Aktuelle Berichte über das Projekt zu E.T.A. Hoffmann

Italienisch-deutsches Symposium und Forschungsforum der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft am 1.-2. Juni 2017

E.T.A. Hoffmanns Stadterkundungen und Stadtlandschaften

Italienisch-Deutsches E.T.A. Hoffmann Symposium
sowie
Forschungsforum der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft

 

1. und 2. Juni 2017
Staatsbibliothek zu Berlin
Simón-Bolívar-Saal
Haus Potsdamer Straße 33
10785 Berlin

 

Die Teilnahme ist kostenfrei. Um Anmeldung bis zum 25.05.2017 wird gebeten.

Das ausführliche Programm und weitere Informationen finden Sie auf der Veranstaltungs-Webseite der Staatsbibliothek zu Berlin.

 

Das Symposium wird organisiert von Dr. Tiziana Corda, Gremiumsmitglied der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft, und Jörg Petzel, Vize-Präsident der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft, in Kooperation mit der Staatsbibliothek zu Berlin.

Dem Symposium schließt sich das Forschungsforum der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft an. Es dient zur Förderung des Forschungsnachwuchses und wird organisiert von Dr. Kaltërina Latifi, Präsidentin der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft.

 

Kontakt:

Dr. Tiziana Corda
E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft

Christina Schmitz
Staatsbibliothek zu Berlin

E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft
Webseite: www.etahg.de

 

Zum Symposium

Das literarische Werk des Italien-Verehrers E.T.A. Hoffmann gehört zum Kanon der Weltliteratur und dessen Bedeutung zeigt sich in der internationalen Rezeption und den vielen Übersetzungen ins Englische, Italienische, Französische, Russische bis hin ins Koreanische und Chinesische. Die anhaltend starke Rezeption Hoffmanns in Italien ist an den vielen Übersetzungen, den jährlich publizierten wissenschaftlichen Arbeiten und auch an den Schuleditionen ablesbar. 2002 fand in Mailand unter der Leitung von Sandro M. Moraldo eine Hoffmann-Tagung unter dem Aspekt „E.T.A. Hoffmann und Italien“ statt, deren Schwergewicht auf der unaufgelösten Spannung der einander widersprechenden Italien-Bilder in Hoffmanns Werk lag. Die geplante Tagung vom 1. bis 2. Juni 2017 mit renommierten italienischen sowie deutschen Germanisten und Romanisten setzt einen völlig anderen Akzent und fokussiert sich auf den Hauptaspekt der Stadterkundungen in Hoffmanns literarischem Gesamtwerk, mit dem Schwerpunkt der Städte Rom, Mailand, Venedig und Berlin. Diese italienisch-deutsche Tagung ist ein Baustein zu einer fruchtbaren europäischen Kooperation und bestärkt zugleich das kulturelle Erbe beider Länder.

Die preußische Hauptstadt Berlin mit ihrem rasanten Bevölkerungswachstum wurde um 1800 zum beliebten Reiseziel und die Großstadt als Lebensraum eigener Ordnung und Qualität ins Bewusstsein gerückt. Die Motive Tumult, Gewimmel, Unordnung sind Bestandteile der Großstadterfahrung. Die Großstadt erscheint als Mikrokosmos und als Bündelung der Vielfalt auf kleinem Raum. Stadterfahrung bedeutet auch literarisch orchestrierte Grenzüberschreitung, das Fremde, die Nacht, die Spelunken und Restaurants, Panoramen und Liebhabertheater. Die Stadt bot nun neue Räume, die einer Gesellschaft im Umbruch als Parallelwelten wechselnde Identitäten ermöglichten. In Hoffmanns Berliner Erzählungen finden wir unter anderem Gespensterhäuser („Das öde Haus“), Weinkeller („Die Brautwahl“), Gartenlokale („Ritter Gluck“, „Aus dem Leben dreier Freunde“) mit bürgerlichem Publikum und ihren grotesk wirkenden Außenseitern.

Die Präsidentin des italienischen Germanistikverbandes, Prof. Elena Agazzi aus Bergamo, wird Hoffmanns Gespensterhäuser und seinen Außenseitern mit ihrem Vortrag über „Das öde Haus“ in einem neuen Licht erscheinen lassen. Dr. Klaus Deterding (Berlin) wird Hoffmanns Berliner Innenstadt-Zeichnung „Der Kunz‘sche Riß“ mit dessen Poetik in Verbindung setzen und Dr. Elena Giovannini (Bologna) interpretiert Hoffmanns Erzählung „Aus dem Leben dreier Freunde“. Ein Desiderat der Forschung sind sicherlich E.T.A. Hoffmanns Frauengestalten und Weiblichkeitsentwürfe, die im Vortrag von Dr. Giulia Ferro-Milone erörtert werden. Auch der sich seit den Befreiungskriegen gegen Napoleon ausbreitende Antijudaismus/Antisemitismus in Preußen, den auch Hoffmann in seinen Berliner Erzählungen „Die Brautwahl“, „Die Irrungen / „Die Geheimnisse“ thematisierte, wird in einem Beitrag von Jörg Petzel kritisch beleuchtet. Prof. Matteo Galli aus Ferrara, Herausgeber der italienischen Hoffmanns Gesamtausgabe, wird über das Thema “(Un-)sichtbare Städte: l’effet du réel bei Hoffmann“ referieren.

