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Die materialistischen Vier – Unser Dialog mit der Forschung geht in eine neue Runde

Was wären die drei Musketiere ohne D’Artagnan – oder die drei ??? ohne Alfred Hitchcock?

Insofern ist es wohl auch nur konsequent, unsere beliebte, in Kooperation mit der Freien Universität, der Humboldt-Universität sowie der Universität Potsdam organisierte Vortragsreihe Die Materialität von Schriftlichkeit – Bibliothek und Forschung im Dialog ab Oktober 2017 in eine vierte Runde zu schicken. Zu unserer Freude können wir inzwischen sogar noch eine weitere Universität als Mitveranstalterin begrüßen, deren sicherlich berühmtester Angehöriger ein ganz eigentümliches materiales Aufschreibesystem pflegte. Klar, die Rede ist von der Universität Bielefeld bzw. von Niklas Luhmanns legendärem Zettelkasten, der übrigens im Rahmen eines langfristigen Akademievorhabens gegenwärtig digitalisiert wird.

Zwar ließe sich die abermalige Fortsetzung unserer Veranstaltungsreihe mit dem systemtheoretischen Instrumentarium des berühmten Soziologen durchaus als autopoietische Basisoperation analysieren. Aber wir wollen uns hier schließlich nicht verzetteln:

Freuen Sie sich vielmehr auf ein gewohnt vielfältiges Vortragsprogramm, das den Bogen vom mittelalterlichen Codex über Propagandaflugblätter des Zweiten Weltkriegs bis zum zeitgenössischen russischen Künstlerbuch spannt, das schlecht gemachten Büchern ebenso zu ihrem Recht verhelfen will wie dem von den Literaturwissenschaften allzu leichtfertig übersehenen Schreibtisch und das Ihnen Gotthold Ephraim Lessing zur Abwechslung einmal als Verleger vorstellen möchte. Erfahren Sie in dieser Reihe, dass Frakturprobleme nicht zwangsläufig etwas mit komplizierten Knochenbrüchen zu tun haben müssen und Kopieren nicht erst in der Postmodene als Sampling zur Kunst wurde. Werfen Sie einen Blick in die disziplinierenden Regale der chinesischen Sammlung der Kurfürstlichen, Königlichen und Preußischen Staatsbibliothek und lassen Sie sich von der Aura ausgewählter Manuskripte aus dem Walter Benjamin Archiv faszinieren.

Apropos Walter Benjamin: Es versteht sich, dass im Zeitalter ihrer technischen Reproduzierbarkeit einige Vorträge der kommenden Veranstaltungsserie auch auf unserem Youtube-Kanal veröffentlicht werden. Dort können Sie sich zudem bereits einen kleinen Eindruck von den ersten drei Folgen unseres Dialogs mit der Forschung verschaffen.

Und vielleicht wollen Sie auch unserer herzlichen Einladung folgen, an den unregelmäßig stattfindenden Begleitveranstaltungen teilzunehmen, in deren Rahmen wir –  so viel sei schon verraten – gemeinsam mit internationalen Forschenden die Perspektiven des Materialitätsparadigmas diskutieren oder mit einem weltbekannten Überraschungsgast die Möglichkeiten des post-digitalen Buchdrucks sowie der Herstellung von Druckbuchstaben im 21. Jahrhundert ausloten möchten.

Bleiben Sie also gespannt. Wir freuen uns derweil auf Sie!

 

Werkstattgespräch zur typographischen Gestaltung von Libretto-Drucken am 4.7.

Wissenswerkstatt

Lieto fine – zur typographischen Gestaltung von Libretto-Drucken

Werkstattgespräch mit Rainer Falk, Universität Potsdam
Dienstag, 4. Juli 2017
18.15 Uhr
Konferenzraum 4
Haus Unter den Linden
Treffpunkt im Eingangsbereich (Rotunde)
Eintritt frei, Anmeldung erbeten

 

Immer schon wurden Opern – einerseits in Partituren bzw. Partitur-Auszügen, andererseits in Libretto-Drucken – publiziert, standen Notenausgaben ebenso wie Texteditionen in vielfältigen Wechselbeziehungen zu den Aufführungen der Werke. Bei der typographischen Gestaltung des Librettos wurde lange Zeit – zumindest solange der Zuschauerraum nicht abgedunkelt war – vor allem ein pragmatisches Ziel verfolgt, nämlich das Mitlesen während der Aufführung zu erleichtern. Durch buchgestalterische und drucktechnische Aufmachung sollte aber auch die Materialität des Ereignisses der Opernaufführung, die im Medium der Schrift verlorenzugehen drohte, bewahrt und in die Materialität des Drucks hinein verlängert werden. Diesem Phänomen geht der Vortrag anhand von Beispielen aus unterschiedlichen Epochen der Operngeschichte nach.

