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“Toleranz: einfach schwer” – Lesung mit Joachim Gauck am 9.12.

Toleranz: einfach schwer – Joachim Gauck liest am 9.12. aus seiner neuesten Veröffentlichung

  • Veranstaltungsort

    Staatsbibliothek zu Berlin
    Otto-Braun-Saal
    Potsdamer Straße 33
    10785 Berlin

  • Anfahrt

    S + U Potsdamer Platz

    Bushaltestelle
    H Potsdamer Brücke (Bus M29)
    H Varian-Fry-Straße (Bus 200)
    H Kulturforum (Bus M48)

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Joachim Gauck liest aus seinem Buch: "Toleranz - einfach schwer"


In Kooperation mit den Freunden der Staatsbibliothek zu Berlin e.V.

Begrüßung
Barbara Schneider-Kempf
Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin

André Schmitz
Vorsitzender der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V.

Lesung
Toleranz: einfach schwer
Joachim Gauck

Kleiner Empfang

Um Anmeldung bis zum 1.12.19 wird gebeten: freunde@sbb.spk-berlin.de


Über das Buch

Toleranz: einfach schwer
Was muss die Gesellschaft, was muss und was sollte der Einzelne tolerieren und wo liegen die Grenzen der Toleranz?

Die Lebensentwürfe, Wertvorstellungen, religiösen und kulturellen Hintergründe der Menschen werden immer vielfältiger – für manche eine Bereicherung, für nicht wenige eine Last. Wie viel Andersartigkeit muss man erdulden? Wie viel Kritik aushalten? Welche gemeinsamen Regeln müssen bei aller Verschiedenheit gelten?

In seinem Buch streitet Joachim Gauck für Toleranz, weil sie das friedliche Zusammenleben von Verschiedenen überhaupt erst ermöglicht. Toleranz, schreibt er, ist nicht Gleichgültigkeit und nicht Versöhnlertum. Toleranz lehrt uns vielmehr, zu dulden, auszuhalten, zu respektieren, was wir nicht oder nicht vollständig gutheißen. Voraussetzung dafür ist jedoch, sich seiner eigenen Identität sicher zu sein. Denn nur, wer weiß, wer er ist, geht selbstbewusst in einen Dialog oder auch Wettstreit mit anderen. Toleranz darf allerdings nicht schrankenlos sein. Nur wenn wir uns gegen die Angriffe von Intoleranten verteidigen – woher auch immer sie kommen mögen –, kann Toleranz und mit ihr die Demokratie gesichert werden.

„Gewohnt klug und abwägend“ urteilt Denis Scheck im Der Tagesspiegel über dieses Buch.

 


Joachim Gauck, geboren am 24. Januar, 1940 in Rostock, studierte nach dem Abitur Theologie und arbeitete viele Jahre als Pastor. 1989 Mitinitiator der kirchlichen und öffentlichen Protestbewegung in der DDR. Im März 1990 zog er als Abgeordneter von Bündnis 90 in die zum ersten Mal frei gewählte Volkskammer ein. Ab dem 3. Oktober 1990 war er zehn Jahre lang Sonder- beziehungsweise Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR. Die Bundesversammlung wählte Joachim Gauck am 18. März 2012 zum elften Bundespräsidenten. Seit 2017 ist er Ehrenvorsitzender der Vereinigung “Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V.”.

Ausstellung „Reisende Erzählungen: Tausendundeine Nacht zwischen Orient und Europa“

Daten zur Ausstellung „Reisende Erzählungen: Tausendundeine Nacht zwischen Orient und Europa“

 Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz
Haus Potsdamer Straße 33, 10785 Berlin
20. November 2019 – 18. Januar 2020
montags bis samstags  11–19 Uhr, freier Eintritt

Umfangreiches Begleitprogramm

Begleitband Nr. 2038 der Insel-Bücherei: 184 Seiten, 78 farbige Abbildungen, 18 €, ISBN 978-3-458-20038-3.

 

Eröffnung                Dienstag, 19. November 2019, 18 Uhr
Presserundgang      Dienstag, 19. November 2019, 11 Uhr

beides mit den Kuratoren der Ausstellung

Christoph Rauch, Leiter der Orientabteilung, und

Carola Pohlmann, Leiterin der Kinder- und Jugendbuchabteilung, beide Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz,

Michael Lailach, Leiter d. Sammlung Buchkunst der Kunstbibliothek der Staatlichen Museen zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz,

Yong-Mi Rauch, Leiterin der Abteilung Historische Sammlungen an der Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin.

