Beiträge

Eugen Ruge | Privatarchiv © Martina Ruge

Werkstattgespräch mit Schriftsteller Eugen Ruge am 26.6.

Wissenswerkstatt

Leben wir in Zeiten des abnehmenden Lichts? Aus dem Atelier.

Der Schriftsteller Eugen Ruge im Gespräch über sein Leben und seine Bücher
Mit einer Einführung von Barbara Schneider-Kempf, Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin
Montag, 26. Juni 2017
18.15 Uhr
Dietrich-Bonhoeffer-Saal
Haus Potsdamer Straße 33
Eintritt frei, Anmeldung erbeten

 

Mit seinem 2011 erschienenen Roman „In Zeiten des abnehmenden Lichts“, einer opulenten Familiensaga, gelang Eugen Ruge fast über Nacht ein auch international vielgerühmter Bestseller. In über 20 Sprachen übersetzt, ist er unlängst verfilmt worden. Das Drehbuch stammt von Wolfgang Kohlhaase, Regie führte Matti Geschonneck. Filmstart ist, passend zu unserem Werkstattgespräch, am 1. Juni.

Eugen Ruge wurde schon mit einigen renommierten Preisen geehrt. So 2009 mit dem Alfred-Döblin-Preis und 2011 mit dem Deutschen Buchpreis für „In Zeiten des abnehmenden Lichts“. Zu seinem Werkspektrum gehören Theaterstücke, Hörspiele und nicht zuletzt Übersetzungen aus dem Russischen. Seine besondere Liebe gehört Anton Tschechow. Von dessen Stücken „Der Kirschgarten“, „Onkel Wanja“ und anderen hat Eugen Ruge Neuübersetzungen vorgelegt.

In unserem Werkstattgespräch berichtet er über seine Arbeitsweise als Autor, seine interessante Biographie und über neue Projekte. Natürlich wird er auch aus neuen Texten lesen.

 

Alle Veranstaltungen der Wissenswerkstatt.

SBB-PK CC NC-BY-SA

Lost in Dissertation? Veranstaltungsreihe für Promovierende ab 27.6.

Wissenswerkstatt

Lost in Dissertation?
Von der Literaturverwaltung bis zur Publikation – Veranstaltungsreihe für Doktorandinnen und Doktoranden Juni/Juli 2017

Während der Promotionsphase stellen sich viele praktische Fragen, die einerseits die Arbeitsorganisation während der Recherche- und Schreibphase betreffen, andererseits aber mit dem entscheidenden abschließenden Schritt – der Publikation – zusammenhängen.
Die Berliner Universitätsbibliotheken und die Staatsbibliothek zu Berlin präsentieren zusammen mit Experten die Themen Literaturverwaltung, Publikationsmöglichkeiten, Open Access und Forschungsdaten. So erhalten Sie einen kompakten Überblick über die wichtigsten Aspekte sowie weiterführende konkrete Informationen zu einzelnen Angeboten der Universitäten.
Alle Infos unter http://sbb.berlin/promovierende

 

Veranstaltungen:

Master of Disaster? Strukturiert und effektiv arbeiten mit Literaturverwaltungsprogrammen
27. Juni 2017, 10.00-12.00 Uhr
Anmeldung

 

Vertrauen ist gut – prüfen ist besser: Qualitätskriterien für wissenschaftliche Publikationen
27. Juni 2017, 13.00-15.00 Uhr
Anmeldung

 

Open Access – freier Zugang zu wissenschaftlichen Veröffentlichungen, Forschungsdaten und Software
3. Juli 2017, 10.00–12.00 Uhr
Anmeldung

 

Publish or Perish? Wissenschaftliches Publizieren für Promovierende
3. Juli 2017, 13.00–15.00 Uhr
Anmeldung

 

Licht und Schatten: Bildrechte beim wissenschaftlichen Publizieren
4. Juli 2017, 10.00–12.00 Uhr
Anmeldung

 

Forschungsdatenmanagement an der Freien Universität Berlin, der Humboldt Universität zu Berlin und der Technischen Universität Berlin
11. Juli 2017, 10.00–12.00 Uhr
Anmeldung

