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2.100 Besucher besichtigten Baustelle, Veranstaltungssäle, Magazin und Lesesaal Unter den Linden

Im sanierten Büro der Generaldirektorin || Copyright: SPK/photothek.net/Stefanie Loos

Über 2.100 Besucherinnen und Besucher kamen am Samstag, 10. Juni 2017, zu den Besichtigungstouren durch das Haus Unter den Linden 8, dem riesigen Gebäudekomplex mit  107 x 170 Metern Grundfläche und 13 Etagen. Zu 80% ist das Gebäude inzwischen saniert, das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung und die Staatsbibliothek zu Berlin sind jetzt im Endspurt auf der Großbaustelle.

Bei einer individuell gestalteten und drei geführten Touren entstand ein eindrucksvolles Bild von der Dimension der gestalterischen wie auch planerischen und technischen Herausforderungen, die bei diesem Bauvorhaben bereits gemeistert wurden oder noch vor den Verantwortlichen liegen.

In den jüngst übergebenen Veranstaltungsbereichen und Büros zeigte sich die Verbindung von moderner Ausstattung mit sanierten, teils rekonstruierten Räumen. Die räumliche Gestaltung und die Ersteinrichtung des 1914 eingeweihten, unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes wurden, wo immer möglich, erhalten bzw. wiederhergestellt. Ansonsten ist das Haus mit modernem Mobiliar und technischen Anlagen auf dem neuesten Stand ausgestattet.

Helmpflicht auf der Baustelle || Copyright: SPK/photothek.net/Stefanie Loos

 

Während der Führungen über die Baustelle der noch zu sanierenden Bereiche verdeutlichten sich die teils extremen Herausforderungen der bautechnisch anspruchsvollen Sanierungsaufgaben des gesamten Bauprojekts.

Mit dem Gang in eines der Magazine wurde zugleich die jüngst wiedererrichtete Kuppel über dem Hauptportal des Bibliotheksgebäudes betreten – die originale Kuppel war im Zweiten Weltkrieg durch Bombentreffer zerstört worden.

Die Rundgänge durch den seit vier Jahren betriebenen, als 36 m hoher Glaskubus ausgeführten Lesesaal vermittelten neben vielem anderen auch Ausblicke auf die Gestaltung der noch in Sanierung stehenden Lesesäle für die Sondersammlungen dieser Bibliothek von Weltrang.

 

 

links der letzte Abschnitt des gigantischen Bauvorhabens, rechts die wiedererrichtete Kuppel über dem Hauptportal || Copyright: SPK/photothek.net/Stefanie Loos

Die Sanierung und Modernisierung des Altbaus und die Ergänzung mit den Neubauten begann im Jahr 2005 nach dem Abschluss aller vorbereitenden Arbeiten. Derzeit ist das Ende der Bauzeit für 2018 prognostiziert. Bislang waren 405 Hochbaufirmen, 181 Fachtechnikfirmen und 115 Planungsbüros und Gutachter beteiligt.
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ausführliche Informationen zum Bauprojekte Unter den Linden:

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kürzlich waren Medienberichte über das Bauen in der Staatsbibliothek und den Tag der offenen Tür unter anderem hier zu finden:

Wissenschaftliche Bibliotheken und Stadtentwicklung

Frau Eva May, Mitarbeiterin im FID-Projekt der Kartenabteilung, bekommt den renommierten b.i.t.online-Innovationspreis 2017 verliehen, welcher jedes Jahr drei herausragende Abschlussarbeiten aus dem Bereich Bibliothek, Information und Dokumentation auszeichnet. Die von ihr eingereichte Arbeit „Wissenschaftliche Bibliotheken und Stadtentwicklung“ zeigt die zentrale Rolle, die wissenschaftliche Bibliotheken in Diskurs und Praxis der Stadtentwicklung spielen können. Anhand von verschiedenen internationalen Beispielen wird gezeigt, welche Chancen und Risiken die Implementierung in die Stadtentwicklung nicht nur für die öffentlichen, sondern speziell auch für die wissenschaftlichen Bibliotheken birgt. Die Einbeziehung letzterer in die Stadt stellt eine bislang noch neue Entwicklung dar, zu der bisher wenig geforscht wurde.

Mit freundlicher Genehmigung Dinges und Frick

Der Preis ist mit 500 Euro dotiert und wird beim Deutschen Bibliothekartag 2017 in Frankfurt am Main bei der Veranstaltung „Innovationsforum“ am 1. Juni 2017 vorgestellt. Die preisgekrönte Arbeit wird in der Reihe „BIT online / Innovativ“ im Verlag Dinges & Frick Wiesbaden veröffentlicht. Wir gratulieren herzlich!

Landschaftsplatz, Modellstudie / Jörn Köppler, Rom 2012

Die Poetik des Bauens: Werkstattgespräch und Buchvorstellung am 11.5.

Wissenswerkstatt
Die Poetik des Bauens – Betrachtungen und Entwürfe
Werkstattgespräch und Buchvorstellung mit Architekt Dr. Jörn Köppler
Donnerstag 11. Mai 2017
18.15 Uhr
Schulungsraum im Lesesaal
Haus Potsdamer Straße 33
Treffpunkt in der Eingangshalle (I-Punkt)
Eintritt frei, Anmeldung erbeten

 

„erfindbar sind gedichte nicht
es gibt sie ohne uns    irgendwo seit
irgendwo hinter    sie sind dort in ewigkeit
der dichter findet das gedicht“
Jan Skácel

„Ich habe nichts zu sagen, ich habe zu entfalten, und das ist mein Reichtum […].“
Peter Handke

 

Was möchten wir zum Ausdruck bringen, wenn wir eine Erfahrung mit den Worten „ein poetischer Moment“ oder „– wie poetisch!“ zu fassen versuchen? Wollen wir mit dem Begriff des Poetischen nicht ein „Mehr“ beschreiben, etwas, was nicht leicht zu greifen ist, uns jedoch zu berühren und Bedeutung auszustrahlen scheint? Und: Wünschen wir uns nicht solch eine Erfahrung auch von Gebautem, im Idealfall von dem selbst Entworfenen? Man könnte an dieser Stelle weiterfragen, ob das Poetische überhaupt noch eine gesellschaftlich wahrnehmbare Rolle spielt in einer Zeit der fast total erscheinenden Ökonomisierung und Technisierung von allem und jedem.

Diesen und daran anschließenden Fragen geht Jörn Köppler in seinem im transcript Verlag erschienenen Buch „Die Poetik des Bauens: Betrachtungen und Entwürfe“ (2016) nach. Im Vortrag wie im Buch versucht er dabei, sich dem Begriff der Poetik aus philosophischer, literarischer und schließlich architektonischer Perspektive zu nähern, um daraus eine Brücke in das architektonische Entwerfen und Bauen zu schlagen.

