Beiträge

Free Opera Company stellt Material für das E.T.A. Hoffmann Portal zur Verfügung

Der Literat E.T.A. Hoffmann ist ein Weltstar – auch wenn er eigentlich immer als Musiker und Komponist bekannt werden wollte. Mit seinem musikalischen Schaffen konnte er aber nie an sein großes Vorbild Wolfgang Amadeus Mozart heranreichen. Wirft man einen Blick auf die Bühnen der Republik und darüber hinaus, dann stellt man fest, dass Werke von E.T.A. Hoffmann fast gar nicht auf dem Programm stehen. Und das, obwohl E.T.A. Hoffmann vor 200 Jahren mit seiner Undine eines der wichtigsten Werke der deutschen Romantik sowie 84 weitere Kompositionen geschaffen hat, wovon allerdings nur sehr wenige erhalten geblieben sind. Lediglich die Oper Les Contes d’Hoffmann von Jacques Offenbach, die auf verschiedenen Erzählungen von E.T.A. Hoffmann beruht, ist hier eine Ausnahme.

Aus E.T.A. Hoffmanns Singspiel "Liebe und Eifersucht" © FREE OPERA COMPANY ZÜRICH (Fotografin: Mirjam Bollag Dondi)

Aus E.T.A. Hoffmanns Singspiel “Liebe und Eifersucht” © FREE OPERA COMPANY ZÜRICH (Fotografin: Mirjam Bollag Dondi)

Aus E.T.A. Hoffmanns Singspiel "Liebe und Eifersucht" © FREE OPERA COMPANY ZÜRICH (Fotografin: Mirjam Bollag Dondi)

Aus E.T.A. Hoffmanns Singspiel “Liebe und Eifersucht” © FREE OPERA COMPANY ZÜRICH (Fotografin: Mirjam Bollag Dondi)

Aus E.T.A. Hoffmanns Singspiel "Liebe und Eifersucht" © FREE OPERA COMPANY ZÜRICH (Fotografin: Mirjam Bollag Dondi)

Aus E.T.A. Hoffmanns Singspiel “Liebe und Eifersucht” © FREE OPERA COMPANY ZÜRICH (Fotografin: Mirjam Bollag Dondi)

 

Umso mehr freuen wir uns, dass in dieser Spielzeit in der Schweiz bei der Free Opera Company in Zürich E.T.A. Hoffmanns Singspiel „Liebe und Eifersucht“ (1807 – literarische Vorlage: Calderón, übersetzt von Schlegel, Adaption: Bruno Rauch) zum zweiten Mal weltweit zur Aufführung gebracht wurde. In einer modernen Inszenierung bringt die Zürcher Free Opera Company die romantische Komödie, bei der es um Liebe und Leidenschaft, Lug und Trug geht, auf die Bühne. Hoffmanns musikalische „Rarität“ kommt hier ganz und gar nicht verstaubt, sondern jung, bunt und attraktiv daher.

Erfreulicherweise hat sich die Free Opera Company – bei der wir uns herzlich für die Zusammenarbeit bedanken möchten – bereit erklärt, dem E.T.A. Hoffmann Portal einige Materialien zur Verfügung zu stellen. Insgesamt sind dies über 50 Fotos von der Aufführung, eine Live-Aufzeichnung, Tonaufnahmen, das Programmheft und weitere Materialien. Exklusiv zeigen wir Ihnen heute davon vorab einige Bilder und wünschen viel Spaß beim Stöbern.

Dies alles und vieles mehr zu E.T.A. Hoffmann als Musiker finden Sie in Kürze online im E.T.A. Hoffmann Portal unter der Rubrik Leben und Werk / Der Musiker. Wenn Sie also schon immer mal E.T.A. Hoffmann nicht nur lesen, sondern auch hören wollten, sind Sie bei uns an der richtigen Stelle. Seien Sie gespannt!

 

 

Ein neues Hoffmann-Universum – Das HoPo im E.T.A. Hoffmann-Jahrbuch 24/2016

Soeben ist der neue Band des E.T.A. Hoffmann-Jahrbuchs erschienen, in dem Forschende aus aller Welt ihre Fachbeiträge zur Künstlerpersönlichkeit Hoffmann publizieren. Mit ein wenig Stolz dürfen wir verkünden: Auch das Projekt E.T.A. Hoffmann Portal der Staatsbibliothek zu Berlin ist dieses Mal mit einem Artikel vertreten und berichtet über Hintergründe und Zielsetzungen des neuen Universums E.T.A. Hoffmann Portal.

