Das Blog-Netzwerk der Staatsbibliothek zu Berlin – Beiträge für Forschung und Kultur

Den Wandel sichtbar machen – Die Virtuelle Fachbibliothek Recht in neuer Optik

Mehr als ein halbes Jahrhundert lang unterhielt die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) in Kooperation mit zahlreichen wissenschaftlichen Bibliotheken aus dem gesamten Bundesgebiet ein dezentrales System von disziplin-, regional- und materialspezifischen Sondersammelgebieten. Ziel dieser koordinierten Erwerbungskooperation war es, unabhängig von der tatsächlichen Nutzung ein möglichst vollständiges Reservoir an internationaler wissenschaftlicher Spezialliteratur aufzubauen und überregional verfügbar zu machen. Ursprünglich in der Absicht errichtet, dem kriegsbedingten Mangel an fremdsprachigen Forschungspublikationen in Deutschland mit dem Instrument der Fernleihe abzuhelfen, sollte der Strukturwandel von Publikationsmarkt und Wissenschaftskommunikation im digitalen Zeitalter eine durchgreifende Revision des Sondersammelgebietssystems erforderlich machen.

Als Ergebnis einer mehrstufigen Evaluation gab die DFG zum 1. Januar 2014 schließlich ihre auf den Aufbau umfassender Sammlungen zielende Erwerbungspolitik auf – zugunsten einer strikten Ausrichtung des von ihr geförderten bibliothekarischen Dienstleistungsangebots auf die konkrete Nachfrage und den aktuellen Informationsbedarf der jeweiligen wissenschaftlichen Fachcommunity. Einher ging dieser Prozess nicht nur mit der Umbenennung der Sondersammelgebiete in Fachinformationsdienste für die Wissenschaft, sondern auch mit der Integration des letztlich zur Bildung dauerhafter Strukturen führenden Finanzierungsmodells in die reguläre DFG-Förderlogik. Denn aufgrund ihrer Projektform müssen die Fachinformationsdienste für die Wissenschaft ihre Leistungsfähigkeit im Dienst der Forschung nunmehr im Dreijahresturnus unter Beweis stellen.

Zu den Pilotvorhaben in diesem Wandlungsprozess zählte die Transformation des seit 1975 von der Staatsbibliothek zu Berlin verantworteten Sondersammelgebiets Recht, das sich unter dem Leitbild der von Seiten des Wissenschaftsrats skizzierten Perspektiven der Rechtswissenschaft in Deutschland zu einem Fachinformationsdienst für internationale und interdisziplinäre Rechtsforschung weiterzuentwickeln plante. Denn das einflussreiche wissenschaftspolitische Beratungsgremium empfiehlt in besagtem Positionspapier im Wesentlichen die Aufwertung der juristischen Grundlagenfächer, die Förderung der Interdisziplinarität rechtwissenschaftlicher Forschung sowie deren stärkere Internationalisierung.

Ging es dem frischgebackenen Fachinformationsdienst für internationale und interdisziplinäre Rechtsforschung während seiner initialen Förderphase zunächst darum, die Grundstrukturen seines Serviceportfolios aufzubauen, so verfolgt das 2017 gestartete dreijährige Fortsetzungsprojekt als Kernziel den Abschluss des eingeleiteten Wandels.

Sichtbaren Ausdruck fand dieser Veränderungsprozess in der Umbenennung der Virtuellen Fachbibliothek Recht in Virtuelle Fachbibliothek <intR>² – die zentralen Webpräsenz des Fachinformationsdiensts trägt ihre Fokussierung auf den Informationsbedarf der internationalen und interdisziplinären Rechtsforschung also bereits im Namen. Unter der gewohnten Webadresse, aber auf Basis einer grundlegend modernisierten und auch für mobile Endgeräte optimierten technischen Oberfläche steht den rechtswissenschaftlich Forschenden an Hochschulen und außeruniversitären Einrichtung in Deutschland nunmehr das gesamte Spektrum der Serviceangebote der <intR>²-Familie zur Verfügung – darunter:

