Das Blog-Netzwerk der Staatsbibliothek zu Berlin – Beiträge für Forschung und Kultur

Researchers from all over the world welcome!

Sie kommen schon immer hierher, die Forschenden von allen Enden der Welt. Seit 2009 jedoch ist in der Stiftung Preußischer Kulturbesitz ein spezielles Instrument zur Förderung internationaler Forschungsbesuche etabliert: das Stipendienprogramm der Stiftung Preußischer Kulturbesitz. Es dient dazu,

„in erster Linie ausländische Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen in die Lage [zu] versetzen, in den Museen, Bibliotheken und Archiven der SPK zu arbeiten, am wissenschaftlichen und kulturellen Leben innerhalb der SPK und in Berlin teilzunehmen und Fachkontakte zu Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der SPK sowie anderer Einrichtungen in Deutschland zu knüpfen.“

Mit „ausländisch“ ist dabei keineswegs die Staatsbürgerschaft oder gar die Nationalität gemeint, sondern der dauerhafte Wohnsitz. Denn es geht darum, die Mehrkosten bei Aufenthalt „in der Fremde“ aufzufangen. Wichtig ist deshalb auch, dass als zusätzliche Unterstützung ein Reisekostenzuschuss eingeplant ist. Jede Institution innerhalb der Stiftung Preußischer Kulturbesitz gestaltet das Programm mit eigenen Modifikationen im vorgegebenen Rahmen.

Stiftungsweite zentrale Vorgaben sind neben dem Antragsformular und den notwendigen Bewerbungsunterlagen

– die Stipendiendauer von maximal 3 Monaten

– die Vergabe des Stipendiums in zwei Kategorien:

– Kategorie A für Personen mit erstem Hochschulabschluss, ohne Promotion

– Kategorie B für Personen mit Promotion (oder Äquivalent)

– die Höhe des monatlichen Stipendiums in der jeweiligen Kategorie:

– Kategorie A: 900 €

– Kategorie B: 1200 €

– die Möglichkeit der Erstattung von Reisekosten bis maximal 500 €

Ebenfalls sind einige Verpflichtungen seitens der gastgebenden Einrichtung und seitens der Stipendiaten formuliert.

 

Für die Staatsbibliothek wird die Zielausrichtung des Programms folgendermaßen spezifiziert: Das Stipendienprogramm

„soll es in erster Linie im Ausland lebenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern  ermöglichen, nach Berlin zu kommen, um die reichhaltigen Sammlungen der Bibliothek und der anderen Stiftungseinrichtungen für ihre Forschungsarbeiten auszuwerten und Fachkontakte in Deutschland zu knüpfen.“

Der Bewerbungszeitraum für ein Stipendium zur Durchführung von Forschungsarbeiten bei der Staatsbibliothek zu Berlin ist separat festgelegt: Bis 30. September jeden Jahres werden Bewerbungen für ein Stipendium im darauffolgenden Jahr angenommen. Der Antrag ist zusammen mit den erforderlichen Unterlagen per Post an die Generaldirektion zu richten:

Staatsbibliothek zu Berlin

– Die Generaldirektorin –

Potsdamer Straße 33

D-10785 Berlin

All diese Informationen finden Sie auf den Stipendienseiten unserer Hompage, die komplett auch auf Englisch zur Verfügung stehen.

Konkret gestaltet es sich in der Staatsbibliothek so, dass mit dem Budget jährlich 6 – 8 Stipendien (incl. Nebenkosten) ermöglicht werden können. Neben einem kostenlosen Bibliotheksausweis wird bei Bedarf eine über unsere ohnehin angebotenen Serviceleistungen hinausgehende fachliche Betreuung gewährt. Die Stipendiaten stellen wenn irgend möglich ihr Forschungsprojekt in einem Werkstattgespräch innerhalb unserer Wissenswerkstatt vor. Wenn es sich organisatorisch anbietet, kann diese Präsentation auch zu einem späteren Zeitpunkt außerhalb der Stipendienmonate erfolgen. Seit dem Bestehen des Blognetzwerkes der SBB haben sie zudem die Möglichkeit, ihr Thema hier in einem eigenen Beitrag einem breiteren Interessentenkreis nahezubringen.

Für Stipendien im Jahr 2018 freuen wir uns über Bewerbungen bis zum 30. September 2017!

Eine zahlenmäßige und inhaltliche Übersicht über die bisherigen Stipendienjahrgänge folgt in einem separaten Beitrag demnächst in diesem Blog!

Friedrich Nicolai und die erste chemische Fachzeitschrift

Gastbeitrag von Anna Gielas, University of St Andrews, Edinburgh

Streitlustig und streitbar soll Friedrich Nicolai (1733-1811) gewesen sein. Fest steht, dass der Berliner Buchhändler und Verleger zu den zentralen Akteuren der Aufklärung zählte. Heute gehört seine Korrespondenz zu den wichtigsten und meistbenutzten Nachlässen der Staatsbibliothek. Unter den 20.000 Briefen finden sich 130 Stück von einem Professor aus Helmstedt, dessen Name den meisten von uns nichts sagt – der jedoch den Lauf der Chemie nachhaltig beeinflusst hat.

Lorenz von Crell (1744–1816), Professor an der Universität Helmstedt

Dabei hat Lorenz Friedrich Crell (1744-1816) zeit seines Lebens weder eine wichtige chemische Entdeckung noch Erfindung gemacht. Stattdessen gründete Crell die erste chemische Fachzeitschrift – und schuf damit in der Zeit eines politisch zerklüfteten und späterhin in die Napoleonischen Kriege verstrickten Europas ein internationales Forum für den Austausch chemischer Forscher. Mithilfe seines Journals bot der Helmstedter einen regelmäßigen Fluss neuer wissenschaftlicher Beobachtungen, erlaubte seinen Lesern, diese zu kommentieren, aufzugreifen und weiter zu untersuchen – und synchronisierte auf diese Weise ein Stück weit die Bemühungen der europäischen Chemiker. Zum Vorteil der Forschung.

Crells Briefe im Nachlass Nicolais erlauben einen einzigartigen Einblick in die Entstehung und Leitung des chemischen Periodikums. In keinem anderen Archiv scheinen annähernd so viele Briefe des Helmstedters überdauert zu haben.

Crell begann seine Korrespondenz mit Nicolai als erfolgloser 33-jähriger Hochschuldozent. Streitlustig hat er den Berliner Verleger nicht erlebt, streitbar noch weniger: Der Helmstedter war Nicolai über Jahrzehnte hinweg in Dankbarkeit und Freundschaft zugetan. Auch als seine „Chemischen Annalen“ längst über die Grenzen des Heiligen Römischen Reiches hinweg bekannt waren, hielt er den Kontakt zu Nicolai.

Der Jungprofessor und der Verleger fanden sich im Jahre 1777, hauptsächlich über Nicolais „Allgemeine Deutsche Bibliothek“ (ADB), ein führendes Rezensionsorgan der Aufklärung. Im November 1777 schrieb Crell: „Ich kann diese Gelegenheit nicht vorbeylaßen, ohne Ihnen zu äusern, daß, wenn eine Stelle eines Recensenten in der practischen Arzneygelahrtheit, der Chemie, Mineralogie, oder Materia medi(c)a, für Ihre schätzbare allgemeine Deutsche Bibliothek etwa offen seyn sollte, und Sie sie durch mich wieder ausfüllenwollten, ich diesen Antrag mit vielem Vergnügen annehmen würde.“

Handschriftenabteilung der SBB, Nachlass Friedrich Nicolai: Crell an Nicolai, Brief 8, 27. Februar 1778

Obgleich Crell zu dieser Zeit an der ersten Ausgabe seines „Chemischen Journals“, des ersten seiner insgesamt neun chemischen Fachperiodika, arbeitete, verfasste er von November 1777 bis Anfang Februar 1778 mindestens sechzehn Rezensionen für Nicolais hochbeliebte Zeitschrift. Dabei besprach der Professor primär jene Publikationen, die für sein eigenes Journal wichtig waren.

