Unsere Beiträge zu den Wissenschaften und Forschung

Zusätzliche digitale Quellen freigeschaltet

Zusätzliche digitale Quellen freigeschaltet: neue Angebote

Die momentane Situation im Zusammenhang mit den Coronavirus-Präventionsmaßnahmen erschwert immer noch den Bibliotheksbetrieb weltweit. Einige Verlage und Anbieter haben reagiert, indem sie vorübergehend zusätzliche digitale Inhalte ohne Aufpreis verfügbar gemacht haben. Die folgenden Angebote können wir Ihnen ab sofort für einen begrenzten Zeitraum zur Verfügung stellen:

Arts and Humanities Database
Multidisziplinäre Volltextdatenbank mit Inhalten aus den Geistes- und Kulturwissenschaften; Content reicht zurück bis ins Jahr 1970. Zugriff freigeschaltet bis 9.7.2020. (Details)

De Gruyter (E-Books)
Der renommierte Verlag De Gruyter macht befristet bis zum 31.7.2020 rund 75.000 zusätzliche Titel zugänglich. An einem automatisierten Nachweis der Einzeltitel im Stabikat arbeiten wir; bis dahin finden Sie auf der Verlagswebsite eine Inhaltsübersicht mit Links zu den Einzeltiteln.

Duncker & Humblot (E-Books)
Rund 6.500 E-Books aus dem Programm des Verlags Duncker & Humblot sind bis 30.7.2020 im Fernzugriff verfügbar.

Gale Reference Complete
Multi-Purpose-Volltexportal mit Schwerpunkt Literaturwissenschaft: Primär- und Sekundärquellen, E-Books, Zeitschriften, Nachschlagewerke. Zugriff bis 30.9.2020.

JSTOR
Umfangreiche Volltextdatenbank mit Zugriff auf komplette Zeitschriftenjahrgänge sowie zahlreiche e-Books. JSTOR bietet ab sofort zusätzlich freigeschaltete Titel zahlreicher Einzelverlage (Übersicht).

MIT Press Direct
E-Books zu Themen aus dem Spektrum der MINT-Fächer aus dem Programm von MIT Press (Massachusetts Institute of Technology). Zugriff freigeschaltet bis 30.6.2020.

Project Muse
Umfangreiche Sammlung aktueller geistes- und sozialwissenschaftlicher Fachzeitschriften sowie E-Books; viele Verlage schalten bis Ende Mai oder Ende Juni zusätzliche Titel frei (Übersicht).

Screen Studies
Umfangreiche Volltextdatenbank zur Film- und Fernsehwissenschaft mit Content der Verlage Bloomsbury und Faber & Faber sowie des British Film Institute. Freigeschaltet bis 31.5.2020.

Taylor & Francis (e-Journals) (neue Suchoberfläche)
Mehrere Hundert vorübergehend zusätzliche verfügbare E-Journals des Verlags Taylor & Francis, momentan leider noch ohne Einzeltitelnachweis, d. h. Sie können “nur” das gesamte Archiv durchsuchen. Taylor & Francis bietet außerdem eine Microsite mit COVID19-relevantem Material.

Vogue Archive
Stil ist wichtig, gerade in Zeiten wie diesen: Zugriff auf das Archiv der ikonischen Zeitschrift Vogue bieten wir Ihnen bis 9.7.2020.

Web of Science (Fernzugriff) 
Die sehr umfangreiche interdisziplinäre Datenbank Web of Science ist derzeit auch im Fernzugriff, d.h. von außerhalb der Staatsbibliothek zugänglich.

Die Liste wird laufend ergänzt.

Für Zusatzangebote aus dem Bereich Osteuropa und (Ost-)Asien schauen Sie bitte auch bei den Kolleg*innen des Slavistik-Portals und von CrossAsia vorbei. Generelle Überblickslisten zusätzlicher Angebote (Hinweis: nicht alle können für die SBB freigeschaltet werden) finden Sie bspw. hier und hier.

Und schließlich: Bitte beachten Sie auch unseren Übersichtsartikel zur Auswahl der geeigneten Recherchesysteme für den Zugriff auf unsere elektronischen Ressourcen.

