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Welche Schrift für die “Heilige Schrift”? Friedrich Forssman zur Neugestaltung der Lutherbibel

Am 7. Februar 2017 präsentierte Friedrich Forssman bei uns vor großem Publikum 95 Thesen zur Neugestaltung der Lutherbibel – im Rahmen unserer gemeinsam mit Forschenden der Freien Universität Berlin, der Humboldt-Universität zu Berlin sowie der Universität Potsdam organisierten Vortragsreihe Die Materialität von Schriftlichkeit – Bibliothek und Forschung im Dialog. Vorgestellt wurde der bekannte Typograph und Buchgestalter von Dr. Thomas Rahn (Institut für Deutsche und Niederländische Philologie der Freien Universität Berlin), dessen Einführungsrede im Folgenden als Gastbeitrag veröffentlicht wird:

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Spätestens seit dem Erscheinen von Zettels Traum in der Bargfelder Arno-Schmidt-Ausgabe – ein Ereignis, das durch die Feuilletons ging – muss man den Typographen Friedrich Forssman nicht mehr vorstellen. Zettels Traum – das ist für die Gemeinde der Schmidt-Jünger ja ein heiliges Buch. Der Typograph hatte sich damit also für die Gestaltung weiterer heiliger Texte empfohlen. Nur konsequent, dass Cornelia Feyll und Friedrich Forssman nun die Neugestaltung der revidierten Lutherbibel übernahmen. Ein Schmidt-Jünger wird vielleicht einwenden, der Schritt von Zettels Traum zur Bibel sei ein Abstieg, was die Bedeutung der Texte angeht. Aber immerhin: Ein größeres Typographie-Publikum als mit der Bibel ist nun nicht mehr zu erreichen – und wer die Lutherbibel gestaltet, überarbeitet nicht allein einen Buchtyp, sondern arbeitet ganz nebenbei auch noch am Image einer ganzen Konfession.

August Strindberg macht in seinem autobiographischen Roman Einsam den möglichen typographischen Anteil an der besonderen Gestimmtheit einer Bibellektüre zum Thema. Der Autor reflektiert über die unterschiedliche Atmosphäre und Wirkung zweier Bibeln aus seinem Besitz. Die eine Bibel aus dem 17. Jahrhundert, schwarz eingebunden und schwarz im Druckbild, scheint ihn vor allem zu Textstellen zu führen, in denen es um Fluch und Zorn geht. Die andere Bibel aus dem 18. Jahrhundert dagegen “sieht aus wie ein Roman, und zeigt einem meist die schöne Seite; das Papier selbst ist heller, die Typographie fröhlicher, und es lässt mit sich reden […]” (August Strindberg, Werke in zeitlicher Folge: Frankfurter Ausgabe, Bd. 10, S. 42).

Wer – wie ich – seine Bibellektüre einst mit einer alten Fraktur-Taschenbibel der Württembergischen Bibelanstalt gestartet hat und nun einen Blick in die Lutherbibel 2017 tut, wird Strindbergs kontrastierende Assoziationen gut nachvollziehen können. Feyll und Forssman haben durch ihre typographische Reformation dem Text ein offenes Gesicht gegeben. – Gute Imagearbeit. Jetzt müssen die Katholiken erst einmal gleichziehen.

Nun liegt – das gilt auch für den heiligen Text – der Teufel im Detail. Max Caflisch beginnt seinen Aufsatz Über die Probleme der Bibeltypographie mit der Bemerkung, dass der typographische Laie wohl leicht imponierende Titelblätter, verzierte Initialen und Illustrationen von Prachtbibeln, d.h. das Spektakuläre im Gedächtnis behalte, der Fachmann sich dagegen mehr für das Beiwerk der Normalbibel interessiere, d.h. für all das, was funktionieren muss, aber optisch nicht dominieren darf. Die Bibel als Buchtypus ist ja gekennzeichnet durch einen Apparat von Gliederungs- und Verweismarkierungen.

