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Alexander von Humboldt nahe kommen – Originale sehen vom 13. – 15. September

Nur vom 13. bis 15. September ausgestellt: Die Reisetagebücher Alexander von Humboldts von seiner Forschungsreise durch Mittel- und Südamerika 1799 – 1804

„Mit den Aufzeichnungen, die Alexander von Humboldt während seiner legendären Erkundungs- und Forschungsreise durch die amerikanischen Tropen teils unter widrigsten Umständen fertigte, kommt uns dieser an allem interessierte Wissenschaftler überaus nah“, kommentiert Barbara Schneider-Kempf, Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin, diese äußerst seltene Gelegenheit, Humboldts Amerikanische Reisetagebücher im Original zu sehen. Und weiter: „Ich lade herzlich dazu ein, sich am kommenden Wochenende mit der Person Alexander von Humboldt wie auch mit seiner Art zu schreiben, zu denken und zu arbeiten, unmittelbar und aus nächster Nähe zu beschäftigen. Es ist eine große Freude und Ehre, dass die Staatsbibliothek zu Berlin in seiner Heimatstadt zu seinem 250. Geburtstag in der Lage ist, alle Aufzeichnungen von dieser bis heute nachwirkenden Reise zu zeigen“.

Vor sechs Jahren erwarb die Stiftung Preußischer Kulturbesitz für die Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz, mit außerordentlicher Unterstützung durch private und öffentliche Förderer, die in neun Lederbände gefassten, rund 4.000 Seiten mit den Aufzeichnungen, die Alexander von Humboldt (1769-1859) während seiner Erkundungsreise durch Mittel- und Südamerika in den Jahren 1799 bis 1804 angefertigt hatte. Kurz nach dem Ankauf waren die Reisetagebücher drei Tage lang präsentiert, erst jetzt besteht erneut Gelegenheit, sich selbst ein Bild von diesem außerordentlichen Teil des Nachlasses des Universalgelehrten, Forschers, Entdeckers und Netzwerkers zu machen.

Amerikanische Reisetagebücher von Alexander von Humboldt
Freitag bis Sonntag, 13. bis 15. September 2019
Freitag 9-21 Uhr | Samstag 10-19 Uhr | Sonntag 11-19 Uhr
Haus Potsdamer Straße 33 / Kulturforum, 10785 Berlin

honorarfreie Pressebilder: https://staatsbibliothek-berlin.de/aktuelles/presse-news/pressebilder/aktuelle-themen/

Humboldt digital: https://humboldt.staatsbibliothek-berlin.de/werk/

 

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Die Tagebücher einer außergewöhnlichen Forschungsreise

Im Alter von dreißig Jahren brach Alexander von Humboldt gemeinsam mit Aimé Bonpland zu seiner großen Forschungs- und Erkundungsreise durch Süd- und Mittelamerika auf. Neben zahlreichen Messinstrumenten führte er auch Papier und Tinte mit sich, um zu allen seinen Entdeckungen und Überlegungen umfassend Notizen anfertigen zu können. Er beschrieb, notierte, vermaß, zeichnete, skizzierte und interpretierte alles, was ihm interessant erschien, Pflanzen, Tiere, Formationen, Landschaften, Menschen. Er berührte vielfältige Fragen der Geologie, Topographie, Klimakunde, Mineralogie, Biologie, Physik, Astronomie, Chemie, Sprachwissenschaften, Ethnologie, Medizin, Arzneikunde und anderer, vor allem naturwissenschaftlicher Wissenschaftsgebiete.

Die 4.000 Seiten sind dicht beschrieben, teils in deutscher, teils in französischer, auch englischer, spanischer und lateinischer Sprache, und mit eigenhändigen Skizzen Humboldts versehen. In die Bücher sind auch einige ältere und jüngere Texte Humboldts eingebunden, so finden sich neben den unmittelbaren Reiseaufzeichnungen auch ausgearbeitete literarische Stücke, Hinzufügungen, Skizzen, Pläne, Erläuterungen, ausgeschnittene Berichte, Verweise sowie Briefe und Kopien von Briefen.

Bis ins hohe Alter – Alexander von Humboldt starb mit 90 Jahren in Berlin – arbeitete er mit diesen Aufzeichnungen seiner frühen Forscherjahre intensiv weiter, brachte Annotationen und Querverweise an. Er entwickelte aus diesen wie auch aus späterer wissenschaftlicher Arbeit seine berühmten Kosmos-Vorlesungen, schöpfte für seine Publikationen, wissenschaftliche Disputationen und Vorträge.

Bislang sind die Tagebücher nur sehr unvollständig ediert. Sie umfassen den gesamten Reiseverlauf der fünfjährigen Amerika-Expedition, während die von Humboldt veröffentlichten Reiseberichte „Voyage aux régions équinoxiales du Nouveau Continent“ (Paris, 1805-1839) nur ein Drittel davon schildern.

 

Nachlass konserviert, digitalisiert und erschlossen

Der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz gehört, über die Reisetagebücher hinaus, der wissenschaftliche Nachlass Alexander von Humboldts. Dieser wurde in den Jahren 2015/16 komplett konserviert, digitalisiert und erschlossen. Dabei wurde auch jenes Drittel des Nachlasses einbezogen, welches infolge des Zweiten Weltkrieges in Krakau aufbewahrt wird.

Vor der Digitalisierung wurde in Berlin und Krakau jedes einzelne Blatt dahingehend überprüft, ob restauratorische Schritte zu unternehmen waren. Zudem wurden alle Dokumente in neu beschriftete, säurefreie Mappen und Kästen umgelagert.

