Das Blog-Netzwerk der Staatsbibliothek zu Berlin – Beiträge für Forschung und Kultur

Zusätzliche digitale Quellen freigeschaltet

Zusätzliche digitale Quellen freigeschaltet

Die momentane Situation im Zusammenhang mit den Coronavirus-Präventionsmaßnahmen erschwert den Bibliotheksbetrieb weltweit. Einige Verlage und Anbieter haben reagiert, indem sie zusätzliche digitale Inhalte ohne Aufpreis verfügbar gemacht haben. Die folgenden Angebote können wir Ihnen ab sofort für einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung stellen:

JSTOR
Umfangreiche Volltextdatenbank mit Zugriff auf komplette Zeitschriftenjahrgänge sowie zahlreiche e-Books. JSTOR bietet ab sofort zusätzlich freigeschaltete Titel zahlreicher Einzelverlage (Übersicht).

Nomos eLibrary
E-Book-Angebot des renommierten deutschen Wissenschaftsverlags mit fachlichem Schwerpunkt in der Rechtswissenschaft, aber auch in den Sozial-, Wirtschafts- und Geisteswissenschaften. Zugriff besteht nun auch auf die Backlist-Titel, die vor 2011 erschienen sind. Das Angebot ist vorläufig begrenzt bis zum 09.04.2020.

Project Muse
Umfangreiche Sammlung aktueller geistes- und sozialwissenschaftlicher Fachzeitschriften sowie E-Books; viele Verlage schalten bis Ende Mai oder Ende Juni zusätzliche Titel frei (Übersicht).

ProQuest Ebook Central
Unlimitierte Simultanzugriffe auf alle lizenzierten und über die Plattform Ebook Central angebotenen E-Books des Anbieters ProQuest (Details).

Tectum eLibrary
E-Book-Angebot des Tectum-Wissenschaftsverlags, freigeschaltet bis 09.04.2020.

Weitere Zusatzangebote werden sukzessive ergänzt.

Bitte beachten Sie auch unseren Übersichtsartikel zur Auswahl der geeigneten Recherchesysteme für den Zugriff auf unsere elektronischen Ressourcen vom 17.03.2020.

Digitale Lektüretipps 5: Kuratierte Datensets aus den Digitalisierten Sammlungen: Coding Gender – Individual Lives

 Ein Beitrag aus unserer Reihe Sie fehlen uns – wir emp-fehlen Ihnen: Digitale Lektüretipps aus den Fachreferaten der SBB

Die Staatsbibliothek zu Berlin hat nicht nur Datenbanken und eBooks für Sie lizenziert, sondern auch zahlreiche Handschriften, frühe Drucke und weitere Materialien aus ihren historischen Beständen digitalisiert. Das gesamte Angebot von derzeit 167.600 Werken finden Sie in unseren Digitalisierten Sammlungen.

Für den Kulturhackathon „Coding Gender” haben wir im vergangenen Sommer aus den Digitalisierten Sammlungen zehn thematisch kuratierte Datensets zusammengestellt, die wir Ihnen hier nochmals vorstellen möchten. Wir freuen uns sehr, wenn unsere digitalen historischen Bestände zum Thema „Women in Cultural Data” Sie zu eigenen wissenschaftlichen oder kreativen Projekten inspirieren!

Datenset Individual Lives – Lebensdokumente ausgewählter Personen

Wenn Frauen in der Frühen Neuzeit – und bis weit ins 20. Jahrhundert hinein – auf traditionell den Männern vorbehaltenen Gebieten wie Wissenschaft und Kunst tätig waren, wurden ihnen meist viele Steine in den Weg gelegt. Schaffte es eine Frau dennoch, in einem dieser Bereiche Erfolg zu haben, wusste man nicht so recht, wie dieser nicht vorgesehene Fall zu bewerten sei. Ein beliebter Ausweg bestand darin, der Künstlerin oder Wissenschaftlerin kurzerhand „männliche” Eigenschaften zuzuschreiben.

Beispiele für dieses Vorgehen finden sich im Coding Gender-Datenset „Individual Lives”, dessen Dokumente Schlaglichter auf den individuellen Umgang mit Geschlechterrollen und Kategorisierungen werfen und ihren historischen Kontext ausschnitthaft lebendig werden lassen.

Die Schriftstellerin Elisa von der Recke (1754-1833) hielt sich nach der Scheidung ihrer Ehe am Hof ihrer Halbschwester Dorothea von Kurland auf, unternahm Reisen durch ganz Europa und stand mit zahlreichen Intellektuellen und Künstler*innen ihrer Zeit in Kontakt. Zu ihren Werken zählen unter anderem pietistische Kirchenlieder, Tagebücher und Memoiren sowie eine ausgedehnte Korrespondenz.

Auf einem Portraitstich von 1792 aus dem Bestand der Staatsbibliothek  sind unter dem ovalen Brustbild der Schriftstellerin eine Lyra und zwei Bücher – Symbole ihres Schaffens – an einen Sockel gelehnt, und Elisa von der Recke wird folgendermaßen charakterisiert:

Femina fronte patet / vir pectore / diva decore.

(Dem Gesicht nach ist sie eine Frau, dem Geist nach ein Mann, dem Ruhm nach göttlich).

Das Klischee der „männlichen” Frau funktionierte auch hundert Jahre später noch bestens. Die Musikerin Luise Adolpha Le Beau (1850-1927) studierte in München bei Josef Gabriel Rheinberger und war zu ihren Lebzeiten als Komponistin und Konzertpianistin erfolgreich. In einer Besprechung zur Aufführung ihres Klaviertrios d-moll (op. 15) im Jahr 1919 wurde denn auch befunden, das Werk verrate „geradezu männliche Herbheit und Kraft” (Badeblatt: Fremdenliste und Mitteilungsblatt der Bäder- und Kurverwaltung Baden-Baden, 18.10.1919).