Die beachtliche Sammlung von Crells Briefen an Nicolai zeigt, dass der Verleger sehr schnell zu einer essentiellen Ressource für den Jungredakteur wurde. Nicolai verfügte über jahrelange Erfahrung im Leiten einer Zeitschrift und hatte sowohl zahlreiche Möglichkeiten als auch den Willen, dem Helmstedter unter die Arme zu greifen. So ließ er Crell sogar seine chemische Zeitschrift für die ADB rezensieren: Hinter dem Schleier der Anonymität durfte der Jungredakteur sein eigenes Blatt preisen und weiterempfehlen.

Crell suchte bei Nicolai auch Rat in essentiellen redaktionellen Fragen, etwa der Serialität seiner chemischen Publikation: „Sollte es hier am rahtsamsten seyn, das Journal (…) wieder so, wie bisher, 2 kl. Theile jede Meße, herauszugeben? oder Stückweise, zu 6 Bogen?“ Auch bat der Redakteur um Nachrichten zur chemischen Forschung in der preußischen Hauptstadt. Nicolai kannte die führenden Forscher seiner Zeit, darunter Johann Christian Wiegleb, Johann Friedrich Gmelin und Johann Friedrich Göttling. Crell wiederum war gleich doppelt isoliert, als er sein Journal ins Leben rief: Zum einen durch seinen Wohnort Helmstedt mit rund 4.000 Einwohnern in der östlichen Peripherie des Fürstentums Braunschweig-Wolfenbüttel; zum anderen durch einen Mangel an Kontakten zu weiteren Forschern der Chemie.

Nicolai schloss den rund zehn Jahre jüngeren Mann mit der Zeit ins Herz. Immer wieder bereitete er Crell Überraschungen. So schrieb der Jungredakteur: „auch bin ich Ihnen vorzügl. für das so reichl[ich]e Honorar. für Kirwan’s Übersetzg doppelt verbunden, weil es freywillig ist, u. ich es nicht so hoch erwartete.“ Trotz seiner vielfältigen Verpflichtungen fand Nicolai die Zeit, Crell in Helmstedt zu besuchen. Das festigte nicht nur ihre Freundschaft, sondern auch die Zusammenarbeit, und Crell veröffentlichte mindestens acht Publikationen zur Chemie und Medizin im Nicolaischen Verlag.

Doch gerade für die Gründung und die ersten Jahre des „Chemischen Journals“

Deckblatt der ersten Ausgabe des “Chemischen Journals”, Exemplar der Bibliothek des Polytechnicums Carlsruhe

spielte Nicolai eine wesentliche Rolle. Er war, wie es scheint, der einzige einflussreiche Helfer des jungen Crell – und eine treibende Kraft hinter der ersten chemischen Fachzeitschrift. Die Briefe des Helmstedters können als neuer Beleg für die Vielseitigkeit von Nicolais Wirken und sein breites Engagement interpretiert werden.

 

Frau Anna Gielas, University of St Andrews, war im Rahmen des Stipendienprogramms der Stiftung Preußischer Kulturbesitz im Jahr 2017 als Stipendiatin an der Staatsbibliothek zu Berlin. Forschungsprojekt: “Lorenz Crells Briefe an Friedrich Nicolai und die Genese sowie Konsolidierung der ersten chemischen Fachperiodika (1777 – 1785)”

CRL – Center for Research Libraries

Ein Beitrag von Cordula Gumbrecht

Seit neuestem ist die Ostasienabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin als „global member“ von CRL, dem Center for Research Libraries, gelistet. Das CRL, mit Sitz in Chicago, ist ein internationales Konsortium von Universitäts-, Hochschul- sowie unabhängigen Forschungsbibliotheken. Schon seit 1949 unterstützt das CRL Lehre und Forschung in den Geistes-, Natur- und Sozialwissenschaften, indem es rare und außergewöhnliche Quellen dieser Wissenschaftsbereiche aus der ganzen Welt aufbewahrt und verfügbar macht. Als „global member“ von CRL ist die Ostasienabteilung zur Ausleihe von Medien, Büchern, Zeitschriften und Zeitungen sowie Mikrofilmen, zum Auslösen von Digitalisierungsaufträgen sowie zur Anfrage nach Dokumentenbereitstellung (Zeitschriftenartikeln, Archivauszügen etc.) berechtigt. Für den Zugang zum Portal nutzen Sie bitte – nach Anmeldung bei CrossAsia – diesen link bzw. rufen selbiges über die Liste der lizensierten Datenbanken in CrossAsia auf.

In CRL kann man sich unter dem Menüpunkt Collections/Topic guides einen nach Themenbereichen geordneten Überblick über die vorhandenen Quellen verschaffen, unter dem Menüpunkt Collections/CRL Collecting Areas findet sich zum einen eine nach Fächern – wie z.B. Nachrichten, Recht und Regierungsinformationen, Naturwissenschaften/Technologie/Ingenieurwissenschaften – , zum anderen nach Art der Ressourcen – wie z.B. Archive, Serien, Monographien, Dissertationen sortierte Zusammenstellung.

Ausleihen werden für eine Dauer von 90 Tagen gewährt, die Frist kann auf Anfrage verlängert werden. Wenn immer möglich, werden Leihanfragen auf dem Wege der Digitalisierung beantwortet, bei Bestellung eines Einzelbandes bzw. eines Mikrofilms nimmt die Digitalisierung fünf Arbeitstage in Anspruch. Ausleihanfragen aus dem CRL-Bestand richten Sie bitte an folgende Adresse: ostasienabteilung(at)sbb.spk-berlin.de

Unter dem Menüpunkt Electronic Resources/Digital Collections sind Beispiele von für Mitglieder von CRL frei zugängliche digitalisierte Quellen aus deren Beständen  versammelt, so z.B. eine Sammlung chinesischer Pamphlete aus der Zeit der Kulturrevolution oder auch der Zugang zur Digital South Asia Library.