Im Gegensatz zu Berlin hat E.T.A. Hoffmann Italien und seine Städte nie persönlich erleben können. Mangels eigener Erlebnisse und Erfahrungen arbeitete er mit zeitgenössischen Quellenwerken, deren Extrakt ein exaktes Grundgerüst seiner in Italien spielenden Erzählungen bietet. Im Kontrast zu Hoffmann und seinem Werk kommen während dieser wissenschaftlichen Tagung auch italienische und deutsche Dichter zu Wort, die lange oder zeitweilig in Rom, Venedig oder auch Mailand lebten, wie Alessandro Manzoni, Ludwig Tieck und Friedrich Rückert. Die Stadterfahrungen in den Werken dieser Autoren werden in einigen Vorträgen thematisiert werden. Den einführenden Festvortrag „Unter dem Vulkan. Goethe, de Sade, E.T.A. Hoffmann“ hält der renommierte italienische Germanist Prof. Patrizio Collini aus Florenz. Der Romanist und Komparatist Prof. Joachim Küpper (Berlin) wird die Darstellung italienischer Städte in Alessandro Manzonis Roman „Il promessi sposi“ / „Die Brautleute“ interpretieren. Der bekannte Tieck-Experte, Prof. Dr. Walter Schmitz, wird „die Stadtbilder und die Entdeckung der Stadt“ in Ludwig Tiecks Werk erhellen. Die Rom-Gedichte von Hoffmanns Zeitgenossen Friedrich Rückert werden vom Marburger Germanisten Prof. York Gothart Mix einer neuen Sicht unterzogen. Hoffmanns Erzählungen „Prinzessin Brambilla“ sowie „Signor Formica“, die in Rom lokalisiert sind, werden, unter dem Einbezug von Karneval und Stadtbevölkerung, im Vortrag von Dr. Tiziana Corda analysiert. Den abschließenden Vortrag unserer Tagung hält Prof. Claudia Albert (Berlin), die den Bogen von Hoffmanns Capriccio „Prinzessin Brambilla“ zu Heinrich Manns Novelle „Branzilla“ spannen wird.

Projekt E.T.A. Hoffmann Portal geht in die zweite Runde

Hurra – unser Folgeprojekt zum E.T.A. Hoffmann Portal ist genehmigt! Nachdem die BETA-Version des Portals nun seit Mitte Dezember online ist, neigt sich das erste Projekt zur Einrichtung des Portals (HoPo1) langsam dem Ende zu. Derzeit arbeitet unsere Entwicklerin – bis zum offiziellen Launch – kontinuierlich an der Optimierung der Funktionalitäten und der Erweiterung von Textbeiträgen und interaktiven Elementen. Parallel stellen wir aber auch schon die Weichen für unser Folgeprojekt (HoPo2), das im Januar 2017 offiziell gestartet ist und zwei neue Schwerpunkte beinhaltet: die Digitalisierung von Hoffmanniana und die Erweiterung des Angebots auf Einflüsse und Rezeption.

Während der Fokus von HoPo1 auf der Einrichtung der Infrastruktur und der Vermittlung von E.T.A. Hoffmanns Leben und Werk lag, widmet sich HoPo2 der Produktion von digitalen Inhalten und der Vermittlung von einerseits Einflüssen auf Hoffmann und andererseits der Rezeption von Hoffmann durch andere Künstler*innen und Wissenschaftsbereiche. Aktuell arbeiten wir an der Erstellung einer Liste der zu digitalisierenden Materialien und testen den eigens entwickelten Digitalisierungs-Workflow. Das Folgeprojekt hat eine Laufzeit von drei Jahren und gliedert sich in drei inhaltliche Arbeitspakete:

1 Digitalisierung der Werke Hoffmanns, seiner Einflüsse und seiner Rezeption

Geplant ist die Digitalisierung von etwa 2.000 Bänden, darunter Erstausgaben, illustrierte Drucke, Autographe, frühe Forschungsliteratur und Werke, die E.T.A. Hoffmann nachweislich besessen hat. Hinzu kommen in Auswahl Werke, die Hoffmann in seinem Schaffen beeinflusst haben, sowie Werke, die Hoffmanns Motive aufgreifen oder ganz grundsätzlich durch Hoffmann beeinflusst wurden.

2 Dokumentation der Einflüsse und der Rezeption E.T.A. Hoffmanns

Die vielfältigen Einflüsse auf Hoffmann und die Rezeption seines Schaffens sind bisher nicht zentral dokumentiert, vor allem eine medienübergreifende Zusammenstellung und Präsentation ist ein Desiderat. In enger Zusammenarbeit mit der Wissenschaft soll ein Arbeitsinstrument geschaffen werden, das die relevanten Informationen zusammenführt, diese mit digitalen Primärmaterialien verknüpft und visuell aufbereitet zugänglich macht. Das Projekt versteht sich in diesem Punkt ein weiteres Mal als Entwickler und Etablierer einer neuen Infrastruktur, auf deren Basis nach Projektende kontinuierlich weitere Inhalte verschiedener Institutionen aufgenommen werden können.