 

Eine Veranstaltung der Reihe Die Materialität von Schriftlichkeit

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Jenseits der Schriftlichkeit: Werkstattgespräch zur Materialität von Comics am 13.6.

Wissenswerkstatt

Jenseits der Schriftlichkeit – zur Materialität von Comics

Werkstattgespräch mit Dr. Christian A. Bachmann, Ruhr-Universität Bochum
Dienstag, 13. Juni 2017
18.15 Uhr
Konferenzraum 4
Haus Unter den Linden
Treffpunkt im Eingangsbereich (Rotunde)
Eintritt frei, Anmeldung erbeten

 

Mit Comics verbindet mancher noch heute Heftchenliteratur für Kinder, bebilderte Wegwerfprodukte mit Sprechblasen, deren Wert nicht über das „bloß“ Unterhaltsame hinausgeht. Längst hat sich jedoch die Erkenntnis durchgesetzt, dass Comics und „Graphic Novels“ nicht nur Spiegel ihrer Zeit sind, sondern auch einen wichtigen Beitrag zu zentralen Diskursen leisten. Entstanden im ausgehenden 19. Jahrhundert entwickeln sich die Comics erst in den 1980er Jahren zu einer „Kunstform“, die diesen Anspruch auch selbst erhebt. In Abgrenzung zu Produktionen für ein Massenpublikum treten Künstlerinnen und Künstler hervor, die auch gegenüber ihren materiellen Trägermedien nicht gleichgültig sind, sondern sie in ihre gestalterische Arbeit einbeziehen, womit sie Comics schaffen, die man in der Nähe von Künstlerbüchern verortet hat. Der Vortrag stellt einige ihrer Werke vor, zeichnet ihre Metamedialität nach und beleuchtet, welche Rolle ihre Materialität dabei spielt.

 

 

Eine Veranstaltung der Reihe Die Materialität von Schriftlichkeit

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Termine

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Lesen, kopieren, schreiben. Die Kunst des Exzerpierens in der europäischen Literatur des 18. Jahrhunderts. Werkstattgespräch am 9.1.

Werkstattgespräch: Lesen, kopieren, schreiben. Die Kunst des Exzerpierens in der europäischen Literatur des 18. Jahrhunderts.

  • Termin

    Di, 9. Januar 2018
    18.15 Uhr

  • Veranstaltungsort

    Staatsbibliothek zu Berlin
    Konferenzraum 4
    Haus Unter den Linden
    (Eingang Dorotheenstraße 27, Treffpunkt Rotunde)
    10117 Berlin

    Eintritt frei, Anmeldung erbeten

  • Anfahrt

    S- + U-Bahnstationen
    S + U Friedrichstraße
    U Französische Straße

    Bushaltestelle
    H Unter den Linden, Friedrichstraße (Bus 147)
    H Staatsoper (Bus 100, 200, TXL)

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Univ.-Prof. Dr. Elisabeth Décultot, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
Fachliche Betreuung: Dr. Christian Mathieu

In der frühen Neuzeit wurden die europäischen Gelehrten für gewöhnlich angehalten, Exzerpthefte – mit anderen Worten, Sammlungen von Leseaufzeichnungen – anzulegen. Die allzeit verfügbaren Exzerpthefte, die bei jeder Lektüre mit neuen Informationen angereichert wurden und gelegentlich den Umfang von ganzen handgeschriebenen Bibliotheken einnehmen konnten, waren einerseits Zeugnisse gelehrter Lesetätigkeit und lieferten andererseits wertvolle Baumaterialien für die Herstellung eigener Werke. Mit Exzerptsammlungen haben nicht nur die bedeutendsten Humanisten gearbeitet, sondern auch Schriftsteller nachfolgender Jahrhunderte – wie etwa Montesquieu, Winckelmann, Herder oder Jean Paul. Ziel des vorliegenden Vortrags ist es, die Beziehungen zu analysieren, die diese Sammlungen von Leseaufzeichnungen zu ihrer gedruckten Vorlage im 18. Jahrhundert unterhalten.