Der Vortrag versteht sich explizit als Anregung zu einer Diskussion mit den Gästen, da man erfahrungsgemäß so am ehesten Hinweise auf den Gedanken des Poetischen finden mag.

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Jörn Köppler studierte Architektur an der TU Berlin und promovierte mit einer Arbeit zum „Sinngehalt des Architektonischen: Modernes Bauen und ästhetische Erfahrungen des Erhabenen und der Schönheit“ an der TU Graz. Gemeinsam mit seiner Frau Annette Köppler-Türk führt er seit 2008 das Architekturbüro Köppler Türk Architekten. Jörn Köppler lehrte und forschte bereits an zahlreichen europäischen Hochschulen, darunter die University of Edinburgh, die polytechnischen Hochschulen in Turin und Mailand, die Universität Ljubljana, die TU Berlin und die FH Potsdam. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Architektur der Moderne, ihr möglicher Bedeutungsgehalt und dessen Übertragung in eine bauliche Form. Im Jahr 2010 erschien im transcript Verlag Köpplers Monographie „Sinn und Krise moderner Architektur: Zeitgenössisches Bauen zwischen Schönheitserfahrung und Rationalitätsglauben.“

 

Alle Veranstaltungen der Wissenswerkstatt.

Bilder von der Baustelle Unter den Linden

75 Jahre nach ihrer Zerstörung wurde die Kuppel über dem Eingangsportal neu aufgebaut || Foto: BBR, Jens Andreae

Das Gebäude der Staatsbibliothek Unter den Linden ist das Stammhaus der größten wissenschaftlichen Universalbibliothek im deutschsprachigen Raum und gehört zu den bedeutendsten Bibliotheksbauten weltweit. Es ist mit einer Grundfläche von 107 mal 170 Metern und einer Bruttogrundfläche von mehr als 100.000 Quadratmetern zudem eines der größten Gebäude Berlins.
Die Grundinstandsetzung und Erweiterung findet seit 2005 bei laufendem Bibliotheksbetrieb statt, unterteilt in zwei Bauabschnitte.

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300 Plätze im großen Veranstaltungssaal || Foto: BBR, Jens Andreae

Kissenförmige Kunstharzelemente formen die Lichtdecke || Foto: BBR, Jens Andreae

Der Große Veranstaltungssaal nach seiner Sanierung: Die fehlende historische Decke wurde ersetzt durch eine lichtdurchlässige, aus kissenförmigen Kunstharz-Elementen bestehende Kassettenstruktur nach einem Entwurf des Architekturbüros HG Merz. Zur Erbauungszeit waren die Halbsäulen komplett vergoldet, ein erhaltener Rest der Vergoldung ist in der nordwestlichen Ecke des Saales noch zu sehen.

künftiger Handschriftenlesesaal || Foto: BBR, Jens Andreae

Der Handschriftenlesesaal ist mit original erhaltenen Lesetischen ausgestattet, die denkmalgerecht aufgearbeitet und mit Strom- und Datennetzanschlüssen versehen wurden.

Lichtkissen, entwickelt von Kress & Adams, Köln || Foto: BRR, Jens Andreae

Die Lampen, die sogenannten Lichtkissen, wurden speziell für die Staatsbibliothek von HG Merz und den Lichtplanern Kress und Adams aus Köln entworfen.

 

nicht standsichere Außenwände || Foto: BBR, J. Andreae

Während der Sanierung der Außenwände wurde festgestellt, dass diese nicht durchgängig massiv ausgeführt waren, sondern aus einer tragenden Wand und einer innenseitig mit einem Abstand zu dieser tragenden Wand vorgesetzten zweiten Wand bestanden. Da die Planer zunächst von durchgängig massiv gemauerten Wänden ausgehen mussten, war mit dieser Entdeckung die vorherige statische Berechnung dieser Wände hinfällig geworden, die Deckenkonstruktion musste komplett umgeplant werden. Der Hohlraum wurde dort, wo es die Statik erforderte, mit Beton verfüllt, und dort, wo dies nicht notwendig war, mit einer Wärmedämmung. Weitere Hohlräume traten in Wänden des zweiten Bauabschnittes zu Tage und führten aus Gründen des Brandschutzes oder der Standsicherheit zu zusätzlichen Baumaßnahmen.

 

Detail eines Treppengeländers: Im Inneren eines Balusters
korrodierter Stahlstab || Foto: BBR, Bernd Helmich

Auf der Grundlage von Untersuchungen im Vorfeld der Grundinstandsetzung wurden in den repräsentativen Treppenhäusern des Altbaus zunächst lediglich neue Befestigungen des denkmalgeschützten Geländers geplant. Zu Beginn der Arbeiten zeigte sich jedoch, dass die Stahlstäbe im Inneren der von außen intakt scheinenden Messingbaluster so stark korrodiert waren, dass eine Standsicherheit nicht mehr gewährleistet war. Rund 1000 Baluster mussten aufwändig saniert, die Hälfe davon sogar nachgebaut werden.

 

Fachwerkträger waren auszutauschen: rechts alt, links neu || Foto: BBR, Jens Andreae

Über dem Tonnengewölbe der zentralen Treppenhalle wurden noch während der Erbauungszeit nachträglich vier Geschosse mit zusätzlichen Magazinen errichtet, deren gewaltigen Lasten mit großen Stahlfachwerkträgern hoch über der Haupttreppe abgefangen werden. Diese Träger, verborgen hinter einem Tonnengewölbe und später über einer Flachdecke aus der Nachkriegszeit, wurden nach Auszug der Bibliothek und anschließender Entkernung Ende 2013 umfänglich begutachtet. Dabei sind erhebliche Materialschäden festgestellt worden, die auf eine unzureichende Standsicherheit schließen ließen. Dies erforderte den kompletten Austausch der gesamten Konstruktion. Durch die weitreichende Folgen auf die benachbarten tragenden Bauteile wurden die erforderlichen Sanierungsmaßnahmen in diesem Bereich völlig neu geplant.