<intR>²Blog – ein tagesaktueller Blog-Aggregator der jüngsten Beiträge aus der internationalen rechtswissenschaftlichen Blogosphäre

<intR>²Digital – ein virtueller Lesesaal für hochspezialisierte und in Deutschland bislang kaum verfügbare Datenbanken und Zeitschriften renommierter Verlage wie Brill und Oxford University Press (zugangsbeschränkt)

<intR>²Direkt – ein personalisierter Fernleihservice (zugangsbeschränkt)

<intR>²DoD – ein kostenfreier On Demand-Digitalisierungsdienst für forschungsrelevante Quellen und Forschungsliteratur aus dem historischen Bestand der Staatsbibliothek zu Berlin

<intR>²Dok – das erste rechtswissenschaftliche Open Access-Repositorium in Deutschland

<intR>²ToC – ein Zeitschrifteninhaltsdienst zur Information über neuerschienene Aufsätze aus allen Bereichen der internationalen und interdisziplinären Rechtsforschung

Sie sehen bereits an dieser Auswahl, unsere neugestaltete Virtuelle Fachbibliothek ist ein veritabler One-Stop-Shop für die internationale und interdisziplinäre Rechtsforschung – oder vielmehr: ein veritabler One-Stop-<intR>²Shop.

 

Märchenlesung mit Barbara Schneider-Kempf, Copyright SBB-PK, Carola Seifert

28. Berliner Märchentage: Barbara Schneider-Kempf las Märchen von Janosch

Wegen zu viel Grippekranken im  November, erschienen die 25 Schülerinnen und Schüler der Reinhardswald-Grundschule Kreuzberg und ihre Lehrerin nun putzmunter am 11. Januar zur Märchenlesung in der Staatsbibliothek zu Berlin am Kulturforum.
Kaum hatten sich die Zweitklässler brav ihre Schuhe ausgezogen, um auf dem bunten Kissenmeer ein gemütliches Plätzchen einzunehmen, da schossen schon die Finger in die Höhe. Welches Buch wird am meisten ausgeliehen, wie viele Treppen, und Lampen und Bücher gibt es hier? Was ist eine Generaldirektorin? Warum haben die Leser in der Staatsbibliothek noch ihre Schuhe an?, lauteten die dringenden Fragen, die die Kinder beschäftigten und die Frau Schneider-Kempf gern beantwortete.
Anlässlich dieses nachgeholten “Berliner Märchentages” mit dem Thema “Die Liebe ist eine Himmelsmacht – Märchen und Geschichten von Liebe und Hass ” las die Generaldirektorin Barbara Schneider-Kempf das Märchen Prinzessin Mäusehaut und als Zugabe den Froschkönig von Janosch.
Eine spannende Auswahl an Märchenbilderbüchern stellte die Leiterin der Kinderbuchabteilung, Carola Pohlmann, vor. Die interessierten kleinen Zuhörer wurden am Ende zu aktiven Lesern, als sie sich jeweils in Gruppen vorsichtig ein Buch schnappen durften und in die Geschichten eintauchten.

 

Elena Ferrante Ausschnitt Titelblatt Copyright Suhrkamp Verlag

Die Geschichte des verlorenen Kindes von Elena Ferrante – Lesung mit Eva Mattes am 14.2.

Elena Ferrante: Die Geschichte des verlorenen Kindes – Band 4 der Neapolitanischen Saga. Gelesen von Eva Mattes

  • Termin

    Mi, 14. Februar 2018
    18 Uhr

  • Veranstaltungsort

    Staatsbibliothek zu Berlin
    Otto-Braun-Saal
    Potsdamer Straße 33
    10785 Berlin

  • Anfahrt

    S + U Potsdamer Platz

    Bushaltestelle
    H Potsdamer Brücke (Bus M29)
    H Varian-Fry-Straße (Bus 200)
    H Kulturforum (Bus M48)

  • Alle Veranstaltungen

    Klicken Sie hier um zu einer Übersicht unserer Veranstaltungen zu gelangen.