 

Die Erzählsammlung Tausendundeine Nacht gehört zu den einflussreichsten Werken der Weltliteratur. Eine Ausstellung in der Staatsbibliothek zu Berlin zeigt mit rund 200 Objekten die vielfältigen Überlieferungswege und Erscheinungsformen.

Die Ausstellung geht zunächst auf die indischen und persischen Ursprünge der Märchen ein, sodann werden die mündlichen Überlieferungen in der arabischen Welt wie auch die orientalische Schriftkultur und die facettenreiche europäische Rezeption in Übersetzungen und literarischen Werken in den Blick genommen. Farben, Formen, Gestaltungen – in breiter Auswahl werden alte arabische Handschriften, seltene historische Drucke, illustrierte Prachtbände, Gebrauchsgrafiken und aufwändig gestaltete Kinderbücher gezeigt. Sie alle stehen für die über mehrere Jahrhunderte gewachsene, immer wieder spannungsreiche und befruchtende literarische Wechselbeziehung zwischen Orient und Europa.

Im arabischen Raum stellt Tausendundeine Nacht ein nie abgeschlossenes literarisches Werk dar. Mehr als 300 Erzählungen gehören zu seinem Umkreis, die sich in zahlreichen Varianten, oft aber auch nur fragmentarisch zeigen.

Im Europa des 18. Jahrhunderts gewannen die Erzählungen um die Hauptfigur Scheherazade durch die französische Adaption, die Antoine Galland (1646-1715) besorgt hatte, rasch große Popularität. Wie wohl kein anderes Werk prägte dieses die Vorstellungen des Abendlandes vom Orient. Während Orientalisten eine Jagd nach authentischen arabischen Handschriften begannen, regten Scheherazades Geschichten unzählige Autoren und Buchkünstler zu phantasievollen Interpretationen an. Der enorme Erfolg von Tausendundeiner Nacht in Europa bewirkte schließlich im Orient selbst eine neue Wahrnehmung dieser außergewöhnlichen Erzählungen.

 

Scheherazade und Sindbad – Grimm, Hauff und Richter

Zu den herausragenden Exponaten der Ausstellung gehören zwei der äußerst raren illustrierten arabischen Handschriften mit Geschichten aus Tausendundeiner Nacht, die aus einer koptischen Buchwerkstatt des 17. Jahrhunderts stammen. Besonders eindrucksvolle Zeugnisse der Erzählliteratur stellen die arabischen Handschriften dar, die der sächsische Orientalist und erste preußische Konsul in Damaskus, Johann Gottfried Wetzstein (1815-1905), während seines Aufenthaltes dort erworben hat. Über 1000 Jahre alte Schriftfragmente von der Seidenstraße und einzigartige indische und persische Handschriften lassen die Besucherinnen und Besucher die Reisewege der Erzählungen nachvollziehen.

Von Paris aus eroberte die französische Übersetzung mit immer zahlreicheren Illustrationen, die in der Ausstellung von den ersten Kupferstichen im 18. Jahrhundert bis zu Gerhard Richters Künstlerbuch Sindbad gezeigt werden, die europäische Leserwelt. Neben der umfangreichen Übersetzungsliteratur werden außerdem literarische Werke präsentiert, welche die Tausendundeine Nacht imitieren, parodieren und kommentieren: Mille et un jour (Pétis de la Croix), Christoph Martin Wielands Goldener Spiegel, Das Märchen der 672. Nacht Hugo von Hofmannsthals ‒ bis hin zu modernen Paraphrasen aus dem arabischen Sprachraum. Zu entdecken gibt es Erstausgaben, Rara und Sammlerexemplare, darunter Ausgaben mit handschriftlichen Einträgen von Jacob Grimm und Wilhelm Hauff, ebenso Kuriositäten des 19. Jahrhunderts wie die Komischen Tausend und Eine Nacht oder eine preußische Variation des Werks.

 

Kinderbücher aus 15 Ländern und zwei Jahrhunderten

Einen eigenen Bereich in der Ausstellung bilden Kinderbuchausgaben zu Tausendundeiner Nacht, von denen ein Querschnitt von den frühesten Beispielen in Deutschland vom Ende des 18. Jahrhunderts bis zur Gegenwart sowie eine Auswahl fremdsprachiger Kinderbücher mit Interpretationen aus 15 Ländern gezeigt wird. Besonderen Schauwert besitzen Spielbilderbücher wie Pop-ups, Karussell-Bücher und Transparent-Verwandlungsbilder zu Tausendundeiner Nacht.

