Einträge von Thomas Parschik

Humboldt ärgert den Zitteraal

Im Jahr 1799 treten Alexander von Humboldt und sein französischer Kollege Aimé Bonpland eine Reise in die Tropen an. Im Verlauf der Forschungsreise, die bis 1804 dauern wird, befahren sie den Orinoco und den Rio Negro, reisen von Cartagena nach Lima und erkunden abschließend Mexiko. In neun Tagebüchern beschreibt Humboldt seine Beobachtungen und Erlebnisse, unsere […]

Eine Frau macht Druck

Nach der Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern durch Johannes Gutenberg um 1450 war das Leiten einer Druckerei knapp 100 Jahre fast ausschließlich den Männern vorbehalten. Starb ein Buchdrucker, heiratete dessen Witwe häufig zeitnah einen anderen Drucker oder einen ihrer Gesellen, die Druckerei wurde verkauft, oder die Leitung des Druckbetriebs ging an einen ihrer Söhne über. […]

Ein Bruchpilot im Brunnenhof

Im Brunnenhof unseres Hauses Unter den Linden war Ende vorletzter Woche eine junge Möwe gestrandet. Sie wirkte gesund. Am Hinterkopf sah man noch den Babyflaum. Die Flügel waren voll ausgebildet. Trotzdem klappte es mit dem Fliegen überhaupt nicht. Vom Wachpersonal und von Besuchenden wurde sie mit Wasser und Futter versorgt. Offenbar handelte es sich um […]

Röntgentermin für den Pharao

Am 8. November 1895 entdeckte Wilhelm Conrad Röntgen die nach ihm benannten Strahlen. Bereits 1897 unternahm der Ägyptologe Sir William Matthew Flinders Petrie den Versuch, die Arme und Beine einer Mumie mittels Röntgenstrahlung zu untersuchen. Die Untersuchung fand im Anatomischen Institut der Universität London statt. Auf den Aufnahmen glaubte Flinders Petrie Spuren von rituellem Kannibalismus […]

Eine anmutig zarte Welt aus Papier

Unsere ehemalige Kollegin Frau Dr. Renate Schipke entdeckte bei ihrer Arbeit im Bestand des Handschriftenreferats ein einzigartigen Zeugnis barocker Buchkultur, „eine anmutig zarte Welt aus Papier“, wie sie es in einem Aufsatz über Scherenschnitte in den Sammlungen der Staatsbibliothek bezeichnete. Es handelt sich um ein Sonderbares Kräuterbuch, das der aus Schlesien stammende Jurist Johann Christoph […]

Die verlorene Schrift eines Mönchs

Vermutlich stammte er aus Westengland. Irgendwann um 1299 trat er in den Benediktinerorden ein. Er bereiste Nordengland und verbrachte zumindest seine letzten Lebensjahre im Kloster St. Werburgh in Chester. Hier fand er nach seinem Ableben um 1363/64 seine letzte Ruhestätte. Sein Name lautete Ranulf Higden oder auch Ranulf Higdon. Higden war einer der bedeutendsten englischen […]