Der in der Staatsbibliothek zu Berlin aufbewahrte Nachlass von Le Beau enthält neben Notenhandschriften und anderen Dokumenten auch zahlreiche Briefe, die die Probleme und Hürden thematisieren, mit denen sich die Komponistin aufgrund ihres Geschlechts konfrontiert sah. Besonderen Weitblick zeigt dabei der Brief von 1896, in dem Le Beau der Staatsbibliothek (damals: Königliche Bibliothek) ihren handschriftlichen Nachlass anbietet. Darin schreibt sie:

Es wurde mir – als einer der ersten Damen, welche mit größeren musikalischen Werken in die Öffentlichkeit trat – mitunter sehr erschwert, Gelegenheit zur Vorführung meiner Werke zu finden (…) Es werden neben und nach mir aber noch manche Komponistinnen (…) erscheinen und die Musikgeschichte wird später wohl auch einmal von dem Wirken der Damen auf diesem Gebiet Notiz nehmen wollen (…). [Daher] bitte ich, die Manuscripte meiner Werke als einen historischen Beitrag in das Archiv der Königlichen Bibliothek gütigst aufnehmen zu wollen.

Die Bibliothek hat den Nachlass angenommen und die Dokumente warten darauf, kreativ und wissenschaftlich von Ihnen genutzt zu werden!

Wenn Sie sich übrigens einen musikalischen Eindruck von Le Beaus Werken verschaffen möchten, können Sie dies über den von uns lizenzierten Streamingdienst Naxos Music Library tun.

Eine Übersicht aller Dokumente des Datensets “Individual Lives” finden Sie hier: https://blog.sbb.berlin/hackathonsbb/.

Current information on the closure of the Staatsbibliothek zu Berlin

Until further notice, the Staatsbibliothek zu Berlin will remain closed for the public. On this page we will regularly inform you about further developments and the services which we will be able to offer during the closure period.

In order to prevent the spread of the Coronavirus, the Stiftung Preußischer Kulturbesitz (SPK) (Prussian Cultural Heritage Foundation) – the Staatsbibliothek is part of it – has decided, until further notice, to close all their buildings for the public. Staff has been reduced to an absolute minimum. This is meant to protect visitors and staff members from possible infection.

For the time being, we have made the following arrangements for the users of the Staatsbibliothek zu Berlin:

Questions and current information

You can contact us

  • by phone from Monday to Friday between 10 am and 4 pm on +49 30 266 433888
  • via our information portal

Validity of the library card

We have extended the validity of your library cards by 50 days in order to enable you to use our electronic services during the closure period.

If your library card has already expired, please send us the number of your library card via our information portal. Usually we can reactivate your membership. For organisational reasons, it is currently not possible to renew your membership using the form offered so far.

New registration

From now on, you can register online in a simplified, electronic admission procedure to use our electronic resources. This offer is valid until 30 April 2020. You will find all details on our registration page (so far only in german).

Overdue fines

Already existing overdue fines can be payed by transfer: (https://staatsbibliothek-berlin.de/en/service/details-on-service-and-use/loan-period-renewals-and-overdue-fines/#tab3) Please note that payments cannot yet be credited to your library account. If you only want to pay fees after the closing time, there are no disadvantages.

Borrowed items – Renewals and Reminders

You need not renew items which you have already borrowed. You will neither receive information on the end of the loan period nor any reminders.

Borrowed items with reservation

There are no overdue fines for items already reserved by other users. Please return these media as soon as possible when the library reopens.

Borrowed items – returns

Please keep the borrowed books until the library reopens. A return at this time is completely sufficient.

If you absolutely wish to return borrowed items now, please use the postal service (Address: Leihstelle der Staatsbibliothek, Potsdamer Str. 33, 10785 Berlin).

Itemes in the Book collection area or Reading room hold shelf

All media that you have ordered but have not yet picked up, as well as all volumes that you have in the Reading room hold shelf, will remain on the shelves for you until the library is reopened and can then be picked up or used again.

Order media or make a reservation

Books can neither be ordered nor reserved at the moment. Please use our online offers during the closing time.

Reviews in the stacks

Since we have minimized our internal operations as much as possible, it is unfortunately not possible to carry out checks in our stacks. Please contact us again after the library has reopened with your request and we will check it as soon as possible.

Interlibrary loan

Interlibrary loan operations have largely ceased throughout Germany. Therefore, no interlibrary loan orders can be placed in the State Library at the moment. However, individual libraries still deliver via Subito.

Interlibrary loan volumes that have already been made available or borrowed for home use are subject to the same regulations as volumes of the Staatsbibliothek.

Interlibrary loan requests from other libraries

We are currently unable to process orders via interlibrary loan and document delivery (Subito), nor can we process enquiries. Interlibrary loans from the Staatsbibliothek (1/1a) are currently not reminded or recalled and no extra requests for renewals have to be made. We will also be generous with volumes that have been made available but not yet borrowed.

Digitization orders

Currently, it is not possible to place a digitization order with our DigiService.

Permanent lockers and carrels

Unfortunately, it is currently impossible to give you any access to your permanent lockers or carrels.

Events / Trainings / Consultations

Besides the closure of the building we also have to cancel all planned events, trainings and consultations until further notice. For the time being, the Beethoven exhibition at our site Haus Unter den Linden has also been closed. For this exhibition we would like to recommend our Virtual Exhibition.