Das Blog-Netzwerk der Staatsbibliothek zu Berlin – Beiträge für Forschung und Kultur

1,5 Millionen Euro zusätzlich für Originale

Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) stellt in diesem Jahr das schriftliche Kulturgut unter deutlich stärkeren Schutz: Das Sonderprogramm für Originalerhalt ist um 1,5 Million Euro aufgestockt worden, sodass nun im Jahr 2018 insgesamt 2,5 Millionen Fördermittel beim Bund beantragt werden können. Kulturstaatsministern Grütters erklärt dazu: „Vielfach sind historische Handschriften und Bücher in unseren Archiven und Bibliotheken durch Säurefraß, Feuchtigkeit und Schimmel in ihrer Substanz akut gefährdet. Als kultureller Schatz muss dieses Erbe vor dem schleichenden Verfall bewahrt und für künftige Generationen erhalten werden. Wie die Nachfrage zu dem erstmals im Jahr 2017 aufgelegten Sonderprogramm zeigt, besteht ein großer Bedarf an Fördergeldern. Für 2018 werden die Sondermittel für die Rettung des bedrohten schriftlichen Kulturerbes nunmehr auf 2,5 Million Euro erhöht.“

Die Bundesmittel stehen zur Bearbeitung von Originalen per Mengenverfahren wie Entsäuerung, Reinigung und Verpackung zur Verfügung und sind an eine Kofinanzierung auf Länderseite von mindestens 50 Prozent gebunden. Demnach können im laufenden Jahr über das Sonderprogramm insgesamt 5 Millionen Euro in den Originalerhalt investiert werden. Monika Grütters weiter: „Die Rettung unseres schriftlichen Kulturerbes ist nur mit vereinten Kräften von Bund, Ländern und Kommunen zu bewältigen. Insbesondere auf Länderebene lässt sich als Reaktion auf das Sonderprogramm 2017 bereits ein größeres Engagement feststellen. Mecklenburg-Vorpommern, Hessen und Niedersachsen haben ihre Landesmittel erhöht, um sich bei seiner Fortführung auch mit eigenen Förderungen beteiligen zu können.“ Alle Anträge sind an die Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts, KEK, zu richten.

 

Originalerhalt im Mengenformat – das BKM-Sonderprogramm

Seit der Veröffentlichung der Bundesweiten Handlungsempfehlungen der KEK zum Erhalt des schriftlichen Kulturguts in Deutschland im Jahr 2015 ist bekannt: In Archiven sind Papiere im Umfang von 1,8 Millionen Regalmetern vom Zerfall durch Säure bedroht, in wissenschaftlichen Bibliotheken müssen rund 9 Millionen Bände entsäuert werden. Diese Bilanz machte unmissverständlich deutlich: Originale müssen in größeren Mengen und das länder- und einrichtungsübergreifend koordiniert gesichert werden, wenn Grundlagen für Wissenschaft und Forschung erhalten und gravierende Lücken in der schriftlichen Überlieferung verhindert werden sollen.

Ursula Hartwieg, Leiterin der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK), erläutert: „Originale in unseren Archiven und Bibliotheken zu sichern, heißt vor allem auch: große Mengen zu bearbeiten. Vielerorts sind die Einrichtungen mit dieser verantwortungsvollen Aufgabe überfordert – das haben wir in unserer Bestandsaufnahme 2015 nachgewiesen und erfahren wir seit jeher im täglichen Kontakt mit den Projekten. Die Mittelerhöhung für das Sonderprogramm ist ein ausgesprochen erfreuliches Signal für die Arbeit der KEK, aber  insbesondere für die Archive und Bibliotheken in den Ländern und Kommunen. Unser aller Engagement wird sich ganz sicher auszahlen: Schließlich geht es darum, unersetzbare Quellen für Forschung, Wissenschaft und Kultur für unsere folgenden Generationen zu erhalten.“


Anträge können noch bis zum 27. Juli 2018 eingereicht werden.
Hinweise zur Beantragung sowie Ausschreibung und Antragsunterlagen des Sonderprogramms 2018

Projekterfolge des Sonderprogramms 2017


Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK)
an der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
Unter den Linden 8
10117 Berlin

Leiterin Dr. Ursula Hartwieg
Telefon: 030 266 43 1454

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JurOA – Tagung(en) zu Open Access in den Rechtswissenschaften

Der Strukturwandel der Wissenschaftskommunikation unter dem Leitbild des Open Access – also der freien Verfügbar- und Nachnutzbarmachung von Forschungsergebnissen – hat inzwischen alle Disziplinen erfasst. Zwar mag die mittlerweile beim Bundesverfassungsgericht anhängige Normenkontrollklage von 17 Angehörigen der juristischen Fakultät der Universität Konstanz gegen das Open Access-Mandat ihrer Hochschule einen anderen Eindruck erwecken. Doch auch die druckaffinen Rechtswissenschaften – immerhin ein Fach, das sich buchstäblich mit kodifizierten Inhalten beschäftigt – zeigen sich zunehmend aufgeschlossen für offene webbasierte Publikationsformen. Dies dokumentieren denn etwa die rasante Expansion der rechtswissenschaftlichen Blogosphäre im deutschsprachigen Raum – allen voran Verfassungsblog, Völkerrechtsblog und JuWissBlog – ebenso wie die bereits 2012 erfolgte Open Access-Transformation der renommierten, vom Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte herausgegebenen Zeitschrift Rechtsgeschichte – Legal History oder die jüngsten Neugründungen genuiner juristischer Open Access-Journale.

Gerade mit Blick auf die immer konsequentere Open Access-Politik auch der für die Rechtswissenschaften relevanten Forschungsfördereinrichtungen – angesprochen sind damit vor allem die nicht wenigen juristischen Projekte mit EU-Finanzierung – hat es sogar den Anschein, als gewinne die skizzierte Dynamik neuerdings weiter an Schwung. Zumindest legt die gegenwärtige Häufung von Tagungen zum Verhältnis zwischen Rechtsforschung und wissenschaftlichem Publizieren im Open Access diesen Befund nahe. Konkret wird im Oktober dieses Jahres und damit nur sechs Monate nach dem Zürcher Symposium Open Access − zu(m) Recht? eine internationale Konferenz an der Goethe-Universität in Frankfurt am Main der programmatischen Frage nachgehen: Open Access für die Rechtswissenschaft – Pflicht oder Privatsache?

Als Betreiber von <intR>²Dok, des ersten disziplinspezifischen Open Access-Repositoriums für juristische Fachtexte, Videos und Forschungsdaten in Deutschland, freut sich der Fachinformationsdienst für internationale und interdisziplinäre Rechtsforschung umso mehr, die von Hanjo Hamann, Daniel Hürlimann und Alexander Peukert konzipierte Veranstaltung sowohl organisatorisch als auch inhaltlich mit mehreren Beiträgen unterstützen zu dürfen.

Sollten Sie es nicht nach Frankfurt am Main schaffen, so werden Ihnen die Präsentationen und Erträge der Tagung selbstverständlich im Open Access online zugänglich gemacht werden. Und für die Interessierten aus der Region heißt es sogar schon kurze Zeit später „Bitte Recht offen! Open Access in den Rechtswissenschaften“ – ein Workshop, zu dem der Fachinformationsdienst gemeinsam mit dem Berliner Open Access-Büro herzlich in die Staatsbibliothek zu Berlin einladen (Details demnächst an dieser Stelle).

Ob nun am Main oder an der Spree – wir freuen uns und zählen auf Sie. Denn aller guten Open Access-Veranstaltungen sind ebenfalls drei.

Der Philosopher’s Index feiert sein 50-jähriges Bestehen

1967 wurde The Philosopher’s Index das erste Mal von dem Philosopher’s Information Center, einer gemeinnützigen Bildungsorganisation, veröffentlicht. Seitdem ist der Philosopher’s Index die umfassendste Bibliographie in der Philosophie.

Gründer und Herausgeber Dr. Richard H. Lineback widmet sich seit 1967 der Indizierung philosophischer Inhalte, mittlerweile zusammen mit seinem 14-köpfigen Team, das sich aus Philosophen zusammensetzt. Die gesamte Indizierung wird von Fachkräften mit fundierten Philosophiekenntnissen per Hand vorgenommen, 12 der 14 Assistant Editors sind promovierte Philosophen. Darin liegt die Qualität der Datenbank begründet. Artikel und Bücher werden standardisiert in einer sehr differenzierten Fachsystematik indiziert. Es werden dieselben Standards genutzt, die bereits seit 50 Jahren angewandt werden. Auch heute noch prüft Dr. Lineback jede Publikation weiterhin zunächst persönlich, um ihre Relevanz für die Philosophie festzustellen.

Die Datenbank umfasst seit 1940 (USA) bzw. 1967 (übrige Länder) erschienene Aufsätze, Monographien, Forschungsberichte zu allen Teilgebieten der Philosophie wie Ethik, Ästhetik, Epistemologie, Logik und Metaphysik, Geschichte der Philosophie, politische Philosophie, Rechtsphilosophie u.a.; i.d.R. mit kurzen Zusammenfassungen (Abstracts).

Sie bietet nützliche Werkzeuge wie z.B. die Suchgeschichte, die einen Überblick über die bisher durchgeführten Suchläufe gibt und die Kombination von Suchen erlaubt, oder die Personalisierung, die neben anderen persönlichen Voreinstellungen das Erstellen von Alerts per E-Mail oder RSS-Feeds ermöglicht.

In der Staatsbibliothek erreichen Sie den Philosopher’s Index über das Datenbank-Infosystem (DBIS) oder über den StaBiKat.

Die Datenbank ist im REMOTE ACCESS, also mit Bibliotheksausweis im Fernzugriff auch außerhalb der Bibliothek nutzbar.