Beiträge

Faltblatt aus „Vorstellung Deß jüngst=erschienenen COMETEN“ von Johann Mayer, Ulm 1681 – SBB PK Signatur: On 6700R (CC BY-NC-SA 3.0)

Kometen zwischen Wunderzeichen, Astrologie und Physik: Werkstattgespräch am 27.4.

Wissenswerkstatt

Kometen zwischen Wunderzeichen, Astrologie und Physik. Zur Materialität von Wissenswandel in der Frühen Neuzeit

Werkstattgespräch mit Doris Gruber (Graz/Wien – 2017 Stipendiatin im Stipendienprogramm der SPK und der Gerda Henkel Stiftung Wien)
Donnerstag, 27. April 2017
18.15 Uhr
Konferenzraum 4
Haus Unter den Linden (Eingang Dorotheenstraße 27)
Treffpunkt im Eingangsbereich (Rotunde)
Eintritt frei, Anmeldung erbeten

 

Kometen riefen in Vergangenheit wie Gegenwart intensive Kommunikationsprozesse hervor. Am Beginn der Frühen Neuzeit wurde einhellig angenommen, dass Kometen Vorboten nahenden Unglücks – wie Hungersnöten, Pest und Krieg – seien. Diese Anschauungen untermauerten weithin akzeptierte Wissensbestände: So wurden Kometen als Teil der Heilsgeschichte betrachtet, laut der Wunderzeichen mitunter das Ende der Welt anzeigen würden. Außerdem deuteten auch astrologische und physikalische Theorien darauf hin, dass Kometen nichts Gutes mit sich brächten. Im Laufe der Frühen Neuzeit wandelten sich diese Wissensbestände jedoch, was dazu führte, dass die negativen Bedeutungen der Kometen immer häufiger angezweifelt wurden, unter anderem aufgrund neuer (empirisch gewonnener) Erkenntnisse.
Diese Wissenswandel werden anhand der zeitgenössischen Publizistik des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation untersucht. Im Zentrum steht, welche Rolle die Materialität der Medien dabei spielte. Dabei wird insbesondere gefragt, ob sich Kometenwissen auch dadurch veränderte, dass es in unterschiedlichen Formen transportiert wurde: als Text oder Bild in Form von Flugblättern, Flugschriften, Büchern, Zeitschriftenartikeln oder Schreibkalendern.

 

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Reihe “Die Materialität von Schriftlichkeit”

 

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Stipendienprogramm der SPK an der Staatsbibliothek zu Berlin

 

Laokoongruppe. Rom, Vatikanische Museen

Laokoons Autopsie: Werkstattgespräch mit Luca Giuliani am 24.4.

Wissenswerkstatt

Laokoons Autopsie

Werkstattgespräch mit Prof. Dr. Luca Giuliani, Rektor am Wissenschaftskolleg zu Berlin
Montag, 24. April 2017
18.15 Uhr
Simón-Bolívar-Saal
Haus Potsdamer Straße 33
Eintritt frei, Anmeldung erbeten

 

Winckelmanns Beschreibung der Vatikanischen Laokoon-Gruppe in seinen Gedanken über die Nachahmung der griechischen Werke (1755) beginnt mit den bis heute berühmten Worten von der „edlen Einfachheit und stillen Größe“: Freilich hat Winckelmann die Gedanken in Dresden geschrieben, als er die Gruppe im Vatikan noch nie gesehen hatte. Gerade deswegen gelangte er zu einer Interpretation, die vor dem Original kaum zu verteidigen gewesen wäre; umso mehr entsprach sie den ästhetischen  Erwartungen der Zeitgenossen. Davon ist eine unerhörte Wirkung ausgegangen.

 

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Beschneidung des Antichrist (Antichristfenster: süd II 1c, Marienkirche, Frankfurt/Oder, Chorhaupt) Foto: Sonja Schwirkmann

Antichrist, Endkaiser und Jüngstes Gericht: Werkstattgespräch zu apokalyptischen Prophezeiungen und Eschatologie am 19.4.

