Beiträge

Geschenkidee für Weihnachten

Eine Jahresmitgliedschaft bei den

Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e.V.

Noch einen Monat bis Heiligabend und wenn es schon jedes Jahr schwierig ist, für alle Verwandten und lieben Menschen ein passendes Geschenk zu finden, macht es eine Pandemie nicht eben leichter.

Welches Geschenk ist passend, Freude bereitend, nachhaltig und vielleicht noch geistig gewinnbringend? Und selbst wenn wir unsere Ansprüche an das perfekte Geschenk herunterschrauben und nicht alle Aspekte der vorangegangenen Aufzählung erfüllt werden, Freude soll es doch in jedem Fall bereiten.

Unser Vorschlag: eine Jahresmitgliedschaft bei dem Verein Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V. 

Wir gehen zuversichtlich davon aus, dass ab dem späteren Frühjahr Veranstaltungen, Führungen, Bibliotheksreisen und Präsentationen wieder möglich sein werden. Dann ist eine Jahresmitgliedschaft nicht nur eine Unterstützung des Vereins und der Staatsbibliothek zu Berlin, sondern auch eine Möglichkeit für persönliche Begegnungen mit Kultur und Forschung. In Anbetracht allerdings der doch noch unsicheren Aussichten verlängern wir die Jahresmitgliedschaft und machen aus 12 Monaten eine Mitgliedschaft für 18 Monate. Laden Sie Ihre Freunde und Freundinnen, Verwandten und gute Bekannten ein, ein Jahr mit den Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V. zu verbringen.

Wie funktioniert es? Ganz einfach: Sie schreiben uns eine Mitteilung, wer die Empfängerin oder der Empfänger sein soll. Dann erhalten Sie entweder von uns die Geschenkkarte zum Ausfüllen und Überreichen oder wir verschicken die Karte zusammen mit der letzten Ausgabe des BibliotheksMagazins direkt an den Beschenkten oder die Beschenkte. Nach Überweisung des Jahresbeitrags erhält der oder die Schenkende eine Zuwendungsbescheinigung zur Vorlage beim Finanzamt.

Schreiben Sie an freunde@sbb.spk-berlin.de

oder auch per Post an:
Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V.
Unter den Linden 8
10117 Berlin

oder rufen Sie uns an: 030 – 266 43 8000

Weitere Informationen zu den Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V. finden Sie auf unserer Webseite www.freunde-sbb.de

Buchpatenschaft für den Monat November 2020

Die momentanen Zeiten sind für Reisefreudige kein Vergnügen, doch es gibt glücklicherweise eine Menge Möglichkeiten, die Gedanken in die Ferne schweifen zu lassen. Ganz weit weg im November – bis nach China.

口鐸日抄 8卷 . Kouduo richao. (späte Ming) ca. 1640
“Tagebuch mündlicher Ermahnungen” von Giulio Aleni (1582-1649)
Aufzeichnungen über religiöse und intellektuelle Konversationen zwischen Jesuiten und Konvertiten, erhalten sind Kapitel 7 u. 8.

Bibliothekssignatur: Libri sin. 33

Das Werk ist Teil der alten Sinica-Sammlung der Staatsbibliothek zu Berlin, deren Anfänge zurückgehen bis in die Zeit des Großen Kurfüsten (1620-1688), der ein großes Interesse für Ostasien hegte und beabsichtigte, nach niederländischem Vorbild in Berlin eine ostindische Handelsgesellschaft zu gründen. Und so fanden sich in dessen Bibliothek bereits chinesische Bücher.

Das “Tagebuch mündlicher Ermahnungen” gehört vermutlich seit dem frühen 19. Jh. zum Bestand der Staatsbibliothek. Es handelt sich dabei um ein einzigartiges Zeugnis des frühen chinesischen Christentums und zugleich jesuitischer Missionspraxis im südlichen China der späten Ming-Zeit (1368-1644). Es versammelt rund fünfhundert Notizen über „Gott und die Welt“. Sie sind in chronologischer Folge angeordnet, aufgeschrieben von Li Jiubiao 李九標 (-1646?) und redigiert von seinem Bruder Li Jiugong 李九功 (-1681), das Ergebnis ihrer mit dem Missionar Guilio Aleni in Fuzhou 福州 (Provinz Fujian 福建) in den Jahren 1628 bis 1640 geführten Gespräche über religiöse, wissenschaftliche, philosophische und ethische Fragen.