 

UNESCO-Kulturerbe: Gaukler und Erzähler in Marrakesch

Im Foyer der Staatsbibliothek wird der Besucher von eindrucksvollen Video- und Audioinstallationen des Filmkünstlers Thomas Ladenburger empfangen, die ihn in die fantastische Welt der Gaukler und Geschichtenerzähler in Marrakesch hineinziehen, wo bis in die Gegenwart Relikte dieser jahrhundertealten Traditionen zu finden sind, und die heute mit Recht zum „immateriellen Kulturerbe der Menschheit“ (UNESCO) gerechnet werden. Für sein Projekt „Al Halqa – die letzten Erzähler aus Marokko“ (https://www.alhalqa-virtual.com) dokumentierte Ladenburger die Straßenkünstler auf dem „Platz der Gehenkten“ in Marrakesch über einen Zeitraum von 10 Jahren.

 

Die Kooperationspartner

Die Ausstellung wurde in Kooperation mit der Kunstbibliothek – Staatliche Museen zu Berlin und der Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin konzipiert. Darüber hinaus kommen Leihgaben aus folgenden Institutionen: Museum für Islamische Kunst und Ethnologisches Museum (beide Staatliche Museen zu Berlin), Universitätsbibliothek Tübingen, Niedersächsische Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen, Universitätsbibliothek der Freien Universität Berlin und Privatsammlungen.

 

Band Nr. 2038 in der Insel-Bücherei

Seiner Insel-Bücherei fügt der Insel-Verlag mit der Nr. 2038 den auf 184 Seiten mit 78 Abbildungen prächtig ausgestatteten Begleitband zur Ausstellung eine eigene Pretiose hinzu, für 18 € ist dieses Buch ab 11. November 2019 im Buchhandel wie auch in der Ausstellung zu erwerben, ISBN 978-3-458-20038-3.

 

Honorarfreie Pressebilder

https://staatsbibliothek-berlin.de/aktuelles/presse-news/pressebilder/aktuelle-themen/

Schlüssel für das Haus Unter den Linden erhalten

Heute wurde bei einem Festakt mit 300 geladenen Gästen der Schlüssel für die Staatsbibliothek zu Berlin im Haus Unter den Linden übergeben. Damit ist die Grundinstandsetzung und Erweiterung des über 100 Jahre alten denkmalgeschützten Gebäudekomplexes, einer der größten Kulturbaustellen im Zuständigkeitsbereich des Bundes, abgeschlossen. Seit dem Jahr 2005 wurde die Staatsbibliothek zu Berlin im Haus Unter den Linden bei laufendem Bibliotheksbetrieb unter Leitung des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung (BBR) im Auftrag der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) umfassend saniert und um einen Erweiterungsbau ergänzt.

Monika Grütters, Staatsministerin für Kultur und Medien, sagte: „Die 11 Millionen Bücher in der Staatsbibliothek zu Berlin sind, wie auch alle anderen schriftlichen Überlieferungen in deutschen Archiven und Bibliotheken, das Gedächtnis unseres Landes. Diesen unermesslichen Schatz wollen wir bewahren, möglichst vielen Menschen zugänglich machen und die Einrichtungen, in denen dieser aufbewahrt wird, pflegen. Heute steht die Staatsbibliothek frisch saniert vor uns und lädt dazu ein, sie wieder als Ganzes zu entdecken und in Besitz zu nehmen. Anstelle des alten, kriegszerstörten Kuppelsaals hat der Architekt Hans-Günter Merz einen eindrucksvollen, hellen Glaskubus entworfen, der wie ein geistiges Zentrum in der Mitte des Hauses zum Studieren einlädt, aber auch lebendiger Ort des Austausches, der Kommunikation, der Debatte ist.“

Anne Katrin Bohle, Staatssekretärin im Bundesinnenministerium erklärte: “Bauen im Bestand und bei laufendem Betrieb ist insbesondere in Zeiten guter Baukonjunktur eine Herausforderung. Mit der fachkundigen, engagierten Bauverwaltung und den Planern ist die Umsetzung hier dennoch vorbildlich gelungen.“

Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz: „Mit der jetzt abgeschlossenen Sanierung dieses Tempels der Bildung und Wissenschaft aus der späten Kaiserzeit rückt ein Haus wieder in den Blickpunkt, das den Boulevard Unter den Linden zu einer Prachtstraße macht. Das Haus ist Teil der historischen Bildungslandschaft in Berlins Mitte. Die Sanierung und Ergänzung des kriegsgeschädigten Hauses erfolgte bei laufendem Betrieb, denkmalgerecht, verantwortungsbewusst, mit höchster Sorgfalt und von hoher Qualität. Das Ergebnis ist eine historische und zugleich hochmoderne Bibliothek mit zentralem Lesesaal und diversen Fachlesesälen, bestens klimatisiert und gegen Brand geschützt, mit Buchtransportanlagen, Gruppenarbeitsräumen, Digitalisierungszentrum ausgestattet: ein würdiges Schatzhaus für die historischen Bestände und eine höchst funktionale zeitgemäße Bibliothek.”