Funktional besitzt der Bibeldruck der Normalbibel einen Sonderstatus, der beim gestalterischen Einsatz der paratextuellen Elemente berücksichtigt sein will. Einerseits ist die Bibel ein Text, in dem – ob aus historischem, theologischem oder glaubenspraktischem Interesse – Stellen nachgeschlagen werden. Andererseits muss das Buch eine intensive, unabgelenkte Lektüre ermöglichen. Die Typographie der Bibel muss also – um hier die Typologie der Lesearten in Willberg/Forssmans Standardwerk Lesetypographie aufzugreifen – zwischen den eigentlich konträren Gestaltungsansprüchen des konsultierenden Lesens und denen des linearen Lesens vermitteln können. Die Gestaltung sollte ebenso den weiten Spielraum zwischen so unterschiedlichen Rezeptionsweisen wie einer dezidiert wissenschaftlichen und einer dezidiert frommen Lektüre lassen. Oder: Wie Carl Keidel es vor 50 Jahren und wohl schon damals altfränkisch klingend in seinem Aufsatz Die Bibel als Aufgabe der Buchgestaltung ausdrückt: “Wir müssen eine Bibel schaffen, die der Universitätsprofessor genauso liebhat wie die Bauersfrau.” (Entwürfe zur Bibel, S. 8)

Zu den Besonderheiten der Bibeldrucktradition zählt es, dass sich bloße Leseausgaben des Bibeltextes, die vom editorischen Beiwerk weitgehend befreit sind, nicht als bedeutender Alternativtypus durchsetzen konnten. Das liegt wohl auch daran, dass die sichtbare editorische Aufbereitung des Textes bereits mehr als ein bloßes Funktionselement darstellt, sie ist als historisches typographisches Dispositiv der Bibel nämlich auch eine Markierung, welche die Autorität des Textes selbst unterstützt. Ebenso ist die Norm, den kompletten Bibeltext – d.h. eine Textmenge, die nach Keidels Rechnung 10 x den Wahlverwandtschaften entspricht – in nur einem Buch unterzubringen, nicht nur praktisch motiviert. Wenn das eine Buch immer als ein Buch erscheint, lässt sich darin auch eine unhintergehbare Würdeform erkennen.

Wer sich an die Neugestaltung der Lutherbibel macht, hat es also mit divergierenden Funktionsansprüchen, aber auch mit konservativen Lesererwartungen zu tun. Wie dabei die Teufel im typographischen Detail auszutreiben sind und wie man reformiert, was sich immer auch gleich bleiben muss, wird uns Friedrich Forssman nun gleich berichten. Zuvor aber noch der Hinweis auf einen ästhetisch-glaubenspraktischen Service der Deutschen Bibelgesellschaft. Diese bietet von Prominenten gestaltete Bibelschuber an. Man kann zum Beispiel die Edition Margot Käßmann, Uschi Glas, Jürgen Klopp oder Harald Glööckler kaufen. Nachdem der Protestantismus den Heiligenkult einst verabschiedet hat, führt ihn die Deutsche Bibelgesellschaft jetzt wieder ein; jeder kann zwischen sich und dem Gotteswort nun qua Schuberprogramm eine selbstgewählte Fürbittinstanz installieren. Auf dem Glööckler-Schuber etwa erwartet der Modedesigner, mit Taubenwirbel über dem Haupt, gerade seine Himmelfahrt. Wem das zu dick aufgetragen oder ikonographisch zu heikel ist, kann aber auch die bildlose Leder-Bibelhülle Wittenberg erwerben.

Friedrich Forssman wird nicht müde zu betonen, dass ein Buch von innen nach außen durchgestaltet werden muß – und er liefert als Typograph immer wieder die überzeugendsten Umsetzungen dieser Regel. Jetzt wollen wir natürlich gleich auch wissen, in welchen Schuber er nach Maßgabe dieses Gestaltungsprinzips die Lutherbibel 2017 stecken würde.

Friedrich, wir freuen uns auf Deinen Vortrag!

Text: Dr. Thomas Rahn

 

Technische Rahmenbedingungen des Schriftdesigns: Werkstattgespräch am 7.3.

