Unsere Beiträge zu den Wissenschaften und Forschung

Das Niedersorbische Testament von 1548: Eine digitalisierte Handschrift aus dem 16. Jahrhunderts geht online

Das niedersorbische Testament von Mikławš Jakubica aus dem Jahre 1548 gehört zu den ältesten sorbischen Sprachdenkmälern. Die Handschrift ist aufgrund ihrer Ausrichtung zugleich eine wichtige Quelle für die gesamte westslawische historische Dialektologie.

Im Rahmen eines Kooperationsprojektes zwischen der Osteuropa-Abteilung der Staatsbibliothek zu Berlin und dem Sorbischen Institut in Bautzen wurde die Handschrift jetzt digitalisiert. Sie steht damit vollständig im Internet zur Verfügung und ist über den StaBiKat und die digitalisierten Sammlungen der Staatsbibliothek zu Berlin online abrufbar. Die Digitalisierung wird außerdem in die World Digital Libray (WDL) aufgenommen.

Jakubicas Übersetzung des Neuen Testaments war die erste Übersetzung der Lutherbibel in eine andere Sprache. Sie wurde 1548 von Jakubica vollendet und ist nie im Druck erschienen. Pfarrer Jakubica benutzte als Grundlage für seine Übersetzung die Lutherbibel, die lateinische Vulgata und tschechische Vorlagen.Von der tschechischen Lexik und Orthographie ließ er sich stark beeinflussen. Seine Sprache war ostniedersorbisch, aber dialektal uneinheitlich.

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Ansprechpartner

Vaclav Zeman
Tel: +49 30 266-435 620

Zum 100. Todestag von Lev Nikolaevič Tolstoj


Lev Tolstoj (1828 – 1910) – Frühe Rezeption in Deutschland

Vitrinenpräsentation vom 1.11. bis zum 18.12.2010


Die Staatsbibliothek zu Berlin nimmt den 100. Todestag des großen russischen Schriftstellers und Denkers Lev Nikolaevič Tolstoj am 20. November 2010 zum Anlass für eine kleine Präsentation ihres Bestandes. Im Foyer vor der Cafeteria werden vom 1. November bis 18. Dezember in einer Vitrinenpräsentation Werke von und über Tolstoj zu dem Thema Lev Tolstoj – Frühe Rezeption in Deutschland zu sehen sein. In der Auswahl befinden sich Bücher, die zu Tolstojs Lebzeiten in Deutschland in deutscher, aber auch in russischer Sprache erschienen sind.

Tolstojs Schaffen wird exemplarisch in seiner ganzen Vielfalt gezeigt, seine literarischen Werke ebenso wie sein umfangreiches publizistisches Schrifttum. Schon in dieser frühen Phase der Rezeption bis 1910 erschienen seine Werke fast ausnahmslos in deutscher und nicht immer nur einer Übersetzung. Überraschen mag auch die Tatsache, dass viele seiner Werke von deutschen Verlagen auch in russischer Sprache herausgegeben wurden. Dieses Phänomen ist besonders interessant vor dem Hintergrund, dass Tolstojs Schriften in unterschiedlichem Maße bis hin zum vollständigen Verbot sehr häufig von der russischen Zensur betroffen waren. So passierte es nicht nur einmal, dass ein Buch zuerst im Ausland bzw. nur im Ausland vollständig oder im Originalwortlaut erschien, in russischer Sprache oder auch bereits in der Übersetzung.

Neben der Vielzahl an Übersetzungen seiner Werke ist ein weiterer Ausdruck des überaus großen allgemeinen und fachlichen Interesses an Tolstoj, dass auch das Repertoire der Veröffentlichungen über sein Leben und Werk aus dieser Zeit zu beeindrucken vermag.

Eine abschließende kleine Zeitungsdokumentation vermittelt einen Eindruck, welchen Platz die Presse der Persönlichkeit Tolstoj und den Nachrichten über die letzten Tage bis zu seinem Tod einräumte.


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Liste der Exponate

Beispielseiten zum Download

Berliner Tageblatt vom 21.11.1910
Zeitungsabteilung Signatur: Ztg 1950 MR
Kölnische Zeitung (Morgenausgabe) vom 21.11.1910Zeitungsabteilung Signatur: Ztg 1959 MR


Ansprechpartnerin

Sabine Kaiser
Tel: +49 30 266-435630