6. Dezember

Brauchen Sie noch Inspiration für ein Last-Minute-Nikolausgeschenk? Oder denken Sie bereits über mögliche Weihnachtspräsente nach? Dann verbirgt sich hinter unserem heutigen Türchen genau das richtige für Sie: Wie wäre es etwa mit einem Spiel, das eine historische Landkarte zur Grundlage hat?

Unser Nikolausgeschenk an Sie verbindet spielerischen Ansatz mit spannenden historischen Begebenheiten: Robert Edwin Peary erreichte 1909 den Nordpol und beendete damit – wenn auch umstritten – einen mit Spannung verfolgten Wettlauf zu einem reichlich theoretischen Punkt der Erdoberfläche. Wie sehr eine breite Öffentlichkeit Anteil an den Anstrengungen verschiedener Forscher oder Abenteurer mit ganzen Nationen im Hintergrund nahm, belegt unter anderem dieses historische Gesellschaftsspiel. So konnte man die Mühsale nacherleben, ohne Gefahr zu laufen sich selbst die Nase abzufrieren. Und in der auf ein Abendvergnügen gedrängten Form war eine Expedition an den Nordpol wahrscheinlich spannender als die wochenlangen Märsche über Treibeis, Packeis und verschneite Eisfelder im Original.

Jedenfalls entwarf in der Zeit um 1900/1905 der Maler Hans Stadelmann (Nürnberg 1876 – München 1949) ein dekoratives Spiel zu diesem Thema für die Verlagsreihe „Dietrichs Münchener Künstlerspiele“.

Bis zu sechs Spieler*innen starten am äußeren Rand der Karte, die den Nordpol in der Mitte zeigt und auf den alle Meridiane radial zulaufen. Über offenes Wasser bewegen sich die Spieler mit dem Schiff, bis festes Eis angezeigt ist und sie auf die kleineren Schlitten umsteigen müssen. Die Fortbewegung ergibt sich aus den speziellen Würfeln. Einmal auf die Schlitten umgestiegen wird die Versorgungslage schnell prekär und so muss alle drei Breitenkreise einer der niedlichen Eisbären erlegt werden (wiederum mit dem Würfel). Der Eisbär hat aber auch die Möglichkeit zurückzuschlagen (roter Punkt auf dem Würfel). Der Spieler muss dann zwei Runden im Zelt ausharren, bis er wieder genesen ist. Und noch einen Vorteil bietet das Spiel gegenüber dem realen Verzehr von Eisbären: Die Gefahr an den Trichinen im Eisbärenfleisch zu sterben ist deutlich geringer.

Soweit erkennbar entwickelten sich solche und dergleichen abenteuerliche Spielreisen ab der Mitte des 18. Jahrhunderts und hatten wohl immer eine Karte zur Grundlage. Und dieser Spieletyp hat nach wie vor Konjunktur und macht sich auch als Nikolaus- oder Weihnachtsgeschenk gut: nicht zuletzt läuft ein großer Teil der Computerspiele in einer virtuellen Welt ab, die als Karte oder Vogelschau auf dem Bildschirm sichtbar wird.

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