 

Wissenswerkstatt

Technische Rahmenbedingungen des Schriftdesigns

Werkstattgespräch mit Dr. Thomas Maier, Kunstuniversität Linz
Dienstag 7. März 2017
18.15 Uhr
Konferenzraum 4
Haus Unter den Linden (Eingang Dorotheenstraße 27)
Eintritt frei, Anmeldung erbeten

 

Die technisch-materiellen Rahmenbedingungen haben Einfluss auf die Form der Buchstaben, und das System Bleisatz bestimmt bis heute, wie die Anordnung von Buchstaben auf dem Bildschirm funktioniert. Auch wenn die reale Manifestation der Buchstaben von einer virtuellen Realität abgelöst wurde, gänzlich losgelöst von den Wurzeln der Vorgänger haben sie sich nicht. Das schlägt sich praktisch in der Punktgröße, in Gevierten und Durchschuss nieder, aber auch in Formen und Abständen innerhalb der Schriftarten, die aus dem Bleisatz über den Fotosatz und digitale Schriftgenerationen konserviert wurden. Im Vortrag werden einige konkrete praktische Problemstellungen von Schriftbestimmung und Textverarbeitung erörtert.

Eine Veranstaltung der Reihe Die Materialität von Schriftlichkeit

Alle Veranstaltungen der Wissenswerkstatt.
Prof. Dr. Peter-André Alt | © Bernd Wannenmacher

Werkstattgespräch zu Sigmund Freud mit Prof. Dr. Peter-André Alt am 14.2.

Wissenswerkstatt
Sigmund Freud – Der Arzt der Moderne
Werkstattgespräch mit Prof. Dr. Peter-André Alt, Präsident der Freien Universität Berlin
Dienstag 14. Februar 2017
18.15 Uhr
Simón-Bolívar-Saal
Haus Potsdamer Straße 33
Eintritt frei, Anmeldung erbeten

 

Kaum jemand hat ein ganzes Zeitalter durch sein Denken so tiefgreifend verändert wie Sigmund Freud.

Sigmund Freud in seinem Arbeitszimmer (um 1930) | © bpk

Sigmund Freud in seinem Arbeitszimmer (um 1930) | © bpk

Nach Freud träumen und lieben, denken und phantasieren wir anders. Peter-André Alts Biografie schildert Freuds Leben und die Entwicklung der Psychoanalyse als großen Roman des Geistes.

Im Gespräch mit Generaldirektorin Barbara Schneider-Kempf berichtet der Autor über den Schaffensprozess, thematische Schwerpunkte und die Nachwirkung der Psychoanalyse auf verschiedene Wissenschafts- und Kulturbereiche.

Das Gespräch wird begleitet von einer Kabinettausstellung zu besonderen Freud-Beständen der Staatsbibliothek zu Berlin. Im Anschluss an die Veranstaltung bietet die Buchhandlung am Mexikoplatz die Biografie zum Verkauf an. Peter-André Alt signiert.
Die Veranstaltung wird ausgestattet von habitat.

 

Das Buch
Wien im sinkenden 19. Jahrhundert: Eine bessere Kulisse für die Seelenleiden des modernen Menschen, für seine Existenzlügen und zerbrechenden Selbstbilder, als die prachtvoll morbide Hauptstadt des k.u.k.-Reiches ist kaum vorstellbar. Hier arbeitet der Nervenarzt Sigmund Freud an seinen bahnbrechenden Theorien zu Sexualität und Neurose, Traum und Unbewusstem, Familie und Gesellschaft, Märchen und Mythos. Peter-André Alt erzählt, gestützt auf unveröffentlichtes Material, von der Bewegung der Psychoanalyse, ihrem Siegeszug und ihren Niederlagen, und er portraitiert Freud als selbstkritischen Dogmatiker und wissenschaftlichen Eroberer, als jüdischen Atheisten und leidenschaftlichen Familienvater, als eminent gebildeten Leser und großen Schriftsteller, nicht zuletzt als einen Zerrissenen, der die Nöte der Seele, von denen die Psychoanalyse befreien sollte, selbst aus dunkler Erfahrung kannte.

