Die Grundinstandsetzung des Hauses Unter den Linden

Zentrales Thema Denkmalschutz

Das Gebäude der Staatsbibliothek ist sowohl ein Einzeldenkmal als auch Bestandteil des Denkmalensembles Unter den Linden. Der Ehrenhof mit seiner aus den 1920er-Jahren stammenden eindrucksvollen Weinberankung ist zudem ein Gartendenkmal.

Bei der Grundinstandsetzung der Staatsbibliothek ist der denkmal-gerechte Umgang mit der historischen Bausubstanz deshalb ein zentrales Thema. Neben der weitgehenden Erhaltung der noch vorhandenen Bausubstanz wird ein weiterer Schwerpunkt darauf gelegt, das räumliche Konzept des Bestandsbaus wieder erlebbar zu machen. Das betrifft die Wiederherstellung der zentralen Erschließungsachse mit ihren repräsentativen öffentlichen Räumen, insbesondere aber auch die im Januar 2017 übergebenen Räume der Generaldirektion und des Veranstaltungsbereiches.

Farbgebung und Interieur der repräsentativen Lesesäle, Veranstaltungsräume und der Räume der Generaldirektion wurden teils nach vorhandenen Resten rekonstruiert, teils nach Fotos nachempfunden oder aber als erkennbar neu und heutig ergänzt. Ein signifikantes Beispiel ist der Ersatz für die verlorene historische Decke des großen Veranstaltungssaales. Hierfür wurde vom Architekturbüro HG Merz eine Decke aus kissenförmigen lichtdurchlässigen Elementen entworfen, welche eine besonders reizvolle räumliche Struktur bildet und ganz spezielle Beleuchtungseffekte erlaubt. Hergestellt wurde diese Sonderanfertigung aus Kunstharz von der Firma FLZ mit Sitz auf der Insel Rügen.

Ein weiterer denkmalpflegerischer Schwerpunkt besteht in der Erhaltung und Instandsetzung des nach seinem Erfinder Robert Lipman benannten Regalsystems der historischen Magazine. Dieses Stahlregalsystem erstreckt sich teilweise über acht Geschosse und trägt neben Regalböden und Büchern auch die Geschossdecken, Teile der Fassaden und das Dach.

Etappen der Großbaustelle

Im Architekturwettbewerb zur Grundinstandsetzung und Erweiterung der Staatsbibliothek Unter den Linden wurde im Jahr 2000 der Entwurf von Professor HG Merz mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Nach einer umfangreichen Planungsphase wurde 2005 mit den Bauarbeiten begonnen. Alle Bauarbeiten finden bei laufendem Bibliotheksbetrieb statt, unterteilt in zwei Bauabschnitte: Der erste Abschnitt umfasste die Grundinstandsetzung des nördlichen Gebäudeteils, unter anderem auch den Erweiterungsbau für den neuen Allgemeinen Lesesaal sowie weitere Lesesäle. 2006 wurde dafür der Grundstein gelegt, 2008 wurde das Richtfest gefeiert. Im März 2011 wurden der sanierte Altbau dieses Bauabschnitts und die neu errichteten Tresormagazine an die Staatsbibliothek übergeben. Die feierliche Schlüsselübergabe für den Neubau mit den neuen Lesesälen fand dann im Dezember 2012 statt.

Der zweite Bauabschnitt ist in drei Teile gegliedert, von denen bereits zwei abgeschlossen sind. Hauptbestandteile dieses Bauabschnittes sind fünf Sonderlesesäle, die Räume der Generaldirektion und des Verwaltungsbereichs sowie das Bibliotheksmuseum. Bereits übergeben wurden im September 2014 die Räume der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften im Gebäudeteil an der Ecke Universitäts-straße/Unter den Linden. Die Akademie der Wissenschaften ist seit der Erbauungszeit Mieter des Hauses. Vor kurzem wurden unter anderem die Veranstaltungsbereiche und die Räume der Generaldirektion übergeben.

Insgesamt werden im zweiten Bauabschnitt auf rund 20.000 Quadratmetern Nutzfläche Böden, Wände und Decken erneuert, 15.000 Quadratmeter Fassaden instandgesetzt, 6.000 Quadratmeter Dach-fläche neu aufgebaut, und eine komplett neue Haustechnik, insbesondere Klima-, Lüftungs- und Brandschutztechnik in den Bestand integriert.

Ein Gigant unter den Bibliotheksbauten

Das Gebäude der Staatsbibliothek Unter den Linden ist das Stammhaus der größten wissenschaftlichen Universalbibliothek im deutsch-sprachigen Raum und gehört zu den bedeutendsten Bibliotheksbauten weltweit. Es ist mit einer Grundfläche von 107 mal 170 Metern und einer Bruttogrundfläche von mehr als 100.000 Quadratmetern zudem eines der größten Gebäude Berlins.1903 bis 1914 nach den Plänen des kaiserlichen Hofbaumeisters Ernst von Ihne errichtet, ist die Staatsbibliothek einer der jüngsten wilhelminischen Repräsentations-bauten überhaupt. Sie ist als Steigerung repräsentativer Räume konzipiert. Den Höhepunkt bildet der Allgemeine Lesesaal mit einer der damals größten Kuppelkonstruktionen Berlins.

Das Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt, insbesondere der zentrale Lesesaal mit seiner imposanten, reich verzierten Kuppel fiel der Zerstörung zum Opfer. An seiner Stelle erhebt sich seit 2012 der 36 Meter hohe Neubau des heutigen Allgemeinen Lesesaals.

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Endspurt auf der Baustelle

‚Tout Berlin‘ willkommen am 10. Juni

Bilder + Erläuterungen

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Darüber berichteten neben anderen auch

Deutsche Presseagentur, dpa (hier übernommen von Berliner Zeitung)
Der Tagesspiegel
rbb Abendschau (Nachrichtenblock I, 1:43)

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