Guilio Aleni wurde 1582 in Brescia, in Norditalien, geboren. Im Jahr 1600 trat er dem Jesuitenorden (Societas Jesu) bei, studierte von 1602 bis 1605 Philosophie in Parma und später Theologie in Rom. Während seiner Studienzeit in Rom bewarb er sich beim Generalsuperior seines Ordens darum, als Missionar nach Indien geschickt zu werden, 1609 trat er die Reise an, ein Jahr darauf wurde er von Indien aus nach China entsandt. 1610 oder 1611 traf er in Macau ein und unter-richtete dort, während er auf die Genehmigung zur Einreise nach China wartete, an der dortigen Universität Mathematik.

1613 schließlich war es soweit, Aleni durfte sich nach Nanjing begeben, den Ort seiner Missionsaktivität für die nächsten 15 Jahre. Er lernte intensiv die chinesische Sprache und stand von Beginn an in engem Kontakt zu chinesischen Gelehrten, von denen er einige zum christlichen Glauben bekehrte und taufte, er gründete eine Kirche und publizierte erste Werke in Chinesisch.

Von 1625 an setzte Aleni seine Missionstätigkeit in Fujian fort, gründete auch hier Kirchen und schuf durch seinen Gedankenaustausch mit chinesischen Gelehrtenbeamten eine christlich-konfuzianische Synthese, die schließlich nicht zuletzt in dem von seinen Schülern und Konvertiten Li Jiubiao und Li Jiugong kompilierten „Tagebuch mündlicher Ermahnungen“ seinen Niederschlag fand. Guilio Aleni starb 1649 in Yanping in China.

 

Nötige Reparaturen: Papierrestaurierung in situ, nur gefährdete Stellen (Risse, Fehlstellen) sichern.

Kalkulierte Kosten: 375 €

Übernehmen Sie eine Buchpatenschaft

bei den “Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V.”

Wenn Sie Interesse daran haben, dass dieses chinesische Buch über christliche Religion restauriert und damit wieder benutzt werden kann, dann schreiben Sie an freunde@sbb.spk-berlin.de.  Für Ihre Hilfe, ein bedrohtes Werk vor dem Verfall zu bewahren, erhalten Sie:

  • ein Exlibris aus alterungsbeständigem Papier mit Ihrem Namen oder einem von Ihnen gewünschten Namen,
  • die Möglichkeit, das restaurierte Werk zu besichtigen beim Jahresempfang oder bei einem Termin nach Vereinbarung,
  • eine Spendenbescheinigung für Ihr Finanzamt. Kontakt: Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V., Gwendolyn Mertz, Unter den Linden 8, 10117 Berlin, Telefon: 030 – 266 43 8000, Mail: freunde@sbb.spk-Berlin.de

Weitere Hinweise zu Buchpatenschaften und eine große Auswahl an Patenschaften aus allen Abteilungen der Staatsbibliothek zu Berlin finden Sie auf der Seite der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V.  Das Spektrum reicht weit über Bücher hinaus – hier finden Sie auch Noten, Landkarten, Zeitungen, Handschriften.

Buchpatenschaft für den Monat Oktober 2020

Schach oder Musik? Der Franzose mit schottischen Wurzeln, Philidor, würde sagen: “Beides”. Das Textbuch zu Le soldat magician ist unsere Buchpatenschaft im Oktober.

[Philidor] Danican, François-André (1726 – 1795): Le soldat magician: opéra-comique en un acte : représenté pour la premiere fois sur le Théâtre de l’opéra-comique de la foire S. Laurent, le 14.  Août 1760. Verlag Duchesne, 1761.

Bibliothekssignatur: 55 Tb 1166 R

François-André Danican (* 7. Sept. 1726 in Dreux, † 31. Aug. 1795 in London), genannt Philidor, wurde bereits als Knabe Mitglied der königlichen Kapelle in Versailles und bekam dort Unterricht beim Kapellmeister A.  Campra. Hier ließ er bereits 1738 seine erste Motette aufführen. Zeitgleich entstand Philidors Leidenschaft für Schachspiele und schnell wurde er für seine Begabung auf diesem Gebiet bekannt. Bald kam er in Kontakt mit den Hauptvertretern des Pariser Kulturlebens dieser Zeit wie D.  Diderot und J.-J.  Rousseau. Als 1745 eine Konzertreise in die Niederlande wegen Misserfolg abgebrochen werden musste, verlegte sich Philidor auf das Schachspiel und verdiente damit seinen Unterhalt in London. In mehr als zehn Jahren wurde er zu einem der berühmtesten Schachspieler Europas.

