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Ausstellung SchriftSprache am 1. Oktober eröffnet

Ungewohnt buntes Treiben im Foyer des Hauses Potsdamer Straße: Am 1. Oktober wurde die Ausstellung SchriftSprache – Aksara dan Bahasa durch die Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin, Barbara Schneider-Kempf, den Botschafter der Republik Indonesien, Seine Exzellenz Dr.-Ing. Fauzi Bowo, sowie die Direktorin des Nationalsmuseums Jakarta, Dra. Intan Mardiana, feierlich eröffnet. Nach einem vielseitigen Abendprogramm mit indonesischer Musik und Tanz zogen die beiden Direktorinnen und der Botschafter an der Spitze der Gäste in einer Prozession zum Dietrich-Bonhoeffer-Saal und durchschnitten dort gemeinsam das Band zur Eröffnung. Neben der Präsentation der wertvollen Handschriften im Ausstellungsraum finden im Foyer Vorführungen zu indonesischen Schriften und zur Herstellung von Maulbeerbaumpapier statt. Ebenfalls präsentiert sich das World Culture Forum der UNESCO mit einem Informationsstand über Indonesien. Die Ausstellung findet aus Anlass der Frankfurter Buchmesse statt, auf der in diesem Jahr Indonesien das Ehrengastland ist.

In ihrer Ansprache betonte Barbara Schneider-Kempf die Bedeutung der Zusammenarbeit mit Indonesien und dem Nationalmuseum, aus der die Neukatalogisierung des indonesischen Handschriftenbestands resultiert. Zu der Ausstellung erscheint ein reich bebilderter zweisprachiger Katalog. Der vor allem für die Wissenschaft interessante Katalog der Handschriften wird ebenfalls in Kürze veröffentlicht.

Die Ausstellung ist noch bis zum 17. Oktober 2015 im Dietrich-Bonhoeffer-Saal der Staatsbibliothek zu Berlin, Haus Potsdamer Straße 33, zu sehen (weitere Informationen).

Ausstellung SchriftSprache 2.-17.10.

Ausstellung indonesischer Handschriften aus den Sammlungen der Staatsbibliothek zu Berlin
SchriftSprache – Aksara dan Bahasa

In Kooperation mit dem Indonesischen Nationalmuseum, Jakarta und mit freundlicher Unterstützung der Botschaft der Republik Indonesien in Berlin sowie der Senatskanzlei Berlin

Schriftsprache

Druck

2. – 17. Oktober 2015

Mo – Sa 10 – 19 Uhr, sonn- und feiertags geschlossen

Eintritt frei

Staatsbibliothek zu Berlin
Dietrich-Bonhoeffer-Saal
Haus Potsdamer Straße 33
10785 Berlin

Kuratorenführung durch die Ausstellung jeweils Mittwoch um 17 Uhr. Eintritt frei.


Begleitveranstaltungen im Simón-Bolívar-Saal, Haus Potsdamer Straße 33

Freitag, 2. Oktober 2015
15 – 19 Uhr
Seminar
Schriftlichkeit & Sprache in indonesischen Handschriften der Staatsbibliothek zu Berlin

Montag, 5. Oktober 2015
15 – 19 Uhr
Seminar
Literarische Schatzkammer Indonesien und Indonesische Superhelden

Samstag, 10. Oktober 2015
10 – 14 Uhr
Lesung
Lesung aus indonesischen Handschriften der Staatsbibliothek zu Berlin

In den Pausen traditioneller indonesischer Tanz

Der Simón-Bolívar-Saal ist nicht barrierefrei zugänglich.

Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist frei.

Anmeldung zu den Veranstaltungen bitte unter: orientabt@sbb.spk-berlin.de

“SchriftSprache. Indonesische Handschriften”

Ausstellung aus Anlass der Frankfurter Buchmesse mit Gastland Indonesien

Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
Haus Potsdamer Straße 33, 10785 Berlin
montags bis samstags, 10 – 19 Uhr
bis 17. Oktober 2015

  • Eintritt frei
  • farbiger Katalog (186 Seiten)
  • mittwochs um 17 Uhr Führungen in der Ausstellung
  • Vorträge mit indonesischer Musik am 2., 5., 10. Oktober, Themen und Zeiten siehe http://sbb.berlin/w0i71d

In der Ausstellung „SchriftSprache“ – auf Indonesisch „Aksara dan Bahasa“ – präsentieren die Staatsbibliothek zu Berlin 46 Handschriften und das Indonesische Nationalmuseum, Jakarta, 7 Repliken von Steininschriften. Besuchern wird das Schreiben auf Palmblättern vorgeführt, am Computer kann das Schreiben in Javanisch, Buginesisch, Batakisch und Arabisch ausprobiert werden.

