Beiträge

Buchpatenschaft für den Monat November

Für den Monat November haben wir uns zur Aufmunterung an trüben und grauen Tagen eine Karikatur aus der Einblattsammlung der Staatsbibliothek zu Berlin als Patenschaft des Monats ausgesucht. Das Blatt ist in einem Maße beschädigt, dass es erst nach einer Restaurierung Forschenden wieder  zur Verfügung gestellt werden kann.

Procai vairballe
Karikatur von Alfred le Petit (1841-1909)

Paris [1872]
Lithographie (koloriert)

In einem orthographisch fehlerhaften Protokoll berichtet ein Feldhüter, dass er einen Mann und eine Frau zusammen in einem Kornfeld gefunden hat und nun einen Strafzettel wegen Erregung öffentlichen Ärgernisses schreibt. Die Karikatur stammt aus der Karikaturensammlung Kaiser Wilhelm I. zum Krieg 1870/71.

Schaden bzw. was ist zu tun: Alte Verklebungen lösen, wässern, nachleimen, glätten, Einblattdruck mit Japanpapier auf ein Trägerpapier montieren und in eine Mappe aus säurefreiem Archivkarton kleben.
kalkulierte Kosten: 118 €

Karikatur "Procai Vairballe" - aus der Sammlung Kaiser Wilhelm I.

Karikatur “Procai vairballe” – aus der Sammlung Kaiser Wilhelm I.

Übernehmen Sie eine Buchpatenschaft bei den “Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V.”

Wenn Sie Interesse daran haben, dass diese Karikatur restauriert und damit wieder benutzt werden kann, dann schreiben Sie an freunde@sbb.spk-berlin.de. Für Ihre Hilfe, ein bedrohtes Werk vor dem Verfall zu bewahren, erhalten Sie:

  • ein Exlibris aus alterungsbeständigem Papier mit Ihrem Namen oder einem von Ihnen gewünschten Namen,
  • die Möglichkeit, das restaurierte Werk zu besichtigen beim Jahresempfang oder bei einem Termin nach Vereinbarung,
  • eine Spendenbescheinigung für Ihr Finanzamt.

Weitere Hinweise zu Buchpatenschaften und eine große Auswahl an  Patenschaften aus allen Abteilungen der Staatsbibliothek zu Berlin finden Sie auf der Seite der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V. Das Spektrum reicht weit über Bücher hinaus – hier finden Sie auch Noten, Landkarten, Zeitungen, Handschriften.

Kontakt: Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V., Gwendolyn Mertz, Unter den Linden 8, 10117 Berlin, Telefon: 030 – 266 43 8000, Mail: freunde@sbb.spk-Berlin.de

Buchpatenschaft des Monats Oktober

Das Patenschaftsprogramm der “Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V.”

Jeden Monat stellen wir Ihnen an dieser Stelle eine neue Buchpatenschaft vor. Bücher, aber auch Landkarten, Noten, Handschriften und Zeitungen, die so stark beschädigt sind, dass sie nicht mehr Nutzerinnen und Nutzern zur Verfügung gestellt werden können, brauchen Patinnen und Paten für die Restaurierung.

Als Buchpatenschaft für den Monat Oktober haben wir einen Band mit Tierbildern ausgewählt – nicht nur für alle Tierfreunde und Freunde des Berliner Zoologischen Garten.

Heck, Ludwig:

Tiere, wie sie wirklich sind. Ein Bilder- und Lesebuch für jedermann.

Berlin: Parey, 1934.120 S., 8°. Zahlreiche Illustrationen.

Der Biologe Ludwig Heck (1860-1951) war 1888 bis 1931 Direktor des Berliner Zoologischen Gartens. So stammen auch die in diesem Band versammelten zahlreichen Schwarzweiß-Abbildungen  komplett aus dem Photoarchiv dieses Zoologischen Gartens. Mit seinem Werk verfolgt Heck ausdrücklich den Tierschutzgedanken: Er versteht – so das Vorwort – Tiere als „unsere lebenden Mitgeschöpfe“. Nicht übertriebene Tierliebe, vielmehr sachliche Tierkunde ist erforderlich, um ihnen gerecht zu werden.

nötige Reparaturen: Einbanderhaltung

kalkulierte Kosten: 120 €

Abbildung aus dem Buch: Heck - Tiere, wie sie wirklich sind "Sieht gefährlich aus, ist aber ein guter Riesenkerl: Gorilla Bobby als Jüngling" (c) SBB

Abbildung aus dem Buch: Heck – Tiere, wie sie wirklich sind. Ein bilder- und Lesebuch für jedermann. Berlin: Parey, 1934
“Sieht gefährlich aus, ist aber ein guter Riesenkerl: Gorilla Bobby als Jüngling”

Übernehmen Sie eine Buchpatenschaft bei den “Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V.”