Zu diesen für Mitglieder von CRL frei verfügbaren Dokumenten aus dem Bereich China gehören u.a.:

English Language Newspapers

  • Canton Register [1827-1843]
  • Celestial Empire (Shanghai) [1874-1927]
  • China Mail (Hong Kong) [1845-1968]
  • China Press (Shanghai) [1914-1949]
  • Hong Kong Daily Press [1864-1941]
  • Hong Kong Telegraph [1881-1951]
  • North-China Daily News [1855-1951]
  • North-China Herald [1850-1941]
  • South China Morning Post [1904-2009]

Chinese Language Newspapers

  • Beijing ri bao (北京日報) [1956-1968]
  • Da gong bao (大公報) [1929-1966]
  • Gong ren ri bao (工人日報) [1951-1966]
  • Guang ming ri bao (光明日報) [1950-1974]
  • Hua zi ri bao (華字日報) = The Chinese mail [1895-1940]
  • Nanfang ri bao (南方日報) [1949-1969]
  • Ren min ri bao (人民日報) [1949-1995]
  • Shen bao (申報) [1872-1949]
  • Shi bao (時報) (Shanghai) [1909-1937]
  • Shun tian shi bao (順天時報) [1901-1926]
  • Xing dao wan bao (星島晚報) [1946-1989]
  • Zhong yang ri bao (中央日報) [1950-1994]
    =Central Daily News (Taiwan)
  • Zi li wan bao (自立晚報) [1947-1987]
    = Independence Evening Post

Other News Resources

  • S. Information Service
    • Chinese Press Review [1945-1950]
    • Survey of China Press [1950-1977]
    • Current Background [1950-1977]
  • Foreign Broadcast Information Service
    • Daily report, foreign radio broadcasts [1941-1995]
    • Daily news release / Hsinhua News Agency release (Beijing) [1949-    ]
    • Fei qu di fang guang bo xin wen / Gong fei di fang guang bo xuan ji [1956-1981]
      共匪地方广播选集
    • Millard’s review of the Far East / China Weekly Review [1917-1953]
    • Official Gazettes
      • Cheng-fu kung-pao (政府公报) [1912-1919]
      • Kuo-min Cheng-fu kung-pao (国民政府公报) [1938-1943]
      • Ching fu kung pao (Manchuria) (清府公报) [1932-1945]
      • Hong Kong government gazette  [1918-1921]
      • Additional municipal and provincial gazettes

In Kürze werden diese und alle anderen frei verfügbaren Quellen aus CRL mit ihren bibliografischen Daten in die CrossAsia Suche integriert werden und damit dort direkt recherchierbar sein.

Dieser Beitrag erschien zuerst im CrossAsia Blog

Carl Maria von Weber: Romanza siciliana

Autographen aus den ersten zwanzig Lebensjahren Carl Maria von Webers haben Seltenheitswert; umso überraschender war es, als 2015 die Reinschrift der Romanza siciliana auftauchte, die der Komponist Ende 1805, kurz nach seinem 19. Geburtstag abgeschlossen hatte. Der letzte Hinweis auf den Verbleib dieses Manuskripts, das sich lange Zeit (vermutlich seit 1839) im Archiv des Berliner Verlages Schlesinger befunden hatte, stammte aus dem November 1925, als es in New York im Auktionshaus Anderson Galleries „unter den Hammer kam“; seitdem galt das Autograph als verschollen. Im Februar 2017 konnte das Frühwerk für die Weberiana-Sammlung der Staatsbibliothek erworben werden und ist – dank der Unterstützung der Restaurierungs-Abteilung – nun auch, obgleich fragil, in einem Zustand, der die Benutzung zu wissenschaftlichen Zwecken erlaubt.

Weber vermerkte auf seinem Manuskript zu den Entstehungsumständen des Werks: „componirt in Breslau für H: Kauffmann Zahn den 24t December. 1805.“ In der schlesischen Metropole hatte der junge Musiker im Sommer 1804 (noch nicht 18jährig) sein erstes besoldetes Amt als Musikdirektor am Theater angetreten, seine dienstlichen Verpflichtungen ließen ihm allerdings wenig Zeit für eigene Arbeiten, so dass er seinen 1806 auslaufenden Zweijahresvertrag nicht verlängerte. Zu den wenigen bekannten Kompositionen der Breslauer Periode gehört dieses gerade 59 Takte umfassende Vortragsstück für Solo-Flöte und Orchester, dessen Adressat der Kaufmann Jakob Conrad Zahn war: ein Liebhaber von Flötenmusik, der 1803 einen Quartettverein gegründet hatte und in seinem Hause Privatkonzerte veranstaltete. Ob Weber von Zahn einen entsprechenden Auftrag erhalten hatte oder von seinem Freund Friedrich Wilhelm Berner zur Komposition angeregt wurde, der im Zahn’schen Quartettverein aktiv war und ebenfalls Werke für den Mäzen schrieb, ist nicht überliefert. Solist der um den Jahreswechsel 1805/06 anzunehmenden Uraufführung dürfte der Breslauer Flötist Adam (auch Adamy) gewesen sein, ebenso ein Freund Berners sowie Ehrenmitglied des genannten Vereins.

Das Autograph diente, wie Stechervermerke mit Bleistift sowie die auf der ersten Seite hinzugefügte Verlagsnummer „S. 2321.“ ausweisen, als Stichvorlage für die im September 1839 erschienene Erstpublikation des Werks bei Schlesinger (als Nr. 2 der „Nachgelassenen Werke“). Ein Rezensent attestierte dem Werk damals eine „schön empfundene schlichte Romanzenmelodie, welche die Flöte meist ganz ungeschmückt, wie einen weichen Hirtengesang vorträgt; nur einige Male klingen mässige Bravouren hinein“ (Allgemeine musikalische Zeitung, 1938, Sp 1042f.). Dass es sich dabei nicht um ein Spitzenwerk des Komponisten, sondern eher eine musikalische Gefälligkeit handelt, ließ der Kritiker nur dezent anklingen, indem er auf die „ungesuchte“ Melodie, „sinnige“ Harmonien und die Kürze des einsätzigen Stücks hinwies und betonte, dass dieses – wie auch von Weber beabsichtigt – seinen Platz in „geselligen Zirkeln“ habe, also nicht auf dem Konzertpodium, sondern eher im Salon (bzw. der Hausmusik). Ungeachtet dieser Einschränkung bezüglich seiner musikpraktischen Relevanz ist das Manuskript als Dokument der musikalischen Entwicklung des „frühen“ Weber von besonderer Bedeutung. Neben Eintragungen des Stechers (laut Schlesinger-Verlagsbuch in diesem Falle F. Wessely) findet sich auf den insgesamt vier Blättern des Autographs als weiterer Zusatz von fremder Hand eine Echtheitsbestätigung des „Vaters der Weber-Forschung“ Friedrich Wilhelm Jähns vom 8. Juli 1863.

Digitalisat der Handschrift

[Text von Frank Ziegler]

Ausstellung „Gläubiges Staunen – Biblische Traditionen in der islamischen Welt“

14. Juli – 15. Oktober 2017
Museum für Islamische Kunst im Pergamonmuseum
Bodestraße, 10178 Berlin
Besuchereingang über den Kolonnadenhof

Eine Sonderausstellung des Museums für Islamische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin Preußischer Kulturbesitz und der Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz

Öffnungszeiten und Informationen zu Eintrittspreisen


Koptischer Papyruskodex mit den Sprüchen Salomos (Abschrift Ägypten, Ende 4. Jh., SBB-Orientabteilung, Ms. or. oct. 987) © Staatsbibliothek zu Berlin – PK || CC BY-SANC 3.0

 

Anhand von herausragenden Handschriften zeigt die Ausstellung “Gläubiges Staunen” die Vielfalt der christlichen Traditionen im Vorderen Orient – von der Spätantike bis ins 19. Jahrhundert.

Bibelhandschriften jüdischer und orientalisch-christlicher Glaubensgemeinschaften werden gemeinsam mit islamischen Handschriften, die biblische Sujets reflektieren, präsentiert. Neben prächtig illuminierten armenischen Evangeliarien, syrischen Pergamentbibeln oder koptischen Papyri werden u.a. auch indische Miniaturen mit christlichen Motiven zu sehen sein.

