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E.T.A. Hoffmann Portal: Mehrwert für die Forschung

Am 20. und 21. Juni 2016 veranstaltete die Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) einen internen Forschungsworkshop, auf dem WissenschaftlerInnen aus allen Einrichtungen der SPK ihren KollegInnen aktuelle Forschungsprojekte aus Museum, Archiv, Bibliothek und Forschungsinstitut vorstellten und über Anknüpfungspunkte sowie interne und externe Kooperationen diskutierten. Auch das Projekt E.T.A. Hoffmann Portal präsentierte sich bei diesem Workshop in einem dreiminütigen Slambeitrag im Panel “Analoge und digitale Objekte vernetzen”. Dabei stand vor allem der Mehrwert für die Forschung im Fokus, den das Projekt mit dem Portal ihren unterschiedlichen Nutzergruppen bieten möchte. Lesen Sie unseren Slambeitrag hier nach:

 

Portal-Startseite

Portal-Startseite

 

Das Projekt

Im Projekt E.T.A. Hoffmann Portal wird ein Personenportal zur Künstlerpersönlichkeit E.T.A. Hoffmann, dessen Vielseitigkeit als Literat, Musiker, Zeichner und Jurist anschaulich anhand der sehr heterogenen Werke – bestehend aus Briefen, Texten, Zeichnungen, Skizzen, Musikalien, Bildern und juristischen Unterlagen – inszeniert werden. Abgebildet sehen Sie hier den aktuellen Stand der Portal-Startseite mit verschiedenen thematischen Einstiegen in Kacheloptik.

 

Fünf Kernelemente des Portals

Fünf Kernelemente des Portals

 

Ziele

Ziel ist eine facettenreiche Webseite mit Angeboten für Forschung, Lehre, Bildung und Bibliothek, die hier anhand der fünf Kernelemente Hoffmann Digital, Hoffmann Suche, Hoffmann Wissen, Hoffmann Community und Hoffmann Kooperationen präsentiert wird. Darin werden Objekte, Daten und Personen vernetzt.

 

Hoffmann Digital

Hoffmann Digital

 

Digitalisierte Sammlungen

Der wesentliche Mehrwert an Hoffmann Digital ist die Zusammenführung von unterschiedlichsten Materialien, wie illustrierten Buchausgaben, Musikautographen und juristischen Akten, aber auch Skulpturen, Buchobjekten und Gemälden, d.h. das Sichtbarmachen von neuen Zusammenhängen über Disziplinengrenzen hinweg – und natürlich über die physischen Grenzen hinweg: die Objekte liegen in der Staatsbibliothek zu Berlin in verschiedenen Abteilungen, es gibt einzelne Stücke in den anderen Einrichtungen der Stiftung und zahlreiche Materialien in der Staatsbibliothek Bamberg und in weiteren externen Institutionen.

Hoffmann Suche

Hoffmann Suche

 

Metasuche

Kernstück der externen Vernetzung ist das Daten-Netzwerk mit seiner Metasuche Hoffmann Suche und dem Bereich Hoffmann Wissen. Durch die datenbankübergreifende Metasuche vernetzen wir die digitalisierten Quellenbestände mit der neuesten wissenschaftlichen Forschung über E.T.A. Hoffmann. Damit machen wir disparate und heterogene Quellen- sowie Literaturbestände ortsunabhängig zugänglich und fördern auch hier aktiv neue interdisziplinäre Zugänge zu Hoffmann.

 

Hoffmann Wissen

Hoffmann Wissen

 

Wissen

Als Scharnier zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit präsentiert das Portal im Bereich Hoffmann Wissen strukturierte und angereicherte Daten für die Forschung. Wir entwickeln nutzungsorientierte Werkzeuge zur Datenvisualisierung wie beispielsweise virtuelle Bücherregale für die Rekonstruktion von Hoffmanns Bibliothek oder Grafiken zur Darstellung von Hoffmanns Kontakten und zahlreiche Verlinkungsmechanismen. So wird eine neue Auseinandersetzung mit Hoffmann ermöglicht und weitere Zielgruppen erschlossen.