 

Tragwerk für die neue Kuppel über dem Vestibül || Foto: BBR, Florian Profitlich

Von der einst etwa 20 Meter hohen Kuppel im Vestibül sind aus der Entstehungszeit nur die zwei sich kreuzende Stahlbetonbögen übrig geblieben, die die ursprüngliche Kuppelschale einmal getragen haben. Dem architektonischen Konzept folgend, war die Wiederherstellung der Kuppel zunächst in ihrer ursprünglichen Geometrie direkt unter diesen, heute denkmalgeschützten Stahlbetonbögen geplant. Die Bausubstanz dieser lange hinter der Flachdecke aus der Nachkriegszeit verborgenen Bögen erwies sich erwartungsgemäß als dringend sanierungsbedürftig. Allerdings ergab die genaue Vermessung im Vorfeld der Detailplanung der zu rekonstruierenden Kuppelschale, dass sich die Betonkonstruktion etwas verformt und um einige Zentimeter gesenkt hatte, möglicherweise eine Folge von Kriegszerstörung und Abriss des früher benachbarten Kuppellesesaales. Eine Kuppel in der ursprünglichen Geometrie war hier nicht mehr ausführbar. Die Neuplanung wurde an die jetzige Geometrie angepasst.

Eine Restauratorin arbeitet am historischen Majolika-Ring in der Kuppel über dem Vestibül || Foto: BBR, Florian Profitlich

Das Oberlicht in der Kuppel des Foyers ist mit einem dreifachen Ring aus Majoliken eingefasst, die Kaiser Wilhelm II. persönlich in Königsberger Werkstätten ausgewählt hat.

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ausführliche Informationen zum Bauprojekte Unter den Linden:

Endspurt auf der Großbaustelle

ausführliche Informationen zur Grundinstandsetzung Unter den Linden

‘Tout Berlin’ willkommen am 10. Juni

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Darüber berichteten neben anderen auch

Deutsche Presseagentur, dpa (hier übernommen von Berliner Zeitung)
Der Tagesspiegel
rbb Abendschau (Nachrichtenblock I, 1:43)

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Endspurt auf der Großbaustelle

(Pressemitteilung des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung)

Denkmalgerechte Sanierung des historischen Gebäudekomplexes Unter den Linden zu 80 Prozent abgeschlossen

Vor wenigen Wochen wurden für die Grundinstandsetzung und Erweiterung der Staatsbibliothek zu Berlin im Haus Unter den Linden weitere Teile des Gebäudes einschließlich Ersteinrichtung an die Stiftung Preußischer Kulturbesitz übergeben. Der nun bezugsfertige Bereich umfasst rund 11.400 Quadratmeter Nutzfläche, etwas mehr als ein Fünftel der gesamten Nutzfläche. Damit sind nun insgesamt rund 80 Prozent des über 100 Jahre alten denkmalgeschützten Gebäude-komplexes, einer der größten Kulturbaustellen im Zuständigkeitsbereich des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR), fertiggestellt. Die Gesamtfertigstellung der Baumaßnahme ist für Ende 2018 geplant, so dass das Gebäude 2019 in Betrieb genommen werden kann.

Glanzstücke der jüngst übergebenen Gebäudeteile der Staatsbibliothek Unter den Linden sind zweifellos der Veranstaltungsbereich und die denkmalgerecht instandgesetzten Räume der Generaldirektion. Der ehedem wilhelminisch-schwere Charakter dieser Räumlichkeiten wurde mit einem individuell entwickelten Beleuchtungskonzept und wenigen modernen Ergänzungen des Innenausbaus dem ästhetischen Empfinden der Gegenwart zugänglich gemacht. Das Sanierungsprogramm umfasste darüber hinaus die Herrichtung zwei weiterer Sonderlesesäle, der Räume der Buchbinderei, weiterer Büroflächen und nicht zuletzt der Magazine für etwa eine Million Bücher.

Bis zur endgültigen Fertigstellung des letzten Bauabschnittes verbleibt weiterhin die Herausforderung einer Großbaustelle mit außergewöhnlich vielen Schnittstellen. Von Beginn an wurde die Maßnahme abschnittsweise bei laufendem Bibliotheksbetrieb geplant. Bisher waren  an der Grundinstandsetzung unter anderem 405 Hochbaufirmen, 181 Fachtechnikfirmen und 115 Planungsbüros und Gutachter beteiligt, allein die Ausführungsplanung des Architekten umfasst zurzeit etwa 14.000 Pläne. Hinzu kommen die Planungen diverser Fachplaner, insbesondere für die technische Gebäudeausstattung.

Vielfältige Baugeschichte

Es gehört zu den Besonderheiten des Hauses Unter den Linden, dass es bereits während seiner Erbauungszeit zwischen 1903 und 1914 wieder umgebaut und erweitert wurde, beispielsweise über dem Tonnengewölbe der zentralen Treppenhalle. Dort sind vier Geschosse mit zusätzlichen Magazinen errichtet worden, deren gewaltige Lasten von großen Stahlfachwerkträgern hoch über der Haupttreppe abgefangen wurden. Diese Träger konnten erst Ende 2013 nach Entkernung und Reinigung umfänglich begutachtet werden. Dabei sind erhebliche Schäden festgestellt worden, die auf unzureichende Standsicherheit schließen ließen. Da die denkmalgeschützten Magazingeschosse an Ort und Stelle zu erhalten waren, mussten die Gesamtkonstruktion komplett ausgetauscht werden. Hierzu sind die Einzelteile des neuen Tragwerks aufwändigst durch Öffnungen in der Außenwand eingefädelt und vor Ort zu neuen Fachwerkträgern verschraubt worden. Die provisorisch durch Hilfskonstruktionen gehaltenen Magazingeschosse wurden danach schrittweise auf die neuen Träger montiert.

Die nötige Umplanung der Sanierung in diesem Bereich und die vielen kleinteiligen, aufeinanderfolgenden Arbeitsschritte führten zu etwa 15 Monaten zusätzlicher Bauzeit und entsprechender Verschiebung der nachfolgenden Arbeiten. Insbesondere diese erhebliche Bauzeit-verlängerung erforderte eine Fortschreibung der Terminplanung und des Budgets.

Nicht nur der Neubau des zentralen Lesesaals, sondern auch der instandgesetzte Altbau muss den heutigen hohen Anforderungen an zeitgemäße technische Ausstattung, Sicherheit und Brandschutz genügen. Dabei ist Bauen im Bestand grundsätzlich geprägt vom Risiko des Unvorhersehbaren, des überraschenden Befundes. Keine noch so sorgfältige Voruntersuchung kann mit letzter Sicherheit den tatsächlichen Bauverlauf prognostizieren. So wurde zum Beispiel entdeckt, dass vermeintlich massive historische Wände der Gründerzeit in Wirklichkeit große Hohlräume bargen – offenbar eine Materialsparmaßnahme der Erbauungszeit.

Die voraussichtlichen Gesamtkosten werden bis zur endgültigen Fertigstellung der Baumaßnahme unter Berücksichtigung von Restrisiken und Steigerung des Baupreisindex bei rund 470 Millionen Euro liegen. Die Gesamtfertigstellung des Gebäudes ist für Ende 2018 geplant. 2019 wird die Inbetriebnahme stattfinden. Danach wird das Haus rund 650 Benutzerarbeitsplätze und über 50.000 Quadratmeter Nutzfläche fassen, in etwa fünfmal so viel wie das Bode-Museum.

