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May the FORCE2017 be with you! Unser Beitrag zur diesjährigen Open Access Week

Berlin zählt zu den wenigen Bundesländern, die den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen sowie dessen freie Nachnutzbarkeit mit einer eigenen Open Access-Strategie befördern wollen. Kein Wunder, denn Hauptstadt und Bundesland sind schließlich namensgebend für einen der konstitutiven Texte der internationalen Open Access-Bewegung – die Rede ist natürlich von der Berliner Erklärung über den offenen Zugang zu wissenschaftlichem Wissen.

Wie bereits im vergangenen Jahr organisiert das an der Freien Universität angesiedelte Berliner Open Access-Büro – die zentrale Beratungseinrichtung für alle Wissenschafts- und Kultureinrichtungen an der Spree – mit einer Posterausstellung zur Open Access Week eine publikumswirksame Plattform, um den zahlreichen Initiativen in der Region, die sich der Transformation des wissenschaftlichen Publikationssystem verschrieben haben, mehr Sichtbarkeit zu verschaffen. Selbstverständlich sind auch wir mit von der Partie. Dieses Ziel dürfte heuer umso leichter zu erreichen sein, als doch die Posterausstellung am 26. Oktober – los geht’s um 17 Uhr in der Kalkscheune in Mitte – in Kooperation mit der internationalen eScience-Konferenz FORCE2017 stattfindet.

Sie sehen, die Konkurrenz um die wenigen noch verfügbaren Plätze ist hart. Jedi-Meister Yoda rät daher: “Schnell anmelden Du Dich musst!”

 

P.S. Im Rahmen unserer modularen Workshopreihe Publish or Perish!? Wissenschaftliches Publizieren für Promovierende informieren wir regelmäßig zum Veröffentlichen im Open Access – nicht nur zur Open Access Week.

 

 

 

Prima zum Imprimatur: Publikationsberatung für Promovierende

Nicht zuletzt die mehr als 100 strukturierten Graduiertenprogramme, die das Portal Doctoral Programs in Berlin verzeichnet, machen die Hauptstadt mit ihren vier großen Universitäten und zahllosen Forschungseinrichtungen zu einem beliebten Pflaster für Promotionswillige. Da aber der Weg zum Doktorhut nicht selten schmerzhaft hart gepflastert ist – bekanntlich geht es ja immer nur per aspera ad astra – , sind informationspraktische “Blasenpflaster” auch in den Graduiertenschulen und -kollegs gerne willkommen. Und in genau dieser Absicht hat die Staatsbibliothek zu Berlin bereits vor einiger Zeit in ihrer Wissenswerkstatt ein zielgruppenspezifisches Veranstaltungsformat zum wissenschaftlichen Publizieren für Promovierende entwickelt oder – um im Bild zu bleiben – zusammengeschustert. Dieses möchte dazu beitragen, drückende Hemmschuhe aufzuschnüren und Sie möglichst leichtfüßig auf die letzte Etappe zur Erlangung Ihres akademischen Ritterschlags zu schicken. Denn erst mit der fristgerechten Veröffentlichung der Dissertationsschrift – darin sind sich die Promotionsordnungen aller Fakultäten einig – hat das Promotionsverfahren seinen formalen Endpunkt erreicht. Schließlich muss sich Ihre eigenständige Forschungsleistung, um überhaupt als solche gelten zu können, nicht nur in der Disputation – mithin im Kreuzverhör einer universitätsinternen Fachöffentlichkeit – behaupten, sondern später auch im Säurebad von Wissenschaftsdiskurs und Plagiatserkennungssoftware bestehen.

Konkret versuchen wir im Rahmen unseres quartalsweise angebotenen zweiteiligen Workshops Publish or Perish!? Wissenschaftliches Publizieren für Promovierende, Ihnen einige Tipps zur strategischen Wahl des für Sie „richtigen“ Publikationsorts zu geben – sei dieser nun möglichst reputationsförderlichen oder vielleicht besonders kostengünstig –, den Paragraphendschungel des Verlagsvertragsrechts zu lichten, juristische Fragen bei der Nutzung von Bildern zu klären und Ihnen die Akquise von Druckkostenzuschüssen zu erleichtern. Mit Blick auf den gegenwärtigen Strukturwandel der Wissenschaftskommunikation und die daraus resultierende Vervielfachung neuer Publikationsformen zielt Publish or Perish!? zugleich darauf, die Felder von Open Access, Forschungsdatenmanagement und (alternativer) Bibliometrie zumindest in groben Zügen zu kartieren.