BBR-Präsidentin Petra Wesseler verdeutlichte: „Dimension und Komplexität dieser Baumaßnahme suchen Ihresgleichen: Eine denkmalgerechte Sanierung war mit den Anforderungen an einen zeitgemäßen Bibliotheksbetrieb in Einklang zu bringen, Bauen im historischen Bestand mit der gleichzeitigen Einpassung eines Neubaus für den Lesesaal. Kuppel und Tonnengewölbe waren orientiert an der historischen Raumkubatur konstruktiv neu zu konzipieren.  Bei diesem Projekt wurden sowohl die denkmalpflegerischen als auch die komplexen statischen Herausforderungen hervorragend gemeistert.“

Barbara Schneider-Kempf, Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin, erklärte, dass es „über die vielen Jahre des tiefgreifenden Bauens gut gelungen ist, den Bibliotheksbetrieb so zu gestalten, dass wissenschaftliches Arbeiten durchgängig möglich war. Den Zugang zu den oft unikalen Beständen all die Jahre offen zu halten, war für die Forschenden dieser Generation die richtige Entscheidung.“

 

In mehreren Etappen wurde bis 2012 der nördliche Gebäudeteil instandgesetzt und mit moderner Gebäudetechnik ausgestattet, dabei wurden erstmalig die Magazine klimatisiert sowie eine Kastenförderanlage installiert. Im zeitgenössischen, als Glaskubus ausgeführten Erweiterungsbau befinden sich der mehrgeschossige Allgemeine Lesesaal und Tresormagazine für die besonders wertvollen Sondersammlungen der Bibliothek. Bereits seit 2014 sind Gebäudeteile der Akademie der Wissenschaften in Betrieb. Im Frühjahr 2017 folgten der Veranstaltungsbereich, die Räume der Generaldirektion, Sonderlesesäle sowie weitere Büroflächen.

Zentrale Aufgabe beim jüngst fertiggestellten Bauabschnitt war die Wiederbelebung der für das Gebäude charakteristischen Erschließungsachse von der offenen Eingangshalle Unter den Linden über den denkmalgeschützten Brunnenhof und die zentrale Treppenhalle in das Vestibül. Von hier aus werden die Besucher künftig den Neubauteil mit dem Allgemeinen Lesesaal betreten, der dann, wie einst sein Vorgänger, architektonischer Höhepunkt am Ende der zentralen Erschließungsachse sein wird. Zugleich wurden weitere Lesesäle für Sondermaterialien saniert und nach einem einheitlichen Gestaltungskonzept mit modernem Mobiliar eingerichtet; wo immer möglich wurde die Einrichtung aus dem Jahr 1914 restauriert und mit modernem Mobiliar ergänzt.

In den kommenden Wochen schließen sich der Rückbau der Provisorien und die umfangreichen Umzüge an, die Wiedereröffnung ist durch die Staatsbibliothek für 2020 vorgesehen. Nach Öffnung des Haupteingangs Unter den Linden wird im Bereich des heutigen provisorischen Eingangsfoyers das Bibliotheksmuseum im Erdgeschoss als nachlaufende Baumaßnahme entstehen. Darin wird die Staatsbibliothek erstmals dauerhaft einen kleinen Teil ihrer Bestände ausstellen können. Die Ausbauarbeiten beginnen unmittelbar nach Rückbau der Provisorien, nach Abschluss der Grundinstandsetzung.

Die voraussichtlichen Gesamtkosten werden bei rund 470 Millionen Euro liegen. Nach der Wiedereröffnung 2020 wird die Staatsbibliothek im Haus Unter den Linden knapp 650 Benutzerarbeitsplätze und über 50.000 Quadratmeter Nutzfläche fassen, in etwa fünfmal so viel wie das Bode-Museum. Der Gesamtkomplex umfasst 107.000 Quadratmeter Bruttogrundfläche. Damit gehört die Staatsbibliothek zu den weltweit größten Einrichtungen dieser Art.

Weitere Informationen und Bildmaterial finden Sie auf der Homepage des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung:

http://www.bbr.bund.de.