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ausführliche Informationen zur Grundinstandsetzung Unter den Linden

‘Tout Berlin’ willkommen am 10. Juni

Die Grundinstandsetzung

Bildergalerie + Erläuterungen

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Darüber berichteten neben anderen auch

Deutsche Presseagentur, dpa (hier übernommen von Berliner Zeitung)
Der Tagesspiegel
rbb Abendschau (Nachrichtenblock I, 1:43)

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Die Grundinstandsetzung des Hauses Unter den Linden

Zentrales Thema Denkmalschutz

Das Gebäude der Staatsbibliothek ist sowohl ein Einzeldenkmal als auch Bestandteil des Denkmalensembles Unter den Linden. Der Ehrenhof mit seiner aus den 1920er-Jahren stammenden eindrucksvollen Weinberankung ist zudem ein Gartendenkmal.

Bei der Grundinstandsetzung der Staatsbibliothek ist der denkmal-gerechte Umgang mit der historischen Bausubstanz deshalb ein zentrales Thema. Neben der weitgehenden Erhaltung der noch vorhandenen Bausubstanz wird ein weiterer Schwerpunkt darauf gelegt, das räumliche Konzept des Bestandsbaus wieder erlebbar zu machen. Das betrifft die Wiederherstellung der zentralen Erschließungsachse mit ihren repräsentativen öffentlichen Räumen, insbesondere aber auch die im Januar 2017 übergebenen Räume der Generaldirektion und des Veranstaltungsbereiches.

Farbgebung und Interieur der repräsentativen Lesesäle, Veranstaltungsräume und der Räume der Generaldirektion wurden teils nach vorhandenen Resten rekonstruiert, teils nach Fotos nachempfunden oder aber als erkennbar neu und heutig ergänzt. Ein signifikantes Beispiel ist der Ersatz für die verlorene historische Decke des großen Veranstaltungssaales. Hierfür wurde vom Architekturbüro HG Merz eine Decke aus kissenförmigen lichtdurchlässigen Elementen entworfen, welche eine besonders reizvolle räumliche Struktur bildet und ganz spezielle Beleuchtungseffekte erlaubt. Hergestellt wurde diese Sonderanfertigung aus Kunstharz von der Firma FLZ mit Sitz auf der Insel Rügen.

Ein weiterer denkmalpflegerischer Schwerpunkt besteht in der Erhaltung und Instandsetzung des nach seinem Erfinder Robert Lipman benannten Regalsystems der historischen Magazine. Dieses Stahlregalsystem erstreckt sich teilweise über acht Geschosse und trägt neben Regalböden und Büchern auch die Geschossdecken, Teile der Fassaden und das Dach.

Etappen der Großbaustelle

Im Architekturwettbewerb zur Grundinstandsetzung und Erweiterung der Staatsbibliothek Unter den Linden wurde im Jahr 2000 der Entwurf von Professor HG Merz mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Nach einer umfangreichen Planungsphase wurde 2005 mit den Bauarbeiten begonnen. Alle Bauarbeiten finden bei laufendem Bibliotheksbetrieb statt, unterteilt in zwei Bauabschnitte: Der erste Abschnitt umfasste die Grundinstandsetzung des nördlichen Gebäudeteils, unter anderem auch den Erweiterungsbau für den neuen Allgemeinen Lesesaal sowie weitere Lesesäle. 2006 wurde dafür der Grundstein gelegt, 2008 wurde das Richtfest gefeiert. Im März 2011 wurden der sanierte Altbau dieses Bauabschnitts und die neu errichteten Tresormagazine an die Staatsbibliothek übergeben. Die feierliche Schlüsselübergabe für den Neubau mit den neuen Lesesälen fand dann im Dezember 2012 statt.

Der zweite Bauabschnitt ist in drei Teile gegliedert, von denen bereits zwei abgeschlossen sind. Hauptbestandteile dieses Bauabschnittes sind fünf Sonderlesesäle, die Räume der Generaldirektion und des Verwaltungsbereichs sowie das Bibliotheksmuseum. Bereits übergeben wurden im September 2014 die Räume der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften im Gebäudeteil an der Ecke Universitäts-straße/Unter den Linden. Die Akademie der Wissenschaften ist seit der Erbauungszeit Mieter des Hauses. Vor kurzem wurden unter anderem die Veranstaltungsbereiche und die Räume der Generaldirektion übergeben.

Insgesamt werden im zweiten Bauabschnitt auf rund 20.000 Quadratmetern Nutzfläche Böden, Wände und Decken erneuert, 15.000 Quadratmeter Fassaden instandgesetzt, 6.000 Quadratmeter Dach-fläche neu aufgebaut, und eine komplett neue Haustechnik, insbesondere Klima-, Lüftungs- und Brandschutztechnik in den Bestand integriert.

Ein Gigant unter den Bibliotheksbauten

Das Gebäude der Staatsbibliothek Unter den Linden ist das Stammhaus der größten wissenschaftlichen Universalbibliothek im deutsch-sprachigen Raum und gehört zu den bedeutendsten Bibliotheksbauten weltweit. Es ist mit einer Grundfläche von 107 mal 170 Metern und einer Bruttogrundfläche von mehr als 100.000 Quadratmetern zudem eines der größten Gebäude Berlins.1903 bis 1914 nach den Plänen des kaiserlichen Hofbaumeisters Ernst von Ihne errichtet, ist die Staatsbibliothek einer der jüngsten wilhelminischen Repräsentations-bauten überhaupt. Sie ist als Steigerung repräsentativer Räume konzipiert. Den Höhepunkt bildet der Allgemeine Lesesaal mit einer der damals größten Kuppelkonstruktionen Berlins.

Das Gebäude wurde im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt, insbesondere der zentrale Lesesaal mit seiner imposanten, reich verzierten Kuppel fiel der Zerstörung zum Opfer. An seiner Stelle erhebt sich seit 2012 der 36 Meter hohe Neubau des heutigen Allgemeinen Lesesaals.

