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Zwischen Kulturblüte und Apokalypse – Spanien im Mittelalter

Für den Wissens- und Kulturtransfer zwischen Orient und Okzident kommt Spanien im Mittelalter eine herausragende geschichtliche Bedeutung zu. Vom 8. bis zum 15. Jahrhundert formte sich hier in einem Gemenge unterschiedlicher Sprachen, Religionen und Denkvorstellungen eine der zentralen kulturelle Schnittstellen Europas aus. Die Auswirkungen von damals sind bis heute spürbar. Vor den heutigen Herausforderungen eines scheinbaren “Zusammenpralls der Zivilisationen” (so der Titel des umstrittenen Buches von Samuel P. Huntington) gewinnen sie neue Aktualität. Weiterlesen

“Euro-Islam” und die Fallstricke des Integrationsappells – Vortrag am 12.4.

Vortrag von Schirin Amir-Moazami
Muslime in Europa: “Euro-Islam” und die Fallstricke des Integrationsappells

Dienstag, 12. April 2016
18 Uhr

Eintritt frei

Anmeldung erbeten: freunde@sbb.spk-Berlin.de

Staatsbibliothek zu Berlin
Dietrich-Bonhoeffer-Saal
Haus Potsdamer Straße 33
10785 Berlin

Trotz kruder Abwehrreaktionen und wachsendem Populismus werden Muslime mittlerweile zumeist als fester Bestandteil europäischer Gesellschaften betrachtet. Entsprechend bestimmt das Paradigma der Integration öffentliche Debatten ebenso wie politische Maßnahmen. Die Suche nach einem Islam europäischer Prägung verdichtet sich gleichsam in dem Ruf nach einem »Euro-Islam«. Bei genauerem Hinsehen bergen allerdings auch solcherlei Einschluss- und Syntheseversuche eine Reihe von Problemen in sich. So stellt sich die grundlegende Frage, wie viel Integrationsleistung von wem zu erwarten ist, in was genau es sich zu integrieren gilt und welche Prämissen Europas und des Islam für den »Euro-Islam« Pate stehen sollen. Der Vortrag greift diese Fallstricke auf und nimmt dabei spezifisch an Muslime gerichtete Integrationspolitiken in Europa kritisch in den Blick. Der zerlegende, fragende Ton der Analyse versteht sich zugleich als konstruktive Kritik: So werden auch Perspektiven aufgeworfen, wie künftig anders über die wachsende religiös-kulturelle Vielfalt in europäischen Gesellschaften nachgedacht werden könnte.

Schirin Amir-Moazami studierte Politikwissenschaft und Soziologie in Frankfurt/Main, Marseille, Paris und Berlin. 2004 promovierte sie am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz zu »Politisierte Religion: der Kopftuchstreit in Deutschland und Frankreich«. Seit 2009 ist sie Principal Investigator an der Berlin Graduate School Muslim Cultures and Societies der FU Berlin, seit 2015 Professorin am Institut für Islamwissenschaft der FU Berlin und leitet dort den Profilbereich Islam in Europa. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen Religionspolitiken in Europa, Säkularismus, Politische Theorie, Geschlechterfragen und islamische Bewegungen in Europa.