Residualkategorie

SBB-Tasche im neuen Design

Die nachhaltige Bibliothekstasche im neuen Schreibwarenautomaten

In dieser Woche geht eine Ära zu Ende und eine neue beginnt. Der Abschied von der preisgekrönten Stabi-Tüte wurde lange vorbereitet und fällt auch uns nicht ganz leicht. Vor gut einem Jahr haben wir Sie dazu befragt und 86% der Teilnehmenden sprachen sich für eine Ablösung der Einwegtüte durch ein umweltverträglicheres Modell aus. (Zu den Ergebnissen der Umfrage).

Aus Verantwortung für unsere Umwelt bieten wir in Zukunft eine langlebige, nachhaltige Stofftasche mit Sichtfenster an, die Sie während der gesamten Öffnungszeit in unserem neu eingeführten Taschen- und Schreibwarenautomaten für 6,99 € erwerben können. Die Tasche bietet ausreichend Platz für Laptop, Arbeitsmaterial und Bücher und hat lange Henkel, die man bequem über die Schulter hängen kann. Die Tasche hat einen hohen Stoffanteil und ist sehr robust – so werden Unmengen von Müll vermieden und die Tasche wird zu einem treuen Begleiter für viele Monate und Bibliotheksbesuche. Viele Bibliotheken in Berlin und Deutschland haben das erfolgreiche Konzept der eigenen Bibliothekstasche bereits eingeführt und man kann mit der neuen Stabi-Tasche natürlich auch die anderen Berliner Bibliotheken nutzen.
Wenn Sie noch klassische Tüten haben, können Sie diese oder andere durchsichtige Alternativen natürlich auch weiterhin verwenden. Und auch unsere Körbe stehen für Transporte innerhalb des Hauses zur Verfügung.

Taschenautomat im Foyer des Hauses Potsdamer Straße

Taschenautomat

In dem neuen Automaten, den Sie im Foyer an der Wand zum Dietrich-Bonhoeffer-Saal rechts vor der Einlasskontrolle finden, werden jedoch nicht nur Taschen angeboten. Bei langen Recherchen oder Lerntagen geht einem schon einmal die Tinte aus, der Kugelschreiber streikt, die Karteikarten gehen zur Neige oder der dringend benötigte USB-Stick oder Kopfhörer für die Medienrecherche fehlt. Diese Probleme gehören ab sofort der Vergangenheit an. Als Kooperationsprojekt mit dem Berliner StartUp-Unternehmen UniVend finden Sie ab sofort im Foyer einen voll automatischen und mit vielen nützlichen Dingen gefüllten Automaten. Bezahlt werden kann bequem mit allen gängigen EC- und VISA-Karten oder mit dem Handy über die Dienste Applepay und Googlepay. Vorrangig findet man dort verschiedenste Büromaterialien, zusätzlich kann man aber auch einige praktische Dinge des Alltags erwerben wie beispielsweise Taschentücher oder Tampons. Das Sortiment wird laufend an Ihre Bedürfnisse angepasst – Ihre Wünsche und Anregungen sind jederzeit willkommen!

stabikat+ derzeit ohne Verlinkungsservice

Für die Nutzung der von uns für Sie lizenzierten elektronischen Ressourcen fehlt aktuell leider die komfortable Verlinkung zwischen vielen Aufsätzen und dem verfügbaren Volltext. Hintergrund ist eine Vertragsänderung beim Anbieter, die leider keinen lückenlosen Übergang erlaubt hat.

Wie gelangen Sie trotzdem zum Volltext?

Wenn Sie mit stabikat+ oder mithilfe einer anderen Datenbank Zeitschriftenaufsätze oder andere unselbständig erschienene Beiträge gefunden haben, achten Sie bitte darauf, in welcher Zeitschrift oder welchem Sammelband dieser Beitrag publiziert wurde.

  • Kopieren Sie dann den Titel der Publikation, in der der entsprechende Beitrag enthalten ist und suchen Sie danach im klassischen StaBiKat.
  • Nutzen Sie dazu das rechte Eingabefeld auf stabikat.de und stellen Sie das Suchfeld auf ‚Titelanfang‘ um.
  • Ihnen werden dann die passenden Titel angezeigt und Sie werden über den Zugangslink zu den Volltexten geführt bzw. können den entsprechenden Band der Zeitschrift bestellen.

Diesen etwas aufwändigen Weg nimmt Ihnen normalerweise der Verlinkungsservice ab, den wir Ihnen voraussichtlich Mitte Februar wieder zur Verfügung stellen können.
Bitte wenden Sie sich in allen Zweifelsfällen an die Kolleginnen und Kollegen an den Informationstheken, die Sie gern unterstützen.

Westhafen adé – scheiden tut weh! … Hallo Linden, die Zeitungen kommen!

Nichts hält bekanntlich länger als ein Provisorium! Aber auch das längste Provisorium geht einmal zu Ende: wer hätte am 22. September 1997 bei der Eröffnung des Lesesaals der Zeitungsabteilung in einem früher als Getreidespeicher und Senatsreserve für Lebensmittel genutztem Speichergebäude im Berliner Westhafen gedacht, dass die nur für eine Dauer von maximal zehn Jahren vorgesehene Interimslösung mehr als zwanzig Jahre bestehen sollte. Denn erst jetzt, im ersten Quartal 2020, wird die Zeitungssammlung wieder aus dem Westhafen aus- und in das nun fertig sanierte Haus Unter den Linden zurückziehen. Seit dem 6. Januar rollen nun täglich die LKWs, um ca. 240.000 Zeitungsbände und 120.000 Mikrorollfilme und weiteres Büro- und Aktenmaterial, insgesamt ca. 12 Kilometer Umzugsgut an die neuen Standorte in Berlin-Mitte und Friedrichshagen zu transportieren. Für Juni 2020 ist dann die Wiederaufnahme des Lesesaalbetriebs in den neuen Räumen im Haus Unter den Linden geplant.