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Endspurt auf der Baustelle

‘Tout Berlin’ willkommen am 10. Juni

Bilder + Erläuterungen

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Darüber berichteten neben anderen auch

Deutsche Presseagentur, dpa (hier übernommen von Berliner Zeitung)
Der Tagesspiegel
rbb Abendschau (Nachrichtenblock I, 1:43)

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Schinkelfest 2017

Welcher Ort dürfte geeigneter sein für die Preisverleihung des renommierten Schinkel-Preises des Architekten- und Ingenieurvereins zu Berlin (AIV) als der Veranstaltungssaal einer Ikone der modernen Architektur? So dachten wohl auch die Veranstalter des 162. Schinkelfestes und wählten den Otto-Braun-Saal unseres Hauses Potsdamer Straße bereits zum zweiten Mal nach 2015 für ihren Festabend aus. Barbara Schneider-Kempf begrüßte die Gäste herzlich und unterstrich in ihrem Grußwort den Einklang zwischen Veranstaltung und Ort. Sie freute sich, dass  “das Schinkelfest heute Abend gerade hier, gerade in diesem Gebäude gefeiert wird, um den Architektennachwuchs auszuzeichnen”.

Der Schinkel-Preis geht an die Gewinner eines jährlich ausgeschriebenen Wettbewerbs und wird stets am 13. März eines Jahres, dem Geburtstag von Karl-Friedrich Schinkel, an den Nachwuchs im Architektur- und Planungswesen vergeben. 2017 lag der Fokus der Wettbewerbsaufgaben auf dem Berliner Westkreuz, einem sicher nicht leicht zu gestaltenden Gelände, das von Verkehrstrassen, dem zurzeit nicht genutzten ICC, dem Omnibusbahnhof und Brachflächen dominiert wird. Drei verschiedene Aufgabenstellungen boten den Teilnehmerinnen und Teilnehmern Möglichkeiten unterschiedlichster Herangehensweisen.

Die Intention der Veranstalter, mit dem Wettbewerb und der Preisverleihung durchaus Einfluss auf die aktuelle Stadtentwicklung nehmen zu wollen, spiegelte sich in der Gästeliste wider. Katrin Lompscher, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen, lobte in ihrem Grußwort die Arbeiten der Preisträger als Ideenpool mit realistischem Umsetzungspotential und Oliver Schruoffeneger, Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung, Bauen und Umwelt in Charlottenburg-Wilmersdorf, wünschte sich Anregungen für den Umgang mit diesem problematischen Bezirksteil.

Die Ausstellung – Staatsbibliothek zu Berlin-PK – Carola Seifert – Lizenz CC-BY-NC-SA 3.0

Der Festvortrag von Prof. Dr. Harald Bodenschatz mit dem nur für Berlin-Kennerinnen und -Kenner nicht überraschenden Titel ‚2020: Berlin wird 100 Jahre alt’, gab einen interessanten und kenntnisreichen Überblick über die Situation der werdenden Großstadt im Jahre 1920. Hatte sicher der eine oder andere unter den Gästen nach der 750-Jahrfeier der Stadt im Jahre 1987 ein deutlich höheres Alter der heutigen Hauptstadt vor Augen, so führte die Frage, ob Wannsee, Spandau und Köpenick auch zu Berlin gehörten, auf die richtige Spur. Erst mit der Eingemeindung von 59 Landgemeinden und 27 Gutsbezirken zu einer Einheitsgemeinde mit 20 Bezirken wurde Berlin 1920 zu der Stadt, wie wir sie heute kennen. Verblüffend ähnelten die Fragen der damals beteiligten Planer denen der heute Verantwortlichen, auch dies wurde im Vortrag deutlich.

Oriel-Quartett – Staatsbibliothek zu Berlin-PK – Carola Seifert – Lizenz CC-BY-NC-SA 3.0

In der anschließenden, feierlichen Zeremonie wurden die Schinkel-Preise in den drei Kategorien und zahlreiche Sonderpreise verliehen. Die vollständige Dokumentation der Arbeiten und der vergebenen Preise ist online einsehbar. Bereits am Vormittag des 13. März wurde die Ausstellung mit den Arbeiten der Wettbewerbsteilnehmer in der Eingangshalle eröffnet. Sie ist noch bis zum 20. März geöffnet und für jeden frei zugänglich.

Eine würdige Entsprechung der Vielfalt der eingereichten Arbeiten bot die Musikauswahl des Oriel Quartetts. Hier stand mit Peteris Vasks Streichquartett Nr. 4 ein zeitgenössischer Aspekt Stücken von Mozart und Britten gegenüber.

V.l.n.r.: Prof. Dr. h.c. Wolfgang Schuster, Vorsitzender des AIV; der Festredner, Prof. Dr. Harald Bodenschatz; Karin Lompscher, Senatorin für Stadtentwicklung und Wohnen des Landes Berlin; Barbara Schneider-Kempf, Generaldirektorin der Staatsbibliothek – Staatsbibliothek zu Berlin-PK – Carola Seifert – Lizenz CC-BY-NC-SA 3.0

‚Für Forschung und Kultur’ steht seit einigen Jahren als eine Art Claim unter dem Namen der Bibliothek. Nicht alle großen Ereignisse, die in der Staatsbibliothek stattfinden, finden ihren Niederschlag in den Lesesälen und in der Wahrnehmung ihrer Benutzerinnen und Benutzer. Das Schinkelfest und die Preisverleihung an den Architektur-Nachwuchs gehört dabei ganz sicher zu den kulturellen Highlights des Bibliotheksjahres.

Microservices, Sicherheit

Dieser Beitrag in unserer Blogserie zum Thema Microservices, behandelt das Thema Authentifizierung und Autorisierung basierend auf dem OAUTH2 – Verfahren. Es werden die Vorteile und Herausforderungen dieser Lösung erörtert.

Im Rahmen der Entwicklungsprojekte der Staatsbibliothek zu Berlin, ist eine technische Anforderung, die nahezu in jedem Projekt gefordert wird, die Anmeldung von Benutzern und die Verwaltung der entsprechenden Benutzerrechte und Rollen. Es ist dabei zu prüfen, ob diese Anforderung im Rahmen einer Organisationslösung oder als eine individuelle, projektspezifische Lösung umgesetzt wird. Eine mögliche Organisationslösung sollter meiner Meinung nach folgende wichtige Anforderung unterstützen:

  • Integrierbarkeit in eine Microservices Architektur.
  • Unterstützung mehrerer Authentifizierungsverfahren, wie zum Beispiel, LDAP, Shibboleth oder ein individuelles Verfahren.
  • Unterstützung von Single Sign On und Single Sign Out.
  • Unterstützung verschiedenster Anwendungen.
  • Individuelle Erweiterbarkeit.

Im Vorfeld zur Lösungsbeschreibung möchte ich einige Begriffe, welche häufig in diesem Kontext verwendet werden, erläutern.

Authentifizierung
Die Authentifizierung dient der Überprüfung der Benutzeridentität. In der Regel geschieht dies mit der Eingabe eines Benutzernamens und eines Passworts.