3 Aufbereitung von Inhalten für unterschiedliche Zielgruppen

Analog zu den Textbeiträgen und interaktiven Elementen, die im Projekt HoPo1 entwickelt und aufbereitet wurden, sollen nun in Kooperation mit Wissenschaft und Lehre Informationen zur Vermittlung von Hoffmanns Umfeld, seinen Einflüssen und der Rezeption durch andere Künstler*innen und Forscher*innen bereitgestellt werden. So soll beispielsweise eine Netzwerkdarstellung Hoffmanns Bekanntenkreis veranschaulichen und Personenkonstellationen verdeutlichen, eine grafisch aufbereitete Rezeptionsanalyse soll den Bezug Hoffmanns zu Persönlichkeiten wie Peter Tschaikowski, Thomas Mann oder Franz Kafka aufzeigen.

Bleiben Sie uns treu, verfolgen Sie die Entwicklungen und senden Sie uns Kritik und Anregungen!

etahoffmann.net – Das E.T.A. Hoffmann Portal ist mit einer BETA-Version online!

Endlich ist es soweit – wir sind mit einer BETA-Version online! Nach gut einem Projektjahr präsentieren wir Ihnen heute, pünktlich zum 200-jährigen Jubiläum von Hoffmanns vielleicht bekanntestem Werk “Nussknacker und Mausekönig” und als kleines vorweihnachtliches Geschenk, einen ersten (und wie wir meinen durchaus vorzeigbaren) Stand des E.T.A. Hoffmann Portals. Auch wenn noch nicht alles perfekt ist, bekommen Sie mit dieser Version schon einen breiten Einblick in die neue digitale Welt rund um E.T.A. Hoffmann.

Mit dem Portal hat die Staatsbibliothek zu Berlin – zusammen mit ihren Projektpartnern Staatsbibliothek Bamberg und E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft – ein bisher einzigartiges Angebot geschaffen: neben der Präsentation von digitalisierten Quellen, die in den beiden Staatsbibliotheken Berlin und Bamberg sowie vereinzelt auch in anderen Institutionen liegen, und der Möglichkeit einer übergreifenden Suche über unterschiedliche Kataloge, Datenbanken und Bibliographien hinweg, wird ein großes Spektrum an Themen zu E.T.A. Hoffmann und seinem Umfeld unter dem Motto Hoffmann Wissen für breite Zielgruppen aufbereitet. Das Angebot richtet sich sowohl an Forschende als auch an Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie Interessierte.

Hoffmann Wissen

Im Kosmos Hoffmann Wissen finden Sie aktuell bereits Fachbeiträge von 40 Forscherinnen und Forschern aus unterschiedlichen Disziplinen und aus Einrichtungen weltweit. Gegliedert in drei zentrale Portalbereiche (Leben und Werk, Hoffmann Erforschen und Hoffmann Unterrichten) beleuchten die Beiträge in mehr als 200 Themenschwerpunkten Hoffmanns Leben und Wirken auf vielfältige Weise. Hier finden Sie einführende Beiträge ebenso wie tiefergehende Texte, so dass für Hoffmann-“Anfänger” und selbst für “alte Hasen” etwas dabei ist. Sukzessive werden die Beiträge um weitere Artikel ergänzt. Dem Format des Webportals entsprechend sind die Texte strukturiert in kurze Kapitel und werden ergänzt durch passendes Bild- und Quellenmaterial, weiterführende Informationen in Infoboxen, Marginalspalten und Ausklappfelder sowie durch Querverweise innerhalb des Portals und externe Lektüretipps, die über Verlinkungen direkt ansteuerbar sind. So können die Nutzerinnen und Nutzer selbst wählen, wie tief sie in ein Thema einsteigen möchten. Selbstverständlich können Sie im Kosmos Hoffmann Wissen auch schon jetzt an verschiedenen Stellen Informationen zu unserem heutigen Geburtstagskind “Nussknacker und Mausekönig” finden.

Interaktive Elemente

Im Bereich Leben und Werk bietet das Portal eine interaktive Karte des Kunz’schen Risses an, einer Federzeichnung Hoffmanns, in der er das Geschehen am Berliner Gendarmenmarkt darstellt. Die Nutzerinnen und Nutzer können einzelne Bereiche der Karte mit der Maus ansteuern und erhalten vergrößerte Ausschnitte mit Erläuterungen zum Dargestellten. In Planung befinden sich zudem ein interaktiver Zeitstrahl zu Hoffmanns Biografie und Werk, virtuelle Stadtrundgänge, eine Netzwerkvisualisierung seiner Bekanntschaften und eine Raum-Zeit-Darstellung zur Rezeptionsanalyse. Lehrerinnen und Lehrer können aktuell aus zwei kompletten Lehreinheiten für den Unterricht wählen und finden Materialien und Anregungen für die individuelle Unterrichtsgestaltung. Weitere eLearning-Module folgen.

