausstellung-im-juedischen-museum-sammlung-der-staatsbibliothek-displaced-persons-3-9-15-12-2015/

 

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