 

Hoffmann Community

Hoffmann Community

 

Community

Der Aufbau einer Hoffmann Community erfolgt durch verschiedenste Maßnahmen der Informationsvermittlung und eine breite Beteiligung der Fachwissenschaft, um Forschungsbedarfe frühzeitig aufzunehmen und umzusetzen. Dadurch gibt das Portal neue Impulse – gerade auch für die transdisziplinäre Forschung. Das Projekt stärkt und fördert Kooperationen, indem es durch Objekte und Daten Einrichtungen und Fachgesellschaften miteinander vernetzt, die bisher noch nicht oder wenig zusammengearbeitet haben. Auch hierdurch können neue Forschungsansätze entstehen und das Portalangebot erweitert werden.

 

Hoffmann Kooperationen

Hoffmann Kooperationen

 

Kooperationen

Die Aufbereitung von Informationen durch komplexe Metadaten, Querverbindungen zwischen Objekten und Portalinhalten sowie erkenntnisorientierte Visualisierungen legt vielschichtige Zusammenhänge offen. So schaffen wir mit dem E.T.A. Hoffmann Portal einen Prototyp für die Präsentation von heterogenen Sammlungsbeständen weit über das Spezialthema “Hoffmann” hinaus. Dabei werden bestehende Infrastrukturen genutzt, ihre Grenzen ausgelotet und ressourcenschonende, nachnutzbare Lösungen entwickelt.

Perspektiven

Das Projekt sieht eine offene Modulstruktur vor, die perspektivisch durch internationale Kooperationen mit WissenschaftlerInnen sowie Kultur- und Forschungseinrichtungen eine Ausweitung der Plattform ermöglicht und damit die Netzwerkkompetenz der SPK gezielt stärkt und ausweitet.

 

Nun sind wir komplett! – Das Projektteam E.T.A. Hoffmann Portal stellt sich vor

Wir arbeiten zwar schon seit dem 1. Oktober 2015 mit viel Herzblut an der Entwicklung unseres E.T.A. Hoffmann Portals – zunächst zu zweit und seit Januar 2016 zu dritt, aber erst seit wenigen Tagen sind wir komplett: am 17. Mai 2016 trat unsere Entwicklerin ihren “Hoffmann-Dienst” an. Diese Gelegenheit möchten wir zum Anlass nehmen, uns Ihnen persönlich vorzustellen.

 

Ursula Jäcker

Projektleitung und -koordination, Bereich “Unterrichten”

Ursula Jäcker ist Fachreferentin für Germanistik (seit 2004) und Leiterin des E.T.A. Hoffmann-Archivs der Staatsbibliothek zu Berlin (seit 2009). Sie studierte Germanistik (M.A.), evangelische Theologie und Buchwissenschaft in Frankfurt a.M. und Mainz. Nach ihrem Referendariat für den höheren Bibliotheksdienst an der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel war sie Mitarbeiterin am Projekt “Erschließung Historischer Buchbestände” in Südtirol, bevor es sie an die Staatsbibliothek zu Berlin verschlug.

Als Leiterin des E.T.A. Hoffmann-Archivs beschäftigt sich Ursula Jäcker natürlich schon lange mit der herausragenden Künstlerpersönlichkeit Hoffmann. Besonders faszinierend findet sie die Illustrationsgeschichte – die Werke keines anderen Autors wurden so häufig illustriert (über Zeiten und Ländergrenzen hinweg) wie die Werke E.T.A. Hoffmanns. In regelmäßig stattfindenden Workshops für Schülerinnen und Schüler vermittelt sie seit vielen Jahren die Charakteristika und Besonderheiten der künstlerischen Auseinandersetzung mit E.T.A. Hoffmann.

Im Projekt sorgt sie dafür, dass alles nach Plan läuft und innerhalb der Staatsbibliothek und der Stiftung Preußischer Kulturbesitz abgestimmt ist – denn neben dem Projektteam sind an verschiedenen Schnittstellen weitere Kolleginnen und Kollegen am Gelingen des Projekts beteiligt. Außerdem verantwortet Ursula Jäcker den inhaltlichen Portalbereich “Unterrichten”, in dem u.a. fertige Lehreinheiten und Unterrichtsmaterialien präsentiert werden.

 

Indra Heinrich

Metasuche, Portalstruktur, Bereich “Leben und Werk”

Indra Heinrich ist Fachreferentin für Kunst sowie für Theater, Tanz und Film (seit 2015) und wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt E.T.A. Hoffmann Portal. In ihrem Studium der Allgemeinen und Vergleichenden Literaturwissenschaft (M.A.) und der Theaterwissenschaft an der Freien Universität Berlin beschäftigte sie sich schwerpunktmäßig mit Reiseberichten ausländischer SchriftstellerInnen, Emotionen in der Literatur und zeitgenössischen Dramaturgiekonzepten im Theater. Sowohl im Studium als auch im Referendariat für den höheren Bibliotheksdienst, das sie an der SBB sowie an der Bayerischen Bibliotheksakademie in München absolvierte, beschäftigte sie sich bereits mit E.T.A. Hoffmann.