 

Alle Termine finden im Haus Potsdamer Straße der Staatsbibliothek (Simón-Bolívar-Saal) statt.
Die Teilnahme ist kostenlos, um Anmeldung zu den frei kombinierbaren Veranstaltungen wird gebeten.

http://sbb.berlin/promovierende
Flyer zur Veranstaltung

Alle Termine der Wissenswerkstatt

Eine Gemeinschaftsveranstaltung des Netzwerks Informationskompetenz Berlin/Brandenburg (NIK BB), der Staatsbibliothek zu Berlin, der Humboldt-Universität zu Berlin, der Technischen Universität Berlin und der Freien Universität Berlin.

 

Jenseits der Schriftlichkeit: Werkstattgespräch zur Materialität von Comics am 13.6.

Wissenswerkstatt

Jenseits der Schriftlichkeit – zur Materialität von Comics

Werkstattgespräch mit Dr. Christian A. Bachmann, Ruhr-Universität Bochum
Dienstag, 13. Juni 2017
18.15 Uhr
Konferenzraum 4
Haus Unter den Linden
Treffpunkt im Eingangsbereich (Rotunde)
Eintritt frei, Anmeldung erbeten

 

Mit Comics verbindet mancher noch heute Heftchenliteratur für Kinder, bebilderte Wegwerfprodukte mit Sprechblasen, deren Wert nicht über das „bloß“ Unterhaltsame hinausgeht. Längst hat sich jedoch die Erkenntnis durchgesetzt, dass Comics und „Graphic Novels“ nicht nur Spiegel ihrer Zeit sind, sondern auch einen wichtigen Beitrag zu zentralen Diskursen leisten. Entstanden im ausgehenden 19. Jahrhundert entwickeln sich die Comics erst in den 1980er Jahren zu einer „Kunstform“, die diesen Anspruch auch selbst erhebt. In Abgrenzung zu Produktionen für ein Massenpublikum treten Künstlerinnen und Künstler hervor, die auch gegenüber ihren materiellen Trägermedien nicht gleichgültig sind, sondern sie in ihre gestalterische Arbeit einbeziehen, womit sie Comics schaffen, die man in der Nähe von Künstlerbüchern verortet hat. Der Vortrag stellt einige ihrer Werke vor, zeichnet ihre Metamedialität nach und beleuchtet, welche Rolle ihre Materialität dabei spielt.

 

 

Eine Veranstaltung der Reihe Die Materialität von Schriftlichkeit

Alle Veranstaltungen der Wissenswerkstatt.

Bibliothèque de Rennes Métropole: Ms. 1834, fol. 121r (Officium des heiligen Michael) | SBB PK: Depot Breslau (Froissart), Bd. 1, fol. 95v (Seeschlacht zwischen Robert d’Artois und dem König von Spanien)

Image et texte, piété et histoire – Werkstattgespräch am 8.6.

Wissenswerkstatt
Bild und Text, Frömmigkeit und Geschichte – ein bretonisches Stundenbuch und der Breslauer Froissart im Vergleich
Werkstattgespräch in französischer und deutscher Sprache mit Katell Girard, Universität Rennes
Donnerstag 8. Juni 2017
18.15 Uhr
Schulungsraum im Lesesaal
Haus Potsdamer Straße 33
Treffpunkt in der Eingangshalle (I-Punkt)
Eintritt frei, Anmeldung erbeten

Bild und Text, Frömmigkeit und Geschichte – ein bretonisches Stundenbuch und der Breslauer Froissart im Vergleich

Das Studium illuminierter Handschriften eröffnet einen bemerkenswerten Zugang zum Mittelalter, da es sich zumeist um Artefakte der gebildeten und einflussreichen Schicht handelt. Anhand ausgewählter Texte und Bilder geht es um Politik und Frömmigkeit im Kontext des Hundertjährigen Krieges. Vorgestellt werden ein illuminiertes Stundenbuch, 1440 in der Bretagne erstellt, und der Breslauer Froissart, 1468/1469 wohl in Brügge angefertigt. Der Vergleich hat zum Ziel, den politischen Akzent eines religiösen Bildes in einem Stundenbuch in Bezug zur Funktionsweise einer Darstellung mit religiöser Konnotation in einer historischen Chronik zu setzen. Es verspricht eine weitere Aufhellung historischer und sozialer Gegebenenheiten, die abweichende Behandlung beider Themen in Illumination und Text herauszustellen.

