BUSONI. Freiheit für die Tonkunst!

Am 1. April feiern wir den 150. Geburtstag des vor allem als Klaviervirtuose und Komponist bekannten Künstlers Ferruccio Dante Michelangelo Benvenuto Busoni (1866-1924). Das Staatliche Institut für Musikforschung, die Staatsbibliothek zu Berlin und die Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin würdigen das Leben und Werk Busonis vom 4. September 2016 – 8. Januar 2017 im Kulturforum mit der Ausstellung BUSONI. Freiheit für die Tonkunst!

6_Busoni_London November 1919

Die Staatsbibliothek zu Berlin besitzt den Nachlass von Ferruccio Busoni. Der Komponist, Klaviervirtuose, Dirigent und Musiktheoretiker zählt zu den herausragenden Künstlerpersönlichkeiten seiner Epoche. Neben Komponisten wie Arnold Schönberg, Igor Strawinsky, Béla Bartók und Paul Hindemith gilt er als Wegbereiter der Neuen Musik. In vielen seiner Kompositionen streift er die Atonalität der zeitgenössischen Avantgarde, seine Ästhetik kulminiert in der Vision einer freien Musik. Sein nachhaltiger Einfluss auf die Kunst und die Musik des 20. Jahrhunderts macht ihn zu einer der zentralen Figuren der Moderne.

Der sehr umfangreiche Nachlass Busonis, der ab 1925 in mehreren Partien in die heutige Staatsbibliothek zu Berlin kam, gehört zu den kostbarsten musikgeschichtlichen Schätzen der Stadt. Er umfasst rund 15 Tausend verschiedene Stücke, darunter sind 9.000 Briefe von und an Buson, mehr als 350 eigene Kompositionen sowie Bearbeitungen anderer Werke, über 200 Schriften, rund 600 Fotografien, 500 Autographe, 650 Konzertprogramme und 3.000 Kritiken. In der Musikabteilung kann nach all diesen Materialien recherchiert und mit diesen gearbeitet werden.
Die mehr als 9.000 Briefe sind online über die Datenbank Kalliope recherchierbar, das internationale Verbundsystem zum Nachweis von Nachlässen und Autographen. Zu Busonis Korrespondenzpartnern gehörten Arnold Schönberg, Stefan Zweig, George Bernard Shaw, Harry Graf Kessler, Max Oppenheimer, Umberto Boccioni, Jakob Wassermann, Bruno Cassirer, James Simon und Ludwig Rubiner.

Trotz Busonis Bedeutung und der zunehmenden Rezeption liegt sein Einfluss auf die neuere Musik- und Kompositionsgeschichte noch immer weitgehend im Dunkeln. Unter seinen mehr als 300 eigenen Kompositionen stehen die zum Klavier im Zentrum. Sein herausragendstes und zugleich am häufigsten gespieltes Werk ist “Fantasia contrappuntistica” (1910), von diesem sind im Nachlass mehrere Fassungen zu finden.
Zwei seiner insgesamt fünf Opern, “Die Brautwahl” (1912) und “Doktor Faust” (1924/25, vervollständigt von Philipp Jarnach), kommen zunehmend zur Auführung, in den letzten Jahren u.a. in Salzburg, München und Berlin.

Zum Nachhören: RBB Kulturradio brachte am 30. März eine knapp 1/2-stündige Sendung über Ferrucio Busoni, bis zum 6. April kann dieser Beitrag in der RBB Mediathek angehört werden.

Auf der Website der Musikabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin finden Sie
* die ausführliche Ankündigung der Ausstellung,
*
wesentliche Lebensdaten Busonis
sowie
* umfangreiche Informationen zu seinem Nachlass und seinem Werk.

0 Kommentare

Dein Kommentar

Want to join the discussion?
Feel free to contribute!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.