Interaktiver Kunz'scher Riss

Hoffmann Suche

Hoffmann finden, ohne Hoffmann zu suchen – das bietet Ihnen die datenbankübergreifende Metasuche nach Hoffmanniana. Zu “Nussknacker und Mausekönig” finden Sie hier beispielsweise zahlreiche Hinweise zu aktueller Forschungsliteratur aus den beiden Katalogen der Staatsbibliotheken in Berlin und Bamberg. Wenn Sie direkt bequem von zu Hause aus schon in die Lektüre einsteigen wollen, bietet Ihnen die Quelle BASE, die ebenfalls eingebunden wurde, Zugang zu sämtlichen Texten, die im Open Access verfügbar sind. Das Besondere an der Suche ist, dass Sie nicht noch “E.T.A. Hoffmann” als Suchbegriff eingeben müssen: stattdessen können Sie direkt in die Detailsuche einsteigen, da jede Quelle mit einem Suchraum “E.T.A. Hoffmann” versehen wurde. Im rechten Bereich finden Sie zusätzliche externe Quellen (hier insbesondere die Hoffmann-Bibliographie) und selbstverständlich können Sie schon jetzt Ihre Ergebnisse ins Literaturverwaltungsprogramm Zotero laden. Stück für Stück ergänzen wir noch weitere Datenbanken und Kataloge wie z.B. den freien Teil der BDSL (Bibliographie der deutschen Sprach- und Literaturwissenschaft), optimieren die Detailansicht und Exportfunktionen.

Hoffmann Suche

Hoffmann digital

In aktuell zehn verschiedenen Kollektionen haben wir Ihnen in Hoffmann digital digitalisierte Originalmaterialien von und zu E.T.A. Hoffmann zusammengestellt – ja, natürlich finden Sie hier auch eine herrlich illustrierte Ausgabe von “Nussknacker und Mäusekönig”. Daneben gibt es Autographe, Musikalien, Zeichnungen und vieles mehr zu entdecken. Wenn Sie ein Detail in einer Illustration interessiert, zoomen Sie es einfach heran und nehmen es genau unter die Lupe. Ihre ganz individuellen Highlights können Sie in einer Merkliste speichern und zur weiteren Verwendung exportieren. Momentan finden Sie eine erste Auswahl an Originalquellen online, weitere Digitalisate werden nach und nach ergänzt.

Navigation und Orientierung

Ein Farbleitsystem macht es den Nutzerinnen und Nutzern besonders leicht, sich im Portal zu orientieren. Jedem der fünf großen Bereiche Leben und Werk, Erforschen, Unterrichten, Suche und Hoffmann digital ist jeweils eine Leitfarbe zugewiesen, die auf allen Seiten dieses Bereichs zu finden ist. Das Hauptmenü erlaubt zudem auf einen Blick die Übersicht über die Inhalte von jeweils zwei Vertiefungsebenen. So sieht man beispielsweise nicht nur die Unterseiten des Bereichs Leben und Werk, sondern auch die Unterseiten der Seite Der Jurist, die sich im Bereich Leben und Werk befindet.Beitrag aus Erforschen

200 Jahre “Nussknacker und Mausekönig”

Heute vor genau 200 Jahren hielt E.T.A. Hoffmann in Berlin die frisch gedruckten Exemplare seiner “Kinder-Mährchen” in den Händen, die im ersten Band auch den “Nussknacker und Mausekönig” enthalten. Pünktlich zu Weihnachten konnten so seine Märchen für Kinder noch von Georg Reimer vertrieben werden. Und 200 Jahre später bieten wir Ihnen mit dem E.T.A. Hoffmann Portal ein neues Universum an, in dem Sie über den Nussknacker, aber auch über zig andere Facetten aus dem Leben und Wirken des Universalgenies Hoffmann recherchieren können.

“Nussknacker und Mausekönig” gehört mit zu den weltweit am meisten rezipierten Werken E.T.A. Hoffmanns. Dazu beigetragen hat insbesondere Tschaikowskis berühmtes Ballett “Der Nussknacker”, das ursprünglich auf die Geschichte von E.T.A. Hoffmann zurückgeht. Darüber hinaus ist “Nussknacker und Mausekönig” auch das am meisten illustrierte Werk Hoffmanns. Besonders bedeutsam sind hier die Illustrationen von Peter Carl Geissler, die sie auch im Beitragsbild bewundern können.

Wir hoffen, dass Ihnen unser kleines vorweihnachtliches Geschenk genau so viel Freue bereiten wird wie uns und sind gespannt auf Ihre Hinweise, Anregungen und Verbesserungsvorschläge: E.T.A.-Hoffmann-Archiv@sbb.spk-berlin.de

Nun viel Spaß beim Stöbern wünscht das Projektteam: Ursula Jäcker, Indra Heinrich, Christina Schmitz, Maren Gnehr und Angela Oehler.

etahoffmann.net

Free Opera Company stellt Material für das E.T.A. Hoffmann Portal zur Verfügung

Der Literat E.T.A. Hoffmann ist ein Weltstar – auch wenn er eigentlich immer als Musiker und Komponist bekannt werden wollte. Mit seinem musikalischen Schaffen konnte er aber nie an sein großes Vorbild Wolfgang Amadeus Mozart heranreichen. Wirft man einen Blick auf die Bühnen der Republik und darüber hinaus, dann stellt man fest, dass Werke von E.T.A. Hoffmann fast gar nicht auf dem Programm stehen. Und das, obwohl E.T.A. Hoffmann vor 200 Jahren mit seiner Undine eines der wichtigsten Werke der deutschen Romantik sowie 84 weitere Kompositionen geschaffen hat, wovon allerdings nur sehr wenige erhalten geblieben sind. Lediglich die Oper Les Contes d’Hoffmann von Jacques Offenbach, die auf verschiedenen Erzählungen von E.T.A. Hoffmann beruht, ist hier eine Ausnahme.