Image et texte, piété et histoire – un livre d’Heures breton et les chroniques de Froissart, dépôt de Breslau, en comparaison

L’étude des manuscrits enluminés permet un point de vue intéressant sur l’époque médiévale, en tant qu’objets privilégiés de la classe sociale lettrée et influente. Ainsi, dans cette conférence nous aborderons les thèmes majeurs de la politique et de la piété dans le contexte de la guerre de Cent ans, par l’étude comparative des textes et images de deux manuscrits. Nous allons étudier un livre d’Heures breton richement enluminé daté de 1440, et les chroniques de Froissart, dépôt de Breslau, datant de 1468/1469. Nous les mettrons en relation afin de comprendre le sens d’une image pieuse à caractère politique dans un livre de prières, et le fonctionnement d’une image politique à connotation religieuse dans une chronique historique. Cette comparaison nous offrira un éclairage intéressant sur des faits historiques et sociaux médiévaux par l’observation des différences de traitement de nos deux thèmes en peinture et dans les textes.

 

Alle Veranstaltungen der Wissenswerkstatt.

Landschaftsplatz, Modellstudie / Jörn Köppler, Rom 2012

Die Poetik des Bauens: Werkstattgespräch und Buchvorstellung am 11.5.

Wissenswerkstatt
Die Poetik des Bauens – Betrachtungen und Entwürfe
Werkstattgespräch und Buchvorstellung mit Architekt Dr. Jörn Köppler
Donnerstag 11. Mai 2017
18.15 Uhr
Schulungsraum im Lesesaal
Haus Potsdamer Straße 33
Treffpunkt in der Eingangshalle (I-Punkt)
Eintritt frei, Anmeldung erbeten

 

„erfindbar sind gedichte nicht
es gibt sie ohne uns    irgendwo seit
irgendwo hinter    sie sind dort in ewigkeit
der dichter findet das gedicht“
Jan Skácel

„Ich habe nichts zu sagen, ich habe zu entfalten, und das ist mein Reichtum […].“
Peter Handke

 

Was möchten wir zum Ausdruck bringen, wenn wir eine Erfahrung mit den Worten „ein poetischer Moment“ oder „– wie poetisch!“ zu fassen versuchen? Wollen wir mit dem Begriff des Poetischen nicht ein „Mehr“ beschreiben, etwas, was nicht leicht zu greifen ist, uns jedoch zu berühren und Bedeutung auszustrahlen scheint? Und: Wünschen wir uns nicht solch eine Erfahrung auch von Gebautem, im Idealfall von dem selbst Entworfenen? Man könnte an dieser Stelle weiterfragen, ob das Poetische überhaupt noch eine gesellschaftlich wahrnehmbare Rolle spielt in einer Zeit der fast total erscheinenden Ökonomisierung und Technisierung von allem und jedem.

Diesen und daran anschließenden Fragen geht Jörn Köppler in seinem im transcript Verlag erschienenen Buch „Die Poetik des Bauens: Betrachtungen und Entwürfe“ (2016) nach. Im Vortrag wie im Buch versucht er dabei, sich dem Begriff der Poetik aus philosophischer, literarischer und schließlich architektonischer Perspektive zu nähern, um daraus eine Brücke in das architektonische Entwerfen und Bauen zu schlagen.

Der Vortrag versteht sich explizit als Anregung zu einer Diskussion mit den Gästen, da man erfahrungsgemäß so am ehesten Hinweise auf den Gedanken des Poetischen finden mag.

