12. Dezember

In Deutschland ist Weihnachten wohl der Feiertag, für den wir den größten Aufwand treiben: Geschenke besorgen, Wohnungen schmücken, einen Weihnachtsbaum kaufen, Plätzchen backen, aufwendig kochen…

In Mexiko macht dem Weihnachtsfest ein weiterer Feiertag Konkurrenz: der Tag der Toten. Vom 30. Oktober bis zum 2. November gedenkt man hier der Verstorbenen. Wer nun an eine Trauerveranstaltung denkt, liegt aber falsch! Denn der Tag der Toten ist ein farbenprächtiges Volksfest. Die Seelen der Verstorbenen kehren in die Häuser der Familien zurück, um mit ihnen zu feiern – mit reichlich Speisen, Getränken, Musik und Tanz. Straßen, Wohnungen und Friedhöfe werden dazu mit Blumen, Kerzen und Todessymbolen dekoriert. Ein besonders beliebtes Motiv ist La Catrina, ein mit Blumen geschmückter, bunter Totenkopf (calavera), der inzwischen weit über Mexiko hinaus bekannt ist – auch Sie haben ihn bestimmt schon einmal gesehen.

Möchten Sie das Kultmotiv bis zu seinen Ursprüngen zurückverfolgen? Erschaffen hat es der Kupferstecher José Guadalupe Posada, über dessen beeindruckendes Schaffen Sie sich in den Digitalen Sammlungen des Ibero-Amerikanischen-Instituts einen Eindruck verschaffen können. Bei Posada kann man sehen, dass La Catrina ursprünglich gar nichts mit dem Tag der Toten zu tun hatte. Vielmehr waren die Skelettmotive, die in eleganter Kleidung alltäglichen Beschäftigungen nachgehen, eine Karikatur auf die autoritäre Regierung von Porfirio Díaz (1876/77–1880 und 1884–1911) und prangerten die Unterdrückung durch die mexikanische Oberschicht an.

Erst während der mexikanischen Revolution (1910–1920) wurde das Motiv populär und zum Symbol für die kulturelle Identität Mexikos – und so schließlich auch für den Tag der Toten.

Dieser Beitrag ist entstanden in Kooperation mit unserer Nachbarbibliothek zu Lateinamerika im Haus Potsdamer Straße, dem Ibero-Amerikanischen Institut.

Ibero-Amerikanisches Institut

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