Autorisierung
Hierunter werden die Gewährung von Benutzerrechten und das Zulassen bzw. Verweigern der entsprechenden Aktion in der Anwendung verstanden.

Single Sign On / Single Sign Out
Mittels Single Sign On wird das einmalige Anmelden am System ermöglicht, um mehrere Anwendungen ohne wiederholte Anmeldung nutzen zu können. Analog existiert der Single-Sign-Out-Mechanismus zum Abmelden.

LDAP
Ein Verzeichnis Dienst zur Verwaltung von Benutzerinformationen.

Token
Ein codierter Text welcher Nutzer bzw. Zugriffsinformationen enthält. Enthält allerdings keine Passwortinformationen.

Begibt man sich in diesem Bereich auf die Suche nach möglichen aktuellen Verfahren und Lösungen, findet man folgende populäre Lösungsansätze, welche einige der oben genannten Anforderungen unterstützen:

OAUTH2
OAUTH2 ist eine reine Autorisierungslösung und der Nachfolger von OAUTH 1.0. Das OAUTH2 Protokoll ermöglicht Anwendungen, Zugriff auf Webservices mit begrenzten Benutzerinformationen zu erhalten. Es wird bereits durch Anbieter von Webservices, wie zum Beispiel Facebook, Google oder auch Twitter verwendet. Alle Informationen zum Verfahren können Sie unter folgendem Link nachlesen.

OPEN ID Connect
Open ID Connect ist eine einfache Identitätsverwaltungsschicht basierend auf OAUTH2. Es ermöglicht Client Anwendungen die Identität eines Nutzers zu verifizieren und Nutzerinformationen zu erhalten. Es basiert auf HTTP REST Kommunikation.

SAML2, Security Assertion Markup Language
SAML2 ist ein Standard zum Austausch von Authentifizierungs-, und Autorisierungsinformationen und Nachfolger vom SAML Standard. SAML 2.0 ist XML-basiert und benutzt Sicherheitstoken zum Austausch von Nutzerinformationen. SAML basiert auf dem Zusammenspiel von einem Principal, dem Benutzer, einem Serviceprovider, einem Webservice zum Zugriff auf eine geschützte Ressource und einem Identity-Provider zur Prüfung der Identität eines Benutzers. SAML2 ist damit eine sogenannte Enterprise – Lösung, welche im gesamten Unternehmen bzw. der Organisation eingesetzt werden muss.

Für alle diese Verfahren sind bereits vielfältige Softwarebibliotheken und Produkte entwickelt worden. Eine Auswahl an Produkten welche diese Verfahren unterstützen sind folgende:

Eine gute Wahl ist meiner Meinung nach das Spring Security Framework. Die wichtigsten Gründe dafür sind:

  • Die gute Integrationsmöglichkeit für die Nutzung REST basierten Microservices,
  • Die Möglichkeiten der individuellen Erweiterbarkeit,
  • Die Unterstützung aller gängigen Authentifizierungsverfahren und Standards
  • Eine aktive Community und Weiterentwicklung
  • Die gute Integration in die Spring-Technologie.

Wie genau kann nun aber eine Lösung aussehen?

Eine mögliche Lösung hierfür wäre eine Remote-Fassade im Bereich der Sicherheit aufzubauen. Diese kann mögliche Autorisierungsverfahren verstecken und in Richtung der Anwendungen auf ein Verfahren standardisiert werden. Alle Anwendungen sind auf Basis des OAUTH2 Verfahren integriert.Folgende Abbildung veranschaulicht die Komponenten und das Verfahren.

Authentifizierung, Remote Fassade

Authentifizierung, Remote Fassade

Möchte der Benutzer eine Anwendung verwenden, wird dieser bei fehlender Authentifizierungsinformation auf die Anmeldeseite (Login) des Identity-Managementservers weitergeleitet. Dort kann der Nutzer seine Benutzerkennung eingeben und wird nach erfolgreicher Anmeldung zur ursprünglichen Anwendung zurück geleitet. Dieses Verfahren basiert auf dem OAUTH2 Flow „Authorization Code Grant“. Es können hier allerdings auch andere Flows für eine Anwendung verwendet werden. Beim Umleiten der Nutzeranfrage vom Identity-Management zur Anwendung wird dieser Umleitung ein sogenannter Token mitgegeben. Hier sollte meiner Meinung nach ein JSON Web Token (JWT) verwendet werden. Dieser Token enthält alle nutzerspezifischen Informationen und die entsprechenden Rechte und Rollen für diesen Benutzer. Die Anwendungen können nun diesen JWT auswerten und die entsprechenden Aktionen innerhalb der Anwendung zulassen bzw. verweigern. Zusätzlich zu dem OAUTH2 Standardverfahren ist es jetzt aber möglich für jede Anwendung ein Auhentifizierungsverfahren festzulegen. So könnte festgelegt werden, dass Benutzer der Anwendung A sich gegen das LDAP authentifizieren und Benutzer der Anwendung B sich gegen einen SAML2 Identity Provider authentifizieren. Hier agiert das Identity Management als eine Remote-Fassade zur Kapselung möglicher Authentifizierungsverfahren. Mit Hilfe des JWT können alle benutzerspezifischen Informationen platziert und ohne einen erneuten Login durch die Anwendungen ausgewertet werden.

Welche Vorteile bietet eine solche Lösung?

Diese Lösung hat den Vorteil, dass beliebige Authentifizierungsverfahren einmalig integrieren und mehrfach nachgenutzt werden können. Zusätzlich wird in Richtung der Anwendungen auf ein Verfahren standardisiert, was für die Client-Anwendungen weniger Anpassungen bei Erweiterungen des Indentity-Managements bedeutet und letztendlich auch Betriebsaufwände verringern kann. Ein weiterer Vorteil ist, dass jegliche Anwendungen mit allen benötigten Benutzerinformationen versorgen können ohne jemals die Benutzerauthentifizierung im Netzwerk ausgetauscht zu haben. Mit Hilfe des JWT können so auch Microservices ohne Userinterface die Nutzerinformationen erhalten und auswerten.

Welche Herausforderungen bringt diese Lösung mit sich?

Eine Herausforderung ist natürlich die Integration komplexer Authentifizierungsverfahren wie zum Beispiel SAML2. Hierbei müssen die Anmeldeinformationen bei dem entsprechenden Identity Provider der jeweiligen Organisation eingegeben werden und nicht im Standard-Login des Identity-Managements.
Eine weitere Herausforderung ist die unterschiedliche Darstellung derselben Anmeldeseite für unterschiedliche Anwendungen. Mögliche Ansätze zur Lösung dieser Thematik könnten auf Frontend-Komposition basieren. Dies bedeutet, dass die Anmeldeseite in die jeweilige Anwendung integriert und somit dem Anwendungslayout angepasst wird.
Neben der Anmeldung muss ebenfalls eine Lösung für eine einheitliche Abmeldung in allen Anwendungen gefunden werden. Dazu gibt es sogenannte Push Verfahren mit welcher das Identity Management die Anwendungen über die Benutzerabmeldung informieren kann.