Im Projekt kümmert sie sich um eine nutzerfreundliche Portalstruktur und ein visuell anregendes Designkonzept, dafür hat sie sich schon intensiv ins WordPress-Backend eingefuchst und steht im engen Kontakt mit unseren Kolleginnen und Kollegen aus der IT-Abteilung. Zudem konzipiert Indra Heinrich eine Metasuche für das Portal, mit der Werke von und zu Hoffmann institutionenübergreifend recherchiert werden können. Inhaltlich tobt sie sich im Bereich “Leben und Werk” aus, für den sie u.a. Fachbeiträge zu Hoffmanns Tätigkeiten als Musiker, Zeichner, Jurist und Literat akquiriert und Informationen zu seiner Biographie anschaulich aufbereitet.

 

Christina Schmitz

Digitale Sammlung und Bildmaterial, Öffentlichkeitsarbeit, Bereich “Erforschen”

Christina Schmitz ist Fachreferentin für Architektur und wissenschaftliche Mitarbeiterin in den Projekten E.T.A. Hoffmann Portal und Bibliotheksmuseum (seit Okt. 2015). Sie studierte Buchwissenschaft (M.A.) und Vergleichende Sprach- und Literaturwissenschaft an der Universität Mainz und war anschließend als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Buchwissenschaft und am Forschungsschwerpunkt Medienkonvergenz der Uni Mainz sowie als Geschäftsführerin der Internationalen Gutenberg-Gesellschaft tätig. Nach einer nebenberuflichen Ausbildung zur Kulturmanagerin absolvierte sie das Referendariat für den höheren Bibliotheksdienst an der SBB und am Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft der HU Berlin (M.A.).

Im Projekt ist Christina Schmitz für die Konzeption der digitalen Sammlung sowie für Akquise, Rechteklärung und Verwaltung des Bildmaterials aller Kooperationspartner zuständig. Zudem kümmert sie sich um die Öffentlichkeitsarbeit, wie die Organisation von Konferenzbeiträgen, Fachartikeln und Präsentationsveranstaltungen und die Publikation von Nachrichten über das Portal, und verantwortet den inhaltlichen Bereich “Erforschen”, für den u.a. Analysen zu Hoffmanns Bekanntennetzwerk, zur Rezeptionsgeschichte und zu seiner persönlichen Bibliothek geplant sind.

 

Maren Gnehr

Portal-Konfiguration, Frontend-Entwicklung

Maren Gnehr ist als Frontend-Entwicklerin für das Projekt E.T.A. Hoffmann Portal an der SBB tätig (seit Mai 2016). Nach einer Ausbildung zur Bauzeichnerin arbeitete sie zunächst als technische Zeichnerin für eine Stahlbaufirma, bevor sie Medieninformatik (M.A.) an den Hochschulen in Düsseldorf und Wernigerode studierte. Anschließend gestaltete sie als Webentwicklerin und Webdesignerin Firmenauftritte und Onlineshops. Ihre fachlichen Schwerpunkte liegen im Bereich User Interface und 3D-Modellierung.

Im Projekt ist Maren Gnehr für die Frontend-Gestaltung des Portals in WordPress und die Entwicklung verschiedener Tools zur alternativen Bestandspräsentation zuständig. Besonders eng wird sie deshalb mit Indra Heinrich zusammenarbeiten.

 

Außerdem an unserer Seite:

Angela Oehler

IT-Koordination

Angela Oehler ist Systembibliothekarin im Bereich Innovations-Management und Online-Bibliotheksdienstleistungen in der IT-Abteilung der SBB (seit 2007). Sie studierte Informationswissenschaft (M.A.), Psychologie und Publizistik an der Freien Universität Berlin sowie wissenschaftliches Bibliothekswesen in Leipzig. Seit 1991 ist Angela Oehler in der SBB als Bibliothekarin tätig.

Im Projekt ist sie die Schnittstelle zwischen dem Projektteam und der IT-Abteilung. Sie koordiniert die Aktivitäten und sorgt für regelmäßigen Austausch zu den technischen Themen im Projekt. Dabei übersetzt sie auch gelegentlich den jeweils anderen, was BibliothekarInnen bzw. IT-KollegInnen sagen, denn manchmal spricht man doch verschiedene Sprachen.