Wissenswerkstatt
Antichrist, Endkaiser und Jüngstes Gericht: Apokalyptische Prophezeiungen und Eschatologie im 14. Jahrhundert
Werkstattgespräch mit Ulrike Wuttke
Mittwoch 19. April 2017
18.15 Uhr
Schulungsraum im Lesesaal
Haus Potsdamer Straße 33
Treffpunkt in der Eingangshalle (I-Punkt)
Eintritt frei, Anmeldung erbeten

 

Das frühe 14. Jahrhundert ist ohne Zweifel ein „Krisenjahrhundert“. In dieser Zeit gerieten in der zeitgenössischen Wahrnehmung alltägliche Lebensbereiche aus dem Gleichgewicht. Das bereits vorher verstärkt vorhandene Bedürfnis, sich mit Ewigkeitshoffnung, dem Schicksal der Seelen im Jenseits und der Sicherung des Seelenheils, auseinanderzusetzen, ergriff breite soziale Schichten, nicht zuletzt das städtische Bürgertum. Hierdurch entstanden verstärkt volkssprachige prophetische und eschatologische Texte. Der volkssprachliche eschatologische Diskurs wurde zu einem festen Bestandteil der intellektuellen Emanzipation der Laien gegen Ende des Mittelalters.Im Mittelpunkt des Werkstattgesprächs stehen die Hauptprotagonisten apokalyptischer Prophezeiungen, wie der Weltkaiser der Endzeit, der Antichrist und die eschatologischen Völker, sowie eschatologische Themen wie Himmel, Hölle, Fegefeuer und das Jüngste Gericht im Oeuvre der Autoren Jan van Boendale, Lodewijk van Velthem und Jan van Leeuwen und im anonymen Boek van Sidrac. Diese Texte entstanden in Brabant, einer der wichtigsten, stark urbanisierten Regionen der mittelalterlichen Niederen Lande. Der eschatologische Kanon weist große Übereinstimmungen mit der deutschen Literatur des Mittelalters auf.

Hierzu erschien: Ulrike Wuttke, Im Diesseits das Jenseits bereiten – Eschatologie, Laienbildung und Zeitkritik bei den mittelniederländischen Autoren Jan van Boendale, Lodewijk van Velthem und Jan van Leeuwen, Göttingen, 2016.

 

 

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Termine

„Das Werk ist die Totenmaske der Konzeption“. Schreibverfahren bei Walter Benjamin. Werkstattgespräch am 10.4.

Werkstattgespräch: Das Werk ist die Totenmaske der Konzeption. Schreibverfahren bei Walter Benjamin.

  • Termin

    Di, 10. April 2018
    18.15 Uhr

  • Veranstaltungsort

    Staatsbibliothek zu Berlin
    Konferenzraum 4
    Haus Unter den Linden
    (Eingang Dorotheenstraße 27, Treffpunkt Rotunde)
    10117 Berlin

    Eintritt frei, Anmeldung erbeten

  • Anfahrt

    S- + U-Bahnstationen
    S + U Friedrichstraße
    U Französische Straße

    Bushaltestelle
    H Unter den Linden, Friedrichstraße (Bus 147)
    H Staatsoper (Bus 100, 200, TXL)

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Ursula Marx, Akademie der Künste – Walter Benjamin Archiv
Fachliche Betreuung: Dr. Christian Mathieu

Die Rezeption des Theoretikers, Kritikers und Übersetzers Walter Benjamin (1892–1940) erfolgte lange Zeit ausschließlich über das gedruckte Werk und die Texte der Gesammelten Schriften. Das Archiv mit seinem reichen Bestand an Manuskripten und Typoskripten fand dabei kaum Beachtung. Das ist umso erstaunlicher, als Benjamin selbst der materialen Seite seines Schreibens große Bedeutung zumaß. Bestimmte Papiere, Tinten und Einbände waren ihm ebenso wichtig wie die grafische Gestaltung seiner Manuskripte. Als Schauplatz seines Denkens und Schreibens zeichnen sie ein Portrait des Autors auf kleinstem Raum: sie dokumentieren den Ideenreichtum, lassen Schreibstrategien und Ordnungssysteme erkennen, spiegeln Wahrnehmungsweisen und thematische Nachbarschaften. Der Beitrag gewährt Einblicke in die materialen Hinterlassenschaften Benjamins und die Charakteristik seines Schreibens. Anhand ausgewählter Texte werden Schreibverfahren aufgezeigt und erläutert.

Eine Veranstaltung der Reihe Die Materialität von Schriftlichkeit

Weitere Termine der Wissenswerkstatt.

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Der Schreibtisch des Autors in der Fotografie. Zur Physiognomik der Schreibmaterialität. Werkstattgespräch am 8.5.

Werkstattgespräch: Der Schreibtisch des Autors in der Fotografie. Zur Physiognomik der Schreibmaterialität.

