Beiträge

Kooperation bereichert Lehre und Forschung

Ein Gastbeitrag von Ariane Born, Institut für deutsche Literatur an der Humboldt-Universität zu Berlin

Kinder- und Jugendbücher sind ein unentbehrlicher Bestandteil des kulturellen Lebens einer Gesellschaft, die es zu bewahren, zu dokumentieren und zu vermitteln gilt.

Die Kinder- und Jugendbuchabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin zählt hinsichtlich der Bedeutung wie des Umfangs ihrer Bestände zu dem engsten Kreis wissenschaftlicher Spezialsammlungen auf dem Gebiet der Kinder- und Jugendliteratur. Das einzigartige Sammelprofil sowie die einmaligen Bestände, in denen Primär- wie Sekundärquellen gleichermaßen verfügbar sind, bieten einen unerschöpflichen Fundus für die wissenschaftliche Forschung und Lehre.

Titelkupfer aus: Reisen der Zöglinge zu Schnepfenthal / Christian Gotthilf Salzmann. – Schnepfenthal, 1799. – Signatur: B XV 2a, 97-1 R

Seit nunmehr drei Semestern ergänzt Frau Carola Pohlmann dank ihren fundierten Vorträgen und ihrem umfangreichen Bestand an historischen und modernen Kinder- und Jugendbüchern aus aller Welt, Zeitschriften, Originalillustrationen zum Kinderbuch, Bilderbogen und Plakaten meine literaturwissenschaftlichen Lehrveranstaltungen an der Humboldt-Universität zu Berlin.

Anders als es im Lehrbetrieb der Universität sonst möglich ist, können die Studierenden des Instituts für deutsche Literatur bei ihrem Besuch in der Kinder- und Jugendbuchabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin Erfahrungen mit historischen Quellen erwerben, die so in Lehrveranstaltungen nicht gegeben sind. Abbildungen und digitalisierte Texte können den unmittelbaren Eindruck historischer Werke nicht ersetzen.

Eingebettet und umrahmt wird die Präsentation von sachkundigen und kurzweiligen Vorträgen Frau Pohlmanns, die Einblick in den historischen Zusammenhang, in dem die Quellentexte stehen, geben.

Das Kooperationsprojekt bot in den zurückliegenden drei Semestern bereits knapp 200 Studierenden einen Einblick in den gesamten zur Verfügung stehenden Bestand der Kinder- und Jugendbuchabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin. Die Studierenden werden so auch zu eigenständigen und kreativen Forschungsprojekten im Rahmen ihres Studiums angeregt.

Umschlag der Jubiläumsausgabe (25. Aufl.) von: Backfischchens Leiden und Freuden / Clementine Helm. – Leipzig, 1884. – Signatur: B VIII, 2272

Es darf an dieser Stelle ein Dankeschön an Frau Pohlmann für ihre stete Bereitschaft, meine Studierenden an ihrem Wissen teilhaben zu lassen und ihre umfangreichen Bestände regelmäßig für die universitäre Lehre zugänglich zu machen, nicht fehlen.

Mit herzlichem Dank und Vorfreude auf weitere Zusammenarbeit, verbleibe ich

mit besten Grüßen

Ariane Born

Buchpatenschaft für den Monat Januar

Ein neues Jahr – ein Aufbruch, ein Anfang, eine Reise. Daher haben wir für die als Buchpatenschaft für den ersten Monat des neuen Jahres eine Landkarte ausgesucht.

Witzleben, Ferdinand von:  Karte des Soldiner Kreises : Regbz. Frankfurth.
Berlin 1838
Lithographie

Im 18. und 19. Jahrhundert war die amtliche Kartographie Preußens, besonders unter Friedrich dem Großen, durch die Militärkartographie dominiert. Später diente sie zunehmend auch landesplanerischen Zwecken. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts wurden vermehrt Forderungen nach geeigneten Kartengrundlagen für die Gesetzgebung laut. Geodätische Grundlagenarbeiten, die auf neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und rein praktischen Bedürfnissen basierten, verbesserten die Datenlage, wobei die Karten weiterhin vorrangig dienstlich gebraucht wurden und der Geheimhaltung unterlagen.
Zu Beginn des 19. Jahrhunderts wurde das staatliche preußische Kartenwesen reformiert. Verwaltungs-zusammenführungen und eine konzeptionelle Neuausrichtung vereinfachten die anstehenden Arbeiten. Der Königlich Preußische Generalstab übernahm die Aufgaben des amtlichen Karten- und Vermessungswesens, sowie die Ausbildung der Ingenieure.

In dieser Tradition steht die vorliegende „Karte des Soldiner Kreises, Regierungsbezirk Frankfurth“ die 1834 fertiggestellt worden war und 1838 in Berlin, im „Atlas des Regierungsbezirks Frankfurth“ als Karte 13 erschien.
Geschaffen hatte das Blatt Ferdinand August von Witzleben, ein preußischer Militärkartograph, der im Generalstab im Rang eines Hauptmanns diente.