 

Kontaktieren Sie uns gerne persönlich mit Fragen und Anregungen zu unserem Projekt. An Fachgesprächen und Unterstützung jeder Art sind wir sehr interessiert. Am besten erreichen Sie uns alle per E-Mail.

Das “HoPo” zu Besuch in Bamberg

Am 7. und 8. Mai fand in Bamberg die jährliche Tagung der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft statt, die aus einem Forschungsforum mit aktuellen wissenschaftlichen Beiträgen zu E.T.A. Hoffmann, einer festlichen Mitgliederversammlung und einem abwechslungsreichen Begleitprogramm besteht. Das Hoffmann-Projektteam der Staatsbibliothek zu Berlin nahm das Treffen zum Anlass, den derzeitigen Stand der Arbeiten am Hoffmann-Portal (“HoPo”) den Mitgliedern und interessierten Gästen vorzustellen. Dabei war uns besonders wichtig, die Forschenden, Unterrichtenden und Interessierten nach ihren Erwartungen und Wünschen zu befragen.

Die Präsentation des Hoffmann-Portals bildete den Auftakt des Forschungsforums der Tagung. Darin wurden vor allem die inhaltliche Konzeption des Portals, die bisherigen Projektaktivitäten und der Entwurf der Webseite vorgestellt. Daran schloss sich eine angeregte Diskussion an, bei der hauptsächlich Fragen nach dem Zugriff auf digitalisierte Volltexte, nach Urheberrechten und nach unseren Kooperationspartnern im Vordergrund standen – genau die Fragen, die aktuell besonders im Fokus unserer Arbeit stehen. Das bestärkte uns darin, dass wir wohl den Kern des Interesses getroffen haben und für unser Hoffmann-Portal die richtigen Angebote entwickeln.

Digitalisierte Materialien

Gerade der Zugang zu digitalisierten Volltexten soll ein Kernelement des Portals werden: Ein Teil der Hoffmann-Autografe ist von den Staatsbibliotheken in Bamberg und Berlin bereits digitalisiert worden. Weitere Digitalisate sollen in näherer Zukunft folgen: So werden wir in den kommenden Monaten weitere Musikautografe der Berliner Staatsbibliothek und einige illustrierte Ausgaben zusätzlich zur Verfügung stellen können. Das Interesse der Tagungsgäste richtete sich zudem auch auf Materialien „um Hoffmann herum“ wie Theaterzettel der Aufführungen, die Hoffmann selbst besuchte, oder Quellen, die in seinen Texten Verwendung fanden. Das werden wir gerne im Blick behalten.

Kooperationen

In der Diskussion kam auch die Frage nach weiteren Kooperationspartnern – neben der Staatsbibliothek Bamberg und der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft – auf. Das Hoffmann-Team hat bereits erste „zarte Bande“ zu einigen Institutionen wie der Stiftung Weimarer Klassik und dem Geheimen Staatsarchiv der Stiftung Preußischer Kulturbesitz geknüpft, um unseren Nutzerinnen und Nutzern einen möglichst umfassenden Bestand an Informationen und Volltexten zur Verfügung stellen zu können.

Urheberrechte

Ein wesentlicher Diskussionspunkt war zudem die Frage der Urheberrechte bei modernen Illustrationen, die im Portal gezeigt werden sollen. Da Illustrationen (und auch Texte) bis 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers geschützt sind, muss bei allen Bildern, Texten etc. ermittelt werden, ob der Urheber noch lebt oder wie lange er bereits verstorben ist. Wenn das Werk noch nicht urheberrechtsfrei ist, muss der Rechteinhaber ausfindig gemacht und um seine (schriftliche) Erlaubnis gebeten werden, sein Werk im Portal zeigen zu dürfen. In einem Vertrag, den wir momentan erarbeiten lassen, werden die Nutzungsrechte genau festgehalten – natürlich immer zu nicht-kommerziellen Zwecken. Falls die Illustrationen (Texte) bereits publiziert wurden, muss zusätzlich auch der jeweilige Verlag der Nutzung zustimmen. Obwohl das Verfahren sehr aufwendig ist, bemühen wir uns im Projekt, möglichst viele Genehmigungen zu erzielen, um den Nutzerinnen und Nutzern umfangreiche und vielfältige Materialien zur Verfügung zu stellen, die sonst kaum zugänglich wären.