Aus E.T.A. Hoffmanns Singspiel "Liebe und Eifersucht" © FREE OPERA COMPANY ZÜRICH (Fotografin: Mirjam Bollag Dondi)

Aus E.T.A. Hoffmanns Singspiel “Liebe und Eifersucht” © FREE OPERA COMPANY ZÜRICH (Fotografin: Mirjam Bollag Dondi)

Aus E.T.A. Hoffmanns Singspiel "Liebe und Eifersucht" © FREE OPERA COMPANY ZÜRICH (Fotografin: Mirjam Bollag Dondi)

Aus E.T.A. Hoffmanns Singspiel “Liebe und Eifersucht” © FREE OPERA COMPANY ZÜRICH (Fotografin: Mirjam Bollag Dondi)

Aus E.T.A. Hoffmanns Singspiel "Liebe und Eifersucht" © FREE OPERA COMPANY ZÜRICH (Fotografin: Mirjam Bollag Dondi)

Aus E.T.A. Hoffmanns Singspiel “Liebe und Eifersucht” © FREE OPERA COMPANY ZÜRICH (Fotografin: Mirjam Bollag Dondi)

 

Umso mehr freuen wir uns, dass in dieser Spielzeit in der Schweiz bei der Free Opera Company in Zürich E.T.A. Hoffmanns Singspiel „Liebe und Eifersucht“ (1807 – literarische Vorlage: Calderón, übersetzt von Schlegel, Adaption: Bruno Rauch) zum zweiten Mal weltweit zur Aufführung gebracht wurde. In einer modernen Inszenierung bringt die Zürcher Free Opera Company die romantische Komödie, bei der es um Liebe und Leidenschaft, Lug und Trug geht, auf die Bühne. Hoffmanns musikalische „Rarität“ kommt hier ganz und gar nicht verstaubt, sondern jung, bunt und attraktiv daher.

Erfreulicherweise hat sich die Free Opera Company – bei der wir uns herzlich für die Zusammenarbeit bedanken möchten – bereit erklärt, dem E.T.A. Hoffmann Portal einige Materialien zur Verfügung zu stellen. Insgesamt sind dies über 50 Fotos von der Aufführung, eine Live-Aufzeichnung, Tonaufnahmen, das Programmheft und weitere Materialien. Exklusiv zeigen wir Ihnen heute davon vorab einige Bilder und wünschen viel Spaß beim Stöbern.

Dies alles und vieles mehr zu E.T.A. Hoffmann als Musiker finden Sie in Kürze online im E.T.A. Hoffmann Portal unter der Rubrik Leben und Werk / Der Musiker. Wenn Sie also schon immer mal E.T.A. Hoffmann nicht nur lesen, sondern auch hören wollten, sind Sie bei uns an der richtigen Stelle. Seien Sie gespannt!

 

 

Ein neues Hoffmann-Universum – Das HoPo im E.T.A. Hoffmann-Jahrbuch 24/2016

Soeben ist der neue Band des E.T.A. Hoffmann-Jahrbuchs erschienen, in dem Forschende aus aller Welt ihre Fachbeiträge zur Künstlerpersönlichkeit Hoffmann publizieren. Mit ein wenig Stolz dürfen wir verkünden: Auch das Projekt E.T.A. Hoffmann Portal der Staatsbibliothek zu Berlin ist dieses Mal mit einem Artikel vertreten und berichtet über Hintergründe und Zielsetzungen des neuen Universums E.T.A. Hoffmann Portal.

Der Beitrag beschreibt, wie das Projekt für die Person E.T.A. Hoffmann und sein Umfeld auf die Anforderungen einer immer stärker vernetzten und digitalisierten Forschungslandschaft reagiert, indem es eine Fülle von virtuellen Materialien sowie vielfältigen – auch interaktiven – Inhalten für breite Zielgruppen anbietet. Auch die Herausforderungen und Fragestellungen, die der Aufbau einer solchen Infrastruktur an die Bibliothek stellt, werden diskutiert.

Im Mittelpunkt des Beitrags stehen die inhaltlichen Bereiche des Portals: Hoffmann Wissen – mit den Einstiegen Leben und Werk, Erforschen sowie Unterrichten – und die Kernelemente Hoffmann Digital und Hoffmann Suche. Erläutert werden aber auch der technische Aufbau, die Struktur des Portals mit Navigation und Leitsystemen, die vielfältigen Kooperationen sowie die aktive Einbindung der Zielgruppen. Ein Großteil der beschriebenen Inhalte und Features sind schon umgesetzt, auf einige einzelne Elemente dürfen Sie sich in naher Zukunft freuen.

Haben wir Ihre Neugier geweckt? Viel Freude bei der Lektüre!

Rezitation “Nussknacker und Mausekönig”: Veranstaltung im E.T.A. Hoffmann-Haus Bamberg am 16.12.