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Jörn Köppler studierte Architektur an der TU Berlin und promovierte mit einer Arbeit zum „Sinngehalt des Architektonischen: Modernes Bauen und ästhetische Erfahrungen des Erhabenen und der Schönheit“ an der TU Graz. Gemeinsam mit seiner Frau Annette Köppler-Türk führt er seit 2008 das Architekturbüro Köppler Türk Architekten. Jörn Köppler lehrte und forschte bereits an zahlreichen europäischen Hochschulen, darunter die University of Edinburgh, die polytechnischen Hochschulen in Turin und Mailand, die Universität Ljubljana, die TU Berlin und die FH Potsdam. Seine Forschungsschwerpunkte sind die Architektur der Moderne, ihr möglicher Bedeutungsgehalt und dessen Übertragung in eine bauliche Form. Im Jahr 2010 erschien im transcript Verlag Köpplers Monographie „Sinn und Krise moderner Architektur: Zeitgenössisches Bauen zwischen Schönheitserfahrung und Rationalitätsglauben.“

 

Alle Veranstaltungen der Wissenswerkstatt.

Werkstattgespräch zur Bürokratie und Verwaltung im Verlagsgewerbe am 2.5.

Wissenswerkstatt

Bürokratie und Verwaltung im Verlagsgewerbe – vom handschriftlichen Verlegerbrief zum Formular

Werkstattgespräch mit  Univ.-Prof. Dr. Christine Haug (Ludwig-Maximilians-Universität München)
Dienstag, 02. Mai 2017
18.15 Uhr
Konferenzraum 4
Haus Unter den Linden
Treffpunkt im Eingangsbereich (Rotunde)
Eintritt frei, Anmeldung erbeten

 

Die Führung eines im internationalen Markt aktiven Verlagshauses im 18. Jahrhundert stellten den Inhaber, seine Prokuristen und Handlungsgehilfen vor große Herausforderungen, allemal im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation. Hier erforderte allein die Fragmentierung der Wirtschaftsräume mit ihren eigenen Währungen, Zollbestimmungen sowie Verkehrssystemen, ihrer Dezentralisierung der Literaturstandorte ein hohes Maß an kaufmännisch-verlegerischer Fachkompetenz, Funktionalität der Arbeitsabläufe und Zeitorganisation; Herausforderungen, die nur in einem professionell geführten Verlagskontor zu bewältigen waren. Das Kontor war das Logistikzentrum des Verlagshauses, die Schaltzentrale für die Koordinierung des internationalen Warenverkehrs bzw. Materialflusses. Korrespondenz mit Autoren, Druckern, Papierlieferanten etc., flankiert von der akribischen Führung der Handelsbücher, beanspruchte einen erheblichen Zeitaufwand. Der in der Staatsbibliothek zu Berlin verwahrte Nachlass des Verlegers Friedrich Nicolai verzeichnet nur für die Korrespondenz 30.000 Blatt. Nach eigenen Angaben verfasste Nicolai allein wegen der Betreuung seiner Rezensenten für die Allgemeine Deutsche Bibliothek bis zu 400 Briefe im Jahr.

 

Beim Geschäftsbrief handelt es sich um ein Verkehrsschriftstück, das generell einer gewissen Funktionalität und Normierung unterlag. Geschäftskorrespondenz war per se für eine weiträumige und grenzüberschreitende Zirkulation bestimmt und allein aus diesem Grund unterlag dieser Brieftypus Standardisierungsprozessen, die in der internationalen Handelswelt etabliert waren. Ein entscheidendes Kommunikationskriterium war die Kuvertierung, die nach einem strengen Reglement erfolgte. Am Beispiel der Kuvertierung lässt sich auch die sukzessive Ausdifferenzierung von herkömmlichem Geschäftsbrief und standardisiertem Vordruck nachweisen. Frachtbriefe, Bestellscheine, Pränumerationsvordrucke etc. stellten ein Hybrid zwischen Brief und Formular dar. Das Formular barg eine standardisierte Nachricht, eine Kombination aus Druckschrift und Handschrift. Frachtbriefe wurden so gefaltet, dass sie jederzeit wieder geöffnet und geschlossen werden konnten, waren also im Gegensatz zum Geschäftsbrief nicht versiegelt.