Die sonst schwarz-weiß gehaltene Lithographie im Maßstab 1:200.000 weist lediglich unterschiedlich kolorierte Grenzen zu den benachbarten Kreisen auf. Wir haben es hier mit dem Typ einer sogenannten INSELKARTE zu tun, die ein einzelnes Territorium ohne seine Umgebung zeigt. In der rechten unteren Ecke des Kartenblattes findet sich ein Feld mit Zeichenerklärungen für Siedlung, Vegetation und Verkehrswege.
Das ehemalige Gebiet des Soldiner Kreises gehört heute im Wesentlichen zum Powiat Myśliborski in der Woiwodschaft Westpommern in Polen.

In der Kartenabteilung wird das Blatt unter der Signatur Kart. N 6477 <b> in der Altbestandgruppe „Preussen – Brandenburg“ aufbewahrt.

Restaurierungsbedarf: Risse schließen, Kaschieren auf Japanpapier
kalkulierte Kosten: 130 €

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Witzleben, Ferdinand von: Karte des Soldiner Kreises : Regbz. Frankfurth. – Berlin 1838

 

Übernehmen Sie eine Buchpatenschaft bei den “Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V.”

Wenn Sie Interesse daran haben, dass diese Karikatur restauriert und damit wieder benutzt werden kann, dann schreiben Sie an freunde@sbb.spk-berlin.de. Für Ihre Hilfe, ein bedrohtes Werk vor dem Verfall zu bewahren, erhalten Sie:

  • ein Exlibris aus alterungsbeständigem Papier mit Ihrem Namen oder einem von Ihnen gewünschten Namen,
  • die Möglichkeit, das restaurierte Werk zu besichtigen beim Jahresempfang oder bei einem Termin nach Vereinbarung,
  • eine Spendenbescheinigung für Ihr Finanzamt.

Weitere Hinweise zu Buchpatenschaften und eine große Auswahl an  Patenschaften aus allen Abteilungen der Staatsbibliothek zu Berlin finden Sie auf der Seite der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V. Das Spektrum reicht weit über Bücher hinaus – hier finden Sie auch Noten, Landkarten, Zeitungen, Handschriften.

Kontakt: Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V., Gwendolyn Mertz, Unter den Linden 8, 10117 Berlin, Telefon: 030 – 266 43 8000, Mail: freunde@sbb.spk-Berlin.de

Wissenswerkstatt-Workshop Haus Potsdamer Straße | SBB-PK CC NC-BY-SA

Wissenswerkstatt im Januar

Im Januar bietet Ihnen die Wissenswerkstatt wieder Workshops zu unterschiedlichen Fächern und Themen an. Bereits im Sommer 2016 haben wir unser Angebot mit neuen Reihen vorgestellt und möchten Sie auch im kommenden Monat herzlich dazu einladen, alles rund um die Recherche kennenzulernen.

 

In der Reihe “Workshop-Klassiker” zeigen wir Ihnen alle Tipps und Tricks zur Recherche in der Medienwissenschaft:
Medien & Medienwissenschaft – Einführung in Datenbankrecherchen
Dienstag, 17. Januar, 17 Uhr

Unsere „Zeitmaschine StaBi“ führt Sie in unsere Sammlungen mit historischen und neuen Beständen:
Von digitaler Wiedergeburt bis “born-digital”: digitale Medien in der Kinder- und Jugendbuchabteilung
Dienstag, 24. Januar, 15 Uhr

Den freien Zugang zu wissenschaftlichen Angeboten stellen wir Ihnen in der Reihe “Open Access – Publikationskulturen im Wandel” vor:
Open Access Sozialwissenschaften
Mittwoch, 25. Januar, 14 Uhr

 

Außerdem starten wir ab 24.1. wieder unsere Asien-Reihe und zeigen Ihnen das Portal CrossAsia.

 

Zur Übersicht der Wissenswerkstatt

Ein Angebot der Staatsbibliothek zu Berlin und ihrer Kooperationspartner.

Buchpatenschaft für den Monat Dezember

Kein anderes Fest im Jahreskalender ist so eng mit Erinnerungen und mit Kindheit verbunden wie Weihnachten. Da liegt es nahe, dass wir für die Buchpatenschaft im Dezember ein Kinderbuch ausgewählt haben – ein Märchenbuch von Wilhelm Hauff.

Wilhelm Hauf:
Märchen.
Mit 6 Radierungen von J.B. Sonderland.
6. Auflage, Stuttgart: Brodhag, 1842

Die sechste Auflage der Märchen von Wilhelm Hauff enthält erstmals sechs Radierungen von Johann Baptist Wilhelm Adolf Sonderland (1805-1878). Der aus Düsseldorf stammende Maler und Illustrator wurde vor allem durch seine Märchenillustrationen im Stil der Romantik bekannt. Die anmutigen Bilder zu Hauffs Märchen gehören zu Sonderlands besten Arbeiten. Im Vorwort zur sechsten Auflage der Märchen wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass „der durch seine lieblichen Gemälde und Radirungen rühmlichst bekannte Maler J. B. Sonderland uns diese genialen Compositionen lieferte“.

