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Neuerwerbung: Originalillustrationen von Wilhelm Heise zu E.T.A. Hoffmanns ‘Das Fräulein von Scuderi’

Im April 2019 hat die Staatsbibliothek zu Berlin aus Privatbesitz eine Mappe mit zehn Originalillustrationen des deutschen Künstlers Wilhelm Heise zu E.T.A. Hoffmanns ‚Das Fräulein von Scuderi‘ erworben. Sie wird derzeit in den Bestand der Kinder- und Jugendbuchabteilung eingearbeitet.

Ausbildung in Kunstakademie und Buchgewerbe

Erst nach seiner Schulzeit in Metz und einer kaufmännischen Ausbildung entdeckte Wilhelm Heise (1892–1965) die Malerei für sich und schuf erste impressionistische Bilder. Er folgte dem Impressionisten Hans Olde von Weimar 1912 an die Kunstakademie Kassel und erhielt durch dessen Vermittlung ein Stipendium für eine Ausbildung im Buchgewerbe in Berlin und Leipzig. Dort spezialisierte er sich auf künstlerische Buchgestaltung. Nach einer kriegsbedingten schöpferischen Pause und einer kurzen Ehe mit Lisa Schmidt (1916–1919) fertigte Heise erste expressionistische Buchillustrationen in seinem Atelier in München, zu denen auch die Federzeichnungen zu E.T.A. Hoffmanns ‚Das Fräulein von Scuderi‘ gehören, auf denen die neu erworbenen kolorierten Handdrucke beruhen.

Ziffernblätter, Steinstiche und Leitungsfunktionen

1920 machte Heise mit bemalten Ziffernblättern auf sich aufmerksam, die er exklusiv für einen Uhrenhändler zum Export in die USA herstellte. In seinen produktivsten Jahren zwischen 1924 und 1936 schuf Heise bedeutende graphische Arbeiten wie seine Steinstiche ‚Nächtliche Blumenstücke‘, die in zahlreichen Museen im In- und Ausland zu sehen sind. Ab 1937 wirkte er vor allem als Lehrer, zunächst in Königsberg, später in Frankfurt am Main, wo er 1946 die Leitung der Städelschule übernahm, und schließlich an der Münchner Akademie der bildenden Künste. Im September 1965 nahm Heise sich in München das Leben (→ vgl. Wikipedia-Eintrag zu Wilhelm Heise).

Federzeichnungen für einen signierten Pressendruck

Die Illustrationen zu E.T.A. Hoffmanns ‚Das Fräulein von Scuderi‘ schuf Heise 1919 für eine bibliophile Ausgabe der Kriminalnovelle, die 1920 im Hyperionverlag in München erschien. Die als hochwertiger Pressendruck bei Knorr & Hirth hergestellte Ausgabe besteht aus nur fünfzig Exemplaren, die auf echtes Bütten abgezogen und vom Künstler koloriert und signiert wurden. Die Staatsbibliothek zu Berlin besitzt neben den neu erworbenen Originalillustrationen auch das handsignierte nummerierte Exemplar Nr. 45 des Pressendrucks.

Da die Handdrucke noch urheberrechtlich geschützt sind, dürfen sie online nicht gezeigt werden. Interessierte können aber sowohl die Mappe mit den Handdrucken (im Haus am Westhafen) als auch die bibliophile Hyperion-Ausgabe (im Haus Unter den Linden) vor Ort einsehen.

Sonderangebot: Konzert “E.T.A. Hoffmann und die Romantik” am 24.3. in Berlin

Am 24. März 2019 widmen sich die Berliner Symphoniker dem Universalkünstler E.T.A. Hoffmann und seinem Einfluss auf andere Musiker. Neben einer Arie aus Hoffmanns eigenem Schaffen stehen Auszüge aus mehreren Opern auf dem Programm, die auf Hoffmann zurückgehen oder ihm nahestehen.