  • Termin

    Di, 8. Mai 2018
    18.15 Uhr

  • Veranstaltungsort

    Staatsbibliothek zu Berlin
    Konferenzraum 4
    Haus Unter den Linden
    (Eingang Dorotheenstraße 27, Treffpunkt Rotunde)
    10117 Berlin

    Eintritt frei, Anmeldung erbeten

  • Anfahrt

    S- + U-Bahnstationen
    S + U Friedrichstraße
    U Französische Straße

    Bushaltestelle
    H Unter den Linden, Friedrichstraße (Bus 147)
    H Staatsoper (Bus 100, 200, TXL)

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Dr. Thomas Rahn, Freie Universität Berlin
Fachliche Betreuung: Dr. Christian Mathieu

Mit Ingeborg Bachmanns Diktum „Schreiben kann man nicht sehen im Gegensatz zu anderen Handwerken“ ist das Problem benannt, dass die innere als eigentliche Tätigkeit des Schriftstellers im Bild nicht erfasst werden kann. Wer den Autor schreibend sieht, sieht eben doch nicht das Finden der Worte. Der konkrete Schreibakt ist, wohl nicht zuletzt deshalb, tatsächlich auch der Ausnahmefall in der fotografischen Autorikonographie. Ein ikonographischer Nebenzweig allerdings vermag, im Betrachter Vorstellungen von dem anzustoßen, was das Schreiben ausmacht: Bilder von Dichterschreibtischen und der mit ihnen verbundenen idiosynkratischen Schreibmaterialität. Der Vortrag präsentiert eine Funktionstypologie des fotografischen Schreibtischbildes (der Schreibtisch als Ort der Werkpräsentation, als charakterologisch-physiognomisches Äquivalent des Autors, als allegorische Imago von Arbeitsweise und Textgenese, als museales Objekt) und führt dabei historisch zurück bis in das 19. Jahrhundert, in welchem das Schreibmöbel zum ersten Mal als stellvertretende ‚Totenmaske‘ des Autors inszeniert wird.

Eine Veranstaltung der Reihe Die Materialität von Schriftlichkeit

Weitere Termine der Wissenswerkstatt.

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Die Disziplinierung des Fremden. Chinesische Materialien in den Regalen und Ordnungssystemen der Berliner Staatsbibliothek. Werkstattgespräch am 5.6.

Werkstattgespräch: Die Disziplinierung des Fremden. Chinesische Materialien in den Regalen und Ordnungssystemen der Berliner Staatsbibliothek.

  • Termin

    Di, 5. Juni 2018
    18.15 Uhr

  • Veranstaltungsort

    Staatsbibliothek zu Berlin
    Konferenzraum 4
    Haus Unter den Linden
    (Eingang Dorotheenstraße 27, Treffpunkt Rotunde)
    10117 Berlin

    Eintritt frei, Anmeldung erbeten

  • Anfahrt

    S- + U-Bahnstationen
    S + U Friedrichstraße
    U Französische Straße

    Bushaltestelle
    H Unter den Linden, Friedrichstraße (Bus 147)
    H Staatsoper (Bus 100, 200, TXL)

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Dr. Cordula Gumbrecht und Dr. Martina Siebert, Staatsbibliothek zu Berlin – Ostasienabteilung
Fachliche Betreuung: Dr. Christian Mathieu

In den Wunderkammern der Fürstenhöfe fungierten chinesische Bücher und andere schrifttragende Objekte als geheimnisvolle, das Fremde repräsentierende Sammlungsstücke. Als Kuriosa waren sie relativ einfach in die Welt der Wunder einzugliedern. Wurden sie in eine als Bibliothek konzipierte Sammlung aufgenommen, galt es Strategien zu entwickeln, mit denen ihre materielle und intellektuelle Sperrigkeit überwunden und sie in die vorgegebenen Ordnungs- und Aufbewahrungssysteme aufgenommen werden konnten. An Beispielen aus verschiedenen Zeiten der chinesischen Sammlung der Staatsbibliothek zu Berlin soll die Disziplinierung der chinesischen Schriftzeugnisse und ihrer Materialität beleuchtet werden. Disziplinierung ist hier im doppelten Sinn zu verstehen: Zum einen jene, mit der sie in das Gefüge einer Bibliothek einer anderen Schrift- und Buchkultur eingepasst wurden, zum anderen aber auch die durch sie ausgelöste Professionalisierung der bibliothekarischen und sinologischen Disziplinen. Der Vortrag thematisiert u.a. das Konfektionieren der flexiblen chinesischen Hefte zu standfesten europäischen Bänden, die Integration der Titel in die jeweils aktuellen Katalogisierungskonventionen und Klassifikationssysteme, sowie, für die frühe Phase, das Bemühen um ein Entschlüsseln der Chinesischen Sprache.

Eine Veranstaltung der Reihe Die Materialität von Schriftlichkeit

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