DFG födert vier Fachinformationsdienste für die Wissenschaft

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft, DFG, bewilligte zuletzt alle drei von der Staatsbibliothek zu Berlin gestellten Anträge zur weiteren Förderung des Ausbaus der Sammlungen und der modernen Dienstleistungen für die Fachinformationsdienste „CrossAsia – FID Asien“, „Kartographie und Geobasisdaten“ und „Slawistik“. Der Ausbau des Fachinformationsdienstes Recht wird von der DFG bereits seit dem Jahr 2014 finanziert. Für alle vier Fachinformationsdienste für die Wissenschaft (FID) mit jeweils einer Laufzeit von drei Jahren stellt die DFG der Staatsbibliothek zu Berlin  6,9 Mio. € zur Verfügung.
Barbara Schneider-Kempf, Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin, wertet dies „ …als Wertschätzung der bisherigen konzeptionellen wie auch praktischen Arbeit der jeweiligen Fachabteilungen, die in vielfältigen Kooperationen sowie in engem Kontakt mit den Communities aktuelle Anforderungen an die Literaturversorgung auf Forschungsniveau erkennen und diesen begegnen.“
In Forschung und Wissenschaft bewährt sich seit Jahrzehnten die Praxis der DFG, besonders leistungsstarke Bibliotheken mit erheblichen finanziellen Mitteln dabei zu unterstützen, die Literatur zu einzelnen Fachgebieten in großer Tiefe und Breite sowie in jeder verfügbaren Form zu beschaffen. Seit dem Jahr 2014 fokussiert dieses DFG-System der Literaturversorgung die Nutzerbedürfnisse in besonderem Maße und legt einen Schwerpunkt auf die Entwicklung elektronischer Dienstleistungen.

 

FID CrossAsia – FID Asien

Die Ostasienabteilung wird gemeinsam mit dem Südasien-Institut der Universität Heidelberg den FID Asien ausbauen.  Die bestehenden Sammlungen in Berlin und Heidelberg sowie die dort in den letzten Jahren entwickelten und betriebenen Angebote sind hierfür die idealen Ausgangspunkte. Insbesondere die inter- und transdisziplinär sowie regional und transregional ausgerichtete universitäre und außeruniversitäre Wissenschaft, Forschung und forschungsnahe Lehre wird profitieren. Beide Institutionen werden die am wissenschaftlichen Spitzenbedarf der deutschen Asienwissenschaften orientierten Informationsservices verlässlich und gebündelt ausbauen. Zu den vorrangigen Zielen gehören der Aufbau einer Infrastruktur für Volltext- und Metadaten sowie das Cross-Asia-E-Publishing.
In der Staatsbibliothek zu Berlin basieren die bislang schon entwickelten wie auch die künftigen Dienstleistungen auf 1,5 Millionen Bänden fachspezifischer Literatur, jährlich kommen die Ausgaben von 3.800 Zeitschriften und mehr als 25.000 Monographien hinzu. Über die virtuelle Fachbibliothek CrossAsia sind derzeit rund 100 lizenzpflichtige Datenbanken mit über 200 Millionen Einzeldokumenten bzw. Volltexten verfügbar. Die Suchfunktionen schaffen Zugang zu mehr als 100 Millionen verschiedenen Objekten inkl. Materialien aus Open Access-Repositorien aus den gedruckten bzw. lizenzierten Inhalten, die über CrossAsia zur Verfügung stehen. Aktuell 6.500 Cross-Asia-Nutzer können fachspezifische Services wie Newsletter, Diskussionsforen und Dokumentenspeicher nutzen, Ergebnisse aus Projekten und Entwicklungen werden via Cross-Asia Lab direkt verfügbar gemacht.

 

FID Kartographie und Geobasisdaten

Die Entwicklung des FID Kartographie und Geobasisdaten wird zum einen durch den Bestand von 1,2 Millionen Karten, 34.000 Atlanten und 36.500 Bänden Fachliteratur gestützt – damit fungiert die Staatsbibliothek zu Berlin als kartographisches Dokumentationszentrum Deutschlands. Zum anderen gründet der FID auf der von den Experten der Staatsbibliothek entwickelten Infrastruktur zur Nutzung von Karten. Als Nächstes werden weitere Systeme entwickelt, etwa um gezielt den Forschungsbedarf mit digitalisierte Karten zu bedienen. Für die Beschaffung von Geodaten entlegenerer Gebiete sind die stabilen Kontakte zum hochspezialisierten Kartenhandel von großem Wert, damit kann der FID Karten zur zentralen Anlaufstelle für die Fachcommunity reifen. Weltweit in verschiedenen Maßstäben und Ausgabeformen erscheinende topographische Kartenwerke werden in der Datenbank Topo-Liste erfasst, mit der Bibliographia Cartographica verantwortet die Staatsbibliothek zu Berlin das weltweit einzige Nachweisinstrument für das gesamte Spektrum der kartographischen Literatur.

 

FID Slawistik

Auch beim Aufbau des FID Slawistik steht die enge Abstimmung und Kooperation mit der Fachcommunity im Zentrum, um eine den Bedürfnissen der Forscher entsprechende informationstechnische Infrastruktur bereitzustellen. Unter anderem werden dazu die Sammlungen der Staatsbibliothek zu Berlin mit Sammlungen externen Informationsquellen vernetzt und über ein weiterentwickeltes Slavistik-Portal,  das zur zentralen Stelle für bibliographische und digitale Informationen zur Slawistik wird, präsentiert. Zu in- und ausländischen elektronischen Volltextangeboten mit einheitlicher Indexierung wird der Zugang geschaffen. Ein Baustein bei der Schaffung des FID Slawistik wird der von den Facwissenschaftlern gewünschte Auf- und Ausbau der Inhaltserschließung für slawistische Zeitschriften, Sammelbände und Kongressschriften sein.

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