Von Prof. Dr. Bernhard Schemmel, Präsident der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft

 

Veranstaltung zur 200-Jahr-Feier von E.T.A. Hoffmanns “Nussknacker und Mausekönig”

Rezitation durch den Schauspieler Andreas Ulich am 16. Dezember 2016 um 20 Uhr im E.T.A. Hoffmann-Haus, Schillerplatz 26, 96047 Bamberg (Platzreservierung: info@ulich-wortkunst.de bzw. Tel. 0951-9 68 44 93)

 

E.T.A. Hoffmann plante wohl schon 1815 mit Christian Salice Contessa und Friedrich Baron de la Motte-Fouqué ein Märchenbuch. Am 16. November 1816 erhielt der Verlagsbuchhändler Georg Reimer in Berlin die letzten Manuskripte. Die „Kinder-Mährchen“ erschienen tatsächlich noch vor Weihnachten. Hoffmann erhielt am 16. Dezember 1816 vier Exemplare des ersten Bändchens. Im Folgejahr erschien ein zweites Bändchen, ebenfalls mit einer Erzählung von ihm, „Das fremde Kind“; beide Texte gingen in seine Sammlung „Die Serapions-Brüder“ ein. 1839 veranstaltete der Verleger eine neue Auflage der „Kinder-Mährchen“. Die Erstauflage ist äußerst selten und entsprechend hoch bewertet.

Das erste Bändchen enthält das Märchen „Nussknacker und Mausekönig“ (S. 115-271), integriert ist ein Märchen von der harten Nuss. Hoffmann schrieb den ganzen Text zwischen dem 29. Oktober und dem 16. November 1816. Zu diesem Zeitpunkt hatte er auch die je drei Anfangs- und Schlussvignetten fertig, die er sich in „AquatintaManier“ gedruckt vorstellte. Tatsächlich sind sie aber in Lithographie gehalten, wie der Umschlag. Die kolorierte Illustration zum „Nussknacker“ zeigt den Titelhelden im Kampf auf Leben und Tod mit dem Mausekönig.

Hoffmanns Kollege und Biograph Julius Eduard Hitzig überliefert, das Märchen sei für Hitzigs Kinder geschrieben – sie hießen wie im Märchen Marie und Fritz. Trotzdem ist „Nussknacker und Mausekönig“ nicht nur für Kinder – die zeitgenössische Diskussion war – wenn überhaupt – eher verhalten. Der Text wurde aber das am häufigsten illustrierte Werk Hoffmanns. Zur außerordentlichen Popularität trug Peter Tschaikowskys/Marius Petipas Ballett „Der Nussknacker“ von 1892 bei. Dessen Libretto ging freilich auf eine freie Übersetzung von Alexandre Dumas d. Ä. zurück, die er unter seinem Namen als „Histoire d’un casse-noisette“ 1845 herausbrachte.

 

Romeo und Julia unter Tage – die “Bergwerke zu Falun”

Die Geschichte ist nicht neu und schnell erzählt: Der junge Seemann Elis kommt von einer Fahrt nach Ostindien wieder in der Heimat an und erfährt, dass seine Mutter gestorben ist, während er auf See war. Anstatt mit seinen Freunden zu feiern, bleibt er traurig und gedankenverloren allein – bis sich ein alter Bergmann zu ihm setzt und ihm rät, die Seefahrt aufzugeben und Bergarbeiter zu werden. Elis folgt diesem Vorschlag, geht nach Falun und sieht sich die Bergwerke an. Zunächst ist er völlig schockiert, doch dann lernt er die schöne Ulla kennen und lieben. Am Tag ihrer Hochzeit fährt er in die Grube ein, um den Almandin zu finden, einen Edelstein, der das Glück des Brautpaares festigen soll. Wenig später erhält Ulla die schreckliche Nachricht, dass das Bergwerk eingestürzt ist und ihren Bräutigam begraben hat. Fortan kehrt sie jedes Jahr am Tag des Unglücks zum Bergwerk zurück und erfährt 50 Jahre später, dass ein Leichnam aus der Grube geborgen wurde, der in Vitriolwasser gelegen hatte und deshalb um keinen Tag gealtert zu sein scheint. Ulla, inzwischen eine alte Frau, erkennt ihren Elis. Sie umarmt den toten, jung gebliebenen Bräutigam – und stirbt, während der Körper von Elis zu Staub zerfällt. In der Kirche, in der sie einst heiraten wollten, finden die Liebenden ihre letzte Ruhestätte.

Titelblatt Falun

Titelblatt. Foto von C. Koesser, SBB PK.

Soweit – in groben Zügen – die Geschichte von Elis und Ulla, wie sie E. T. A. Hoffmann 1819 in seinem Zyklus “Die Serapionsbrüder” erzählt hat.