Digitale Lektüretipps 55: Als virtuelle Kreuzfahrende rund um den Stiefel – mit AIDA zu Italiens Wissenschaft

Ein Beitrag aus unserer Reihe Sie fehlen uns – wir emp-fehlen Ihnen: Digitale Lektüretipps aus den Fachreferaten der SBB

Schritt für Schritt öffnen die Lesesäle wieder ihre Türen und verstärken die Zugangsmöglichkeiten zu unseren Ressourcen. Gerne versorgen wir Sie aber weiterhin mit unseren digitalen Lektüretipps – jetzt nicht mehr als kleiner Ersatz für die fehlenden Recherchemöglichkeiten vor Ort, sondern in etwas gemächlicherem Turnus als gleichsam unterhaltsame wir informative Ergänzung. Heute geht es virtuell auf hohe See:

Man könnte jetzt lange über die missliche Lage von Kreuzfahrschiffpassagieren und -besatzung zum Ausbruch der Pandemie schreiben, aber irgendwann ist es auch einmal gut mit den ganzen Analogien. Vielleicht stellen wir uns lieber vor, auf einem luxuriösen Schiff zu den italienischen Gefilden der Geistes- und Sozialwissenschaft zu segeln. Der Name Aida taucht – möglicherweise inspiriert vom arabischen Frauennamen Ayda – erstmals in einer Erzählung des französischen Ägyptologen Auguste-Édouard Mariette auf und wurde durch Giuseppe Verdis gleichnamige Oper, die auf dieser Erzählung fußte, populär. Offenbar fake news ist, dass Verdi die Oper anlässlich der Eröffnung des Sueskanals komponiert habe, doch damit war die Verbindung zur Seefahrt geschaffen und diese inspirierte ein bekanntes Kreuzfahrtunternehmen, seine Flotte nach Aida zu benennen.

In unserem heutigen Beitrag geht es aber um eine andere AIDA, ein zauberhaftes Akronym einer eher nüchternen, aber natürlich umwerfend nützlichen Datenbank, die auf den vollen Namen Articoli Italiani di Periodici Accademici hört (AIPA hätte tatsächlich nicht ganz so gut geklungen). Der deutsche Titel dieses Dampfers der Literaturrecherche heißt Bibliographie der italienischen Zeitschriftenliteratur und sie kann mit einem Bibliotheksausweis der Staatsbibliothek auch von zuhause (oder vom Sonnendeck) aus im remote access benutzt werden.

AIDA, ein Produkt des Verlages De Gruyter-Saur, enthält fast 287.000 Zeitschriftenaufsatztitel aus rund 1.400 italienischen geistes- und sozialwissenschaftlichen Zeitschriften. Um es noch einmal zu verdeutlichen: Es handelt sich also nicht nur um Zeitschriften, die sich mit der italienischen Kultur oder Gesellschaft oder Geschichte beschäftigen, sondern Organe zu sämtlichen geistes- und sozialwissenschaftlichen Fachgebieten, die in Italien erforscht und herausgegeben werden. Zugegeben: es ist viel Italianistik, italienische Geschichte und Geistesgeschichte darunter, aber auch Germanistik und klassische Philologie, Geografie, Soziologie, Kunstgeschichte und Architektur, Rechtswissenschaft, Philosophie, Theologie, Ethnologie, sogar Stadtplanung und Tourismusforschung, um nur einige zu nennen. Sollte Ihr Fachgebiet darunter sein, werden Sie nicht im Trüben fischen. Oder paddeln. Whatever. Hier finden Sie die Liste aller ausgewerteten Zeitschriften. 10.000 neue Einträge kommen pro Jahr hinzu. Angeblich sind nur Daten ab 1997 enthalten, tatsächlich kann man aber auch (mithilfe der Suchmöglichkeit nach Jahreszahlen) Zeitschriftenaufsätze aus dem Archivio storico italiano ab 1849 finden. Im Klappentext heißt es: „Veröffentlichungen aus allen Gebieten der Geisteswissenschaften, auch aus Randbereichen, werden einbezogen. Zusammen mit italienischen Bibliothekaren wird ein möglichst repräsentativer Querschnitt der aktuellen geisteswissenschaftlichen Literatur erstellt. Die Aufsatztitel werden von einem italienischsprachigen Redakteur ausgewertet und zusammengestellt. AIDA ist daher eine ideale Ergänzung zur IBZ.“

IBZ ist, falls Sie diese Datenbank noch nicht kennen, die Internationale Bibliographie der Geistes- und Sozialwissenschaftlichen Zeitschriftenliteratur mit 3,2 Millionen Zeitschriftenaufsätzen aus 11.500 Zeitschriften der Jahre 1983ff. Jährlich kommen über 120.000 Eintragungen hinzu. Auch hier sind italienische Fachzeitschriften ausgewertet (z.B., um im Thema zu bleiben: Aegyptus. Rivista italiana di egittologia e di papirologia oder Africa. Rivista trimestrale di studi e documentazione dell’Istituto Italiano per l’Africa e l’Oriente oder auch das Archivio Storico Italiano). Alle diese Zeitschriften sind auch in AIDA ausgewertet. Dafür finden sich in AIDA noch mehr Spezialorgane, z.B. Afriche e orienti. Rivista di studi ai confini fra Africa e Mediterraneo e Medio Oriente oder auch Archeologia africana, außerdem Terra d’ Africa ebenso wie die Studi di Egittologia e papirologia). Und so könnte man immer weiter aufzählen. Da capo al fine.

