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Schließung des Lesesaals der Kinder- und Jugendbuchabteilung im Westhafen zum 1. Dezember 2019

und Umzug in die „Schatztruhe“ Unter den Linden

Detail aus einem Ausschneidebogen für Bonboncouverts
Neuruppin : Oehmigke & Riemschneider,. [ca. 1853]
Signatur: NROR 02153

Aus den im Sommer 2011 avisierten zwei bis drei Jahren wurden schließlich achteinhalb. Nun steht fest, dass die Kinder- und Jugendbuchabteilung im ersten Quartal 2020 endlich zurück an ihren ursprünglichen Sitz ins Haus Unter den Linden ziehen kann. Daher mussten wir unseren Lesesaal im Getreidespeicher am Westhafen zum 1. Dezember schließen, um den anstehenden Umzug vorzubereiten. (Allein die Anzahl unserer Kinder- und Jugendbücher beträgt – so, wie sie im Regal stehen – etwa die Strecke, die man auf der Straße zwischen dem Getreidespeicher am Westhafen und unserem historischen Stammhaus Unter den Linden zurücklegt, nämlich fast 6,5 km!)

Detail aus einem Figurenbogen für Papiertheater: Knecht Rupprecht / Ill. von Paul Wagner. – 3. Ausg. – Esslingen : Schreiber, 1889.
Signatur: ES 00531

Damit die Umzüge aller betroffenen Abteilungen sowie einige noch ausstehende Umbau- und Reparaturmaßnahmen durchgeführt werden können, wurde das Haus Unter den Linden wiederum zum 1. November für mindestens fünf oder sechs Monate geschlossen.

Während der Schließung unseres Lesesaals stehen Ihnen knapp 3.000 Titel historischer Kinder- und Jugendliteratur innerhalb der Digitalisierten Sammlungen zur Verfügung. (Digitalisierter Bestand)

Außerdem können Sie 17 Datenbanken online – auch im Fernzugriff – nutzen.

Darüber hinaus sind wir für bestandsbezogene bibliografische Auskünfte per E-Mail, Webseitenformular bzw. per Post erreichbar. Zur Bearbeitung schriftlicher Anfragen, die sich unmittelbar auf einzelne Bände des Bestands beziehen, ist allerdings die physische Verfügbarkeit des jeweiligen Materials erforderlich.

Davon wird auch die Möglichkeit abhängen, eingehende Fernleihbestellungen erfolgreich bearbeiten zu können.

Mit der Wiedereröffnung unseres Hauses Unter den Linden stehen Ihnen die Bestände und der Lesesaal der Kinder- und Jugendbuchabteilung wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Wir freuen uns darauf, Sie dann in unserer „Schatztruhe“, wie Andreas Kilb in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung am 5. November 2019 anlässlich der Schlüsselübergabe am Tag zuvor schrieb, begrüßen zu dürfen!

RFID-Einführung und Wegfall der Kontrollzettel

Am 13.12.2017 berichteten wir schon einmal über die Einführung von RFID (Radiofrequenz-Identifikation – eine weit verbreitete Technologie zur berührungslosen automatischen Identifizierung von Objekten über Funk-Erkennung). Die Anwendung dient der Mediensicherung und unterstützt die Buchausleihe. Im Haus Unter den Linden wird RFID bereits seit 2013 genutzt.

SBB, Haus Potsdamer Straße / RFID-Gate

SBB, Haus Potsdamer Straße / RFID-Gate

Nun ist auch die Vorbereitungs- und Testphase im Haus Potsdamer Straße abgeschlossen und die RFID-Gates an der Einlasskontrolle sind aktiv. Sie lösen ein optisches und akustisches Signal aus, wenn Bände nicht aus dem Lesesaal herausgenommen werden dürfen. Sowohl Bücher, die Sie für die Nutzung im Lesesaal ausgeliehen haben, als auch Bände der Handbibliotheken sind so gegen eine Mitnahme gesichert. Sollte Ihrer Meinung nach ein Irrtum vorliegen, wenden Sie sich bitte zur Klärung an die Bücherausgabe im Haus Unter den Linden oder die Mitarbeitenden im Buchabholbereich im Haus Potsdamer Straße. Bei Büchern anderer Bibliotheken haben wir leider keinen Einfluss auf deren Sicherung. Im Zweifelsfalle klärt die Eingangskontrolle, ob es sich um ein solches Werk handelt.