Der Beitrag beschreibt, wie das Projekt für die Person E.T.A. Hoffmann und sein Umfeld auf die Anforderungen einer immer stärker vernetzten und digitalisierten Forschungslandschaft reagiert, indem es eine Fülle von virtuellen Materialien sowie vielfältigen – auch interaktiven – Inhalten für breite Zielgruppen anbietet. Auch die Herausforderungen und Fragestellungen, die der Aufbau einer solchen Infrastruktur an die Bibliothek stellt, werden diskutiert.

Im Mittelpunkt des Beitrags stehen die inhaltlichen Bereiche des Portals: Hoffmann Wissen – mit den Einstiegen Leben und Werk, Erforschen sowie Unterrichten – und die Kernelemente Hoffmann Digital und Hoffmann Suche. Erläutert werden aber auch der technische Aufbau, die Struktur des Portals mit Navigation und Leitsystemen, die vielfältigen Kooperationen sowie die aktive Einbindung der Zielgruppen. Ein Großteil der beschriebenen Inhalte und Features sind schon umgesetzt, auf einige einzelne Elemente dürfen Sie sich in naher Zukunft freuen.

Haben wir Ihre Neugier geweckt? Viel Freude bei der Lektüre!

Rezitation “Nussknacker und Mausekönig”: Veranstaltung im E.T.A. Hoffmann-Haus Bamberg am 16.12.

Von Prof. Dr. Bernhard Schemmel, Präsident der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft

 

Veranstaltung zur 200-Jahr-Feier von E.T.A. Hoffmanns “Nussknacker und Mausekönig”

Rezitation durch den Schauspieler Andreas Ulich am 16. Dezember 2016 um 20 Uhr im E.T.A. Hoffmann-Haus, Schillerplatz 26, 96047 Bamberg (Platzreservierung: info@ulich-wortkunst.de bzw. Tel. 0951-9 68 44 93)

 

E.T.A. Hoffmann plante wohl schon 1815 mit Christian Salice Contessa und Friedrich Baron de la Motte-Fouqué ein Märchenbuch. Am 16. November 1816 erhielt der Verlagsbuchhändler Georg Reimer in Berlin die letzten Manuskripte. Die „Kinder-Mährchen“ erschienen tatsächlich noch vor Weihnachten. Hoffmann erhielt am 16. Dezember 1816 vier Exemplare des ersten Bändchens. Im Folgejahr erschien ein zweites Bändchen, ebenfalls mit einer Erzählung von ihm, „Das fremde Kind“; beide Texte gingen in seine Sammlung „Die Serapions-Brüder“ ein. 1839 veranstaltete der Verleger eine neue Auflage der „Kinder-Mährchen“. Die Erstauflage ist äußerst selten und entsprechend hoch bewertet.

Das erste Bändchen enthält das Märchen „Nussknacker und Mausekönig“ (S. 115-271), integriert ist ein Märchen von der harten Nuss. Hoffmann schrieb den ganzen Text zwischen dem 29. Oktober und dem 16. November 1816. Zu diesem Zeitpunkt hatte er auch die je drei Anfangs- und Schlussvignetten fertig, die er sich in „AquatintaManier“ gedruckt vorstellte. Tatsächlich sind sie aber in Lithographie gehalten, wie der Umschlag. Die kolorierte Illustration zum „Nussknacker“ zeigt den Titelhelden im Kampf auf Leben und Tod mit dem Mausekönig.

Hoffmanns Kollege und Biograph Julius Eduard Hitzig überliefert, das Märchen sei für Hitzigs Kinder geschrieben – sie hießen wie im Märchen Marie und Fritz. Trotzdem ist „Nussknacker und Mausekönig“ nicht nur für Kinder – die zeitgenössische Diskussion war – wenn überhaupt – eher verhalten. Der Text wurde aber das am häufigsten illustrierte Werk Hoffmanns. Zur außerordentlichen Popularität trug Peter Tschaikowskys/Marius Petipas Ballett „Der Nussknacker“ von 1892 bei. Dessen Libretto ging freilich auf eine freie Übersetzung von Alexandre Dumas d. Ä. zurück, die er unter seinem Namen als „Histoire d’un casse-noisette“ 1845 herausbrachte.