Der kulturelle und künstlerische Austausch zwischen den unterschiedlichen religiösen Gemeinschaften war im östlichen Mittelmeerraum ein häufiges Phänomen. Die Bibel entstand im Orient – Judäa, Ägypten und Persien sind einige ihrer historischen Schauplätze. Der Islam wiederrum entstand in einem von Judentum und Christentum geprägten Umfeld; und der Koran bezieht sich an mehreren Stellen auf den biblischen Text und setzt diese Themen und Gestalten als bekannt voraus.

In der Ausstellung werden hochkarätige Handschriften aus den reichen Beständen der Orientabteilung der Staatsbibliothek für drei Monate mit islamischer Buchkunst aus der Privatsammlung Vollmer und dem Museum für Islamische Kunst der Staatlichen Museen zu Berlin in Dialog treten. Anhand zahlreicher Beispiele werden so die Verbindungen zwischen christlicher und islamischer Buchkunst sichtbar: Die Illustrationen in manchen islamischen Bilderhandschriften haben nicht selten verblüffende Ähnlichkeiten mit zeitgenössischen christlichen Vorbildern aus byzantinischen, armenischen und syrischen Manuskripten, besonders aus illustrierten Bibeln. Umgekehrt reflektieren auch die christlichen Bibelhandschriften den jahrhundertelangen Kulturkontakt mit ihrer muslimischen Umwelt.

Die Ausstellung beginnt bei den Ursprüngen der Bibel mit hebräischen und griechischen Urtexten: Ein früher koptischer Kodex (4. Jh. n.Chr.) aus Ägypten mit den Sprüchen Salomos ist das älteste Objekt. Eine Besonderheit stellt eine samaritanische Tora dar, die an der Stelle des Aaronitischen Segens von den Küssen der Gläubigen dunkel gefärbt ist. Sehr seltene biblische Zeugnisse aus dem einstmals christlichen Nubien des 10./11. Jahrhunderts, die ersten jemals gefundenen Texte der nubisch-christlichen Kultur, werden zu sehen sein. Leuchtende Farben und eine direkte Bildsprache zeichnen die äthiopischen Pergamenthandschriften aus, Zeugen einer ungebrochenen tiefen Religiosität, die bis heute das christliche Äthiopien prägt. Für die reiche arabisch-christliche materielle und geistige Kultur stehen ein Evangeliar aus dem Palästina des 11. Jahrhunderts und ein wunderbar illuminiertes Prophetenbuch aus dem frühen 14. Jahrhundert. In den gezeigten muslimischen Handschriften treten vertraute biblische Gestalten und Geschichten gleichsam verändert auf und sind doch immer wiederzuerkennen. Den zahlreichen im Koran und anderen islamischen Überlieferungen zu findenden biblischen Gestalten sind etwa die Qiṣaṣ al-anbiyāʾ (Erzählungen von den Propheten) gewidmet. Die indischen Miniaturen mit zahlreichen Heiligen- und Madonnendarstellungen aus der Sammlung Vollmer zeugen von einer intensiven Auseinandersetzung mit europäischer Kunst, die seit dem Ende des 16. Jahrhunderts zu beobachten ist.


Pressebilder: www.preussischer-kulturbesitz.de/newsroom/presse/pressebilder.html


Ausführliche Berichte über diese Ausstellung erschienen unter anderem hier:

14. Juli 2017, RBB Kulturradio / Kulturtermin, 5’20 min, Timecode 0:14

13. Juli 2017, Deutschlandfunk Kultur

14. Juli 2017, Deutsche Welle/Arabisches Programm Qantara

Meine Leidenschaft für das Buch!

Die Bürgerstiftung Berlin ist Ausdruck des privaten Engagements Berliner Bürgerinnen und Bürger, die mit gezielten Projekten das Zusammenleben der Menschen in der Hauptstadt stärken. Mit der Bürgerstiftung Berlin können die Bürgerinnen und Bürger der Stadt mehr Mitverantwortung für die Gestaltung ihres Gemeinwesens übernehmen. Eigeninitiative und Gemeinsinn bilden den ideellen Kern. Daraus entwickeln sich die Projekte, die die Kompetenzen jedes Einzelnen fördern.

Die Stiftung motiviert seit nunmehr 15 Jahren Mitbürger zum gesellschaftlichen Engagement. Im Fokus der Projekte, die seit der Stiftungsgründung umgesetzt wurden, steht die Arbeit mit sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen.

Als Mitglied des Kuratoriums der Bürgerstiftung wurde ich gebeten, das Sommerfest 2017 im St.-Michaels-Heim am Herthasee im Grunewald durch ein Grußwort zu begleiten, in dem ich meine Leidenschaft für das Buch beschrieb. Dieser Bitte kam ich – nicht zuletzt als Unterstützerin der Aktion „LeseLust“ – ehrenamtliche Lesepaten besuchen Kinder in Berliner Grundschulen und Kindergärten, um mit ihnen gemeinsam zu lesen oder Bilderbücher anzusehen – sehr gerne nach und berichtete den mehr als 100 Gästen:

 

Liebe Gäste, liebe Freundinnen und Freunde, meine Damen und Herren,

die Bürgerstiftung bat mich, Ihnen von meiner Leidenschaft für das Buch zu erzählen. Dem komme ich gerne nach, wenngleich die Sache ein wenig vielschichtiger ist, als man zunächst vermuten mag, denn als Generaldirektorin der Staatsbibliothek – Preußischer Kulturbesitz habe ich eine Leidenschaft für das Buch als solches wie auch für unsere Sammlung von mittlerweile elf Millionen Büchern. Sie mögen sich nun fragen, ob in einem solchen Massenbetrieb denn auch das einzelne Buch noch immer die nötige Wertschätzung besitzt und erfährt oder ob man, irgendwann nach dem siebenmillionten Buch, abstumpft, und das Buch, wie die vielen Baumstämme eines großen Waldes, nur noch in Regalkilometern begreift: nein, ganz gewiss nicht. Denn jedes einzelne Buch wird ja irgendwann entliehen, manches häufig, manches seltener, aber jedes einzelne Buch beschäftigt dann einen Leser oder eine Leserin, tritt in einen Lektüredialog mit einem Menschen. Und jedes Buch sorgt für einen Erkenntnisgewinn, hoffentlich häufig für positive und hilfreiche Erfahrungen! (denn es gibt ja auch genug Bücher, über die wir uns eigentlich nur ärgern und die wir rasch wieder vergessen wollen). Jedes Buch also unter diesen 11 Millionen Büchern erfüllt einen Zweck: es bildet, es unterrichtet oder es unterhält, je nach Natur des Buches und der Fragestellung des Lesers und der Leserin. Was für ein wunderbarer Beruf, so werde ich oft angesprochen, Bücher zu kaufen und zu vermitteln, um für Forschung und Kultur tätig zu sein – und überdies so nachhaltig. Kein Schauspielintendant, kein Opernregisseur verfügt über einen sich immer weiter vergrößernden Kultur- und Wissensschatz; die darstellenden Künste liefern einen Abend lang ein wunderbares Momenterlebnis, das dann anschließend aber nur noch in unser Erinnerung, in unserem Gedächtnis weiterlebt. Haptisch greifbar ist allein noch das Programmheft – und dies ist sogar schon wieder sammelnswert für eine Bibliothek…