SBB / Kontrollzettel für die Mitnahme von Büchern in der Lesesaal

SBB, Kontrollzettel

Die Einführung von RFID führt auch zu einer Komfortverbesserung für Sie: Ab 03.07.2019 verzichten wir in beiden Häusern – zunächst testweise – beim Passieren der Eingangskontrolle auf die Ausgabe der Kontrollzettel. Bitte haben Sie Verständnis, dass wir uns auch weiterhin zeigen lassen, was Sie aus dem Lesesaal mit hinausnehmen.

Rückblick: Lange Nacht der Recherche 2019

Unter dem Motto „Verstehen – Vernetzen – Versacken“ lud die Stabi am 9. Mai 2019 zur zweiten Langen Nacht der Recherche. Aus verschiedenen Workshops, Posterpräsentationen, Kurzvorträgen, 1:1-Beratungen und Stand Up-Sessions konnten sich die Besucherinnen und Besucher ihr individuelles Abendprogramm rund um die Recherche und das wissenschaftliche Arbeiten erstellen oder auch einen Blick hinter die Kulissen der Bibliothek und ihrer Services werfen. Die Aktionen konzentrierten sich größtenteils auf das sonst recht leere Ostfoyer, das nun wie ein geschäftiger Marktplatz wirkte und zu Erkundungsrunden verlockte.

Grundsätzlich verbindet man mit der Bibliothek – zumindest mit der wissenschaftlichen Bibliothek – ja einen Ort der Stille und der Konzentration. Ganz anders in der Langen Nacht der Recherche, in der die Teilnehmenden in lockerer und entspannter Atmosphäre mit anderen Gästen und heiteren Bibliothekarinnen und Bibliothekaren ins Gespräch kommen. Der persönliche Austausch stand dabei besonders im Vordergrund, ob bei der Erörterung spezifischer Forschungsfragen, bei der Beratung zu geeigneten Rechercheinstrumenten und –strategien, bei praktischen Trainings zu Lesetechniken, Schlüsselbegriffen und Zeitmanagement oder Empfehlungen bei rechtlichen Fragen rund um das wissenschaftliche Publizieren. Jederzeit standen Mitarbeitende für ausführliche Gespräche bereit. Doch zu entdecken gab es noch viel mehr: Nur selten haben Nutzerinnen und Nutzer beispielsweise die Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen. Umso begehrter waren die Vorstellung der hauseigenen Buchbinderei und die Präsentation von kostbaren Handschriften, aber auch die Führungen durch Großraumbüros, Magazinanlagen und unser Buchtransportsystem (die sogenannte „Kastenförderanlage“) sowie die anschaulichen Erläuterungen zu den vielen Arbeitsplätzen, die ein Buch in der Stabi passiert, bis es den Nutzern ausgehändigt werden kann. Mitarbeitende und Gäste stärkten sich gleichermaßen am gegenseitigen Wissensdurst.

Ums Kennenlernen ging es auch bei einem neuen Angebot der Stabi – dem in der Wissenschaft beliebten Science Slam. Mit ihren Vorträgen zu historischen Menükarten, der Kulturgeschichte der Mülltonne und der Entwicklung der Künstlichen Intelligenz zeigten drei Nutzerinnen und Nutzer die große Bandbreite der im Haus beforschten Themen auf und stießen angeregte Gespräche an. Doch nicht nur mit Vorträgen kamen die Gäste selbst zu Wort, sondern auch an der Station „Die Stabi und ich“, an der sie entweder still und anonym mit Kärtchen oder im Austausch mit Kolleginnen über ihre Erfahrungen und Erlebnisse in der Stabi berichten, Lob oder Kritik äußern und Fragen stellen konnten. Die Anregungen sollen selbstverständlich nicht verhallen. In einem eigenen Blogbeitrag zur Nachlese werden die Berichte und Meinungen der Nutzer in Kürze vorgestellt, Fragen beantwortet und Optimierungsmöglichkeiten diskutiert.

Ein ganzer Arbeitstag in der Bibliothek kann anstrengend sein – eine Lange Nacht der Recherche vielleicht auch. Mit meditativen Yoga-Einheiten und praktischen Mitmachaktionen zu Visual Notes und Origami bot die Veranstaltung für Geist und Körper die passende – und vor allem „nachmachbare“ Erholung. Zudem bot sich am Stand der Crypto-Engel die Gelegenheit, die Sicherheit der eigenen Kommunikation mit Laptop und Smartphone zu optimieren.

Zum Schluss kamen die Besucher und Akteure in der Eingangshalle noch einmal ungezwungen ins Gespräch und ließen den Abend bei einem von der Brauerei BRLO spendierten Bier und Salzbrezeln langsam ausklingen. Das Feedback der Teilnehmer fiel positiv aus und die Organisatoren und Helfer stecken inzwischen schon wieder die Köpfe zusammen, um erste Idee für das nächste Jahr zu sammeln!