Inspiriert von dieser traurigen Liebesgeschichte entstand 2016 zu dem Werk Hoffmanns “Die Bergwerke zu Falun” ein Handeinband, den der Berliner Buchbinder und Buchgestalter Christian Klünder schuf. Klünder, Jahrgang 1952, lebt und arbeitet in Berlin-Moabit. Sein Einband für eine 1997 im Verlag Serapion vom See erschienene Ausgabe mit Radierungen von Michael Knobel greift die Erzählung auf und setzt sie auf sehr hohem handwerklichem und künstlerischem Niveau um: Passend zum Ort der Handlung in Hoffmanns Erzählung wählte Klünder als Bezugsstoff für seinen Einband handgefärbtes Rentierpergament. Bei der Ausführung seines Entwurfs mit Metall- und Farbfolienprägung bezieht Klünder sowohl Vorder- und Hinterdeckel als auch den Buchrücken mit ein. Dunkle, senkrechte Balken stehen bedrohlich auf dem roten Pergament und symbolisieren die Schächte, in die die Bergleute zu ihrer gefährlichen Arbeit in die Gruben einfuhren. Die Stollen dagegen, in denen das Erz und andere Bodenschätze gefunden wurden, wirken als waagerechte silberne Streifen freundlich und hell, stehen für den Triumph im Berg und die Glücksmomente des schwer errungenen Erfolgs. Tief unten in der Grube soll der sagenhafte Almandin zu finden sein, der Elis zum Verhängnis wurde. Klünder platziert den Edelstein auf dem Hinterdeckel, fast am Grunde des Schachtes. Als Kontrapunkt dazu finden sich auf dem Vorderdeckel die beiden Ringe des Brautpaares, jedoch deuten die Kreuze bereits den tragischen Ausgang der Erzählung an. Der Graphitkopfschnitt, das Lederkapital und das für den Vorsatz verwendete schwarze Mi-Teintes Papier runden die edle Optik ab. Die zur sicheren Aufbewahrung des Einbands angefertigte Ganzgewebekassette zeigt auf dem Vorderdeckel eine eingelassene Radierung. Der Handeinband wird seinen Standort in der Einbandsammlung der Abteilung Historische Drucke finden.

Vorderdeckel Falun

Vorderdeckel. Foto von C. Koesser, SBB PK.

Detail Vorderdeckel

Detail Vorderdeckel. Foto von C. Koesser, SBB PK.

 

Hinterdeckel Falun

Hinterdeckel. Foto von C. Koesser, SBB PK.

Detail Hinterdeckel

Detail Hinterdeckel. Foto von C. Koesser, SBB PK.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Das Bergwerk in Falun wurde übrigens noch bis weit in das 20. Jahrhundert betrieben. Heute ist es ein Museum und seit dem Jahr 2001 ein Teil des Weltkulturerbes Falun-Kopparbergslagen.

[Text von Andreas Wittenberg.]

Neues aus der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft 1/2016

Von Prof. Dr. Bernhard Schemmel, Präsident der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft

 

Neu in der Bibliothek

Die Bibliothek der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft in der Staatsbibliothek Bamberg wurde von Sponsoren und Stiftungen bereichert. Unter den Objekten befanden sich:

Eine kleine Sammlung illustrierter Ausgaben von Fouqués Undine, die aus Anlass des 200. Jubiläums der Erstaufführung vom 1. Mai bis 1. November 2016 im E.T.A. Hoffmann-Haus unter dem Titel „Fouqué: Undine illustriert“ ausgestellt war.

Ein Mäppchen mit 31 feinen unsignierten Kreidelithographien: Erinnerung an das Riesen-Gebirge, Warmbrunn: Liedl, ca. 1840 [22/L.g.o.391-e(N 70] enthält auch Lokalitäten, die E.T.A. Hoffmann besucht hat (u.a. den Zackenfall); es ist nach dem KVK nirgends sonst nachgewiesen.

Ein seltenes, 32 S. starkes Werk: Klein-Zaches, oder Die 3 goldenen Haare. Phantastisches Zauberspiel in 4 Bildern [Abteilungen] von C. Thalburg, Mit Titelbild [kolorierte Lithographie]. Berlin: Bloch [1868] [22/L.g.o.391-e(N 73] harrt noch des Vergleichs mit E.T.A. Hoffmanns Originaltext.

 

Historisches Pianoforte

Das E.T.A. Hoffmann-Haus hat seit kurzem ein eigenes Pianoforte, geschaffen von Jakob Pfister um 1810, das fünfte von dem Würzburger Instrumentenbauer erhaltene Tafelklavier. Es wurde finanziert mit Spenden von Stiftungen und Sponsoren, darunter der  Oberfrankenstiftung und nahezu 40 Mitgliedern der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft. Den Grundstock bildete das Preisgeld des E.T.A. Hoffmann-Preises der Stadt Bamberg für Bernhard Schemmel von 2014. Zur Vorstellung am 16. Oktober 2016 unter dem Titel „Ich müsste verzweifeln ohne mein Pianoforte“ spielte in je einer Matinee und einer Soiree die Pianistin Anna Köbrich, der Schauspieler Andreas Ulich trug Texte E.T.A. Hoffmanns, Jean Pauls und Wolfgang Amadeus Mozarts vor. Das Instrument ermöglicht musikalisch-literarische Veranstaltungen im größeren Rahmen als bisher.

 

Ausstellungen

Nach den Sonderausstellungen „Fouqué: Undine illustriert“ und Romanas Borisovas: „Ostpreußen – die Heimat E.T.A. Hoffmanns. Aquarelle“ macht das E.T.A. Hoffmann-Haus außerhalb der Saison und nach Absprache Illustrationen zu E.T.A. Hoffmanns „Das fremde Kind“ von dem Bamberger Künstler Hans Günter Ludwig zugänglich. Die neue Folge besteht aus insgesamt 16 eindrucksvollen Blättern verschiedener Technik, darunter Scherenschnitt und Aquarell. In Vitrinen ausgelegt sind Vorarbeiten von ersten Bleistift- bis zu fertigen Skizzen und Schnitten. Sie verdeutlichen die intensive Auseinandersetzung des Künstlers mit Hoffmanns Text in einem langen Arbeitsprozess. Liebevoll ausgedachte Details weisen über das einzelne Blatt auch auf den Erzählzusammenhang hin, fungieren gewissermaßen als Anspielungen. Zur Vernissage am 12. November 2016 trug der Schauspieler Andreas Ulich ausdrucks- und kenntnisreich die Texte E.T.A. Hoffmanns vor und interpretierte feinsinnig-verständnisvoll die Gedanken des Künstlers.