Allerdings legt es gerade die erst kürzlich angesprochene neue Unübersichtlichkeit des wissenschaftlichen Publikationsmarkts nahe, mit einer Öffnung dieses Veranstaltungsformats zu experimentieren, zumal die Staatsbibliothek zu Berlin bei der Konzeption innovativer Beratungsangebote ohnehin im Netzwerk Informationskompetenz Berlin/Brandenburg mit zahlreichen anderen wissenschaftlichen Bibliotheken kooperiert. Im Rahmen dieser regionalen Zusammenarbeit haben wir daher das Programm von Publish or Perish!? in selbstständige Module gesplittet, um den Aspekt der Literaturverwaltung erweitert und mit unseren Berliner Partnerbibliotheken an der Freien, Technischen und Humboldt-Universität vereinbart, die inhaltliche Verantwortung für die einzelnen Veranstaltungen zu verteilen – und zwar in Abhängigkeit der Kompetenzschwerpunkte der jeweiligen Einrichtung. Klar, dass beispielsweise der Beitrag zum Forschungsdatenmanagement insofern geradezu zwingend von den Universitätsbibliotheken der Technischen Universität sowie der Humboldt-Universität zu leisten ist, haben doch beide Einrichtungen nicht nur vielfältige Beratungsservices (HU | TU) in diesem Bereich aufgebaut, sondern darüber hinaus auch technische Infrastrukturen – darunter institutionelle Forschungsdatenrepositorien sowie entsprechende disziplinäre Angebote für die historische Linguistik oder die Akustikwissenschaften.

Um dem gemeinsamen Vorhaben einen angemessenen Rahmen zu geben und der rasant zunehmenden Bedeutung von digitalen Informationsinfrastrukturen für den Forschungsprozess gerecht zu werden, eröffnet Prof. Dr. Reinhard Förtsch, IT-Direktor des auf den Feldern von eResearch und Open Science dynamisch agierenden Deutschen Archäologischen Instituts, die Veranstaltungsreihe mit dem Keynote-Vortrag Dissertation als empfohlene Insellösung? Individualismus versus Infrastruktur.

Seien Sie also recht herzlich eingeladen, zwischen 15. Juni und 11. Juli an der insgesamt sechsteiligen Veranstaltungsreihe für Promovierende Lost in Dissertation? Von der Literaturverwaltung bis zur Publikation teilzunehmen – ganz gleich, ob durchgängig oder gezielt zu einzelnen Terminen. In jedem Fall aber freuen wir uns schon auf Sie und hoffen, dass Ihre Dissertation mit Hilfe unserer bibliothekarischen List von einer Last zur reinen Lust werden wird.

Dissertationsmonat November

Als hochseriöse Forschungsbibliothek und ehemals preußische Einrichtung werden Sie vermutlich kaum einen Beitrag zum lieblichen Wonnemonat Mai von uns erwarten, “denn eine Staatsbibliothek ist, bitte sehr! kein Vergnügungsetablissemang.” Naturgemäß stehen bei uns viel eher die arbeitssamen und etwas spröderen Jahreszeiten im Fokus, weshalb wir hiermit den November zum Dissertationsmonat erklären: Möge das Licht der wissenschaftlichen Erkenntnis diesen Nebelmonat ein wenig aufhellen!

Für klare(re) Sicht auf das steinige Feld der Doktorarbeit wollen wir in den kommenden Wochen mit zwei Veranstaltungen sorgen – und das sowohl aus Praxisperspektive als auch unter Forschungsaspekt.

Gerade mit Blick auf den aktuellen Strukturwandel der Wissenschaftskommunikation unter dem Leitbild der Open Science und den daraus resultierenden Herausforderungen für die Forschenden laden wir Promovierende aller Fachrichtungen sehr herzlich ein, am 12. und 19. November an einem zweiteiligen Workshop zum wissenschaftlichen Publizieren teilzunehmen. Dabei ist es völlig gleichgültig, ob Sie eine konventionelle oder eine elektronische Veröffentlichung planen, ob im Open Access oder vielleicht sogar als bereits von der ersten Idee an offene Doktorarbeit. Denn unsere Themenvorschläge – von der Gestaltung von Verlagsverträgen über Strategien zur Bildrechteklärung und Akquise von Druckkostenzuschüssen bis hin zur Wahl des “richtigen” Publikationsorts – möchten wir am konkreten Fallbeispiel Ihres Veröffentlichungsprojekts mit Ihnen diskutieren. Und sollten Sie sich zudem auch für Publikationsmöglichkeiten für Forschungsdaten oder für neuere Entwicklungen im Bereich der alternativen Bibliometrie interessieren, so stehen wir Ihnen auch in diesen Belangen sehr gerne mit einigen Tipps zur Seite.

An ein allgemeines Publikum wendet sich dagegen die zweite hier anzuzeigende Veranstaltung, in deren Zentrum die zwischen 1817 und 1883 an der heutigen Humboldt-Universität zu Berlin verteidigten philosophischen Dissertationen stehen sollen. Unter dem Vortragstitel Die Dissertation als Format akademischer Datenverarbeitung erwartet Sie der Versuch des Medien- und Kunsttheoretikers Stefan Heidenreich, den Wandel der Dissertation von einer lateinisch verfassten Ritualschrift zum heute geläufigen Wissensformat zu rekonstruieren. Da der Referent dabei auch die Veränderung der materialen Dimension von Dissertationsschriften beleuchtet, organisieren wir dieses Werkstattgespräch in Kooperation mit der Vortragsreihe Die Materialität von Schriftlichkeit – Bibliothek und Forschung im Dialog, zumal an deren Konzeption gleich drei Einrichtungen mit Promotionsrecht beteiligt sind.

Ob mit oder ohne Doktortitel – seien Sie uns herzlich willkommen!