Von den 700 Handschriften, die die Staatsbibliothek zu Berlin besitzt und die aus dem heutigen Gebiet der Republik Indonesien stammen, sind etwa die Hälfte auf Papier aus Baumbast oder auf Palmblättern, Baumrinden, Bambus und Metall geschrieben. Diese Beschreibstoffe, ihre Formen wie auch ihre Bindungen sind für europäische Betrachter optisch und haptisch außerordentlich faszinierend. Zudem erscheinen Betrachtern, denen die feste Verbindung einer Sprache mit einem zugehörigen Alphabet geläufig ist, die in den indonesischen Handschriften repräsentierten Kombinationen aus Sprachen und Schriftzeichen recht ungewöhnlich, etwa wenn ein javanischer Text sowohl mit arabischen wie auch mit lateinischen oder javanischen Buchstaben geschrieben ist.


Digital erschlossene indonesische Handschriften der Staatsbibliothek zu Berlin sind in der Datenbank www.orient-digital.de zu finden.

Honorarfreie Pressebilder: http://sbb.berlin/61kmfa oder
http://staatsbibliothek-berlin.de/aktuelles/presse-news/pressebilder


Die Buchkunst hat in Indonesien eine lange Tradition. So wurden, bevor der Buchdruck Verbreitung fand, seit Jahrhunderten vor allem jene Materialien zum Beschreiben genutzt, die in der Natur zu finden waren. Die Auswahl der gezeigten Handschriften vermittelt deshalb nicht nur einen Einblick in die verschiedenen Schrifttraditionen und Schriftzeichen Indonesiens, sondern darüber hinaus auch eine Übersicht über die Materialien, die als Beschreibstoffe dienten – neben europäischem Papier auch Papier aus Baumbast sowie Palmblätter, Baumrinde, Bambus und Metall.

Malaiische und javanische Handschriften sind am häufigsten vertreten, da Werke in diesen Sprachen die wichtigsten und umfangreichsten Literaturen Indonesiens abbilden. Während die Mehrzahl der Manuskripte für den alltäglichen Gebrauch bestimmt und daher einfach ausgestattet waren, werden in der Ausstellung auch zahlreiche Handschriften mit kostbaren Miniaturen und aufwändigen Illuminationen gezeigt.

Oft datieren indonesische Handschriften ‚nur‘ in das 19. Jahrhundert zurück, denn die dortigen klimatischen wie auch die Nutzungs- und Aufbewahrungsbedingungen beschleunigen den Verfall der fragilen Beschreibstoffe. Vor diesem Hintergrund wirkt die Überlieferung von Handschriften aus früheren Jahrhunderten geradezu sensationell, einige davon sind in der Ausstellung zu sehen, etwa diese:

Die Nipah-Handschrift der Staatsbibliothek zu Berlin

In altjavanischer Kawi-Schrift wurde im Jahr 1407/1467 (Datierung je nach Lesung) auf Gebang-Palmblättern ein shivaitischer Text geschrieben. Dies ist eine der wenigen erhaltenen Nipah-Handschriften, weltweit sind nur wenige Dutzend überliefert, in Berlin ist dies die einzige. Diese Handschriften stellen den Übergang von Stein- und Metallinschriften zum portablen Schriftträger dar.

Der Text dieser Handschrift ist unikal, weltweit ist keine weitere Kopie bekannt. Es handelt sich um einen shivaitischen Text in Kawi-Schrift, auf Sanskrit mit altjavanischen Erläuterungen mit dem Titel Darma Pātañjala.
Die Aufbewahrung der Handschrift in dem hölzernen Kasten hat zwar den Verlust loser Teile verhindern können, da aber die Maße des Kastens zu knapp bemessen waren, litten die einzelnen Blätter bei jeder Bewegung. Zudem ist durch den Faden im Schnurloch in der Mitte der Blätter Feuchtigkeit eingedrungen und das Material an diesen Stellen spröde und brüchig geworden. Die einzelnen Palmblätter sind an diesen Stellen so destabilisiert, dass die Handschrift derzeit weder benutzt noch digitalisiert werden kann. Mit Fördermitteln der Koordinierungsstelle für die Erhaltung des schriftlichen Kulturguts (KEK) wird jetzt die grundlegende konservatorische Sicherung und die Neukonzeption der Aufbewahrung der Handschrift in Angriff genommen. Das neue Aufbewahrungskonzept wird die Nutzung des Originals ermöglichen, ohne dass das eigentliche Palmblatt angefasst werden muss.

Honorarfreie Pressebilder: http://staatsbibliothek-berlin.de/aktuelles/presse-news/pressebilder/aktuelle-themen/

Ausstellung: “Displaced Persons” 3.9. – 15.12.

Kabinettausstellung  im Jüdischen Museum
SAMMLUNG DER STAATSBIBLIOTHEK “DISPLACED PERSONS”

Im fremden Land. Publikationen aus den Lagern der Displaced Persons.

3. September – 15. Dezember 2015

Im Jahr 2009 begann die Staatsbibliothek zu Berlin, systematisch eine Sammlung mit solcher Literatur aufzubauen, die in den Jahren 1945 bis 1950 in den Lagern für jüdische “Displaced Persons” in der amerikanischen und in der britischen Besatzungszone Deutschlands entstand. Eine Auswahl dieser seltenen, äußerst wertvollen historischen Zeugnisse wird vom 3. September an im Jüdischen Museum Berlin in einer kleinen Sonderausstellung zu sehen sein.

Pressemitteilung der Staatsbibliothek zu Berlin