Der Autor
Peter-André Alt ist Professor für Neuere deutsche Literatur und Präsident der Freien Universität Berlin. Er lehrte u.a. an den Universitäten Rostock, Bochum, Würzburg und Triest (Italien). Forschungsaufenthalte führten ihn an die Princeton University (USA) und die University of Cambridge (UK). Seit 2012 ist Peter-André Alt Präsident der Deutschen Schillergesellschaft. In seinen Forschungen befasst er sich hauptsächlich mit der deutschen Literatur des 17.-19. Jahrhunderts, der Klassischen Moderne und der Verbindung zwischen Literatur und Wissensgeschichte sowie Literaturwissenschaft und Gesellschaftstheorie. Aktuell arbeitet er über das politische Drama um 1800, literarische Hofkultur im 18. Jahrhundert und Literatur und Paradoxie in der Frühen Neuzeit.

Alle Veranstaltungen der Wissenswerkstatt.

Termine

Foto: Nach Stalingrad 13 km. Feldpostbrief Helmut Gründling vom 23.10.1942. Junge deutsche und sowjetische Soldaten in Stalingrad hrsg. von Jens Ebert (Wallstein Verlag, Göttingen)

Von der Schulbank nach Stalingrad. Zeugnisse junger deutscher und sowjetischer Soldaten. Werkstattgespräch am 9.5.

Von der Schulbank nach Stalingrad. Zeugnisse junger deutscher und sowjetischer Soldaten

  • Termin

    Mi, 9. Mai 2018
    18.15 Uhr

  • Veranstaltungsort

    Staatsbibliothek zu Berlin
    Dietrich-Bonhoeffer-Saal
    Potsdamer Straße 33
    10785 Berlin

    Eintritt frei, Anmeldung erbeten

  • Anfahrt

    S + U Potsdamer Platz

    Bushaltestelle
    H Potsdamer Brücke (Bus M29)
    H Varian-Fry-Straße (Bus 200)
    H Kulturforum (Bus M48)



Foto: Nach Stalingrad 13 km. Feldpostbrief Helmut Gründling vom 23.10.1942. Junge deutsche und sowjetische Soldaten in Stalingrad hrsg. von Jens Ebert (Wallstein Verlag, Göttingen)


Buchvorstellung und Werkstattgespräch mit Dr. Jens Ebert

Die Generation der zwischen 1911 und 1928 Geborenen trug die Hauptlast des Kriegseinsatzes, insbesondere an der Ostfront. Ihr oftmals kurzes Leben hinterließ weniger Spuren als das der Älteren oder Jüngeren. Es war die Generation, die besonders stark durch das NS-System sozialisiert wurde und auch von diesem speziell ideologisch angesprochen wurde.

Die Schlacht um Stalingrad 1941/43 hat sich in das europäische Bewusstsein tief als die Wende im Zweiten Weltkrieg eingegraben, obwohl sich diese Sicht militärhistorisch so nicht untermauern lässt. Über Jahrzehnte hinweg, bis in unsere Gegenwart spielte die symbolüberladene Schlacht eine zentrale Rolle in der Erinnerung an den Krieg. Stalingrad war nicht nur eine bedeutende militärische Auseinandersetzung zwischen Wehrmacht und Roter Armee. Die Schlacht wurde von den Kriegsgegnern ideologisch und weltanschaulich aufgeladen.

Der Band dokumentiert die Erfahrungen speziell jüngerer Wehrmachtssoldaten während der Schlacht um Stalingrad, so wie sie sich in den Feldpostbriefen artikulieren. Im Mittelpunkt stehen die Texte von Helmut Gründling (Jahrgang 1923, geboren in Oberhausen, Anfang 1943 vermisst in Stalingrad). In der bildungsbürgerlichen Familie wurde G. angeregt, sich früh und intensiv mit Kunst Musik und Literatur zu beschäftigen. Seine Bildung und Ausbildung lässt die Briefe zu wichtigen Zeitzeugnissen eines Jugendlichen im Krieg werden. Er hat nicht nur etwas zu erzählen, er kann es auch. Er bemüht sich zuweilen sehr anschaulich, manchmal fast dokumentarisch oder journalistisch seine Gegenwart zu vermitteln. Gründlings Biographie wird exemplarisch vorgestellt.

Der Blick auf den Kriegsalltag wird erweitert durch weitere Briefe und Biographien von jüngeren Wehrmachtsangehörigen, die anders sozialisiert sind und den Krieg z. T. überlebten.