Auf Anregung seines Freundes Diderot kehrte Philidor 1754 nach Frankreich zurück. Ab 1756 widmete er sich dem Musiktheater. Mit Blaise le savetier erlangte er 1759 seinen ersten großen Erfolg bei den Veranstaltungen der Foire Saint-Germain. Damit begann eine Karriere im Bereich der Opéra comique und der Tragédie lyrique, die mit ihren Höhen und Tiefen fast 30 Jahre dauerte. Zur Zeit der Französischen Revolution stand er an der Seite der Republikaner. Während eines Aufenthaltes in England im Jahre 1792 wurde er in Frankreich in die Liste der Verbannten eingetragen. Zu spät erhielt er nach dreijährigen Verhandlungen die Genehmigung, nach Frankreich zurückzukehren: Er starb in London.

[Philidor] Danican, François-André (1726 – 1795): Le soldat magician: opéra-comique en un acte : représenté pour la premiere fois sur le Théâtre de l'opéra-comique de la foire S. Laurent, le 14.  Août 1760. Verlag Duchesne, 1761.

[Philidor] Danican, François-André (1726 – 1795): Le soldat magician: opéra-comique en un acte : représenté pour la premiere fois sur le Théâtre de l’opéra-comique de la foire S. Laurent, le 14.  Août 1760. Verlag Duchesne, 1761.

Mit Egidio Romualdo Duni (1708-1775) und Pierre-Alexandre Monsigny (1729-1817) gehörte Philidor zu den repräsentativsten und innovativsten Vertretern der Opéra comique in den späten 1750er und in den 1760er Jahren. Bereits seine frühen Werke im komischen Repertoire zeigen trotz der schemenhaften Typologisierung sein ausgeprägtes Gespür für dramatisches Tempo, besonders deutlich in der vielfältigen Gestaltung von Ensembleszenen, sowie seine effektvolle Verwendung der stilistischen Parodie aus der Tragédie lyrique (z. B. bei der Zauberszene in Le Soldat magicien). Im Laufe der 1760er Jahre tendiert Philidors Dramaturgie zu einer auffälligen Experimentierfreudigkeit, vor allem in den immer aktionsreicheren Ensembles, die im Bezug auf die Handlung in Konkurrenz zu den Sprechdialogen treten. Besonders das vorliegende Werk Le soldat magician (Der Regimentszauberer) gilt als Meisterwerk der stilistischen Parodie. Das Libretto schrieb Louis Anseaume (1721 – 1784), der auch für Christoph Willibald Gluck (1714-1787), André-Ernest-Modeste Grétry (1741-1813) und Jean-Louis Laruette (1731-1792) arbeitete.

Heutzutage ist die Erinnerung an sein Musikschaffen verblasst, dafür ist er als Vordenker des modernen Schachspiels welt-bekannt. Zeitweilig verdiente er mit dem Schachspiel seinen Lebensunterhalt, was ihn immer wieder nach London führte. Sein berühmtes Buch über Schach L’analyze des echecs: contenant une nouvelle methode pour apprendre en peu de tems à se perfectioner dans ce noble jeu. Par A. D. Philidor erschien 1749 in London, in zehn Sprachen übersetzt und bis 1929 immer wieder nachgedruckt wurde. Selbstverständlich ist es auch in der Staatsbibliothek zu Berlin als Digitalisat vorhanden.

Verwendete Quellen: MGG online

 

Nötige Reparaturen: Trockenreinigung, Auseinandernehmen des Buchblocks, Risse schließen, Fehlstellen ergänzen, Neuheftung, Stabilisieren des Umschlags.

Kalkulierte Kosten: 325 €

Übernehmen Sie eine Buchpatenschaft

bei den “Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V.”

Wenn Sie Interesse daran haben, dass dieses Textbuch restauriert und damit wieder benutzt werden kann, dann schreiben Sie an freunde@sbb.spk-berlin.de.  Für Ihre Hilfe, ein bedrohtes Werk vor dem Verfall zu bewahren, erhalten Sie:

  • ein Exlibris aus alterungsbeständigem Papier mit Ihrem Namen oder einem von Ihnen gewünschten Namen,
  • die Möglichkeit, das restaurierte Werk zu besichtigen beim Jahresempfang oder bei einem Termin nach Vereinbarung,
  • eine Spendenbescheinigung für Ihr Finanzamt. Kontakt: Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V., Gwendolyn Mertz, Unter den Linden 8, 10117 Berlin, Telefon: 030 – 266 43 8000, Mail: freunde@sbb.spk-Berlin.de

Weitere Hinweise zu Buchpatenschaften und eine große Auswahl an Patenschaften aus allen Abteilungen der Staatsbibliothek zu Berlin finden Sie auf der Seite der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V.  Das Spektrum reicht weit über Bücher hinaus – hier finden Sie auch Noten, Landkarten, Zeitungen, Handschriften.