Fazit

Das Thema Authentifizierung / Autorisierung und damit das Thema Sicherheit spielt im Bereich der Microservices eine wichtige Rolle. Bei der Konzeption einer Microservice-Architektur sollte aus meiner Sicht dieses Thema im Vorfeld separat und dediziert geplant werden. Es ist ein zentraler Bestandteil der so genannten Macroarchitektur. Denn jeder Microservices hat zur Aufgabe die Geschäftslogik entsprechend der Nutzerrechte zu gestalten. Dafür kann es natürlich nicht für jeden Microservices eine individuelle Sicherheitslösung geben. Die hier vorgestellte Lösung, hat den Vorteil, dass die Verwendung eines JWT und des OAUTH2-Verfahrens sich sehr gut für die Verwendung innerhalb einer Microservices Architektur eignet. Der JWT kann in jeden HTTP Request als Authorization Header mitgesendet werden, sodass ein HTTP REST basierter Microservice diesen auswerten kann. Es sollte allerdings darauf geachtet werden, dass die Anwendungslogik zur Auswertung des Tokens, sich nicht zu stark auf die Struktur des JWT festlegt. Wird diese nämlich im Laufe der Zeit grundlegend geändert müssen sämtliche Microservices angepasst werden. Mit der Auswahl des Frameworks Spring Security, dem OUATH2 Verfahren und dem JSON Web Token ist eine leichtgewichtige Integration sehr gut möglich.

Rückblick: Buchvorstellung “Das Rote Bauhaus”

Ein Beitrag von Gwendolyn Mertz, Verein der Freunde der Staatsbibliothek, und Christina Schmitz, Fachreferentin für Architektur

Am 19. September 2016 stellte die Architektin und Autorin, Dr. Ursula Muscheler, ihr neues Buch „Das rote Bauhaus. Eine Geschichte von Hoffnung und Scheitern“ auf Einladung des Vereins der Freunde in der Staatsbibliothek zu Berlin vor. In ihrem im Berenberg-Verlag erschienen Band geht sie von dem zweiten Bauhaus-Direktor, Hannes Meyer, aus, der nach seiner Entlassung beim Bauhaus 1931 dem Ruf in die Sowjetunion folgte. Mehr als 80 Gäste lauschten ausgewählten Passagen über die “Bauhaus Stoßbrigade Rotfront”, wie sich Meyer und seine mitreisenden Kollegen nannten, und andere “Russlandfahrer” wie den Frankfurter Städtebauer Ernst May oder auch Bruno Taut. In der Sowjetunion glaubten sie ihre Ideen des funktionalen und sozialen Wohnungsbaus umsetzen, aber auch der drohenden Arbeitslosigkeit und den Ideologien der Nationalsozialisten entkommen zu können.

Im anschließenden Podiumsgespräch mit ihrem Verleger Heinrich von Berenberg sprach Ursula Muscheler über ihre Beweggründe für die Beschäftigung mit diesem vernachlässigten Kapitel der Bauhausgeschichte und vertiefte einige Aspekte: Erfolg war keinem der Bauhäusler wirklich beschert – ihre Entwürfe wurden von den Sowjets aus verschiedenen Gründen abgelehnt, die Architekten gerieten in die Fänge der stalinistischen Säuberungen. Manchen von ihnen gelang die rechtzeitige Ausreise, andere fielen dem Terror zum Opfer oder arrangierten sich mit der politischen Lage.

Begleitend zur Veranstaltung zeigte die Staatsbibliothek eine kleine Ausstellung mit herausragenden Stücken aus ihren Sammlungen, darunter Originalpublikationen aus der Bauhaus-Ära, ein Brief Hannes Meyers an Gerhart Hauptmann und ausgewählte Forschungsliteratur zur Rezeptionsgeschichte.

Die Liste der Exponate mit Begleittexten finden Sie hier zum Download. Für weitere Informationen wenden Sie sich gerne an Christina Schmitz, Fachreferentin für Architektur. Kontakt zum Verein der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e.V. erhalten Sie über die Geschäftsstelle.

 

Ursula Muscheler: Das rote Bauhaus. Eine Geschichte von Hoffnung und Scheitern. Berlin: Berenberg 2016. ISBN 978-3-946334-10-1.

 

Eindrücke:

 

Microservices, Dokumentenmanagement

In diesem Beitrag unserer Blogserie zum Thema Microservices möchte ich die Vorteile dieses Architekturstiles an einem konkreten Beispiel einer Bibliotheksanwendung aufzeigen. Die hier erläuterten Erfahrungen haben wir in unserem Microservices Projekt im Bereich der Nachweissysteme machen dürfen und möchten diese gerne weiter geben.

Im Laufe unserer Arbeit für die Staatsbibliothek sind durch die Fachabteilungen für unterschiedlichste Anwendungen sehr häufig ähnliche oder gar identische Anforderungen genannt worden. Eine sehr oft formulierte Anforderung war das Management von XML-Dateien. Diese sollten in der Regel abgelegt, verändert, validiert, transformiert oder indiziert werden. Zielstellung dieses Verarbeitungsprozess war in der Regel die Präsentation der im XML enthaltenden Daten im Web.

Die klassische Herangehensweise bereits umgesetzter Projekte war hierbei die Evaluierung und Auswahl eines geeigneten Dokumentenmanagementsystems (DMS) und die Umsetzung der fachlichen Anforderungen innerhalb des DMS. Dabei wurden die im Bibliothekswesen sehr verbreiteten Systeme Mycore, Fedora, DSpace oder aber auch XML Datenbanken verwendet. Diese Systeme bieten in der Regel eine maschinelle Schnittstelle um die XML Dateien zu importieren, exportieren und zu manipulieren. Je nach DMS bietet dieses weitere Funktionen, wie zum Beispiel:

 

  • Generierung eines Indexes zur Suche,
  • Generierung einer Webpräsentation,
  • OAI-Schnittstelle,
  • Aufnahme von Metadaten,
  • Rechtemanagement,
  • Clusterbetrieb,
  • Massenverarbeitung

 

Dabei werden die DMS Funktionalitäten entweder direkt durch eine Webpräsentation oder aber durch eine selbst entwickelte Clientanwendung benutzt. Was aber ist nun problematisch oder beziehungsweise waren die negativen Erfahrungen mit solch einem Aufbau?