Die Zeitungsabteilung entstand 1993 als nach Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten auch die Vereinigung der beiden Haupthäuser der Staatsbibliothek zu Berlin abgeschlossen war und die bis dahin in Ost und West getrennt aufbewahrten Zeitungsbestände erstmals wieder zusammengeführt werden konnten. Ein wichtiger Grund für die Gründung der Zeitungsabteilung damals war, dass Zeitungen ein für die Bibliothek in mehrfacher Hinsicht schwieriges Material sind: sie sind großformatig und in gebundener Form sehr schwer und unhandlich, sie erscheinen täglich oder mindestens einmal wöchentlich, in diversen Regional- und Lokalausgaben und z.T. mit kleinformatigen Beilagen, was zu einem erhöhten Aufwand für Erwerbung und Katalogisierung und auch zu einem großen Platzbedarf im Magazin führt. Ihr Erhaltungszustand ist auf Grund des säurefraßgeschädigten Papiers und kriegsbedingter Einbandschäden oft sehr schlecht, weshalb sie für die Benutzung gesperrt und nur auf Mikrorollfilm benutzt werden können. Für die Nutzung der Mikrofilme sind im Lesesaal spezielle Rückvergrößerungsgeräte zum Lesen, Kopieren und Scannen erforderlich, die (leider) bei der Benutzung auch eine Geräuschkulisse verursachen, die in jedem Bibliothekslesesaal störend wirkt und daher unerwünscht ist.

Der verwaiste Lesesaal im Westhafen im Dezember 2019 (Foto: SBB-PK, Christoph Albers, 2019)

Im eigens für die Zeitungen umgebauten Getreidespeicher im Berliner Westhafen waren die Bedingungen jedoch ideal, und die Leser*innen kamen bis zuletzt an den etwas abseits gelegenen Ort, um in Ruhe in den Zeitungen im Print-Original oder auf Mikrorollfilm zu recherchieren. Dabei ist das Ermitteln von Informationen oder die Überprüfung von Quellenangaben aus Zeitungen oft kein leichtes Unterfangen: vieles muss geradezu detektivisch ermittelt werden. Nur auf Grund der Verfügbarkeit der Zeitungen in allen Erscheinungsformen, sei es im Print-Original, auf Mikrorollfilm oder in digitaler Form an einem Ort in Verbindung mit der in der Handbibliothek des Lesesaals verfügbaren Sekundärliteratur zum Zeitungs- und Pressewesen und nicht zuletzt auf Grund des besonders qualifizierten Fachpersonals, konnte in all diesen Jahre so manche harte Nuss geknackt werden, an der zuvor der betreffende Nutzer nach eigenen Angaben schon viele Jahre erfolglos geknabbert hatte.

Im neuen Haus Unter den Linden wird es (zum Glück!) wieder einen eigenen Zeitungslesesaal geben, so dass die Zeitungsnutzer die übrigen Leser im Allgemeinen Lesesaal nicht stören werden – umgekehrt aber die Leser aus dem Allgemeinen Lesesaal (wenn sie es denn wollen) auch die Plätze im Zeitungslesesaal (soweit verfügbar) in Anspruch nehmen dürfen. Nur bei der Nutzung von Originalbeständen wird es in Zukunft wohl eher zu einer Verschlechterung des Services kommen: denn aus Platzmangel können nicht alle Zeitungsbände im Haus Unter den Linden aufbewahrt werden, der weitaus größte Teil muss in einem Speichermagazin in Friedrichshagen untergebracht und von dort bestellt und geliefert werden. Die notwendigen Transporte führen zu längeren Bereitstellungszeiten, die kurzfristige Einsichtnahme in Originalbände (wie dies im Westhafen möglich war) wird es dann nicht mehr geben.

Der neue Zeitungslesesaal im Haus Unter den Linden (Foto: SBB-PK, Rita Märker, 2019)

Die Stimmung unter den Mitarbeiter-/ und Leser*innen der Zeitungsabteilung zum Umzug in das Haus Unter den Linden ist daher auch eher zwiespältig: einerseits freuen sich viele die Versorgungswüste des Westhafens endlich verlassen zu können und wieder in der Mitte der Stadt zu arbeiten. Es wird neue Räume, neue Geräte und insgesamt bessere Arbeitsbedingungen geben. Die Zahl der Nutzer*innen (vor allem aus dem Ausland) wird zunehmen. Andererseits wird das Fehlen der Originalbände vor Ort beklagt: die Suche in Zeitungen wird schwieriger, PKW-Parkplätze direkt vor’m Haus wird es nicht mehr geben und insgesamt wird es lauter, unruhiger und trubeliger werden als im ruhigen, abgeschiedenen und beschaulichen Zeitungsspeicher des Berliner Westhafens.

Wie auch immer. Das Zeitungsschiff wird fleissig beladen und zum Ende des Frühjahrs den Hafen endgültig verlassen, um vor’m Haus Unter den Linden vor Anker zu gehen. Wie gut und wie schnell sich Schiff, Mannschaft und Passagiere dort einleben werden, wird man erst in ein paar Jahren rückblickend bewerten können.

Christoph Albers