Eine Veranstaltung der Reihe Die Materialität von Schriftlichkeit

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Zur Materialität und Kontextualität des russischen Künstlerbuches der Gegenwart. Werkstattgespräch am 6.2.

Werkstattgespräch: Zur Materialität und Kontextualität des russischen Künstlerbuches der Gegenwart.

  • Termin

    Di, 6. Februar 2018
    18.15 Uhr

  • Veranstaltungsort

    Staatsbibliothek zu Berlin
    Konferenzraum 4
    Haus Unter den Linden
    (Eingang Dorotheenstraße 27, Treffpunkt Rotunde)
    10117 Berlin

    Eintritt frei, Anmeldung erbeten

  • Anfahrt

    S- + U-Bahnstationen
    S + U Friedrichstraße
    U Französische Straße

    Bushaltestelle
    H Unter den Linden, Friedrichstraße (Bus 147)
    H Staatsoper (Bus 100, 200, TXL)

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PD Dr. Viola Hildebrand-Schat, Goethe-Universität Frankfurt am Main
Fachliche Betreuung: Dr. Christian Mathieu

Die Bezeichnung Kniga chudoschnikov (russ. für „Künstlerbuch“) kommt erst mit Beginn der 1990er Jahre auf. Das Arbeiten mit Büchern hingegen hat in der russischen Kunst eine weitreichendere Tradition, die teils in der gegenwärtigen Szene fortlebt, teils aber auch völlig neue Wege beschreitet. Diese zeigen sich in raumgreifenden Konzeptionen buchbestimmter Welten, zeigen sich aber auch in den verschiedene Buchformen auslotenden Beispielen. Eine Auswahl gibt Einblick in eine bewegte Szene buchkünstlerischen Arbeitens.

Eine Veranstaltung der Reihe Die Materialität von Schriftlichkeit

Weitere Termine der Wissenswerkstatt.

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– entfällt – Schlecht gemachte Bücher? Werkstattgespräch zu kritischen Publikationspraktiken am 6.3.

– entfällt – Werkstattgespräch: Schlecht gemachte Bücher? Kritische Publikationspraktiken in experimenteller Literatur und Kunst des postdigitalen Zeitalters.

  • Termin

    Di, 6. März 2018
    18.15 Uhr

  • Veranstaltungsort

    Staatsbibliothek zu Berlin
    Konferenzraum 4
    Haus Unter den Linden
    (Eingang Dorotheenstraße 27, Treffpunkt Rotunde)
    10117 Berlin

    Eintritt frei

  • Anfahrt

    S- + U-Bahnstationen
    S + U Friedrichstraße
    U Französische Straße

    Bushaltestelle
    H Unter den Linden, Friedrichstraße (Bus 147)
    H Staatsoper (Bus 100, 200, TXL)

  • Veranstaltungen

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– Die Veranstaltung muss leider entfallen. –

PD Dr. Annette Gilbert, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Fachliche Betreuung: Dr. Christian Mathieu

Noch immer werden Bücher gedruckt, noch immer wählen Autoren und Künstler bewusst das Printmedium als künstlerische Ausdrucksform. Dies geschieht keineswegs immer im Zeichen der Nostalgie oder im Kielwasser der um sich greifenden Fetischisierung des Buchs als Objekt, die unter dem Stichwort der neo-analogen Renaissance bereits kritisch diskutiert wird. Die im Vortrag vorgestellten Bücher aus der experimentellen Kunst- und Literaturszene der Gegenwart verstehen sich als Versuchsanordnungen, die die unübersichtliche und noch nicht verfestigte Gemengelage der Medien nach ihrer Digitalisierung zum Ausgangspunkt nehmen, das alte, analoge Medium in Bezug auf die neuen, digitalen Technologien noch einmal neu zu positionieren.

Eine Veranstaltung der Reihe Die Materialität von Schriftlichkeit

Weitere Termine der Wissenswerkstatt.

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