Meine Leidenschaft für das Buch entstammt also zu einem Gutteil der schönen Erfahrung, Teil einer nützlichen Zirkulationsbewegung zu sein. Wenn ich mich morgens dem Bibliotheksgebäude nähere, sitzen sie auf den Fahrrädern, entsteigen den Bussen und den S-Bahnen: Menschen, die in den klarsichtigen Plastiktüten der Bibliothek unsere Bücher wieder zurückbringen. Ein schönes Gefühl, darüber nachzudenken, daß diese Menschen den gestrigen Abend über diesen Büchern verbracht haben, über Büchern, die aus öffentlichen Mitteln erworben wurden, um möglichst vielen Menschen nacheinander nützlich zu sein. Bücher, die nun neuerlich in den großen Kreislauf eingespeist werden, Bücher, die teilweise schon vorbestellt sind, weil andere Leserinnen und Leser dringlich auf sie warten. Und wenn ich im Laufe des Tages aus dem Fenster meines Dienstzimmers blicke, sehe ich wieder andere Menschen, die die Stahlkörbchen auf ihren Fahrrädern befüllen mit wieder neuen Büchern, denn die Lektüre wissenschaftlicher Werke weckt das Verlangen nach weiteren Büchern, um das bisher Gelesene zu überprüfen, die bis dato gewonnenen Erkenntnisse zu erweitern oder neuen Seitenpfaden nachzugehen.

Können Sie meine Begeisterung nachvollziehen? Ich hoffe ja, aber ich soll Ihnen ja nicht von der Begeisterung für das Buch und die Bücher erzählen, sondern von der Leidenschaft, was ja noch einmal eine ganze Menge mehr ist. Begeistert von Büchern sind sicherlich die meisten von Ihnen, denn wer sich als Lesepatin oder als Lesepate ehrenamtlich engagiert, wird dem Buch als Kulturgut ohnehin mehr als gewogen gegenüberstehen. Wie aber entsteht Leidenschaft? „Das Buch“ – was ist das eigentlich für die meisten von uns? In aller Regeln denken wir zunächst an die eigenen heimischen Bücherregale, in denen sich anfindet, was in den vergangenen Jahrzehnten den Weg in die eigenen vier Wände fand: gekauft oder geschenkt, selten aber einmal älter als dreißig oder vierzig Jahre. – In der Staatsbibliothek aber sieht die Sache ein wenig anders aus und erinnert uns daran, auf welchen hohen kulturellen Schultern wir heute stehen. Seit gut 550 Jahren kann man Bücher nach dem Gutenberg’schen Verfahren drucken – und diese frühen Kulturzeugnisse sind Dokumente der deutschen, der europäischen und der Menschheitsgeschichte, die wir zu Tausenden besitzen, pflegen und im Rahmen von Ausstellungen auch präsentieren. Als das Drucken mit beweglichen Lettern noch eine solche technische Sensation war wie das Internet vor 20 Jahren eine gigantische Innovation darstellte, da entstanden die ersten massenhaft gedruckten Bücher – und manche dieser Bücher haben schon damals in der Tat die Welt sehr nachhaltig verändert.

Wir haben diesen Umstand gerade zu Beginn dieses Jahres wieder eindrucksvoll erfahren können, als wir in unserer viel beachteten Ausstellung zu „500 Jahren Reformation“ verdeutlicht haben: Kernstück der beginnenden Reformation war im Herbst 1517 der Druck der95 Thesen Martin Luthers! Dieses einseitig bedruckte Blatt wurde überall blitzschnell nachgedruckt, es verbreitete sich aufgrund des modernen Bleisatzes so schnell wie heute eine Nachricht in den sozialen Medien. Die Reformation wäre anders verlaufen, vielleicht auch in ihren Anfängen versiegt und versandet, wenn sich nicht Luther und seine Anhänger die neuartige Methode des Druckes zu Eigen gemacht hätten. – Und so ging es weiter: auch der Dreißigjährige Krieg setzte auf Propaganda, auf gedruckte Pamphlete und Traktate. All diese Druckerzeugnisse, mit denen eine Einzelperson oder eine Gruppe von Menschen andere Menschen lenken oder manipulieren, belehren und bekehren, aufhetzen oder überzeugen möchte, versammeln sich in der Staatsbibliothek. Ahnen Sie, wie Leidenschaft wachsen kann, wenn man erkennt, welchen Stellenwert in der Menschheitsentwicklung der vergangenen Jahrhunderte das gedruckte Buch besessen hat – und wenn man diese Schätze verwalten und vermehren darf?

Ich sprach eben von der Menschheitsentwicklung – und habe ganz bewusst dieses große Wort gewählt. Das Buch ist ja – trotz aller Diversität – ein weltumspannendes Medium. Diese Tatsache mögen Sie eine Binsenweisheit nennen, und doch berührt es mich jedes Mal auf eine eigentümliche und ganz faszinierende Weise, Bücher aus fremden Kulturkreisen in Händen zu halten, Bücher in mir ganz unverständlichen Sprachen und Schriftzeichen. Eine so große und global ausgerichtete Bibliothek wie die Staatsbibliothek erwirbt Literatur aus aller Herren Länder – und hin und wieder fällt bei Führungen durch unsere Häuser mein Blick auf Bücher, die sich anschließend als solche aus Georgien, aus Kambodscha oder aus Armenien herausstellen. Ja, so entsteht Leidenschaft, wenn die weltumspannende Wirkung des Buches greifbar wird. Egal, welche Sprache wir sprechen, an welchen Gott wir glauben und auf welchem Kontinent wir leben: das Buch ist Medium der Verständigung, des Diskurses und der Kontroverse, durch das Buch vollziehen sich Bildung und Forschung, heitere Zerstreuung und politische Agitation. Ein wirklich faszinierendes Objekt, das Buch – und nicht allein das Buch! Denn wir Bibliothekarinnen und Bibliothekare spannen den Radius ja ein wenig breiter: das Universum Buch umfasst auch Karten und gedruckte Partituren und Libretti, Karten und Stadtpläne, Zeitschriften und Tageszeitungen – letztlich den gesamten Kosmos des Gedruckten.

Sie erkennen, meine Damen und Herren: Bücher sind nützlich, sie können die Welt verändern und sie sind das weltweite Informationsmedium – seit Jahrhunderten. Auch noch in der Zukunft? Wir wissen es nicht. Die Bedeutung des gedruckten Buches wird mit der weiteren Vervollkommnung des Digitalen Zeitalters schwinden, ohne Frage. Zweifeln Sie aber nicht am Buch, das wäre ganz falsch. Halten Sie dem Buch mit all seinem Potential, mit seiner großen geschichtlichen Vergangenheit und seiner kaum absehbaren digitalen Zukunft die Treue – so wie ich es mit Leidenschaft seit über 30 Jahren Tag für Tag tue!

Besuchen Sie die Bürgerstiftung!

„Wirklich in Verfall“ – Wilhelm von Humboldt und die Königliche Bibliothek

Im Rahmen einer abendlichen Podiumsdiskussion diskutierten am Abend des 20. Juni in der Staatsbibliothek über Wilhelm von Humboldts historische und gegenwärtige Bedeutung Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz; Heinz-Elmar Tenorth, Professor für Historische Erziehungswissenschaft an der Humboldt-Universität zu Berlin und Jürgen Trabant, Professor für Sprachwissenschaft am Institut für Romanische Philologie der Freien Universität Berlin. Die Einführung und Moderation übernahm Heike Schmoll, bei der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zuständig für Bildungspolitik und verantwortlich für die Seite ,Bildungswelten‘.

