Buchvorstellung und Gespräch mit Wolfgang Huber am 21.2.

Auf dem Weg zur Freiheit: Wolfgang Huber liest aus seiner aktuellen Bonhoeffer-Biographie

  • Termin

    Donnerstag, 21. Februar 2019

    18 Uhr

  • Veranstaltungsort

    Staatsbibliothek zu Berlin
    Otto-Braun-Saal
    Potsdamer Straße 33
    10785 Berlin

  • Anfahrt

    S + U Potsdamer Platz

    Bushaltestelle
    H Potsdamer Brücke (Bus M29)
    H Varian-Fry-Straße (Bus 200)
    H Kulturforum (Bus M48)

  • Alle Veranstaltungen

    Klicken Sie hier um zu einer Übersicht unserer Veranstaltungen zu gelangen.



Wolfgang Huber, gern gesehener Gast der Generaldirektorin der Staatsbibliothek, Barbara Schneider-Kempf (im Hintergrund Fahne mit Foto von Bettina Flitner), Foto: SBB-PK, CC-BY-NC-SA-3.0


Wolfgang Huber liest aus seiner aktuellen Biographie “Dietrich Bonhoeffer: Auf dem Weg zur Freiheit” und ist anschließend im Gespräch mit Paul Nolte

Begrüßung
Barbara Schneider-Kempf, Generaldirektorin  der Staatsbibliothek zu Berlin

Lesung
Wolfgang Huber
ehem. Berliner Bischof und Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland

Gespräch
Paul Nolte
Präsident der Evangelischen Akademie zu Berlin
und Wolfgang Huber

Kleiner Empfang

In Kooperation mit dem C.H. Beck-Verlag

Eintritt frei

Um Anmeldung wird gebeten bis zum 14.2.19: events@sbb.spk-berlin.de

Faksimile von Bonhoeffers Gedicht “Wer bin ich?”

Über den Nachlass von Dietrich Bonhoeffer in der Staatsbibliothek zu Berlin

Dank französisch-deutsch-amerikanischer Kooperation kehrt eine mittelalterliche Handschrift nach 77 Jahren nach Berlin zurück

In gemeinsamer Anstrengung gelang es vier Institutionen in Frankreich, Deutschland und den U.S.A., eine mittelalterliche Handschrift wieder dorthin zurückzubringen, von wo aus sie vor 77 Jahren ihren über viele Jahre unbekannten Weg genommen hatte: in die Staatsbibliothek zu Berlin, Unter den Linden. Beteiligt waren die Pariser Société des manuscrits des assureurs français, die Bibliothèque Nationale de France mit Sitz in Paris, die B. H. Breslauer Foundation, New York, und die Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit der Staatsbibliothek zu Berlin.

Im Jahr 1852 schenkte das Preußische Königshaus die kostbare mittelalterliche französische Handschrift, die sich zuvor im Besitz des Prinzen Heinrich befunden hatte, der damals Königlichen Bibliothek, später Preußische Staatsbibliothek, heute Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz. 1941 kam die Handschrift zusammen mit anderen Pretiosen der Bibliothek nach Schlesien ins Schloß Fürstenstein, um vor möglichen Kriegsschäden geschützt zu sein. Jedoch verlor sich dort ihre Spur, die mittelalterliche Handschrift galt jahrzehntelang als verschollen.

Als die Pariser Société des manuscrits des assureurs français, SMAF, im Jahr 1980 eben diese Handschrift erwarb, war deren wahre Herkunft nicht feststellbar, denn schon Jahre zuvor waren Besitzstempel und Signaturen entfernt und der originale Einband durch einen anderen ersetzt worden. Die SMAF hatte, ebenso wie schon im Jahr 1972 ein anderer Käufer, die Handschrift im guten Glauben erworben. Erst 1996 konnte die Provenienz durch Forschungsarbeiten zweifelsfrei als Altbestand der Staatsbibliothek zu Berlin geklärt werden.

Als sich die SMAF entschied, ihre inzwischen zum nationalen Kulturgut Frankreichs erklärte Handschriftensammlung zu verkaufen, wurde diese von der BnF nahezu vollständig erworben, nicht jedoch die Handschrift mit der Berliner Provenienz, die zwischenzeitlich bekannt geworden war. Später bot die SMAF der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz den Rückerwerb der Handschrift an. Kürzlich nun gelang dank der Vermittlung und finanziert durch die B. H. Breslauer Foundation, New York, gegenüber der SMAF ein angemessener finanzieller Ausgleich.

Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und Präsident von Europa Nostra, erklärt, dass „noch mehrere Generationen mit den Folgen des Zweiten Weltkrieges, der von Deutschland ausging, werden umgehen müssen. In ganz Europa wurden Kulturgüter verlagert, gingen verloren oder wurden nachweislich zerstört, andere unterlagen unrechtmäßigen Aneignungen und vielerlei anderen Umständen. Dabei entstanden auch solche komplexen Rechtslagen, die wie im Fall der mittelalterlichen Handschrift nach einer pragmatischen Lösung verlangen. Ich bin dankbar, dass dies zwischen Paris und Berlin mithilfe unserer amerikanischen Freunde gelungen ist.“

Bertrand de Feydeau, Präsident der Société des manuscrits des assureurs français, Paris, betont, dass „der Rat der SMAF sich mit der Entscheidung, der Staatsbibliothek zu Berlin die Handschrift zu einem Viertel des geschätzten Preises zu überlassen, insbesondere für die deutsch-französische Freundschaft aussprach. Damit würdigte die SMAF auch die enge Kooperation beider Länder, die trotz früherer schmerzhafter Phasen der gemeinsamen Geschichte ein fester Bestandteil der einstigen Gründung und des Gedeihens der Europäischen Union ist.“

Der Präsident der B.H. Breslauer Foundation, New York, Felix de Marez Oyens: “Die spätmittelalterliche Handschrift über ‚das gute Regieren‘ wurde zu jener Zeit von Berlin aus in Sicherheit gebracht, in der kurz zuvor auch die Familie Breslauer gezwungen war, von eben hier zu fliehen und sich ebenfalls in Sicherheit zu bringen, allerdings in die entgegengesetzte Richtung. Die Folgen solcher Ereignisse werden auch weiterhin den Kunst- und Antiquariatsmarkt verfolgen und beeinflussen. Wir können sicher sein, dass Martin und Berndt Breslauer, die dieser großartigen Berliner Bibliothek aufs Engste verbunden waren und deren Archive hier auf Dauer ihren Platz gefunden haben, es sehr begrüßt hätten, welche entscheidende Rolle ihre Stiftung bei der Rückführung der Handschrift Ms. gall. fol. 177 jüngst gespielt hat.”

Barbara Schneider-Kempf, Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, würdigt vor allem „das konstruktive Aufeinander-Zugehen der drei Präsidenten der Société des manuscrits des assureurs français, der Stiftung Preußischer Kulturbesitz wie auch der B. H. Breslauer Foundation, die es gemeinsam schafften, für die ungewöhnliche Problemlage eine einvernehmliche Lösung zu finden.“


Die Handschrift Ms. gall. fol. 177

Die Handschrift aus dem 15. Jahrhundert enthält auf 100 Pergament-Seiten zwei prachtvoll mit drei großen und 18 kleinen Miniaturen ausgemalte „Fürstenspiegel“. Fürstenspiegel sind Texte mahnender und belehrender Art, die für Adlige und ihre Erzieher verfasst wurden, um den künftigen Regenten das Rüstzeug für gutes Regieren und Handeln mitzugeben. Enthalten sind
a) Ghillebert de Lannoy (1386-1462), ein flämischer Adliger, schrieb zur Erziehung des jungen Karls des Kühnen (1433-1477), des Sohnes des Herzogs von Burgund, einen Fürstenspiegel, die Instruction d’un jeune prince pour se bien gouverner envers Dieu et le monde. Eine überarbeitete Version seines Textes ist in der Berliner Handschrift überliefert.
b) Auch Olivier de la Marche (1425-1502) war ein Adliger im Burgundischen Dienst, war Page, Sekretär und Gesandter. Sein Chevalier délibéré („Der entschiedene Ritter“) umfasst 2.704 Verse, die er Franz Phoebus (1466-1483), König von Navarra, einem Neffen des französischen Königs Ludwig XI., widmete.

Honorarfreie Abbildungen

http://staatsbibliothek-berlin.de/aktuelles/presse-news/pressebilder/aktuelle-themen/ || http://sbb.berlin/d0ayln

36 Gandhi-Briefe als Depositum erhalten

Mit der Überreichung eines Depositums kamen auch 36 Briefe von Mahatma Gandhi in die Staatsbibliothek zu Berlin

Heute überreichte der Vertreter der Familie Albano-Müller, deren Mitglieder in Deutschland, den U.S.A., der Schweiz und Neuseeland leben, ein Depositum eines gemeinsamen Vorfahren, der im engen Kontakt mit Mahatma Gandhi stand. V. A. Sundaram (1896-1967) hatte neben vielen anderen Materialien eine Sammlung mit 182 Briefen hinterlassen, darunter 36 Briefe von Gandhi an Sundaram. Schon mit 19 Jahren schloss dieser sich der indischen Unabhängigkeitsbewegung an und kam so in eingen Kontakt mit den Führungskreisen seines Landes.

Die Gandhi-Briefe datieren aus den Jahren 1916 bis 1946, der wichtigsten Wirkungsperiode des gewaltfreien Kämpfers für die Unabhängigkeit Indiens. Die Sammlung Sundarams enthält des Weiteren Briefe von Jawaharlal Nehru, C. Rajagopalachari, S. Radhakrishnan, Indira Gandhi, Moraji Desai und Swami Sivananda. Nach ihrer Erschließung stehen die Autographe für die wissenschaftliche Forschung bereit, aufbewahrt werden sie in der Handschriftenabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin.