Unsere redaktionelle Auswahl für den Rückblick

Potsdam, 22. April, Bachs h-Moll-Messe : Vortrag und Aufführung

Barbara Schneider-Kempf, Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin, stellt das Autograph der h-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach vor, dieses gehört seit dem Jahr 2015 zum UNESCO-Weltdokumentenerbe. Nikolaikantor Björn O. Wiede (Potsdam), erläutert die authentische Aufführungspraxis des Barock-Ensembles EXXENTIAL BACH, das unter seiner Leitung die Messe aufführt.

Samstag, 22. April 2017
Nikolaikirche Potsdam; Am Alten Markt

18.30 Uhr | Einführung mit
Barbara Schneider-Kempf, Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin u. Präsidentin der Brandenburgischen Bach-Gesellschaft,
Björn O. Wiede, Dirigent und Nikolaikantor

19.30 Uhr | Johann Sebastian Bach: h-Moll-Messe
Barock-Ensemble EXXENTIAL BACH, Dirigent: Björn O. Wiede

Die seit Karfreitag andauernden Osterfesttage Potsdam schließen am Samstag, 22. April 2017, mit einer ausführlichen Einführung in die h-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach (BWV 232) und mit der Aufführung des Werkes ab. Das Autograph, das zusammen mit 80% aller überlieferten Werke des Meisters in der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz unter besten konservatorischen Bedingungen aufbewahrt wird, gehört seit dem Jahr 2015 zum UNESCO-Weltdokumentenerbe.

Autograph der h-Moll-Messe, Johann Sebastian Bach, BWV 232, Titelblatt || Abbildung: Staatsbibliothek zu Berlin – Lizenz CC-BY-NC-SA 3.0

Das heute weltweit am häufigsten aufgeführte Werk Bachs für Vokal- und Instrumentalstimmen wurde von J. S. Bach selbst ohne Titel gelassen. Erst im Nachlassverzeichnis wird es als „große catholische Messe“ bezeichnet, es beinhaltet den vollständigen lateinischen Text der katholischen Messliturgie.

Bach hatte schon im Jahr 1733 mit der Arbeit an der Messe begonnen, jedoch stellte er sie erst kurz vor seinem Lebensende in den Jahren 1748-49 und damit auf dem Höhepunkt seiner Meisterschaft fertig. Die Verwendung von historischen und zeitgenössischen Satzarten, Formen und Kompositionstechniken in einem Werk ist das herausragende Alleinstellungsmerkmal der h-Moll-Messe.

Die einzige vollständige Partitur aus Bachs Lebzeiten ist mit Tinte auf Papier verfasst. Er verwendete 99 Blätter und vier Titelblätter, die Abmessungen betragen zwischen 33,5 x 21 cm und 36 x 23 cm. Die h-Moll-Messe besteht aus vier Teilen, der erste wurde 1733 komponiert, die Teile II bis IV vermutlich zwischen August 1748 und Oktober 1749. Eine Datierung durch den Meister selbst liegt nicht vor, sie lässt sich aber durch Schriftvergleiche ermitteln.

Nach dem Tod Johann Sebastian Bachs ging das Autograph der gesamten Messe in den Besitz seines Sohnes Carl Philipp Emanuel über, der die Handschrift im Rahmen seiner Arbeit als Musiker verwendete. Danach ging die Handschrift auf dessen Tochter Anna Carolina Philippina über. 1805 wurde sie vom Schweizer Musikpädagogen und Musikverleger Hans Georg Nägeli erworben und in der Familie weiter vererbt. Nach einer weiteren Station erwarb die Bach-Gesellschaft Leipzig 1857 das Autograph. 1861 konnte das wertvolle Autograph schließlich von der Königlichen Bibliothek zu Berlin, heute Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, erworben werden, wo sie nun dauerhaft verwahrt wird.

Autograph h-Moll-Messe, Johann Sebastian Bach, BWV 232, Kyrie || Abbildung: Staatsbibliothek zu Berlin – Lizenz CC-BY-NC-SA 3.0

Die h-Moll-Messe befindet sich in Berlin in einem herausragenden Umfeld: Zur weltweit größten Bach-Sammlung gehören neben etwa 80% aller von Johann Sebastian Bach im Autograph überlieferten Werke auch nahezu alle Werke seiner vier komponierenden Söhne sowie das Alt-Bachische Archiv, ein von ihm selbst zusammengestelltes Musikarchiv mit Kompositionen seiner Musiker-Vorfahren.

Johann Sebastian Bach war als Komponist wegweisend, seine Werke beeinflussen die Musikgeschichte bis heute nachhaltig, wobei sich sowohl Komponisten an seinem Schaffen orientieren als auch die Werke Bachs fester Bestandteil des Konzertlebens sind.

 

weitere Informationen erhalten Sie bei der Skt. Nikolai Kirchengemeinde Potsdam

‚Tout Berlin‘ willkommen am 10. Juni: Baustelle Unter den Linden

Tag der offenen (Baustellen-)Tür im Großprojekt Unter den Linden der Staatsbibliothek zu Berlin

Samstag, 10. Juni 2017
13 bis 20 Uhr (letzter Einlass 19 Uhr)
Unter den Linden 8
10117 Berlin

Fortlaufende Führungen durch

>> bereits sanierte Altbaubereiche: Veranstaltungssäle, Büroräume, künftige Lesesäle und Magazine
>> noch im Baustellenbetrieb: große Freitreppe, Vestibül u. a.

Mit 170 Metern Länge, 107 Metern Breite und 13 Obergeschossen ist das Haus Unter den Linden der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz der größte historische Gebäudekomplex in Berlin-Mitte. 80 Prozent dieses Gebäudes sind jetzt generalsaniert und um den als Glaskubus ausgeführten Lesesaal erweitert.

Die Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin, Barbara Schneider-Kempf, und die Präsidentin des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung, Petra Wesseler, laden die Berliner und ihre Gäste herzlich ein, die Baustelle wie auch schon fertige Bereiche des Gebäudes Unter den Linden 8 am Tag der offenen Tür selbst in Augenschein zu nehmen.

****************************************************************************

ausführliche Informationen zum Bauprojekte Unter den Linden:

Endspurt auf der Großbaustelle

Die Grundinstandsetzung

Bildergalerie + Erläuterungen

****************************************************************************

Darüber berichteten neben anderen auch

Deutsche Presseagentur, dpa (hier übernommen von Berliner Zeitung)
Der Tagesspiegel
rbb Abendschau (Nachrichtenblock I, 1:43)

****************************************************************************

 

„Frische teutsche Liedlein“ mit der lautten compagney in der Ausstellung „Bibel – Thesen – Propaganda“

Sonntag, 2. April: Finissage „Bibel – Thesen – Propaganda. Die Reformation erzählt in 95 Objekten“ mit zwei Kurzkonzerten der lautten compagney BERLIN, 14 Uhr und 16.30 Uhr – freier Eintritt

*******************************************************
Am Sonntag, 2. April 2017, schließt um 18 Uhr die einzige Ausstellung, die alle drei im Jahr 1517 gedruckten Ausgaben der 95 Thesen Martin Luthers zur Klärung der Kraft der Ablässe zeigt.

Zur Finissage erklingen in der Staatsbibliothek Lieder aus der Zeit Martin Luthers – und das in höchster Qualität und mit freiem Eintritt. Das mehrfach ausgezeichnete Berliner Ensemble lautten compagney entwickelt zum diesjährigen Jubiläum ein speziell auf die Reformationszeit abgestimmtes Programm. In kleiner Besetzung – Tenor, Zink (Cornett), Gambe und Laute – spielt die lautten compagney am Sonntag in zwei Kurzkonzerten von je 35 Minuten „Frische teutsche Liedlein“. Zwischen den beiden Auftritten der lautten compagney wird um 15 Uhr durch die Ausstellung geführt. Gezeigt werden dabei auch die ersten lutherischen Gesangbücher wie das Achtliederbuch und die früheste Sammlung mehrstimmiger Luther-Choräle von Johann Walter sowie ein eigenhändiger Kompositionsversuch Martin Luthers zu seinem Vaterunserlied.

Johann Walters Gesangbüchlein, Stimmbuch für den Tenor. Musikabteilung. Lizenz: CC-BY-NC-SA

„Frische teutsche Liedlein“ – Lieder aus der Zeit Martin Luthers

In diesem Programm widmen sich der Tenor Robert Sellier und die Spezialisten der Alten Musik deutschen Tenorliedern. Mit dieser typisch deutschen Form der Renaissance lösten sich die Komponisten von den franko-flämischen Vorbildern und schufen Lieder, bei denen die Melodie nicht in der höchsten Stimme, sondern im Tenor liegt. Im Mittelpunkt stehen die Lieder von Ludwig Senfl (um 1490–1543). Zu hören sein werden außerdem Lieder von Heinrich Isaac (um 1450–1517) sowie Stücke aus der fünfteiligen Sammlung Frische teutsche Liedlein von dem Arzt, Komponisten und Liedersammler Georg Forster (um 1510–1568). Die lautten compagney und Robert Sellier laden mit viel Musizierfreude und sprühender Kreativität zu einer erfrischenden Reise in die Zeit der Reformation ein.

Wiederaufnahme der Ausstellung vom 24. bis 28. Mai 2017 zum Evangelischen Kirchentag

Die Ausstellung „Bibel – Thesen – Propaganda“ wird als Teil des Regionalen Kulturprogramms zum Evangelischen Kirchentag erneut zu sehen sein, dies vom 24. bis 28. Mai 2017. Bis dahin müssen die 95 herausragenden Objekte zur Reformationsbewegung aus konservatorischen Gründen in den Tresormagazinen ruhen, neben den Thesendrucken etwa die Prachtbibeln aus der Cranach-Werkstatt oder drastische antipäpstliche Flugblätter jener Zeit.

*******************************************************
„Bibel – Thesen – Propaganda. Die Reformation erzählt in 95 Objekten“
24. Mai – 28. Mai 2017: Mittwoch – Samstag 11 – 20 Uhr, Sonntag 11 – 18 Uhr
Haus Potsdamer Straße 33 / Kulturforum, 10785 Berlin
Führungen täglich um 15 und 17 Uhr
Eintritt frei
Katalog 20 €, Faksimile vom Druck d. 95 Thesen 8 €, beide 25 €

*******************************************************

Blog zur Ausstellung

Schinkelfest 2017

Welcher Ort dürfte geeigneter sein für die Preisverleihung des renommierten Schinkel-Preises des Architekten- und Ingenieurvereins zu Berlin (AIV) als der Veranstaltungssaal einer Ikone der modernen Architektur? So dachten wohl auch die Veranstalter des 162. Schinkelfestes und wählten den Otto-Braun-Saal unseres Hauses Potsdamer Straße bereits zum zweiten Mal nach 2015 für ihren Festabend aus. Barbara Schneider-Kempf begrüßte die Gäste herzlich und unterstrich in ihrem Grußwort den Einklang zwischen Veranstaltung und Ort. Sie freute sich, dass  „das Schinkelfest heute Abend gerade hier, gerade in diesem Gebäude gefeiert wird, um den Architektennachwuchs auszuzeichnen“.

Der Schinkel-Preis geht an die Gewinner eines jährlich ausgeschriebenen Wettbewerbs und wird stets am 13. März eines Jahres, dem Geburtstag von Karl-Friedrich Schinkel, an den Nachwuchs im Architektur- und Planungswesen vergeben. 2017 lag der Fokus der Wettbewerbsaufgaben auf dem Berliner Westkreuz, einem sicher nicht leicht zu gestaltenden Gelände, das von Verkehrstrassen, dem zurzeit nicht genutzten ICC, dem Omnibusbahnhof und Brachflächen dominiert wird. Drei verschiedene Aufgabenstellungen boten den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Möglichkeiten unterschiedlichster Herangehensweisen.

Die Intention der Veranstalter, mit dem Wettbewerb und der Preisverleihung durchaus Einfluss auf die aktuelle Stadtentwicklung nehmen zu wollen, spiegelte sich in der Gästeliste wider. Katrin Lompscher, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, lobte in ihrem Grußwort die Arbeiten der Preisträger als Ideenpool mit realistischem Umsetzungspotential und Oliver Schruoffeneger, Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Bauen und Umwelt in Charlottenburg-Wilmersdorf, wünschte sich Anregungen für den Umgang mit diesem problematischen Bezirksteil.

Die Ausstellung – Staatsbibliothek zu Berlin-PK – Carola Seifert – Lizenz CC-BY-NC-SA 3.0

Der Festvortrag von Prof. Dr. Harald Bodenschatz mit dem nur für Berlin-Kennerinnen und -Kenner nicht überraschenden Titel ‚2020: Berlin wird 100 Jahre alt’, gab einen interessanten und kenntnisreichen Überblick über die Situation der werdenden Großstadt im Jahre 1920. Hatte sicher der eine oder andere unter den Gästen nach der 750-Jahrfeier der Stadt im Jahre 1987 ein deutlich höheres Alter der heutigen Hauptstadt vor Augen, so führte die Frage, ob Wannsee, Spandau und Köpenick auch zu Berlin gehörten, auf die richtige Spur. Erst mit der Eingemeindung von 59 Landgemeinden und 27 Gutsbezirken zu einer Einheitsgemeinde mit 20 Bezirken wurde Berlin 1920 zu der Stadt, wie wir sie heute kennen. Verblüffend ähnelten die Fragen der damals beteiligten Planer denen der heute Verantwortlichen, auch dies wurde im Vortrag deutlich.

Oriel-Quartett – Staatsbibliothek zu Berlin-PK – Carola Seifert – Lizenz CC-BY-NC-SA 3.0

In der anschließenden, feierlichen Zeremonie wurden die Schinkel-Preise in den drei Kategorien und zahlreiche Sonderpreise verliehen. Die vollständige Dokumentation der Arbeiten und der vergebenen Preise ist online einsehbar. Bereits am Vormittag des 13. März wurde die Ausstellung mit den Arbeiten der Wettbewerbsteilnehmer in der Eingangshalle eröffnet. Sie ist noch bis zum 20. März geöffnet und für jeden frei zugänglich.

Eine würdige Entsprechung der Vielfalt der eingereichten Arbeiten bot die Musikauswahl des Oriel Quartetts. Hier stand mit Peteris Vasks Streichquartett Nr. 4 ein zeitgenössischer Aspekt Stücken von Mozart und Britten gegenüber.

V.l.n.r.: Prof. Dr. h.c. Wolfgang Schuster, Vorsitzender des AIV; der Festredner, Prof. Dr. Harald Bodenschatz; Karin Lompscher, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen des Landes Berlin; Barbara Schneider-Kempf, Generaldirektorin der Staatsbibliothek – Staatsbibliothek zu Berlin-PK – Carola Seifert – Lizenz CC-BY-NC-SA 3.0

‚Für Forschung und Kultur’ steht seit einigen Jahren als eine Art Claim unter dem Namen der Bibliothek. Nicht alle großen Ereignisse, die in der Staatsbibliothek stattfinden, finden ihren Niederschlag in den Lesesälen und in der Wahrnehmung ihrer Benutzerinnen und Benutzer. Das Schinkelfest und die Preisverleihung an den Architektur-Nachwuchs gehört dabei ganz sicher zu den kulturellen Highlights des Bibliotheksjahres.

Projekt E.T.A. Hoffmann Portal geht in die zweite Runde

Hurra – unser Folgeprojekt zum E.T.A. Hoffmann Portal ist genehmigt! Nachdem die BETA-Version des Portals nun seit Mitte Dezember online ist, neigt sich das erste Projekt zur Einrichtung des Portals (HoPo1) langsam dem Ende zu. Derzeit arbeitet unsere Entwicklerin – bis zum offiziellen Launch – kontinuierlich an der Optimierung der Funktionalitäten und der Erweiterung von Textbeiträgen und interaktiven Elementen. Parallel stellen wir aber auch schon die Weichen für unser Folgeprojekt (HoPo2), das im Januar 2017 offiziell gestartet ist und zwei neue Schwerpunkte beinhaltet: die Digitalisierung von Hoffmanniana und die Erweiterung des Angebots auf Einflüsse und Rezeption.

Während der Fokus von HoPo1 auf der Einrichtung der Infrastruktur und der Vermittlung von E.T.A. Hoffmanns Leben und Werk lag, widmet sich HoPo2 der Produktion von digitalen Inhalten und der Vermittlung von einerseits Einflüssen auf Hoffmann und andererseits der Rezeption von Hoffmann durch andere Künstler*innen und Wissenschaftsbereiche. Aktuell arbeiten wir an der Erstellung einer Liste der zu digitalisierenden Materialien und testen den eigens entwickelten Digitalisierungs-Workflow. Das Folgeprojekt hat eine Laufzeit von drei Jahren und gliedert sich in drei inhaltliche Arbeitspakete:

1 Digitalisierung der Werke Hoffmanns, seiner Einflüsse und seiner Rezeption

Geplant ist die Digitalisierung von etwa 2.000 Bänden, darunter Erstausgaben, illustrierte Drucke, Autographe, frühe Forschungsliteratur und Werke, die E.T.A. Hoffmann nachweislich besessen hat. Hinzu kommen in Auswahl Werke, die Hoffmann in seinem Schaffen beeinflusst haben, sowie Werke, die Hoffmanns Motive aufgreifen oder ganz grundsätzlich durch Hoffmann beeinflusst wurden.

2 Dokumentation der Einflüsse und der Rezeption E.T.A. Hoffmanns

Die vielfältigen Einflüsse auf Hoffmann und die Rezeption seines Schaffens sind bisher nicht zentral dokumentiert, vor allem eine medienübergreifende Zusammenstellung und Präsentation ist ein Desiderat. In enger Zusammenarbeit mit der Wissenschaft soll ein Arbeitsinstrument geschaffen werden, das die relevanten Informationen zusammenführt, diese mit digitalen Primärmaterialien verknüpft und visuell aufbereitet zugänglich macht. Das Projekt versteht sich in diesem Punkt ein weiteres Mal als Entwickler und Etablierer einer neuen Infrastruktur, auf deren Basis nach Projektende kontinuierlich weitere Inhalte verschiedener Institutionen aufgenommen werden können.

3 Aufbereitung von Inhalten für unterschiedliche Zielgruppen

Analog zu den Textbeiträgen und interaktiven Elementen, die im Projekt HoPo1 entwickelt und aufbereitet wurden, sollen nun in Kooperation mit Wissenschaft und Lehre Informationen zur Vermittlung von Hoffmanns Umfeld, seinen Einflüssen und der Rezeption durch andere Künstler*innen und Forscher*innen bereitgestellt werden. So soll beispielsweise eine Netzwerkdarstellung Hoffmanns Bekanntenkreis veranschaulichen und Personenkonstellationen verdeutlichen, eine grafisch aufbereitete Rezeptionsanalyse soll den Bezug Hoffmanns zu Persönlichkeiten wie Peter Tschaikowski, Thomas Mann oder Franz Kafka aufzeigen.

Bleiben Sie uns treu, verfolgen Sie die Entwicklungen und senden Sie uns Kritik und Anregungen!

Wolf Biermann – Lesung aus der Autobiographie und Gespräch am 1. März um 18 Uhr

„Warte nicht auf bessre Zeiten!“

Lesung mit Burghart Klaußner
Wolf Biermann und André Schmitz im Gespräch
Einführung: Barbara Schneider-Kempf und André Schmitz

Mittwoch 1. März 2017
18 Uhr, Otto-Braun-Saal, Haus Potsdamer Str. 33
Eintritt frei, um Anmeldung unter freunde@sbb.spk-berlin.de wird gebeten

Genehmigung des Ullstein Verlages für Porpyläen liegt vor.

Cover von Wolf Biermann: „Warte nicht auf bessre Zeiten!“ Propyläen

Selten sind persönliches Schicksal und deutsche Geschichte so eng verwoben wie bei Wolf Biermann. Ein Leben zwischen West und Ost, ein Widerspruchsgeist zwischen allen Fronten. Geboren 1936 in Hamburg ging er mit sechzehn Jahren in die DDR, die er für das bessere Deutschland hielt. Hanns Eisler ermutigte ihn, Lieder zu schreiben, bei Helene Weigel assistierte er am Berliner Ensemble. Dann fiel er in Ungnade, erhielt Auftritts- und Publikationsverbot. Die Stasi observierte ihn rund um die Uhr, während er im Westen gefeiert und geehrt wurde. Seit den 1960-er Jahren ist er einer der bedeutendsten deutschen Liedermacher und Lyriker. Die Proteste gegen seine Ausbürgerung 1976 gelten als Anfang vom Ende der DDR.

Eindringlich erzählt Biermann vom Vater, der als Jude und Kommunist in Auschwitz ermordet wurde, von der Mutter, die ihn aus dem Hamburger Bombeninferno rettete, vom väterlichen Freund Robert Havemann, mit dem er das Los des Geächteten teilte. Er berichtet von der absurden Welt der DDR-Diktatur, aber auch von ihren täglichen Dramen menschlicher Widerständigkeit. Und er erzählt die Geschichten seiner in den Westen geschmuggelten, im Osten heimlich kursierenden Lieder. Bei aller Heftigkeit des Erlebten lesen sich Biermanns Erinnerungen wie ein Schelmenroman. Wolf Biermann lebt heute mit seiner Frau, der Sängerin Pamela Biermann, in Hamburg.

Genehmigung zur Verwendung K:\ZWR\Bildrechte\Freunde

Burghart Klaußner -© Max Parovsky

 

Burghart Klaußner: geboren 1949 in Berlin, Schauspieler u.a. in Berlin, Hamburg, Zürich, Dresden und zur Zeit in Düsseldorf auf der Bühne, im Film zuletzt in „Der Staat gegen Fritz Bauer“ und in „Terror – Ihr Urteil“. Als Theaterregisseur gab er 2006 sein Debüt; Hörbuchsprecher für Romane z.B. von Daniel Kehlmann und Botho Strauß. Als Sänger mit seinem Programm „Zum Klaußner“ seit 2010 unterwegs. Burghart Klaußner wurde mit zahlreichen Preisen geehrt.

 

 

Eine Veranstaltung der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V. und der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz

Eröffnung der Reformations-Ausstellung durch Kardinal Lehmann

Vor wenigen Tagen, am 2. Februar 2017, eröffnete Karl Kardinal Lehmann während des Neujahrsempfangs, den die Staatsbibliothek zu Berlin und die Freunde der Staatsbibliothek e.V. ausrichteten, die Ausstellung „Bibel – Thesen – Propaganda“. Zuvor führten Barbara Schneider-Kempf, die Generaldirektorin der Bibliothek, und André Schmitz, der Vorsitzende der Freunde der Bibliothek, Kardinal Lehmann durch die Ausstellung. Die Kuratorin, Michaela Scheibe, sie ist zugleich die stellvertretende Leiterin der Abteilung Historische Drucke, erläuterte in einem engen Dialog mit dem Kardinal besondere Objekte der Ausstellung, darunter einige Propaganda-Flugblätter sowie die Besonderheiten der drei Drucke der 95 Thesen.

Gerd Appenzeller, früher Herausgeber von Der Tagesspiegel und heute Kolumnist der Zeitung schreibt regelmäßig u. a. über das Berliner Stadtgeschehen, und so gab er am Samstag, 4. Februar 2017, seinen Lesern in der Rubrik STADTMENSCHEN mit der Überschrift Der Kardinal und das Lutherjahr diesen Bericht:

„So viele Anmeldungen zu einem Neujahrsempfang hatten wir noch nie“, strahlte Barbara Schneider-Kempf bei ihrer Begrüßung im rappelvollen Otto- Braun-Saal der Staatsbibliothek. Aber nun ist auch nicht jedes Jahr 500-jähriges Reformationsjubiläum, nur einmal eine glanzvolle Ausstellung aus diesem Anlass, und vor allem dieser Redner als Gast der Generaldirektorin: Karl Kardinal Lehmann, der emeritierte Bischof von Mainz, der mehr als zwei Jahrzehnte lang Vorsitzender der (katholischen) Deutschen Bischofskonferenz war. Keiner hat sich wie er gerade auch um den Dialog der Konfessionen verdient gemacht, und wenn der 80-Jährige einen Vortrag zum Thema „Warum und wie können Katholiken das 500-jährige Reformationsgedenken 2017 mitbegehen?“ ankündigt, dann kommen eben 500 Menschen, ihn zu hören. Unter ihnen Hermann Parzinger, der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Eberhard Diepgen und der frühere HU-Präsident, der Theologe Christoph Markschies.

Schon die Formulierung impliziert doch die Zustimmung – ja, Katholiken können dieses Ereignisses nicht nur gedenken, sie können die Erinnerungen daran teilen. Wie schon Barbara Schneider-Kempf richtete auch André Schmitz, der Vorsitzende des Vereins der Freunde der Staatsbibliothek, den Blick auf die besondere Bedeutung der Luther-Memorabilien im Besitz der größten wissenschaftlichen Bibliothek Deutschlands. Bereits 1595, erinnerte Schneider-Kempf, hatten Luthers Enkel die Reste des theologisch-literarischen Nachlasses Joachim Friedrich von Brandenburg verkauft. Zwar seien bis heute die Lutherdokumente des Hauses zahlreich und von höchster Qualität – aber ein Großteil der historischen Luthersammlung gilt seit ihrer Auslagerung im Krieg als verschollen.

Kardinal Lehmann rief ins Gedächtnis, dass im Streit zwischen Katholiken und Lutheranern das Wort „Ketzer“ die Tiefe des Grabens charakterisiert habe. 400 Jahre später aber sei beim Zweiten Vatikanischen Konzil der Geist Luthers unsichtbar immer wieder präsent gewesen. Und heute? Dies war Lehmanns Schlusssatz: „Christentum und Kirche werden… in allen Epochen den Weg gehen, der ihnen aufgetragen ist. Dazu gehört auch der gemeinsame Weg der noch nicht vereinten, aber einander näher gekommenen Christen.“ Langer Beifall.

Nur in Berlin: Die einzige Luther-Ausstellung mit allen drei Thesen-Drucken von 1517

„BIBEL – THESEN – PROPAGANDA.
Die Reformation erzählt in 95 Objekten“

Daten zur Ausstellung
3. Februar – 2. April 2017
+ zum Evangelischen Kirchentag 24. – 28. Mai 2017
dienstags-samstags 11-19 Uhr, sonntags 13-18 Uhr

Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
Haus Potsdamer Straße 33 / Kulturforum, 10785 Berlin
freier Eintritt
Katalog 20 €, original gefaltetes Faksimile des Nürnberger Thesen-Drucks und Erläuterungen 8 €, beide zusammen 25 €

Blog zur Ausstellung

Honorarfreie Abbildungen von Ausstellungsobjekten

Thesendrucke in der Digitalen Bibliothek der Staatsbibliothek:
der Nürnberger Thesendruck (im Besitz der Staatsbibliothek)
der Leipziger Thesendruck (im Besitz des Geheimen Staatsarchivs)

***

Zu den Quellen!

„Es ist der Staatsbibliothek zu Berlin Privileg und Freude, aus der Fülle der eigenen Beständen diese Ausstellung zusammenstellen zu können, die sich ganz und gar auf zentrale zeitgenössische Dokumente der vor 500 Jahren einsetzenden Reformationsbewegung konzentriert“, führte Barbara Schneider-Kempf, Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin zu der ab dem 3. Februar 2017 geöffneten Ausstellung „Bibel – Thesen – Propaganda. Die Reformation erzählt in 95 Objekten“ aus. Und weiter: „Wer der damaligen Zeit nahe kommen will, sollte sich mit den hier gezeigten handschriftlichen und gedruckten Quellen jener Bewegung befassen, die  Martin Luther mit seinen Werken auslöste und in der Folge die christliche Welt tiefgreifend veränderte.“

95 Thesen lösen die Reformation aus

Einer der wesentlichen Auslöser der Reformationsbewegung ab dem Ende des Jahres 1517 war die Verbreitung der 95 Thesen Martin Luthers, in denen er seine fundamentale Kritik zum Ablasshandel niedergeschrieben hatte. Seine Thesen über den Ablass sandte er am 31. Oktober 1517 dem Mainzer Erzbischof Albrecht von Brandenburg, zugleich kursierten in Luthers Umfeld einige Abschriften. Noch im selben Jahr 1517 wurden drei Ausgaben der in Latein abgefassten Thesen gedruckt: Zwei Plakatdrucke entstanden in Nürnberg und in Leipzig, eine kleinere Ausgabe auf vier Blättern in Basel. Luther selbst war über die rasche Verbreitung seiner Thesen nicht glücklich, denn er hatte diese zunächst in einem kleinen Kreis von Theologen diskutieren wollen, wozu es jedoch aufgrund der rasanten Entwicklung nie kam. Um dem Volk, für das er die Materie für zu schwierig hielt, seine Ansichten näher zu bringen, verfasste er 1518 „Ein Sermon von Ablass und Gnade“ – dieses Buch erfuhr innerhalb eines Jahres 18 Ausgaben.

Heute sind nur noch sieben Exemplare der Thesendrucke aus Nürnberg und Leipzig bekannt, zwei davon werden in der Stiftung Preußischer Kulturbesitz aufbewahrt: Das Geheime Staatsarchiv besitzt einen Druck aus Leipzig, die Staatsbibliothek zu Berlin einen aus Nürnberg. Nur bis zum 19. Februar werden – zum ersten Mal überhaupt – die beiden Plakatdrucke zusammen mit dem Baseler Druck gezeigt, auch letzterer gehört zum Bestand der Staatsbibliothek.

Der Nürnberger Plakatdruck der Staatsbibliothek zu Berlin wurde im Jahr 2015 in das UNESCO-Register „Memory of the World“ aufgenommen und damit zum Weltdokumentenerbe erklärt. Von diesem Exemplar erschien zur Ausstellung ein Faksimile, das auf jene praktische Handgröße gefaltet ist, wie es die Faltspuren des Originals aus dem Jahr 1517 zeigen.

Ausstellung in sechs Kapiteln

Die Staatsbibliothek zu Berlin stellt mit 95 Objekten die Reformationsbewegung in großer formaler Breite und inhaltlicher Tiefe vor, von ihren Anfängen vor 500 Jahren bis hin zur Manifestation der lutherischen Kirche zunächst in Europa, später auch auf anderen Kontinenten.

>> „Ich kann und will nicht widerrufen“ – Schlüsselereignisse

Neben den anfangs drei, ab dem 21. Februar zwei gezeigten Drucken der 95 Thesen (Nürnberger und Baseler) ist in diesem Kapitel auch der eigenhändige Briefentwurf Luthers vom November 1518 gezeigt, den für den Rektor und die Professoren der Universität Wittenberg an Kurfürst Friedrich der Weise von Sachsen fertigte und in dem um Schutz für ebendiesen Martin Luther gebeten wird. Zu sehen ist ein Druck der päpstlichen Bulle, mit der Papst Leo X. im Jahr 1520 Luther den Bann androhte.

>> „Das Wort sie sollen lassen stahn“ – Die Heilige Schrift

Nachdem Martin Luther im Jahr 1521 Zuflucht auf der Wartburg gefunden hatte, begann er mit der Übersetzung des Neuen Testaments ins Deutsche, es folgte das Alte Testament, 1534 lag die Bibel komplett in Deutsch vor. Im Ausstellungskapitel über die Bibel werden neben außergewöhnlich schön ausgestalteten Exemplaren auch Übersetzungen aus dem Deutschen in andere Sprachen gezeigt, darunter in das Sorbische wie auch in eine Variante der Hindustani-Sprache und ins Chinesische.

Die handkolorierten Bibeln, gar mit zusätzlicher individueller Bildausstattung und auf Pergament gedruckt, wurden als Luxusprodukte hergestellt und blieben aufgrund ihrer Preise in der Regel dem Hochadel vorbehalten. Aus der Wittenberger Cranach-Werkstatt stammen vier sorgfältig produzierte Prachtbibeln, von denen in der Ausstellung zwei gezeigt werden. Eine dieser zweibändigen Bibeln entstand im Jahr 1541, im Jahr 1659 kam diese als Geschenk zum Großen Kurfürsten von Brandenburg, dem Gründer der heutigen Staatsbibliothek zu Berlin.

>> „Erhalt uns Herr bei deinem Wort“ – Theologie und Propaganda

Der Buchdruck machte die rasante Verbreitung der reformatorischen Schriften möglich  und beförderte zugleich den Einsatz von Flugblättern. Eins in der Ausstellung ist ein lutherisches Propagandablatt von 1556, das sich gegen die katholische Kirche richtet und den Sieg Christi, der allein mit den Worten den Antichristen niedergerungen habe, feiert. Luther hatte bereits in den 1520er Jahren das Papsttum als Personifikation des Antichristen bezeichnet. Auch nach der Etablierung der beiden Konfessionen in den 1550er Jahren blieb diese Vorstellung erhalten und die Parteien beschuldigten sich fortlaufend gegenseitig, den Teufel zu repräsentieren.

>> „Und wenn die Welt voll Teufel wär‘“ – Streit und Krieg

Das konfessionelle Zeitalter von der Reformation bis zum Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) war von theologischen Streitigkeiten und immer wieder aufflammenden kriegerischen Auseinandersetzungen geprägt, vor allem innerhalb der reformatorischen Bewegung selbst. Das anonym verfasste Blatt „Cucina opiniorum  – die Glaubensküche“ (23×34,5cm) stellt die Vertreter der Konfessionen in einer Küche dar, in der jeder sein eigenes Süppchen isst.

>> Vom Himmel hoch da komm ich her“ – Kirchenmusik

In diesem Kapitel ist unter anderem eines der wenigen Autographen Martin Luthers zu sehen, mit dem auch seine kompositorischen Interessen überliefert sind: Luther entwarf ein Katechismuslied, „Vaterunserlied“, und skizzierte dazu eine Melodie, die er jedoch wieder verwarf. Die Spuren im Autograph zeugen von seiner intensiven Textarbeit. Zur lutherischen Kirchenmusik sind des Weiteren Autographe von Bach, Telemann und Mendelssohn zu bewundern.

>> „Die Wittenbergisch Nachtigall die man jetzt höret überall“ – Rezeption

Für Deutschland und mindestens für Nordeuropa war die Reformation ein historisches Großereignis. 1648 besiegelte der Westfälische Frieden die konfessionelle Spaltung Europas. Bis heute ist die Rezeption der Reformation in der Literatur, bildenden Kunst und Musik von immenser Bedeutung, und Luther wurde zum Sinnbild der Reformation schlechthin. Ein häufiges Bildmotiv wurde die Darstellung Luthers mit dem Schwan, ein Sinnbild der Reinheit des Reformators.

Mit dem rasanten Anstieg der Buchproduktion ab dem 16. Jahrhundert begann auch eine bildungspolitische Ära: So setzte sich vor allem Melanchthon dafür ein, dass möglichst viele Menschen in die Lage versetzt wurden zu lesen. Die zunehmende Anzahl der gedruckten Bücher ließ wiederum den Wunsch wachsen, diese auch schön auszugestalten, die Bücher in einem möglichst preiswerten, dennoch ansprechenden Einband aufzubewahren. In Wittenberg entstand in dieser Zeit der figurale Einbandstil, von dem einige Beispiele in der Ausstellung zeugen, darunter ein Buch aus dem Jahr 1581: Es zeigt auf dem Vorderdeckel negativ geprägt und farbig gestaltet die Ganzkörperfigur Martin Luthers, auf dem Hinterdeckel Philipp Melanchthon. Ein mosaik-Heft aus dem Jahr 2016 sowie der Playmobil-Luther führen den Ausstellungsbesucher ins Heute.

Agrarminister Indiens zu Gast in der Orientabteilung

Überraschenden Besuch aus Indien erhielt die Orientabteilung der Staatsbibliothek am Nachmittag des 20. Januar. Der Agrarminister der Indischen Union, Shri Radha Mohan Singh,  wollte seinen Aufenthalt in Berlin auch dazu nutzen, um einen Eindruck von den Berliner Sanskrit-Handschriften zu gewinnen im Hinblick auf eine mögliche Kooperation im Bereich der Digitalisierung.  Anerkennend geäußert haben sich die Gäste über den guten Erhaltungszustand der Objekte.

Unter den orientalischen Handschriften der SBB bilden die etwa 9.000 indischen nach den islamischen die zweitgrößte Bestandsgruppe. Zum überwiegenden Teil sind sie bereits beschrieben. Seit 1853 sind 18 Katalogbände erschienen. Noch etwa 1.000 Objekte sind in den nächsten beiden Jahren zu katalogisieren.

Unsere indischen Handschriften sind zum überwiegenden Teil in Sanskrit. Es sind aber auch drawidische, mittel- und neuindische Sprachen vertreten. Von besonderer Bedeutung sind die etwa 1200 Werke der Jaina-Literatur.

(Beitrag von Siegfried Schmitt)

Slavistik-Portal im neuen Design online

Seit Anfang Januar 2017 präsentiert sich das Slavistik-Portal im neuen, responsiven Design, das vor allem für die Recherche mit mobilen Geräten und Browsern aller Art optimiert ist. Gleichzeitig wurde das Portal auch für die Arbeit mit herkömmlichen Desktop-PCs verbessert und übersichtlicher gestaltet.

Das Slavistik-Portal ist aus dem Projekt „Virtuelle Fachbibliothek Slavistik“ hervorgegangen, das ab 2005 für fünf Jahre von der Deutschen Forschungsgemeinschaft gefördert wurde. Das Ziel der Virtuellen Fachbibliothek (ViFa) Slavistik war definiert als Schaffung einer zentralen Anlaufstelle für slavistikbezogene Fachinformationsangebote im Internet. Die ViFa Slavistik richtete sich primär an Wissenschaftler und Studierende, aber auch an Lehrer, Übersetzer, Journalisten, Kulturmanager und alle diejenigen, die an Slavistik, slawischen Sprachen und Literaturen sowie slawischer Volkskunde interessiert waren.

Die Grundlage der „ViFa“ Slavistik bildete das Sondersammelgebiet (SSG) „Slawische Sprachen und Literaturen“, das von 1998 bis 2015 an der Staatsbibliothek zu Berlin gepflegt wurde und die deutschen SlawistInnen mit slawistischer Fachliteratur in diesem Zeitraum erfolgreich versorgt hatte. Seit 2016 betreut die Staatsbibliothek zu Berlin nun den Fachinformationsdienst (FID) Slawistik, der im Gegensatz zum SSG weit über die bloße Versorgung der FachwissenschaftlerInnen mit Fachliteratur hinausgeht. Das Slavistik-Portal, das nach wie vor – mit über 5000 Besuchern pro Monat vor allem aus dem deutschsprachigen Raum – als die zentrale Anlaufstelle für Fachrecherchen fungiert, wird auch in den kommenden Jahren und im Rahmen des FID seine Dienste anbieten, die Services erweitern und weiterhin die deutsche und internationale FachnutzerInnen mit relevanten wissenschaftlichen Fachinformationen versorgen.

Die Hauptmodule des Portals und ihre technische Basis verfolgen das Ziel, den Nutzern eine übersichtliche und transparente Webpräsentation zu bieten, die gutes Design und Performanz verbindet und die auf fachlichem Know-how und zwölf Jahren intensiver Arbeit an den Inhalten und der technischen Infrastruktur aufbaut.

  • Suche – Die Funktion „Suche in slawistischen Datenbanken, Bibliographien und Katalogen“ deckt einen Suchraum von über 40 Datenquellen ab, die fachbezogenen Informationen zur und über die Slawistik liefern. Als Software kommt dabei seit 2013 das Open-Source-System Pazpar2 zum Einsatz, das in der Lage ist, die lokalen bibliographischen Daten, die in Form von SOLR-Indizes vor Ort in Berlin vorgehalten werden, aber auch die entfernten Fachquellen über diverse XML- oder Z39.50-Schnittstellen, in Sekundenschnelle zu durchsuchen. Die ca. 30 lokalen SOLR-Indizes sind mit speziellen Analyzern (mit Funktionen wie automatischer Transliteration des Kyrillischen o.a.) ausgestattet, so dass die Suche darüber sich für Slavistik-SpezialistInnen besonders effektiv gestaltet. Eine vorsichtige Schätzung der fachbezogenen Datensätze im gesamten Suchraum liegt ca. 5 bis 10 Mio. bibliographischen Einheiten.
  • Neuerwerbungen – Unter „Neuerwerbungen“ bietet das Portal den Dienst „Neuerwerbungen Slavistik“, der die monographische Erwerbung für den gesamten deutschsprachigen Raum (im Auftrag der Deutschen Forschungsgemeinschaft) der letzten 15 Jahre widerspiegelt, und den kürzlich hinzugekommenen Dienst „Neuerscheinungen Online Content (OLC) Slavistik“, der die Zugänge aus den 500 wichtigsten slavistischen Zeitschriften auf der Aufsatzebene dokumentiert. Beide Dienste sind datenbankbasiert und werden im Stundentakt aktualisiert. Dementsprechend können sie auch als RSS-Dienste genutzt werden.
  • Zeitschriften – Das Modul bietet eine Übersicht über die wichtigsten gedruckten und elektronischen Zeitschriften im Fachbereich Slawistik. Die Daten aus der „Elektronischen Zeitschriftendatenbank“ (EZB) und der „Zeitschriftendatenbank“ (ZDB) werden über die XML-Schnittstellen ausgelesen und sind somit immer aktuell. Eine Ergänzung liefert die Übersichtsliste über die Zeitschriften in der Datenbank „Online Contents (OLC) Slavistik“, die ebenfalls stets „up to date“ ist.
  • Datenbanken – Dieses Modul bildet das Herzstück des Portals. Auf über 300.000 Webseiten werden die bibliographischen Metadaten für die wichtigsten deutschsprachigen slavistischen Bibliographien und die fachbezogenen Regionalbibliographien angeboten. Die Metadaten davon wurden durch die Konversionsprojekte der Jahre 2007-2012 aus den gedruckten Ausgaben durch spezialisiertes OCR gewonnen und mit Data-Mining-Verfahren strukturiert. Nun liegen die ehemals gedruckten Bibliographien in Datenbankform vor und werden für die Browsing-, Pazpar2- und die Widget-Suche in die SOLR-Indizes eingespeist. Ergänzend zu den Bibliographien bietet das Modul auch eine Auswahl von ca. 2000 Internetquellen, die das Team des Portals im Laufe der letzten zehn Jahre gesammelt hatte und die – aus unserer Sicht – für die deutsche und internationale Slawistik von Bedeutung sein dürften.
  • Online-Tutorium – Das Online-Tutorium LOTSE-Slavistik (als ein Teilprojekt der „ViFa“ Slavistik) war als Lernportal gedacht, das Suchtechniken im Fach Slavistik vermitteln sollte. Es wurde fünf Jahre lang von der Universitätsbibliothek Bochum gepflegt und anschließend von der SUB Hamburg eine Zeitlang gehostet. Zum Ende 2016 wurde das gesamte LOTSE-Projekt eingestellt.

Nach wie vor wird am Slavistik-Portal intensiv gearbeitet. Vor allem die Gewinnung neuer, qualitativ hochwertiger Metadaten wird vorangetrieben. Es werden weitere gedruckte Bibliographien im Data-Mining-Verfahren erschlossen und weitere elektronischen OAI-Server des Fachbereichs weltweit geharvestet. Auch der Zugang zu freien und lizenzpflichtigen Volltext-Quellen/-Datenbanken spielt zunehmend eine wichtige Rolle. So wird seit Herbst 2016 eine deutschlandweite FID-Lizenz für die Volltext-Datenbank „Universitetskaja biblioteka online“ über das Slavistik-Portal angeboten, die registrierten Nutzern zur Verfügung steht.

Auch in Zukunft werden wir den Grundsätzen der Transparenz und Performanz eine besondere Bedeutung beimessen und unser Portal danach gestalten. Die jüngste Entwicklung betrifft das neue, responsive Design des Portals, das seit Januar 2017 online ist. Damit haben wir unsere Webseiten auch für diejenigen Nutzer und Nutzerinnen optimiert, die mit mobilen Geräten und Browsern aller Art zu uns kommen wollen.

Herzlich willkommen! Zur Suche: http://slavistik-portal.de