Faszinierend ist nicht nur bei Gründling die jugendliche Unbekümmertheit, mit der die Dramatik der Ereignisse beschrieben wird. Überschwang lässt die jungen Soldaten, anders als viele ältere Kameraden, oftmals das „Abenteuer“ in den „Weiten Russlands“ suchen. Doch die Briefe sind auch geprägt von einer großen Ernsthaftigkeit.

Die sowjetische Zivilbevölkerung ist in den Briefen weitgehend ausgeblendet. Die selektive Wahrnehmung war durchaus typisch für die Ostfront ab 1942. Sie ist ein Seismograph für die unterschwellige Angst vor kommenden Bedrohungen.

Vieles, was die Soldaten vor Stalingrad erlebten, wurde von ihnen deutlich verdrängt, wenn sie die vielen Einzelheiten und Kleinigkeiten des Frontalltags erzählten. Sie beschreiben kaum militärische Gefahren, wohl aber die Tatsache, dass sie verlaust und ungewaschen sind. Ein solches Ausweichen auf „Nebenthemen“ ist in Feldpostbriefen allgemein und besonders denen aus Stalingrad üblich.

Das allgemeine Gefühl der Soldaten, durch die Feldpostbriefe mit der Heimat, dem Zuhause, der Familie weiterhin eng verbunden zu sein, ist bei den jungen Soldaten besonders stark ausgeprägt und hilft ihnen, die militärische Gegenwart zu verdrängen.

Kontrastiert werden die Wehrmachtsbriefe mit ausgewählten Schreiben von jungen Angehörigen der Roten Armee. Diese erzählen oftmals von gleichen Problemen des Kriegs“alltags“. Dass sie häufiger ideologisiert sind als die deutschen Briefe hat etwas mit der sowjetischen Überlieferungs- und Rezeptionsgeschichte der Schlacht zu tun.

Ergänzt werden die sowjetischen Feldpostbriefe durch Auszüge aus Briefen von Zivilisten, die das Leben in der zerstörten Stadt schildern. Hinzu kommen Befragungen durch eine sowjetische Historikerkommission 1943 und Erinnerungen von jungen verschleppten Zwangsarbeiterinnen aus Stalingrad aus den 90er Jahren.

Die Wehrmachtssoldaten wussten nicht, dass ihnen gegenüber, in den Uniformen der Roten Armee auch Deutsche standen: Kinder von emigrierten deutschen Kommunisten und Sozialisten, die nach vielen Jahren der Emigration und nach der Erziehung in sowjetischen Schulen, die UdSSR als ihre Heimat empfanden. Viele von ihnen stammen aus dem internationalen Kinderheim in Iwanowo. Ihre Briefe und Erinnerungen runden das Bild ab.

Die Feldpostbriefe werden eingebettet in Dokumente über den Umgang mit der jüngeren Generation in der NS-Diktatur und Materialien zum Widerstand gegen das System.

Einbezogen wird auch die Rezeption der Schlacht in der Nachkriegszeit mit besonderem Blick auf die jüngere Generation.

Der Band ist ein Lesebuch, das speziell auch, aber nicht nur, eine jüngere Zielgruppe anspricht: Schüler, Gymnasiasten, Studenten. Ein Vorwort in essayistischer Form beleuchtet die Problematik von jungen Soldaten.

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Digital Humanities CC BY-NC-SA

Mittelalterliche Wortgeschichten. Computergestützte Textanalyse in der Mediävistik. Werkstattgespräch am 17.5.

Mittelalterliche Wortgeschichten. Computergestützte Textanalyse in der Mediävistik

  • Termin

    Do, 17. Mai 2018
    18.15 Uhr

  • Veranstaltungsort

    Staatsbibliothek zu Berlin
    Konferenzraum 4
    Haus Unter den Linden
    (Eingang Dorotheenstraße 27, Treffpunkt Rotunde)
    10117 Berlin

    Eintritt frei, Anmeldung erbeten

  • Anfahrt

    S- + U-Bahnstationen
    S + U Friedrichstraße
    U Französische Straße

    Bushaltestelle
    H Unter den Linden, Friedrichstraße (Bus 147)
    H Staatsoper (Bus 100, 200, TXL)



Digital Humanities CC BY-NC-SA


Dr. Silke Schwandt, Universität Bielefeld
Fachliche Betreuung: Dr. Nicole Eichenberger, Dr. Jana Madlen Schütte (Mail
)

Wie entsteht Bedeutung? Wie verstehen wir Texte? Seit langem gilt in der linguistischen Forschung, dass Bedeutung im Gebrauch entsteht, dass es also darauf ankommt, in welchem Zusammenhang Wörter verwendet werden und wie sich diese verändern. Diesem Grundsatz folgend beleuchtet der Vortrag mittelalterliche Wortgeschichten.