 

Eine Veranstaltung der Reihe Die Materialität von Schriftlichkeit

Alle Veranstaltungen der Wissenswerkstatt.

Faltblatt aus „Vorstellung Deß jüngst=erschienenen COMETEN“ von Johann Mayer, Ulm 1681 – SBB PK Signatur: On 6700R (CC BY-NC-SA 3.0)

Kometen zwischen Wunderzeichen, Astrologie und Physik: Werkstattgespräch am 27.4.

Wissenswerkstatt

Kometen zwischen Wunderzeichen, Astrologie und Physik. Zur Materialität von Wissenswandel in der Frühen Neuzeit

Werkstattgespräch mit Doris Gruber (Graz/Wien – 2017 Stipendiatin im Stipendienprogramm der SPK und der Gerda Henkel Stiftung Wien)
Donnerstag, 27. April 2017
18.15 Uhr
Konferenzraum 4
Haus Unter den Linden (Eingang Dorotheenstraße 27)
Treffpunkt im Eingangsbereich (Rotunde)
Eintritt frei, Anmeldung erbeten

 

Kometen riefen in Vergangenheit wie Gegenwart intensive Kommunikationsprozesse hervor. Am Beginn der Frühen Neuzeit wurde einhellig angenommen, dass Kometen Vorboten nahenden Unglücks – wie Hungersnöten, Pest und Krieg – seien. Diese Anschauungen untermauerten weithin akzeptierte Wissensbestände: So wurden Kometen als Teil der Heilsgeschichte betrachtet, laut der Wunderzeichen mitunter das Ende der Welt anzeigen würden. Außerdem deuteten auch astrologische und physikalische Theorien darauf hin, dass Kometen nichts Gutes mit sich brächten. Im Laufe der Frühen Neuzeit wandelten sich diese Wissensbestände jedoch, was dazu führte, dass die negativen Bedeutungen der Kometen immer häufiger angezweifelt wurden, unter anderem aufgrund neuer (empirisch gewonnener) Erkenntnisse.
Diese Wissenswandel werden anhand der zeitgenössischen Publizistik des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation untersucht. Im Zentrum steht, welche Rolle die Materialität der Medien dabei spielte. Dabei wird insbesondere gefragt, ob sich Kometenwissen auch dadurch veränderte, dass es in unterschiedlichen Formen transportiert wurde: als Text oder Bild in Form von Flugblättern, Flugschriften, Büchern, Zeitschriftenartikeln oder Schreibkalendern.

 

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Reihe “Die Materialität von Schriftlichkeit”

 

Alle Veranstaltungen der Wissenswerkstatt.

Laokoongruppe. Rom, Vatikanische Museen

Laokoons Autopsie: Werkstattgespräch mit Luca Giuliani am 24.4.

Wissenswerkstatt

Laokoons Autopsie

Werkstattgespräch mit Prof. Dr. Luca Giuliani, Rektor am Wissenschaftskolleg zu Berlin
Montag, 24. April 2017
18.15 Uhr
Simón-Bolívar-Saal
Haus Potsdamer Straße 33
Eintritt frei, Anmeldung erbeten

 

Winckelmanns Beschreibung der Vatikanischen Laokoon-Gruppe in seinen Gedanken über die Nachahmung der griechischen Werke (1755) beginnt mit den bis heute berühmten Worten von der „edlen Einfachheit und stillen Größe“: Freilich hat Winckelmann die Gedanken in Dresden geschrieben, als er die Gruppe im Vatikan noch nie gesehen hatte. Gerade deswegen gelangte er zu einer Interpretation, die vor dem Original kaum zu verteidigen gewesen wäre; umso mehr entsprach sie den ästhetischen  Erwartungen der Zeitgenossen. Davon ist eine unerhörte Wirkung ausgegangen.