DMS Zugriff ohne Fassade

DMS Zugriff ohne Fassade

Ein problematischer Punkt war in der Regel ein Versionswechsel des DMS. Am Beispiel der Weiterentwicklung von der Fedora Version 3 zu der Fedora Version 4 ist die Schnittstelle des Fedora 4 Systems nicht kompatibel mit der des Altsystems. Diese fehlende Abwärtskompatibilität verursacht einen hohen Entwicklungsaufwand, sobald die Clientanwendung oder die Webpräsentation, basierend auf Fedora 3, auf ein Fedora 4 System migriert werden soll. Diese Aufwände sind technisch notwendig, bringen dem Anwender aber keine neue Funktionalität. Diese Tatsache macht die Rechtfertigung des entstehenden Aufwandes sehr schwer. Was wiederum dazu führen kann, dass die Gesamtanwendung nicht zeitnah weiterentwickelt werden kann.

Ein weiterer Punkt ist die Tatsache, dass die gesamte Fachlogik sehr häufig ebenfalls mit den Möglichkeiten der Dokumentenmanagementsysteme oder deren technischen Funktionen umgesetzt worden sind. Dies bedeutet, dass zum Beispiel die Art und Weise des Nachweises, die fachliche Objekte und die Workflows dort implementiert worden sind. Nicht nur bei einer inkompatiblen Migration, sondern auch bei einem Wechsel der DMS-Software müssen die fachlichen Objekte und Workflows neu entwickelt werden. Ebenfalls aufführen möchte ich hier die fehlende Nachnutzbarkeit. Werden durch eine andere Fachabteilung ähnliche Anforderungen in einem anderen Projekt geäußert, können die bereits entwickelten Funktionen nicht noch einmal verwendet werden. Dies basiert in der Regel auf der sehr engen Integration von Clientanwendung oder Webpräsentation und DMS. Auch im Betrieb solcher Systeme haben sich problematische Punkte aufgezeigt. Ein Ausfall des DMS hat direkt einen kompletten bzw. teilweisen Ausfall der Webpräsentation zur Folge. Eine Veränderung der Konfiguration der DMS-Komponente hat ebenfalls direkte Auswirkungen auf die Webpräsentation. Wartungsarbeiten am DMS bedeuten in der Regel einen Ausfall der Webpräsentation.

 

Aber wie kann nun die Microservice-Architektur in den aufgeführten Punkten eine mögliche Lösung darstellen?

 

Um mögliche Inkompatibilitäten zwischen Versionen eines Dokumentenmanagementsystems oder gar einen Wechsel eines Produktes zu ermöglichen, muss die Clientanwendung oder Webpräsentation von der Dokumentenmanagementsoftware entkoppelt werden. Im Bereich der Softwarearchitektur gibt es dafür eine Lösung, die als Fassade bezeichnet wird. Diese wird zwischen der Clientanwendung und dem DMS aufgebaut. Vorteil dieser Fassade ist es, dass diese jegliche Änderungen der DMS Komponente für die Clientanwendung unsichtbar werden lässt. So muss die Clientanwendung nicht mit jeder Änderung des DMS Systems angepasst werden und kann ausschließlich die fachlichen Objekte und Workflows umsetzen.Was aber hat diese Vorgehensweise mit der Microservice-Architektur zu tun? Bis zu diesem Punkt der Erläuterung, nichts. Setzt man nun aber diese Fassade als Microservice um, gewinnt man auf Seiten der Clientanwendung weitere Vorteile.

 

  • Als Microservice kann die Fassade sehr einfach skaliert und somit vielen Anwendungen zur Verfügung gestellt werden.
  • Als Microservice ist ein Zugriff auf das DMS gegen Netzwerklatenzen gesichert. Für die Zugriffe werden Metriken generiert. Diese können bewertet und ins Monitoring eingebunden werden.
  • Als Microservice kann die Fassade unabhängig von den Clientanwendungen weiterentwickelt werden. Während die Fachlichkeit von einem Entwicklerteam entwickelt wird, kann die Integration eines neuen DMS von einem anderen Team gleichzeitig entwickelt werden. So konnten wir im Laufe unseres Projektes drei unterschiedliche Ablagesysteme in der Fassade integrieren, ohne die Clientanwendung anpassen zu müssen.
  • Als Microservice bietet die Fassade eine hohe Nachnutzbarkeit integrierter DMS. Aufgrund der Vereinheitlichung der Schnittstelle können die unterschiedlichsten Clientanwendungen die Ablagesysteme und deren Funktionen nutzen.
  • Als Microservice kann eine Migration bzw. ein Wechsel des DMS ohne Aufwand im Bereich der Clientanwendung durchgeführt werden.
  • Als Microservice können alle Clientanwendungen von der Weiterentwicklung der Fassade profitieren. Wird ein neues DMS integriert, entsteht der Entwicklungsaufwand nur einmal. Dies bedeutet für alle anderen Clientanwendungen eine deutlich kürze Entwicklungszeit.
DMS Zugriff mit Microservice

DMS Zugriff mit Microservice

 

All diese positiven Auswirkungen dieser Architektur haben natürlich auch ihre Herausforderungen. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass, sobald das DMS eine REST- Schnittstelle zur Steuerung bietet, der Aufwand der Integration sehr gering ist. Bietet das DMS hingegen keine REST-Schnittstelle so steigt der Integrationsaufwand. Eine weitere  Herausforderung bei dieser Vorgehensweise ist die Schaffung und Weiterentwicklung der einheitlichen Schnittstelle der DMS-Fassade. Diese muss die unterschiedlichen Adressierungen und Steuerungsmöglichkeiten aller DMS zu einem Standard-API zusammenführen. Um alle Möglichkeiten der Microservice-Architektur nutzen zu können, müssen die bereits vorgestellten „Platform Services“ aufgebaut und betrieben werden. Dies vereinfacht zwar den Betrieb, bedeutet initial aber einen Mehraufwand.

 

Fazit

In Anbetracht der aufgezeigten Vorteile fällt mein Feedback zur Microservice-Architektur im Ergebnis positiv aus. Mit sorgfältiger Planung lassen sich die Herausforderungen dieser Architektur meistern. Der initiale Mehraufwand ist meiner Meinung nach mit dem geringeren Aufwand im Dauerbetrieb zu rechtfertigen. Allerdings fehlen zum heutigen Zeitpunkt  noch die Langzeiterfahrung im produktiven Betrieb einer Microservice-Architektur. Aus diesem Grund  würde ich mich sehr über einen Erfahrungsaustausch zum Thema Microservices im Produktionsbetrieb oder ein Feedback zu diesem Beitrag freuen.