Auf dem Podium: Dr. h.c. Heike Schmoll als Diskussionsleiterin, Prof. Dr. Trabant, Prof. Dr. h.c. mult. Hermann Parzinger, Prof. Dr. Tenorth

 

Als Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz erläuterte ich eingangs die besonderen Beziehungen Humboldts zur Königlichen Bibliothek:

„Meine Damen und Herren, wenn wir uns heute Abend fragen, ob Wilhelm von Humboldt denn allein als der allerorts anerkannte Bildungsreformer zu gelten hat oder ob wir ihm anlässlich seines 250. Geburtstags noch einige andere Verdienste bescheinigen dürfen, so möchte ich als Generaldirektorin der Staatsbibliothek, die zu Humboldts Zeiten ja noch als Königliche Bibliothek fungierte, gerne behaupten: ja, in gewisser Weise hat sich Humboldt sogar als Bibliotheksreformer erwiesen; wenn auch nicht flächendeckend für den gesamten Staat Preußen, so aber doch maßgeblich für die Königliche Bibliothek.

Nach Jahren der sanierungsbedingten Veranstaltungsabstinenz: unser Debut Unter den Linden!

 

Es geht, wie so gerne, ums Geld – präziser: um den Etat, um Bücher und wissenschaftliche Zeitschriften kaufen zu können. Das war vor zweihundert Jahren ebenso ein Thema wie heute und vermutlich wird der sogenannte „Erwerbungshaushalt“ ein Thema auch bleiben, solange es Bibliotheken noch gibt. Denn Bücher kosten Geld, damals wie heute; und für Bibliotheken darf es immer auch noch „ein wenig mehr“ Geld sein. Doch der Anstoß dazu muß in aller Regel von oben kommen, aus den Ministerien; die Forderungen der Bibliothekare an der Basis verhallen zumeist ungehört. In der Tat war die Erwerbungslage der Königlichen Bibliothek im 18. Jahrhundert über Jahrzehnte hinweg desolat gewesen. Unter Friedrich Wilhelm, der den Soldaten bekanntlich mehr Interesse entgegenbrachte als den Büchern, wurde sechs Jahre lang nicht ein einziges Buch für die Bibliothek erworben; und auch anschließend bestand der Erwerbungsetat ganz überwiegend aus den Einnahmen, die die Bibliothek durch den Verkauf von Dubletten erzielte. Noch im Jahr 1776 musste sie – für einen völlig sachfremden Zweck! – vierhundert Thaler bereitstellen, um vierzig Dorfschulmeister schleunigst in das neugewonnene Westpreußen zu befördern. Kein Wunder mithin, dass Wilhelm von Humboldt im August 1809 diagnostizierte, dass „einige weniger begünstigte Institute, wie z.B. die Bibliothek, wirklich in Verfall gerieten“. Deutliche Worte sind dies eines Mannes, der erst seit Mitte April, also seit vier Monaten, sein neues Amt als Direktor der Sektion für Kultus und Unterricht im Ministerium des Innern ausübte. Nunmehr, in Königsberg, Hof und Regierung residierten in jenen Tag dort, gelangt er zu der Auffassung, es sei bislang „eine wirklich erbärmliche Summe auf die Vermehrung der Bibliothek“ veranschlagt worden. Humboldt erkannte, dass eine Universität – nämlich ‚seine‘ soeben in Berlin gegründete Universität – ohne leistungsfähige Bibliothek kaum jemals erfolgreich würde wirken können und veranschlagte bei der Etatisierung der Universität von Anbeginn auch deren Literaturversorgung großzügig mit ein.

Vermutlich waren seine Vorstellungen in diesen wirtschaftlich schwierigen und militärisch kostspieligen Zeiten allzu hochfliegend, denn die 10.000 Taler, die Humboldt der Bibliothek gerne jährlich zugewiesen hätte, ließen sich beim Finanzminister Altenstein nicht durchsetzen. Am Ende wurden aus den vormals 2.000 Talern jährlich immerhin 3.500 – ein ganzes Drittel mehr, und zwar dauerhaft! Nun war Planungssicherheit gegeben und vor allem war durch die materielle Besserstellung zugleich auch der immaterielle Wert der Bibliothek deutlich herausgestellt. Was nichts kostet, ist auch nichts wert oder anders gewendet: Teuer = wertvoll, nützlich und unterstützenswert. Als Minister Altenstein 1817 vom Finanzressort zum Kultus wechselte, erhöhte er den Bibliotheksetat dann auf 4.000 Taler; Ende der zwanziger Jahre lag er bereits bei 8.000 Talern, von Sondermitteln und außerordentlichen Zuschüssen ganz zu schweigen.

Eine anspruchsvolle Veranstaltung in prachtvollem Ambiente

 

Man mag nun einwenden, dass Humboldt, als er die Mittel für die Königliche Bibliothek erhöhte, ja gar nicht an die Bibliothek als solche dachte, sondern eigentlich allein die Universität und deren Literaturversorgung im Kopf hatte. So berechtigt dieser Einwand auch ist, er ändert nichts an neuen finanziellen Wertschätzung, die der Bibliothek nun zuteilwurde. Und ganz nebenbei wurde die Königliche Bibliothek durch diese neue akademische Aufgabenbestimmung auch erstmals an eine Zielgruppe, nämlich an die universitäre Forschung und Lehre, herangeführt. Wir haben somit Wilhelm von Humboldt in doppelter Hinsicht zu danken: für die monetäre Besserstellung wie auch für die damit verbundene Verpflichtung der Bibliothek gegenüber ihrer neuen Klientel. Seit ihrer Gründung war die Bibliothek ein wenig orientierungslos gewesen und diente Theologen und Juristen, Kammerherren und Militärs, Hofbeamten und Schöngeistern als Gebrauchsbibliothek. Nun aber, kaum dass sich die Wissenschaften in Berlin überhaupt erst etablierten, hier gleich nebenan im Palais des Prinzen Heinrich, sorgte Wilhelm von Humboldt für die Verzahnung von Hochschule und Königlicher Bibliothek.

Ich begrüße Professor Markschies, den ehemaligen Präsidenten der Humboldt-Universität zu Berlin

 

Bis heute ist es dabei im Wesentlichen geblieben. Noch immer ist die Bibliothek eben auch eine Universitätsbibliotheksbibliothek: an die drei Viertel unserer Leserinnen und Leser sind Studierende, Doktoranden oder entstammen dem Lehrkörper. Die Saat, die Wilhelm von Humboldt 1809 säte, ist fulminant aufgegangen: wer in Berlin wissenschaftlich arbeitet, ob akademisch eingebunden oder auch außeruniversitär, kommt an der Staatsbibliothek nicht vorbei. Und auch der Erwerbungsetat ist noch immer ein Thema. Erfreulicherweise ist es in diesem Jahr, 2017, gelungen, den Etat der Bibliothek sehr maßgeblich, aufzustocken – wir wollen hoffen, dass die Humboldt’sche Erkenntnis des Jahres 1809, den Erfolg der Wissenschaften in Berlin auch durch eine verbesserte Etatisierung der maßgebenden Bibliothek zu erreichen, auch die heutigen Entscheidungsträger auch weiterhin lenken möge. Als Generaldirektorin der Staatsbibliothek gratuliere ich Wilhelm von Humboldt sehr herzlich zu seinem 250. Geburtstag und danke von Herzen für sein so fruchtbringendes Engagement zum Besten der Königlichen Bibliothek!

