Hänsel, Gretel und Zeitgeist. Werkstattgespräch zu Märchenopern am 20.10.

Wissenswerkstatt
Hänsel, Gretel und Zeitgeist. Märchenopern als Spiegel ihrer Entstehungszeit
Werkstattgespräch mit Dr. Beata Kornatowska, Adam-Mickiewicz-Universität Poznań, Polen,
2015 Stipendiatin im Stipendienprogramm der SPK
Donnerstag 20. Oktober 2016
18.15 Uhr
Schulungsraum im Lesesaal, Haus Potsdamer Straße
Treffpunkt in der Eingangshalle (I-Punkt)
Eintritt frei, Anmeldung erbeten

 

Oper bevorzugt bekannte Stoffe, daher stellen Märchen für sie ein dankbares Objekt dar. Oft beschränken sich die Verfasser von Adaptionen, Librettisten und Komponisten nicht auf die bloße Anpassung der Vorlage an die spezifischen Anforderungen der Opernform, sondern benutzen sie als Projektionsfläche für aktuelle oder persönlich relevante Inhalte. So entstehen Interpretationen, die vom Zeitgeist und von künstlerischer Individualität geprägt sind: Dieselbe Märchenvorlage erscheint z.B. einmal im Gewand des dämonischen Pathos (Undine von E. T. A. Hoffmann), ein anderes Mal in biedermeierlicher Alltagskleidung (Undine von Albert Lortzing). An einigen Beispielen aus der deutschen Operngeschichte (Werke von E. T. A. Hoffmann, Albert Lortzing, Engelbert Humperdinck, Siegfried Wagner, Alexander von Zemlinsky) wird im Vortrag gezeigt, wie sich geistige und ästhetische Tendenzen der Entstehungszeit in den Opernwerken spiegeln, wie Märchenstoffe und Märchenfiguren gleich Schiefertafeln neu beschrieben, mit einer komischen, ironischen, psychologischen oder zeitkritischen Dimension versehen werden.

 

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