Elena Ferrante, Ausschnitt des Titelblatts “Die Geschichte des verlorenen Kindes”, Bd 4, Copyright Suhrkamp Verlag

Elena Ferrante Ausschnitt Titelblatt Copyright Suhrkamp Verlag


Zur Veranstaltung am Mittwoch, 14. Februar 2018, um 18 Uhr im Otto-Braun-Saal in der Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Str. 33 laden wir Sie und Ihre Freunde herzlich ein.

Begrüßung

Barbara Schneider-Kempf
Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz

André Schmitz
Vorsitzender der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V.

Jonathan Landgrebe
Vorstandsvorsitzender der Suhrkamp Verlag AG

Lesung aus

Die Geschichte des verlorenen Kindes
Eva Mattes

Im Gespräch:

Luzia Braun (Journalistin) und Frank Wegner (Lektor)

Kleiner Empfang

Eine Veranstaltung in Kooperation mit dem Suhrkamp Verlag

Wir bitten um Anmeldung bis zum 8.2.18 unter: freunde@sbb.spk-berlin.de

Elena Ferrante: Die Geschichte des verlorenen Kindes – Band 4 der Neapolitanischen Saga

Sie könnten unterschiedlicher kaum sein und sind doch unzertrennlich, Lila und Elena, schon als junge Mädchen beste Freundinnen. Und sie werden es ihr ganzes Leben lang bleiben, über sechs Jahrzehnte hinweg, bis die eine spurlos verschwindet und die andere auf alles Gemeinsame zurückblickt, um hinter das Rätsel dieses Verschwindens zu kommen. Im vierten und letzten Band ist Elena schließlich doch nach Neapel zurückgekehrt, aus Liebe. Die beste Entscheidung ihres ganzen Lebens, glaubt sie, doch als sich ihr nach und nach die ganze Wahrheit über den geliebten Mann offenbart, fällt sie ins Bodenlose. Lila, die ihren Schicksalsort nie verlassen hat, ist eine erfolgreiche Unternehmerin geworden, aber dieser Erfolg kommt sie teuer zu stehen. Denn sie gerät zusehends in die grausame, chauvinistische Welt des verbrecherischen Neapels, eine Welt, die sie zeit ihres Lebens verabscheut und bekämpft hat. Bei allen Verwerfungen und Rivalitäten, die ihre lange gemeinsame Geschichte prägen – Lila und Elena halten einander die Treue, und fast scheint das Glück eine späte Möglichkeit. Aber beide haben sie übersehen, dass ihre hartnäckigsten Verehrer im Lauf der Jahre zu erbitterten Feinden geworden sind.

Eva Mattes steht seit ihrem 12. Lebensjahr, immer noch fasziniert von ihrem Beruf, auf der Bühne und vor der Kamera. Sie hat seit 1966 in ca. 200 Kinofilmen, Fernsehfilmen, Theaterinszenierungen in Haupt- und Nebenrollen gespielt und wurde mit zahlreichen Preisen und Auszeichnungen geehrt. Ihre Regisseure waren unter anderen R. W. Fassbinder, Werner Herzog, Michael Verhoeven und Peter Zadek. Von 2002 bis 2016 spielte sie die Tatortkommissarin Klara Blum in Konstanz am Bodensee. Mittlerweile hat sie an die einhundert Hörbücher eingelesen, und reist mit ihren Liederabenden, die von Emigration und Verlust von Heimat erzählen, durch das Land. Eva Mattes hat zwei Kinder und lebt mit dem österreichischen Künstler Wolfgang Georgsdorf in Berlin.

Copyright Suhrkamp Verlag