Die fortschreitende Digitalisierung von Archivmaterialien, auch und vor allem aus dem Mittelalter, ermöglicht es der Forschung nicht nur, von überall auf das Material zuzugreifen, sondern auch auf neue Weise mit den Texten umzugehen. Computergestützte Methoden sehen Texte als Daten und helfen bei der Erkennung und Bewertung von sprachlichen Verwendungsmustern. Je mehr Daten zur Verfügung stehen, desto dichter wird diese Beschreibung. Mit verschiedenen Beispielen sollen diese Methoden beleuchtet werden.

Eine Veranstaltung der Reihe “Digital Humanities in der Mediävistik”

Alle Veranstaltungen der Wissenswerkstatt.

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SBB-PK CC BY-NC-SA

Die Disziplinierung des Fremden. Chinesische Materialien in den Regalen und Ordnungssystemen der Berliner Staatsbibliothek. Werkstattgespräch am 5.6.

Werkstattgespräch: Die Disziplinierung des Fremden. Chinesische Materialien in den Regalen und Ordnungssystemen der Berliner Staatsbibliothek.

  • Termin

    Di, 5. Juni 2018
    18.15 Uhr

  • Veranstaltungsort

    Staatsbibliothek zu Berlin
    Konferenzraum 4
    Haus Unter den Linden
    (Eingang Dorotheenstraße 27, Treffpunkt Rotunde)
    10117 Berlin

    Eintritt frei, Anmeldung erbeten

  • Anfahrt

    S- + U-Bahnstationen
    S + U Friedrichstraße
    U Französische Straße

    Bushaltestelle
    H Unter den Linden, Friedrichstraße (Bus 147)
    H Staatsoper (Bus 100, 200, TXL)

  • Alle Veranstaltungen

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SBB-PK CC BY-NC-SA


Dr. Cordula Gumbrecht und Dr. Martina Siebert, Staatsbibliothek zu Berlin – Ostasienabteilung
Fachliche Betreuung: Dr. Christian Mathieu

In den Wunderkammern der Fürstenhöfe fungierten chinesische Bücher und andere schrifttragende Objekte als geheimnisvolle, das Fremde repräsentierende Sammlungsstücke. Als Kuriosa waren sie relativ einfach in die Welt der Wunder einzugliedern. Wurden sie in eine als Bibliothek konzipierte Sammlung aufgenommen, galt es Strategien zu entwickeln, mit denen ihre materielle und intellektuelle Sperrigkeit überwunden und sie in die vorgegebenen Ordnungs- und Aufbewahrungssysteme aufgenommen werden konnten. An Beispielen aus verschiedenen Zeiten der chinesischen Sammlung der Staatsbibliothek zu Berlin soll die Disziplinierung der chinesischen Schriftzeugnisse und ihrer Materialität beleuchtet werden. Disziplinierung ist hier im doppelten Sinn zu verstehen: Zum einen jene, mit der sie in das Gefüge einer Bibliothek einer anderen Schrift- und Buchkultur eingepasst wurden, zum anderen aber auch die durch sie ausgelöste Professionalisierung der bibliothekarischen und sinologischen Disziplinen. Der Vortrag thematisiert u.a. das Konfektionieren der flexiblen chinesischen Hefte zu standfesten europäischen Bänden, die Integration der Titel in die jeweils aktuellen Katalogisierungskonventionen und Klassifikationssysteme, sowie, für die frühe Phase, das Bemühen um ein Entschlüsseln der Chinesischen Sprache.

Eine Veranstaltung der Reihe Die Materialität von Schriftlichkeit

Weitere Termine der Wissenswerkstatt.

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