 

Hänsel, Gretel und Zeitgeist. Werkstattgespräch zu Märchenopern am 20.10.

Wissenswerkstatt
Hänsel, Gretel und Zeitgeist. Märchenopern als Spiegel ihrer Entstehungszeit
Werkstattgespräch mit Dr. Beata Kornatowska, Adam-Mickiewicz-Universität Poznań, Polen,
2015 Stipendiatin im Stipendienprogramm der SPK
Donnerstag 20. Oktober 2016
18.15 Uhr
Schulungsraum im Lesesaal, Haus Potsdamer Straße
Treffpunkt in der Eingangshalle (I-Punkt)
Eintritt frei, Anmeldung erbeten

 

Oper bevorzugt bekannte Stoffe, daher stellen Märchen für sie ein dankbares Objekt dar. Oft beschränken sich die Verfasser von Adaptionen, Librettisten und Komponisten nicht auf die bloße Anpassung der Vorlage an die spezifischen Anforderungen der Opernform, sondern benutzen sie als Projektionsfläche für aktuelle oder persönlich relevante Inhalte. So entstehen Interpretationen, die vom Zeitgeist und von künstlerischer Individualität geprägt sind: Dieselbe Märchenvorlage erscheint z.B. einmal im Gewand des dämonischen Pathos (Undine von E. T. A. Hoffmann), ein anderes Mal in biedermeierlicher Alltagskleidung (Undine von Albert Lortzing). An einigen Beispielen aus der deutschen Operngeschichte (Werke von E. T. A. Hoffmann, Albert Lortzing, Engelbert Humperdinck, Siegfried Wagner, Alexander von Zemlinsky) wird im Vortrag gezeigt, wie sich geistige und ästhetische Tendenzen der Entstehungszeit in den Opernwerken spiegeln, wie Märchenstoffe und Märchenfiguren gleich Schiefertafeln neu beschrieben, mit einer komischen, ironischen, psychologischen oder zeitkritischen Dimension versehen werden.

 

Alle Veranstaltungen der Wissenswerkstatt

Stipendienprogramm der SPK an der Staatsbibliothek zu Berlin

E.T.A. Hoffmann Portal: Musikbeispiele und Originaldokumente – Erkenntnisse vom Germanistentag

Vom 26. bis 28. September präsentierte das Projektteam das im Entstehen befindliche E.T.A. Hoffmann Portal der Staatsbibliothek zu Berlin im Rahmen einer exklusiven Preview auf dem 25. Germanistentag in Bayreuth.

Projektteam am Präsentationsstand in Bayreuth

Projektteam am Präsentationsstand in Bayreuth

Ziel der Präsentation waren zum einen die Intensivierung der persönlichen Kontakte zu Hoffmann-Forschenden und -Unterrichtenden sowie die Aufnahme von Anregungen, Kritik und Wünschen für die nutzerorientierte Weiterentwicklung des Portals, zum anderen aber auch schon eine erste breite Bewerbung des neuen Webangebots bei den Hauptzielgruppen aus Forschung und Lehre. Und in der Tat hat die Präsentation viel Neugier geweckt: Drei Tage lang haben sich Interessierte an zwei Notebooks selbst durch die Webseiten des Portals geklickt, sich die Besonderheiten auf einer Projektionsfläche erläutern lassen und Feedbackbögen zur Usability und zur Erwartung an die verschiedenen Themenbereiche ausgefüllt, um so an Gestaltung und Inhalten selbst mitzuwirken.

Usability-Befragung

Usability-Befragung

Für das Projektteam war die Veranstaltung ein voller Erfolg: So konnten neue Autoren für Fachbeiträge im Portal gewonnen, Verlagskooperationen angestoßen und Wünsche für weitere Inhalte und Funktionen aufgenommen werden. Besonders interessiert waren die Lehrerinnen und Lehrer, denn E.T.A. Hoffmann gehört in vielen deutschen Bundesländern zur Pflichtlektüre und wird gerne als Thema in Projektwochen und auf Exkursionen gewählt. Häufig nachgefragt wurden auch ein virtueller Rundgang durch das Hoffmann-Haus in Bamberg, die bildkünstlerische Rezeption Hoffmanns und Lehrmaterial zum Goldenen Topf, sowie Musikbeispiele und Originaldokumente. Gelobt wurden die qualitativ hochwertigen Beiträge von Fachwissenschaftlerinnen und Fachwissenschaftlern sowie der konsequente Umgang mit Quellenangaben und Literaturempfehlungen.

Nach dem Germanistentag ist vor dem Launch der Beta-Version: Mit hochgekrempelten Ärmeln geht das Projektteam nun gleich wieder ans Werk, um die Eindrücke und Ideen zu verarbeiten. Bis zum Launch Mitte Dezember dürfen Sie „Phantastisches“ erwarten!