Was unter der Tinte steckt: Wie wir mit Algorithmen die Geschichte eines Fragments aus dem 10. Jahrhundert entschlüsseln
Im Jahr 2023 übernahm die Staatsbibliothek zu Berlin als Dauerleihgabe die Sammlung des deutschen Diplomaten, Sammlers und Wissenschaftlers Max Freiherr von Oppenheim. Im Zuge ihrer Digitalisierung fiel ein arabisches Pergamentfragment aus dem 10. Jahrhundert auf, unter dem sich Spuren eines älteren Textes verbergen.
Erst mit multispektraler Bildgebung und digitaler Datenverarbeitung wurde dieser zweite Text lesbar. Und mehr noch: Das Fragment lässt sich nun einer Handschrift zuordnen, die heute an einem ganz anderen Ort aufbewahrt wird. Ein einzelnes Stück Pergament wird so zum fehlenden Puzzleteil eines größeren Zusammenhangs.
Wir zeigen, wie wir an der Staatsbibliothek mit solchen Daten arbeiten und es dadurch ermöglichen, die Objektbiografie eines zuvor unscheinbaren Fragments über Jahrhunderte hinweg nachzuvollziehen – und damit neue Perspektiven auf die Sammlungs- und Wissenschaftsgeschichte sowie die Materialität beschrifteter Artefakte zu eröffnen.
Die Veranstaltung gibt einen Blick hinter die Kulissen dieser Arbeit: Wie lassen sich verborgene Texte sichtbar machen? Und was passiert, wenn digitale Methoden plötzlich neue Verbindungen zwischen weit verstreuten Objekten sichtbar werden lassen? Auch das originale Fragment wird gezeigt.
Anmeldung erforderlich
– Eine Veranstaltung im Rahmen der Berlin Science Week 2026



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