Neue Inhalte

Zu diesen in der großen Runde diskutieren Aspekten erhielten wir eine Reihe von Hinweisen dazu, welche weiteren Inhalte im Portal aufgenommen werden könnten. So wurden die Poetologie Hoffmanns und die Editionskritik als interessante und stark nachgefragte Themen genannt. Auch erreichten uns einige Angebote, an der Portalerstellung aktiv mitzuwirken, bzw. Inhalte zur Verfügung zu stellen. So werden wir unter anderem zwei Beiträge zu Hoffmanns Freunden und Weggefährten sowie eine PowerPoint-Präsentation zu „Hoffmanns Leben und Werk“ für die Verwendung im Unterricht einbauen können.

Das Rahmenprogramm

Das Forschungsforum wurde eingerahmt von zwei Ausstellungseröffnungen und zwei Lesungen: Im Hoffmann-Haus werden bis Ende Oktober Aquarelle des litauischen Künstlers Romanas Borisovas unter dem Titel Ostpreußen – die Heimat E.T.A. Hoffmanns gezeigt. Außerdem präsentiert die Hoffmann-Gesellschaft dort eine Auswahl illustrierter Textausgaben der Erzählung Undine von Friedrich de la Motte Fouqué. Anlass der Ausstellung ist der 200. Jahrestag der Erstaufführung von Hoffmanns Oper Undine am 3. August 1816 in Berlin, der auch im Projekt Hoffmann-Portal gefeiert wird. Näheres dazu lesen Sie rechtzeitig in unserem Blog. Fouqués Erzählung war die Grundlage für das Libretto, das Fouqué auf Bitten Hoffmanns hin selbst verfasste. Die handschriftliche Partitur Hoffmanns sowie das Dirigierbuch der Undine befinden sich im Bestand der Staatsbibliothek zu Berlin.

Am Abend las Gerhard Hartmann literarische Briefe Hoffmanns aus seinem 2002 erschienenen Band Nachrichten von Undine; den Ausklang bildete eine Lesung Martin Neubauers und Andreas Ulichs aus einem fiktiven („exhumierten“) Briefwechsel zwischen E.T.A. Hoffmann und Clemens Brentano, der zwischen den beiden Romantikern anlässlich einer Bamberg-Reise Brentanos 1809 hätte entstehen können.

E.T.A. Hoffmann-Medaille und Ehrenmitgliedschaften

Am Sonntagvormittag fand die Mitgliederversammlung der E.T.A.-Hoffmann-Gesellschaft statt, in der die E.T.A. Hoffmann-Medaille an den Schriftsteller Eckart Kleßmann verliehen wurde. Kleßmann ist ein außerordentlicher Kenner der deutschen Romantik und hat unter anderem 1988 eine Biographie zu E.T.A. Hoffmann mit dem Titel E.T.A. Hoffmann oder die Tiefe zwischen Stern und Erde publiziert. Mit der E.T.A.-Hoffmann-Medaille ehrt die Gesellschaft Personen oder Institutionen, die die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit E.T.A. Hoffmann befördert haben.

Außerdem wurden Wolfgang Clausnitzer für die Konzeption und Gestaltung des Hoffmann-Hauses mit seinen Ausstellungen und die Schriftstellerin und Leiterin des Bamberger Künstlerhauses Villa Concordia Nora-Eugenie Gomringer zu Ehrenmitgliedern der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft ernannt. Die Sitzung endete mit dem Bericht des Vorstandes, seiner Entlastung und der Wahl eines neuen Vorstands.

Neue Präsidentin wird ab 2017 die Germanistin Kaltërina Latifi, die bereits mehrere textkritische Ausgaben Hoffmanns (u.a. den Sandmann) herausgegeben hat und aktuell zur Poetik E.T.A. Hoffmans arbeitet. Prof. Bernhard Schemmel, der lange Jahre Präsident der E.T.A. Hoffmann-Gesellschaft war, wird als Geschäftsführer das Präsidium weiterhin unterstützen und sich vor allem den Bamberger Aufgaben wie dem E.T.A. Hoffmann-Haus widmen. Als Vizepräsident wurde der Berliner Literaturwissenschaftler Jörg Petzel bestätigt. Weitere Informationen finden Sie auf den Webseiten der E.T.A.-Hoffmann-Gesellschaft.