Hinweise zur Eingabe Ihrer Suchanfragen in die Datenbank finden Sie hier. Voreingestellt ist die Suche in den „Volltexten“. Dies sind allerdings „nur“ die Volltexte der Literaturangaben, nicht die Volltexte der Zeitschriftenaufsätze. Letztere sind in dieser rein bibliographischen Datenbank leider nicht enthalten, sondern müssen in einem zweiten Schritt recherchiert und aufgerufen oder bestellt werden. Angegeben sind zwar italienische Bibliotheken, die die jeweiligen Zeitschriften in ihrem Bestand haben. Das nützt Ihnen wahrscheinlich leider wenig.

Die Datenbank ist aber mit einem SFX-Button ausgestattet, den Sie finden, wenn Sie die Vollanzeige des Treffers aufrufen. SFX steht in der Filmindustrie für „special effects“. Der special effect dieses Buttons, der in unseren Datenbanken „SBB link“ heißt, ist, dass Sie Unterstützung bei der Recherche nach den Zeitschriften, in denen Ihr Wunschartikel veröffentlicht wurde, erhalten. Das kleine Programm sucht automatisch, ob es eine elektronische Version des Aufsatzes im Bestand der Staatsbibliothek gibt, also ein e-Journal oder eine retrodigitalisierte Druckausgabe der Zeitschrift. Manchmal funktioniert es, dass Sie sich dann direkt in diese Onlineausgabe weiterklicken, manchmal muss man sich auch neu identifizieren. Das Archivio storico italiano ist beispielsweise in der Datenbank JSTOR enthalten. Für diese müssen Sie sich noch einmal neu als Benutzer_in der SBB ausweisen. Sollte es keine elektronische Fassung geben, verrät Ihnen „SBB link“, ob eine gedruckte Zeitschrift des gesuchten Jahrgangs in der Staatsbibliothek vorrätig ist. Und wenn das alles nicht der Fall ist, kommt nicht ganz „subito“, also sofort / sogleich, aber de facto nach ein paar Tagen Ihre kostenpflichtige Bestellung über den Lieferdienst Subito zu Ihnen in den Briefkasten. Oder Sie nutzen unseren Fernleihservice, der auch wieder angelaufen ist. Allora – auf zu neuen Ufern der Recherche! Viel Erfolg dabei und ahoi!

Webinar-Reihe für Promovierende: 2. Juni bis 2. Juli 2020

Als Forschungsbibliothek begleitet die Staatsbibliothek zu Berlin akademische Veröffentlichungsprojekte nicht nur mit Literaturangeboten, sondern seit mehreren Jahren auch mit der modularen Veranstaltungsreihe Publish or Perish!? Wissenschaftliches Publizieren (nicht nur) für Promovierende.

Um Ihnen auch in Pandemiezeiten mit praxiserprobten Tipps u.a. bei der Gestaltung Ihres Verlagsvertrags, bei der Akquise von Druckkostenzuschüssen oder der Klärung von Bildrechten zur Seite stehen zu können, bieten wir dieses Veranstaltungsformat künftig auch als eigenständige, also frei kombinierbare Webinare von jeweils einer Stunde an – und das nunmehr sogar häufiger. Unverändert geblieben ist dagegen der konzeptionelle Zuschnitt unserer Reihe, die wir mit Blick auf ihre neue technische Umsetzung jeweils um ein offenes Beratungsmodul zur gemeinsamen Diskussion Ihrer konkreten Fragen erweitern wollen:

  • Rahmenbedingungen des wissenschaftlichen Publizierens
  • Wissenschaftliches Publizieren im Open Access
  • Bildrechteklärung
  • Forschungsdatenmanagement

Melden Sie sich für die Veranstaltung(en) Ihrer Wahl gleich hier an. Alle Angemeldeten erhalten vor Beginn des Webinars den Zugangslink per E-Mail. Informationen zu Inhalten, Dozent*innen und Procedere erhalten Sie per Klick auf die Veranstaltung.

Termine:

Rahmenbedingungen des wissenschaftlichen Publizierens
Dienstag, 2. Juni 2020, 17-18 Uhr

Fragestunde ‚Rahmenbedingungen des wissenschaftlichen Publizierens‘
Donnerstag, 4. Juni 2020, 17-18 Uhr

Wissenschaftliches Publizieren im Open Access
Dienstag, 9. Juni 2020, 17-18 Uhr

Fragestunde ‚Open Access‘
Donnerstag, 11. Juni 2020, 17-18 Uhr

Bildrechteklärung
Dienstag, 23. Juni 2020, 17-18 Uhr

Fragestunde ‚Bildrechteklärung‘
Donnerstag, 25. Juni 2020, 17-18 Uhr

Forschungsdatenmanagement
Dienstag, 30. Juni 2020, 17-18 Uhr

Fragestunde ‚Forschungsdatenmanagement‘
Donnerstag, 2. Juli 2020, 17-18 Uhr