 

Alle Veranstaltungen der Wissenswerkstatt.
Beschneidung des Antichrist (Antichristfenster: süd II 1c, Marienkirche, Frankfurt/Oder, Chorhaupt) Foto: Sonja Schwirkmann

Antichrist, Endkaiser und Jüngstes Gericht: Werkstattgespräch zu apokalyptischen Prophezeiungen und Eschatologie am 19.4.

Wissenswerkstatt
Antichrist, Endkaiser und Jüngstes Gericht: Apokalyptische Prophezeiungen und Eschatologie im 14. Jahrhundert
Werkstattgespräch mit Ulrike Wuttke
Mittwoch 19. April 2017
18.15 Uhr
Schulungsraum im Lesesaal
Haus Potsdamer Straße 33
Treffpunkt in der Eingangshalle (I-Punkt)
Eintritt frei, Anmeldung erbeten

 

Das frühe 14. Jahrhundert ist ohne Zweifel ein „Krisenjahrhundert“. In dieser Zeit gerieten in der zeitgenössischen Wahrnehmung alltägliche Lebensbereiche aus dem Gleichgewicht. Das bereits vorher verstärkt vorhandene Bedürfnis, sich mit Ewigkeitshoffnung, dem Schicksal der Seelen im Jenseits und der Sicherung des Seelenheils, auseinanderzusetzen, ergriff breite soziale Schichten, nicht zuletzt das städtische Bürgertum. Hierdurch entstanden verstärkt volkssprachige prophetische und eschatologische Texte. Der volkssprachliche eschatologische Diskurs wurde zu einem festen Bestandteil der intellektuellen Emanzipation der Laien gegen Ende des Mittelalters.Im Mittelpunkt des Werkstattgesprächs stehen die Hauptprotagonisten apokalyptischer Prophezeiungen, wie der Weltkaiser der Endzeit, der Antichrist und die eschatologischen Völker, sowie eschatologische Themen wie Himmel, Hölle, Fegefeuer und das Jüngste Gericht im Oeuvre der Autoren Jan van Boendale, Lodewijk van Velthem und Jan van Leeuwen und im anonymen Boek van Sidrac. Diese Texte entstanden in Brabant, einer der wichtigsten, stark urbanisierten Regionen der mittelalterlichen Niederen Lande. Der eschatologische Kanon weist große Übereinstimmungen mit der deutschen Literatur des Mittelalters auf.

Hierzu erschien: Ulrike Wuttke, Im Diesseits das Jenseits bereiten – Eschatologie, Laienbildung und Zeitkritik bei den mittelniederländischen Autoren Jan van Boendale, Lodewijk van Velthem und Jan van Leeuwen, Göttingen, 2016.

 

 

Alle Veranstaltungen der Wissenswerkstatt.

Zwischen Handwerk und Industrie: Werkstattgespräch zum Verlagseinband des 19. Jahrhunderts am 4.4.

Wissenswerkstatt

Zwischen Handwerk und Industrie: Der Verlagseinband des 19. Jahrhunderts

Werkstattgespräch mit Thomas-Klaus Jacob, Staatsbibliothek zu Berlin
Dienstag, 04. April 2017
18.15 Uhr
Konferenzraum 4
Haus Unter den Linden
Treffpunkt im Eingangsbereich (Rotunde)
Eintritt frei, Anmeldung erbeten

 

In der Entwicklung des Verlagseinbandes ab Mitte des 19. Jahrhunderts zeigen sich im Zuge der Industrialisierung die üblichen Merkmale der entstehenden Massenproduktion. Viele Verlagseinbände des 19. Jahrhunderts zeichnen sich aber auch durch kreative Gestaltung und Techniken aus. Technologische Entwicklungen tragen ganz entscheidend zu den Umwälzungen im Verlagswesen dieser Zeit bei. Da der Verlagseinband als industrielles Produkt bisher kaum im Mittelpunkt der Forschung stand, kann die Einbandforschung für die Publikations-, Verlags- und Technikgeschichte das 19. Jahrhunderts eine Reihe eigener Aspekte beitragen.

Eine Veranstaltung der Reihe Die Materialität von Schriftlichkeit

Alle Veranstaltungen der Wissenswerkstatt.