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20 Briefe Alexander von Humboldts erworben

Der  Handschriftenabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin gelang es, 20 sehr inhaltsreiche Briefe von Alexander v. Humboldt an Achille Valenciennes zu erwerben. Valenciennes (1794-1865) gilt als einer der bedeutendsten Zoologen Frankreichs. Schon sehr früh kreuzten sich seine Wege mit denen Humboldts, denn Valenciennes war es, der die Tiere, die Humboldt und Bonpland von ihrer berühmten Amerika-Reise (1799-1803) nach Frankreich mitbrachten, beschrieb und klassifizierte. Daraus erwuchs eine lebenslange Freundschaft, die sich in ihrer Korrespondenz spiegelt. Die Briefe Humboldts, die die Staatsbibliothek von  Marc Noirot, einem Nachkommen Valenciennes, ankaufen konnte, stammen aus den Jahren 1818 bis 1858.

Valenciennes forschte vor allem über Fische und Weichtiere, Themen, die auch in den Briefen Humboldts aufgegriffen werden. Daneben geht es auch um den bedeutenden Naturforscher und Zoologen Georges Cuvier (1769-1832), den Lehrer und Kollegen von Valenciennes, und die von Valenciennes und Cuvier gemeinsam verfasste monumentale “Histoire naturelle des poissons“ (Naturgeschichte der Fische) in 22 Bänden. Im Jahre 1832 übernahm Valenciennes einen Lehrstuhl am Musée national d’histoire naturelle in Paris. Auch darüber gibt die Korrespondenz Auskunft. Schließlich berichtet Humboldt über seine Fahrten, beispielsweise 1825 in die Bretagne, aber auch über eine geplante Indien-Reise und über seine Arbeit an vielfältigen Publikationen.

Die Briefe an Valenciennes zeigen die weitgespannten Interessen Humboldts. Seinem französischen Freund berichtet er über das Zoologische Museum in Berlin, über  Mineralien und über das Wasser der Ostsee. Die Briefe geben jedoch auch einen Einblick in den Alltag Humboldts – etwa am Hofe des preußischen Königs – und über die politischen Verhältnisse seiner Zeit, etwa wenn er 1840 über politische Spannungen zwischen Frankreich und Preußen schreibt.

Bamberger Autographe online

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Hoffmann digital mit neuen Inhalten und frischem Design

Die virtuelle Galerie Hoffmann digital des E.T.A. Hoffmann Portals präsentiert sich in neuer Optik und mit einem starken Zuwachs an spannenden Inhalten: den Bamberger Autographen. Die Sammlung umfasst 39 Briefe von und vier Briefe an E.T.A. Hoffmann, 16 Originalzeichnungen (davon drei auf Briefen), fünf Werkmanuskripte bzw. Teile davon, eine autographe Partitur, zwei Abschriften von musikalischen Werken Hoffmanns, einen Verlagsvertrag, ein Tagebuchfragment, ein Stellengesuch, drei Todesanzeigen für den Kater Murr, drei Widmungen in Büchern und einen Namenszug im Klavierauszug von Mozarts „Don Giovanni“ – dem einzigen erhaltenen Buch aus Hoffmanns Bibliothek. Hinzu kommen eine Quittung von Hoffmanns Frau Maria Thekla Michaelina und ein Eintrag für E.T.A. Hoffmann in der Sterbematrikel der evangelischen Jerusalemgemeinde in Berlin.

Die Staatsbibliothek Bamberg hat ihre Hoffmann-Autographe im Jahr 2016 im Rahmen des Projekts E.T.A. Hoffmann Portal digitalisiert und in Kalliope, der nationalen Datenbank für Nachlässe und Autographe, katalogisiert und erschlossen. Seit Mai 2017 sind die Werke in den digitalen „Bamberger Schätzen“ der Staatsbibliothek Bamberg sowie im E.T.A. Hoffmann Portal frei zugänglich.

Erstmals haben Nutzerinnen und Nutzer nun weltweit die Möglichkeit, die Autographe zu jeder Zeit und von jedem Ort aus im Detail zu studieren. Hoffmann digital bietet zu diesem Zweck einen stufenlosen Deep Zoom, umfassende Metadaten und verschiedene Download-Optionen an. Zudem sind die illustrierten Werke mit einer Thumbnail-Übersicht über alle enthaltenen Illustrationen ausgestattet. Über die Merkfunktion können temporäre Favoritenlisten erstellt und zur Weiterverarbeitung exportiert werden.

Starke Ausweitung der Inhalte bis 2019

Im Rahmen des ebenfalls an der Staatsbibliothek zu Berlin angesiedelten Folgeprojekts „E.T.A. Hoffmann Portal 2“ werden bis Ende 2019 sukzessive weitere digitalisierte Materialien zu E.T.A. Hoffmann in Hoffmann digital zur Verfügung gestellt. Neben der Integration von einzelnen Werken aus externen Einrichtungen liegt der Schwerpunkt des Projekts auf der Digitalisierung von Hoffmann-Beständen der Staatsbibliothek zu Berlin, darunter mehr als 800 Hoffmanniana aus der Zeit zwischen 1800 und 1920, vergriffene Werke aus dem Zeitraum 1921 bis 1965, und 33 Brief- und Musikautographe sowie etwa 200 Werke, die E.T.A. Hoffmann beeinflusst haben, und circa 600 Werke zur Rezeption Hoffmanns.