Schaden: Bindung lose, Einband beschädigt
kalkulierte Kosten: 130 €

 

Hauff, Wilhelm: Märchen. Mit 6 Radierungen von J. B. Sonderland. 6. Auflage - Stuttgart: Brodhag, 1842.

Illustration aus dem Märchen “Der kleine Muck”

 

Verschenken Sie zu Weihnachten eine Buchpatenschaft  aus dem Patenschaftsprogramm der “Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V.”

Wenn Sie Interesse daran haben, dass dieses Kinderbuch restauriert wird und damit wieder benutzt werden kann, dann schreiben Sie bitte an freunde@sbb.spk-berlin.de. Für Ihre Hilfe, ein bedrohtes Werk vor dem Verfall zu bewahren, erhalten Sie:

  • ein Exlibris aus alterungsbeständigem Papier mit Ihrem Namen oder einem von Ihnen gewünschten Namen,
  • die Möglichkeit, das restaurierte Werk zu besichtigen beim Jahresempfang oder bei einem Termin nach Vereinbarung,
  • eine Spendenbescheinigung für Ihr Finanzamt.

Viele weitere Angebote an Patenschaften aus allen Abteilungen der Staatsbibliothek zu Berlin und weitere Hinweise zu Buchpatenschaften und finden Sie auf unserer Seite Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V.  Das Spektrum reicht weit über Bücher hinaus – hier finden Sie auch Noten, Landkarten, Zeitungen, Handschriften.

Für Fragen und Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung: Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V., Gwendolyn Mertz, Unter den Linden 8, 10117 Berlin, Telefon: 030 – 266 43 8000, Mail: freunde@sbb.spk-Berlin.de

Michael Ende – Zeitgeist und Phantasie

Werkstattgespräch am 16. Juni 2016

Viele seiner Figuren sind weltberühmt. „Jim Knopf“, für den Michael Ende 1961, also vor genau 55 Jahren, den Deutschen Jugendliteraturpreis erhielt, dürfte inzwischen bereits in dritter Generation gelesen werden. Das Wissen über das Leben des Autors dagegen, der 1995 einem Krebsleiden erlag, verblasst zusehends. Insbesondere der Verquickung seiner Vita und seines Werks wurde bislang kaum je intensive Aufmerksamkeit geschenkt. Weiterlesen

Michael Ende – Zeitgeist und Phantasie. Werkstattgespräch am 16.6.

Wissenswerkstatt
Michael Ende. Zeitgeist und Phantasie
Werkstattgespräch mit Birgit Dankert (Bibliotheks- und Informationswissenschaftlerin)
Donnerstag, 16. Juni
18 Uhr
Simón-Bolívar-Saal, Haus Potsdamer Straße
Eintritt frei, Anmeldung erbeten

Michael Ende (1929-1995) gehört zu den erfolgreichsten deutschsprachigen Autoren der Nachkriegszeit. Seine Werke haben weltweit Leser aller Altersgruppen begeistert, sie wurden in über 40 Sprachen übersetzt. Die liebenswerten Helden seiner Romane – Jim Knopf, Momo, Bastian Balthasar Bux – sind Jahrzehnte nach der Erstveröffentlichung der Texte noch immer sehr populär. Doch wie lebte Michael Ende mit dem Weltruhm und mit der Tatsache, ausschließlich als Kinderbuchautor wahrgenommen zu werden?

Mit der Biographie „Michael Ende: Gefangen in Phantásien“ hat Birgit Dankert in diesem Jahr ein Buch veröffentlicht, das zum ersten Mal Michael Endes Leben und Gesamtwerk schildert  und in einen Zusammenhang stellt. Die Autorin hat dazu Archive ausgewertet, zahlreiche Zeitzeugen befragt und unveröffentlichte Texte aufgenommen. In ihrem einfühlsamen Porträt beschreibt sie Michael Endes Lebensweg von der Kindheit im Dritten Reich bis zu seinem Durchbruch als Schriftsteller und geht dabei auch auf private Krisen und schmerzhafte Enttäuschungen ein.

Die Referentin des Abends war Professorin für Bibliotheks- und Informationswissenschaft an der Fachhochschule Hamburg und Vorsitzende des Arbeitskreises für Jugendliteratur e. V., des Vereins der Bibliothekare an Öffentlichen Bibliotheken sowie Sprecherin der Bundesvereinigung Deutscher Bibliotheksverbände. Sie ist freie Mitarbeiterin bei der ZEIT (Kinder- und Jugendliteratur) und Trägerin der Karl-Preusker-Medaille.

Eine kleine Ausstellung ausgewählter Bücher ergänzt den Vortrag.

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