Und um Wilhelm von Humboldt dauerhaft die Ehre zu erweisen, nutzte ich die Gunst der Jubiläumsstunde und benannte den Großen Festsaal des Hauses Unter den Linden für die Zukunft nach Wilhelm von Humboldt!

 

Coole Zeitschrift!

Trotz Zopf-Klischee und Staubvorwürfen gelingt es zuzeiten auch Bibliotheken, hart am Wind des herrschenden Zeitgeschmacks zu segeln. Das behaupten wir jetzt einfach mal so, haben wir doch, um im Bild zu bleiben, den Rückenwind einiges positiven Feedbacks auf unserer Seite.

Seit der im Februar erschienenen ersten Ausgabe 2017 präsentiert sich das bereits im zwölften Jahr erscheinende Magazin im gänzlich neuen Gewand. Prägte lange Zeit ein schlichtes Weiß als Leinwand für wechselnde Motive aus Beständen oder Bibliotheksgebäuden die Titelbilder der Zeitschrift, so ruft das neue Heft in fröhlichem Rot den potentiellen Leserinnen und Lesern ein ‘Nimm mich mit!’ entgegen. Das scheint auch ganz praktisch zu funktionieren, war doch die Ausgabe 1/2017 schnell vergriffen.

Auch sonst hat sich so einiges verändert, hier ein Auszug aus dem Begleitbrief zum ersten Heft im neuen Gewand:

Auf den ersten Blick mag nichts an das bisher gewohnte Magazin erinnern. Neu ist die auffällige Titelgestaltung, die sich bis auf die Rückseite erstreckt. Neu ist ein kleiner Berlin-München-Navigator, der uns am unteren rechten Seitenrand mitteilt, aus welcher Bibliothek ein Beitrag stammt. Und neu sind auch die verwendeten Schriften aus dem Hause Foundry in London. Soweit der erste Blick.

An der Seitenaufteilung, dem sogenannten Raster und grafischen Herz jeder Publikation, wurden kaum Veränderungen vorgenommen. Die Artikel erscheinen wie gewohnt in zwei Spalten. Eine dritte Randspalte schafft Platz für Zusatzinformationen. Wer in einer Bibliothek tätig ist, der weiß, dass sich diese Aufteilung über Jahrhunderte etabliert und bewährt hat. Sie wurde tausendfach nach Kriterien der Lesefreundlichkeit und Ästhetik untersucht und schneidet bis heute mit Bestnoten ab, selbst bei rasant verändernden Lesegewohnheiten.

So haben wir grafisch erneuert und dabei das Gute und Bewährte erhalten. Die redaktionelle Arbeit erfolgt auf ebenso bewährte Weise wie bisher an den Standorten in Berlin und München.

Das grafische Konzept und die Gestaltung stammen von Sandra Caspers, einer Mitarbeiterin der Staatsbibliothek zu Berlin. Sie hatte im Vorfeld eine Reihe von verschiedenen Entwürfen erarbeitet, die Auswahl des kühnsten unter diesen trafen in einem sehr demokratischen Abstimmungsprozess die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Bibliothek.

Inhaltlich spannt sich der Bogen wie eh und je über das gesamte Spektrum der Arbeitsgebiete der beiden Staatsbibliotheken in Berlin und München. Da gibt es Aufsehen erregende Entdeckungen in den alten Sammlungen, neueste Forschungsprojekte und Feuilletonistisches – gemeinsam ist allen Artikeln, dass sie weniger belehren, als vielmehr unterhalten wollen. Auch dazu passt – so finden wir – das neue Design hervorragend.

Und selbstverständlich freut es uns, wenn  Lob auch aus unerwarteten Richtungen kommt. So schrieb ein Leser der Bayrischen Staatsbibliothek: “Kürzlich kam die vierzehnjährige Claire in mein Büro, erblickte das Bibliotheksmagazin 1/17 auf meinem Schreibtisch und rief, ohne mich zu begrüßen, aus: ‘Coole Zeitschrift’.” Herzlichen Dank für diese Zuschrift und natürlich auch an Claire für das Lob, da ist uns offensichtlich auch die Ansprache jüngerer Leserinnen und Leser gelungen.

Und Sie sind jetzt hoffentlich neugierig genug und möchten wissen, wie Sie an die neueste Ausgabe herankommen können? Online ist sie bereits verfügbar und unter diesem Link erhältlich. Die gedruckte Ausgabe wird in diesen Tagen in unseren Häusern ausgelegt. Achten Sie auf ein cooles Heft in Rot!

Berliner Theaterlandschaft im Wandel – Castorf und Peymann an der Staatsbibliothek

Das Berliner Theater befindet sich im Wandel. In diesen Tagen wird zum letzten Mal eine Inszenierung von Frank Castorf, der die Theaterlandschaft der Hauptstadt geprägt hat wie kaum ein zweiter, in der Volksbühne zu sehen sein. Die Zeichen stehen auf Abschied – das wird nicht nur durch die Abnahme des Schriftzuges OST auf dem Dach der Volksbühne deutlich. Chris Dercon, früherer Direktor der Tate Gallery of Modern Art in London, wird als Nachfolger von Castorf der Volksbühne ein ganz neues Gesicht verleihen. Seine Vision ist die eines Mehrspartenhauses für Theater, Tanz, Musik, Mode und vieles mehr. Dercon erhielt dafür bereits im Vorfeld harte Kritik. Wie sich das Haus verändern wird, wird sich jedoch erst in den nächsten Monaten zeigen.

Frank Castorf hinterlässt auf jeden Fall ein großes Erbe. Schon früh ging er – damals noch in der DDR – ans Theater. Auch wenn er immer wieder in Westdeutschland inszenierte, Frank Castorf war und ist immer mit der Volksbühne im Osten Berlins verbunden. Bereits seit 1992 ist er dort als Intendant tätig. Castorf wurde mehrmals von der Theaterzeitschrift „Theater heute“ zum Regisseur des Jahres gewählt und hat durch seine experimentelle Ästhetik das Theater der Bundesrepublik maßgeblich geprägt. Sein „postdramatisches Theater“ ist für Publikum wie Schauspielerinnen und Schauspieler immer anstrengend und herausfordernd. Stundenlange Provokationen, eine lediglich als Inspirationsquelle und manchmal bis zur Unkenntlichkeit veränderte literarische Vorlage sowie der intensive Einsatz von Kamera und Leinwand sind klare Anzeichen für einen „echten“ Castorf. Seine letzte Inszenierung von Goethes Faust wurde von der Kritik begeistert aufgenommen. Mit Baumeister Solness nach Henrik Ibsen wird die Ära Castorf an der Volksbühne am 1. Juli 2017 schließlich beendet.

Doch nicht nur Frank Castorf verlässt die Volksbühne, auch Claus Peymann am Berliner Ensemble überlässt ab der Saison 17/18 das Ruder am Brechtschen Traditionshaus Oliver Reese, der von Frankfurt nach Berlin übersiedelt. Auch Peymann hat das Theater in der Hauptstadt über lange Jahre mitgestaltet. Nach Stationen als Schauspieldirektor in Stuttgart und Bochum sowie der Direktion des Burgtheaters Wien wurde Peymann 1999 Intendant des Berliner Ensembles. Auch Peymann liebt die Provokation und machte sich mit umstrittenen Inszenierungen wie Thomas Bernhards „Heldenplatz“ einen Namen.  Am 2. Juli 2017 wird er sich als Intendant verabschieden und seinem Nachfolger das Feld überlassen. Der Generationswechsel in der Berliner Theaterlandschaft ist nicht aufzuhalten. Es werden neue Stücke, neue Ensembles und ganz neue Konzepte für das Theater in Berlin folgen. Es bleibt abzuwarten, was sich daraus alles entwickeln wird.