Der Intendant der Berliner Symphoniker, Prof. Dr. Peter P. Pachl, hat dem E.T.A. Hoffmann Portal exklusiv bereits eine Entwurfsfassung des Programmhefts zur Verfügung gestellt. Außerdem durften wir den Dirigenten, David Robert Coleman, interviewen. Lesen und stöbern Sie durch das Material auf unserer Webseite zum Konzert.

 

Sonderangebot für Schülerinnen und Schüler

Über das E.T.A. Hoffmann Portal stellen die Berliner Symphoniker allen interessierten Schülerinnen und Schülern Karten zum absoluten Sonderpreis von 3 Euro zur Verfügung! Zur Kartenreservierung schreiben Sie uns bitte bis spätestens Freitag 13.30 Uhr eine E-Mail mit dem Betreff “Schulangebot Symphoniker” unter Angabe Ihres Namens und der gewünschten Anzahl der Tickets.

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Konzert:

E.T.A. Hoffmann und die Romantik

Sonntag, 24.03.2019, 16.00 Uhr

Einführung 15.15 Uhr

Großer Konzertsaal der Philharmonie

Herbert von Karajan Str. 1

10785 Berlin

Weitere Informationen und reguläre Tickets

Programm:

Walter Braunfels (1882-1954): Carnevals-Ouvertüre zu E.T.A. Hoffmanns “Prinzessin Brambilla”, Op. 22

E.T.A. Hoffmann (1776-1822): Arie der Berthalda aus dem 3. Akt der “Undine”

David Robert Coleman (geb. 1969): “Tre Canti” nach Texten von Dino Campana für Sopran und Orchester

Hans Pfitzner (1869-1949): “Blumenwunder” aus “Die Rose vom Liebensgarten”

Ferruccio Busoni (1869-1924): Orchestersuite aus “Die Brautwahl”, Op. 45

Sopran: Nadja Korovina

Musikalische Leitung: David Robert Coleman

Nussknacker und Mäusekönig – Eine Weihnachtslesung vom Team E.T.A. Hoffmann Portal

Das Projektteam E.T.A. Hoffmann Portal wünscht Ihnen ein friedvolles und gemütliches Weihnachtsfest im Kreis Ihrer Lieben und verabschiedet sich mit einer kleinen Lesung in drei Teilen in die Festtage. Hören Sie doch einmal hinein in den Beginn von E.T.A. Hoffmanns “Nussknacker und Mäusekönig” – als Inspiration, um das Märchen mal wieder aufzuschlagen, als gemeinsame Einstimmung in der Wartezeit vor dem Heiligen Abend oder auch als Hörerlebnis beim geselligen Zusammensitzen unter dem Weihnachtsbaum.

Der Weihnachtsabend (7:29 min)

Die Gaben (7:36 min)

Der Schützling (9:24 min)

Die Lesungen sind unterlegt mit Ausschnitten aus Pjotr Iljitsch Tschaikowskis Ballett Der Nussknacker (1892), gespielt von Gabriel Antonio Hernandez Romero am Piano (2016). Lizenzinformation: CC-BY-NC 4.0. Herzlichen Dank an Zora Steiner für die Erstellung der Podcasts.

Zum Nachlesen finden Sie im E.T.A. Hoffmann Portal verschiedene digitale Ausgaben, darunter z.B. eine Reclam-Ausgabe von 1880, eine französische Ausgabe von 1883 mit sieben Chromolithographien und eine Nürnberger Ausgabe aus den 1840er Jahren mit colorierten Kupfertafeln nach Zeichnungen von Peter Carl Geissler.

Und wenn Ihnen das noch nicht genug E.T.A. Hoffmann ist, empfehlen wir noch einen genaueren Blick ins Portal. Dort haben wir nämlich soeben die ersten Beiträge eines ganz neuen Inhaltsbereichs online gestellt: Hoffmann im Film!

Hoffmann im Film. Ein neuer Themenbereich im E.T.A. Hoffmann Portal (Screenshot).

Fröhliche Weihnachten!