Endspurt auf der Großbaustelle

(Pressemitteilung des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung)

Denkmalgerechte Sanierung des historischen Gebäudekomplexes Unter den Linden zu 80 Prozent abgeschlossen

Vor wenigen Wochen wurden für die Grundinstandsetzung und Erweiterung der Staatsbibliothek zu Berlin im Haus Unter den Linden weitere Teile des Gebäudes einschließlich Ersteinrichtung an die Stiftung Preußischer Kulturbesitz übergeben. Der nun bezugsfertige Bereich umfasst rund 11.400 Quadratmeter Nutzfläche, etwas mehr als ein Fünftel der gesamten Nutzfläche. Damit sind nun insgesamt rund 80 Prozent des über 100 Jahre alten denkmalgeschützten Gebäude-komplexes, einer der größten Kulturbaustellen im Zuständigkeitsbereich des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR), fertiggestellt. Die Gesamtfertigstellung der Baumaßnahme ist für Ende 2018 geplant, so dass das Gebäude 2019 in Betrieb genommen werden kann.

Glanzstücke der jüngst übergebenen Gebäudeteile der Staatsbibliothek Unter den Linden sind zweifellos der Veranstaltungsbereich und die denkmalgerecht instandgesetzten Räume der Generaldirektion. Der ehedem wilhelminisch-schwere Charakter dieser Räumlichkeiten wurde mit einem individuell entwickelten Beleuchtungskonzept und wenigen modernen Ergänzungen des Innenausbaus dem ästhetischen Empfinden der Gegenwart zugänglich gemacht. Das Sanierungsprogramm umfasste darüber hinaus die Herrichtung zwei weiterer Sonderlesesäle, der Räume der Buchbinderei, weiterer Büroflächen und nicht zuletzt der Magazine für etwa eine Million Bücher.

Bis zur endgültigen Fertigstellung des letzten Bauabschnittes verbleibt weiterhin die Herausforderung einer Großbaustelle mit außergewöhnlich vielen Schnittstellen. Von Beginn an wurde die Maßnahme abschnittsweise bei laufendem Bibliotheksbetrieb geplant. Bisher waren  an der Grundinstandsetzung unter anderem 405 Hochbaufirmen, 181 Fachtechnikfirmen und 115 Planungsbüros und Gutachter beteiligt, allein die Ausführungsplanung des Architekten umfasst zurzeit etwa 14.000 Pläne. Hinzu kommen die Planungen diverser Fachplaner, insbesondere für die technische Gebäudeausstattung.

Vielfältige Baugeschichte

Es gehört zu den Besonderheiten des Hauses Unter den Linden, dass es bereits während seiner Erbauungszeit zwischen 1903 und 1914 wieder umgebaut und erweitert wurde, beispielsweise über dem Tonnengewölbe der zentralen Treppenhalle. Dort sind vier Geschosse mit zusätzlichen Magazinen errichtet worden, deren gewaltige Lasten von großen Stahlfachwerkträgern hoch über der Haupttreppe abgefangen wurden. Diese Träger konnten erst Ende 2013 nach Entkernung und Reinigung umfänglich begutachtet werden. Dabei sind erhebliche Schäden festgestellt worden, die auf unzureichende Standsicherheit schließen ließen. Da die denkmalgeschützten Magazingeschosse an Ort und Stelle zu erhalten waren, mussten die Gesamtkonstruktion komplett ausgetauscht werden. Hierzu sind die Einzelteile des neuen Tragwerks aufwändigst durch Öffnungen in der Außenwand eingefädelt und vor Ort zu neuen Fachwerkträgern verschraubt worden. Die provisorisch durch Hilfskonstruktionen gehaltenen Magazingeschosse wurden danach schrittweise auf die neuen Träger montiert.

Die nötige Umplanung der Sanierung in diesem Bereich und die vielen kleinteiligen, aufeinanderfolgenden Arbeitsschritte führten zu etwa 15 Monaten zusätzlicher Bauzeit und entsprechender Verschiebung der nachfolgenden Arbeiten. Insbesondere diese erhebliche Bauzeit-verlängerung erforderte eine Fortschreibung der Terminplanung und des Budgets.

Nicht nur der Neubau des zentralen Lesesaals, sondern auch der instandgesetzte Altbau muss den heutigen hohen Anforderungen an zeitgemäße technische Ausstattung, Sicherheit und Brandschutz genügen. Dabei ist Bauen im Bestand grundsätzlich geprägt vom Risiko des Unvorhersehbaren, des überraschenden Befundes. Keine noch so sorgfältige Voruntersuchung kann mit letzter Sicherheit den tatsächlichen Bauverlauf prognostizieren. So wurde zum Beispiel entdeckt, dass vermeintlich massive historische Wände der Gründerzeit in Wirklichkeit große Hohlräume bargen – offenbar eine Materialsparmaßnahme der Erbauungszeit.

Die voraussichtlichen Gesamtkosten werden bis zur endgültigen Fertigstellung der Baumaßnahme unter Berücksichtigung von Restrisiken und Steigerung des Baupreisindex bei rund 470 Millionen Euro liegen. Die Gesamtfertigstellung des Gebäudes ist für Ende 2018 geplant. 2019 wird die Inbetriebnahme stattfinden. Danach wird das Haus rund 650 Benutzerarbeitsplätze und über 50.000 Quadratmeter Nutzfläche fassen, in etwa fünfmal so viel wie das Bode-Museum.

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ausführliche Informationen zur Grundinstandsetzung Unter den Linden

‚Tout Berlin‘ willkommen am 10. Juni

Die Grundinstandsetzung

Bildergalerie + Erläuterungen

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Darüber berichteten neben anderen auch

Deutsche Presseagentur, dpa (hier übernommen von Berliner Zeitung)
Der Tagesspiegel
rbb Abendschau (Nachrichtenblock I, 1:43)

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