Wenn Sie Interesse daran haben, dass dieses Buch restauriert und damit Forscherinnen und Forschern aus aller Welt wieder zur Verfügung stehen wird, dann schreiben Sie an freunde@sbb.spk-berlin.de. Für Ihre Hilfe, ein bedrohtes Werk vor dem Verfall zu bewahren, erhalten Sie:

  • ein Exlibris aus alterungsbeständigem Papier mit Ihrem Namen oder einem von Ihnen gewünschten Namen,
  • die Möglichkeit, das restaurierte Werk zu besichtigen beim Jahresempfang oder bei einem Termin nach Vereinbarung,
  • eine Spendenbescheinigung für Ihr Finanzamt.

Weitere Hinweise zu Buchpatenschaften und eine große Auswahl an  Patenschaften aus allen Abteilungen der Staatsbibliothek zu Berlin finden Sie auf der Seite der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V. Das Spektrum reicht weit über Bücher hinaus – hier finden Sie auch Noten, Landkarten, Zeitungen, Handschriften.

Kontakt: Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V., Gwendolyn Mertz, Unter den Linden 8, 10117 Berlin, Telefon: 030 – 266 43 8000, Mail: freunde@sbb.spk-Berlin.de

Restaurierung einer Rechtsinkunabel finanziert von der International Association of Law Libraries

Die Staatsbibliothek zu Berlin ist als Archivbibliothek gehalten, ihren seit 1661 aufgebauten Bestand zu bewahren und – dem Erhaltungszustand entsprechend – zu konservieren. Allerdings haben mangelhafte Papierqualitäten, Kriegsschäden, Tintenfraß und nicht zuletzt auch ihre teilweise sehr intensive Nutzung Spuren an so manchen Werken hinterlassen. Das von dem Verein der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin organisierte Buchpatenschaftsprogramm eröffnet bibliothekarischen und nichtbibliothekarischen Institutionen sowie der allgemeinen Öffentlichkeit die Möglichkeit, den Erhalt dieses einzigartigen kulturellen und wissenschaftlichen Erbes durch Finanzierung dringender Reparatur- und Restaurierungsarbeiten zu unterstützen.

In Anerkennung und als Dank für die Organisation ihrer im Herbst 2015 an der Staatsbibliothek zu Berlin durchgeführten Jahreskonferenz übernahm die International Association of Law Libraries (IALL) die Buchpatenschaft für die Restaurierung einer wertvollen Rechtsinkunabel. Es handelt sich dabei um den venezianischen Wiegendruck Corpus iuris civilis. Novellae etc . aus dem Jahre 1487 (Bibliothekssignatur 2° Inc 4218 (Sav 318), (GW07760), der aus der Bibliothek des berühmten Rechtsgelehrten Friedrich Carl von Savigny (1779 – 1861) stammt. Das so genannte „Volumen parvum“ bildete den letzten Teil der auf Anweisung Kaiser Justinians zusammengestellten Quellensammlung des Römischen Rechts, des „Corpus iuris civilis“. Es enthält eine Auswahl der „Novellen“ (kaiserliche Gesetze, die nach der Zusammenstellung des „Corpus Iuris Civilis“ erlassen wurden), einen Teil des „Codex Iustinianus“ (eine Sammlung der Kaisergesetze des 2. bis 6. Jahrhunderts) sowie einige weitere, z. T. erst aus dem Mittelalter stammende, Rechtstexte. Die vorliegende Ausgabe beinhaltet zudem den im Mittelalter maßgeblichen Kommentar des Accursius Florentinus (1182/85 – 1260/63), der aufgrund seines Umfangs üblicherweise als Klammerglosse um den eigentlichen Text gesetzt wurde.

Bei diesem Werk mussten der Halbledereinband mit Papierbezug erneuert, die erste und letzte Lage ausgebessert, wieder verheftet und auch Schäden im Buchblock ergänzt werden. Das dem restaurierten Band beigefügte „Exlibris“ auf der Innenseite des Buchdeckels lautet: „Restauriert mit einer Spende von der International Association of Law Libraries anlässlich der Jahreskonferenz in Berlin 2015“. Die Staatsbibliothek zu Berlin – namentlich ihre Handschriftenabteilung – sowie der Fachinformationsdienst für internationale und interdisziplinäre Rechtsforschung danken der IALL für die großzügige Spende und geben das Werk wieder für die Benutzung frei.

 

Text: Ivo Vogel