Die Staatsbibliothek hat traditionell einen großen Theaterbestand. Ob das nun Primär- und Forschungsliteratur oder gar unser umfangreiche Bestand an Theaterzetteln ist. Theater hatte und hat immer einen besonderen Stellenwert in der Bibliothek. Selbstverständlich darf da auch die aktuelle Literatur zu Castorf und Peymann nicht fehlen. Hier eine kleine Auswahl:

 

Literatur zu Frank Castorf:

Der Verlag „Theater der Zeit“ hat bereits im vergangenen Jahr Castorf ein eigenes Arbeitsbuch mit vielen spannenden Aufsätzen von renommierten Theaterschaffenden und TheaterwissenschaftlerInnen gewidmet. Wenn Sie mehr über die Ästhetik von Castorf wissen möchten, dann werden Sie hier sicher fündig:

http://stabikat.de/DB=1/XMLPRS=N/PPN?PPN=86244120X

Gespräche mit Frank Castorf haben wir gleich mehrfach im Bestand:

http://stabikat.de/DB=1/XMLPRS=N/PPN?PPN=278877273

Der Titel „Republik Castorf: die Berliner Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz seit 1992: Gespräche“ herausgegeben von Frank Raddatz befindet sich ebenfalls im Bestand, ist aber momentan noch in Bearbeitung.

Ein Blick in die Geschichte der Volksbühne bietet der Titel „Zehn Jahre Volksbühne“:

http://stabikat.de/DB=1/XMLPRS=N/PPN?PPN=360571727

Wenn Sie mehr über das Leben Castorfs erfahren möchten, können Sie sich in dieser Biografie informieren:

http://stabikat.de/DB=1/XMLPRS=N/PPN?PPN=352865822

 

Literatur zu Peymann:

18 Jahre war Claus Peymann Intendant beim Berliner Ensemble. Diese Zeit hat er nun auch in einer zweibändigen Veröffentlichung mit Fotos und Materialien festgehalten: Ferbers, Jutta/Peymann, Claus: „Das schönste Theater. Bertolt-Brecht-Platz 1: Direktion Claus Peymann 1999-2017: Erinnerungen und Bilanz. Ein Foto- und ein Materialienband.

Autobiographisches von Peymann finden Sie im Titel „Mord und Totschlag“. Interviews, Briefe und andere Dokumente geben ein facettenreiches Bild vom langjährigen Intendanten des Berliner Ensembles.

Auf diese beiden Titel können Sie ebenfalls gespannt sein. Verfolgen Sie unsere Neuerwerbungen. Bald werden die Titel für Sie zur Verfügung stehen.

Und schließlich sollten bei „Peymann von A bis Z“ alle Fragen beantwortet werden können:

http://stabikat.de/DB=1/XMLPRS=N/PPN?PPN=566030470

 

Wenn Sie vom Theater immer noch nicht genug haben, dann stöbern Sie doch mal im neuen Portal des Fachinformationsdienstes für darstellende Kunst:

http://www.performing-arts.eu/

Mit nur einem Klick können Sie hier sämtliche relevante Datenbanken, Bestände von Bibliotheken, Museen und Archive und vieles mehr durchsuchen.

Buchpatenschaft für den Monat Juli

Aber hier wie überhaupt, kommt es anders als man glaubt.” Oder “Du ziehst mir nicht das Grüne an, das ich nun mal nicht leiden kann.” Diese Verse aus “Plisch und Plum” und “Die fromme Helene” sind wie viele andere bekannte Reime in ungezählten Ausgaben von Wilhelm Buschs Bildergeschichten veröffentlicht. Für die Buchpatenschaft im Juli haben wir uns jedoch einen besonderen Band von Wilhelm Busch ausgesucht.

 

Faksimile-Reproduktion einer Zeichnung von Wilhelm Busch aus dem Band: Wilhelm Busch: Bildergeschichten und Zeichnungen der Sammlung Wrede. Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 Staatsbibliothek zu Berlin-PK

Busch, Wilhelm: Bildergeschichten und Zeichnungen der Sammlung Wrede. Hannover: Norddeutsche Verlagsanstalt O. Goedel, 1928. Signatur: 4° Nt 521/20. Lizenz CC BY-NC-SA 3.0 Staatsbibliothek zu Berlin-PK

Busch, Wilhelm: Bildergeschichten und Zeichnungen der Sammlung Wrede. Mit einem Geleitwort von Max Slevogt. Erläuternder Text von Robert Dangers. Hannover: Norddeutsche Verlagsanstalt O. Goedel, 1928.

[9], 44 Bl., 4°. Überwiegend eingeklebte Illustrationen.
In seinem kurzen Gleitwort stimmt der Maler Max Slevogt die Stimmlage des wunderschönen Tafelbandes an: Eine feierliche Denkmalsetzung birgt auch Nachteile, da mit dem Bild in Erz oder Stein die wahren Gesichtszüge des Bedachten verdrängt werden –nur dieser eine, Denkmal gewordene Gesichtszug wird fortan erinnert. Die im vorliegenden Bildband versammelten Bildergeschichten und Handzeichnungen Wilhelm Buschs aus der Sammlung Wrede fügen dem „populären Bilde ‚unseres‘ Busch“ – also dem des humoristischen Dichters und Zeichners – weniger bekannte Züge hinzu, die aber nicht minder wichtig sind. Eröffnet wird der Band mit einer Chromotypie des Selbstbildnisses von Wilhelm Busch, dann umreißen 45 Faksimile-Reproduktionen seine zeichnerische Meisterschaft auch jenseits der weltweit bekannten Bildergeschichten.

Nötige Reparaturen: Einbanderhaltung

Kalkulierte Kosten: 168 €

 

 

 

Übernehmen Sie eine Buchpatenschaft bei den “Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V.”

Wenn Sie Interesse daran haben, dass dieser historische Tafelband zum Dichter und Zeichner Wilhelm Busch  restauriert und damit wieder benutzt werden kann, dann schreiben Sie an freunde@sbb.spk-berlin.de.  Für Ihre Hilfe, ein bedrohtes Werk vor dem Verfall zu bewahren, erhalten Sie:

  • ein Exlibris aus alterungsbeständigem Papier mit Ihrem Namen oder einem von Ihnen gewünschten Namen,
  • die Möglichkeit, das restaurierte Werk zu besichtigen beim Jahresempfang oder bei einem Termin nach Vereinbarung,
  • eine Spendenbescheinigung für Ihr Finanzamt. Kontakt: Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V., Gwendolyn Mertz, Unter den Linden 8, 10117 Berlin, Telefon: 030 – 266 43 8000, Mail: freunde@sbb.spk-Berlin.de
  • Weitere Hinweise zu Buchpatenschaften und eine große Auswahl an  Patenschaften aus allen Abteilungen der Staatsbibliothek zu Berlin finden Sie auf der Seite der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V. Das Spektrum reicht weit über Bücher hinaus – hier finden Sie auch Noten, Landkarten, Zeitungen, Handschriften.