Insgesamt wurden von rund 22.000 Blatt des Nachlassteils in der Staatsbibliothek zu Berlin 50.000 Images gefertigt. Der Nachlassteil in Krakau umfasst etwa 11.000 Blatt, davon wurden 25.000 Images gefertigt. Insgesamt handelt es sich um 33.000 Blatt, teils sehr komplexe Dokumente, von denen 75.000 Images gefertigt und online gestellt wurden. Damit gibt es für viele Zweige der Wissenschaften wie auch für all jene, die die Forschungen und Impulse des Entdeckers, Netzwerkers und Europäers, des in jeder Hinsicht bemerkenswerten Berliners Alexander von Humboldt nachverfolgen wollen, keinerlei Beschränkungen mehr.

Die von Humboldt geschaffenen Texte wie auch die jeweiligen Erscheinungsbilder seiner Reistagebücher, Briefe, Notizen, Forschungsaufzeichnungen, Manuskripte und einzigartigen Themensammlungen sind in bester Qualität anzuschauen und zu recherchieren. Es ist jedoch nicht leicht, Humboldt zu lesen oder zu verstehen: In der Regel beschrieb er Blätter sehr eng, ergänzte über Jahrzehnte hinweg Annotationen, fügte zahlreiche Querverweise auf frühere oder spätere Erkenntnisse ein.

http://humboldt.staatsbibliothek-berlin.de/werk/

 

Der Nachlass A. v. Humboldt in der Staatsbibliothek zu Berlin

Unter den mehr als 1.600 in der Staatsbibliothek zu Berlin verwahrten Nachlässen ist jener von Alexander von Humboldt eine der wichtigsten Quellen zur europäischen Wissenschaftsgeschichte. Er enthält Dokumente aus Humboldts gesamtem Leben, vornehmlich aber aus der Zeit seit 1799. Etwa 50.000 Blätter sind in den Materialsammlungen Humboldts zu verschiedenen Themen enthalten. In der Humboldt’schen Ordnung belassen, spiegeln sie die weit gefächerten Interessensgebiete sowie die Vorgehensweise des Wissenschaftlers wider: Eigenhändig beschriftete Mappen enthalten Notizen, vollständige Manuskripte, Zeitungsausschnitte, Briefe und anderes Material zu Themen wie Sklaverei, Meeresströmungen, Naturgeschichte, Geschichte der Weltansicht, Mineralogie, Geographie der Pflanzen und Menschenrassen.

Humboldts Nachlass wurde ab 1868 nach und nach in die Staatsbibliothek aufgenommen. Er umfasst etwa die von Humboldt selbst noch testamentarisch für die Königliche Bibliothek bestimmten Papiere zur Statistik und Geographie Mexikos und Kubas, darüber hinaus die Manuskripte der „Ansichten der Natur” sowie des „Kosmos” und die sogenannten „Kollektaneen“, eine von Humboldt angelegte Sammlung eigener und fremder Dokumente. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Bestände der Staatsbibliothek zu ihrem Schutz an verschiedene Orte in ganz Deutschland ausgelagert. Die nach Südwestdeutschland ausgelagerten Kollektaneen kehrten wieder nach Berlin zurück. Andere Teile des Nachlasses hingegen wurden ins damalige Schlesien ausgelagert und liegen heute in der Jagiellonischen Bibliothek in Krakau.

Neben dem Nachlass gibt es bedeutende weitere Dokumente von und über Humboldt in anderen Beständen, etwa in den Nachlässen Alexander Mendelssohns oder Adelbert von Chamissos sowie in den umfangreichen Autographensammlungen.

Durch gezielte Ankäufe ergänzt die Staatsbibliothek den vorhandenen Bestand. So gelang ihr im Jahr 2011 mit Unterstützung von privaten und öffentlichen Förderern die sensationelle Erwerbung des bis dahin als verschollen gegoltenen und der Wissenschaft gänzlich unbekannten Adressbuches des Forschers. Dieses enthält auf etwas über zweihundert Seiten rund 900 Namen von Personen, mit denen er korrespondierte, sowie eine Reihe von Notizen.

Instagram-Fotowettbewerb zur Ausstellung von Jean Molitor

Sie fotografieren gerne und haben einen Instagram-Account?

Besuchen Sie unsere Ausstellung Bau1haus trifft Hans Scharoun – Fotografien von Jean Molitor in der Staatsbibliothek zu Berlin (30.8. – 28.9.2019) und halten Sie Ihre Eindrücke fotografisch fest.

Im Foyer des Hauses Potsdamer Straße treffen die Bauhaus-Fotografien von Jean Molitor auf die Architektur Hans Scharouns, einen Architekten, der zwar Zeitgenosse der Bauhaus-Bewegung war, mit seiner Hinwendung zum ›organischen Bauen‹ aber einen deutlich anderen Schwerpunkt setzte. Gemeinsamkeiten in der Verwendung baulicher Elemente, aber auch Gegensätze, gilt es in der Gegenüberstellung zu entdecken.

Finden Sie selbst Gleiches und Unterschiedliches zwischen den Fotografien aus aller Welt und dem Sie real umgebenden Gebäude! Setzen Sie Bauelemente fotografisch in Szene. Entdecken Sie Fenster in Bullaugenform, Säulen verschiedenster Ausprägung, Galerien, Glasbausteine und treppenförmig gestaltete Außenbereiche in Havanna, Paris, Marokko und gleich hinter Ihnen im Foyer des Hauses. Laden Sie Ihre Fotos auf Ihrem Instagram-Account hoch und verwenden Sie den Hashtag #bau1haus_scharoun.

Wir sind gespannt und freuen uns auf Ihre Beiträge. Der Gewinn ist ein Bildband von Jean Molitor mit einer persönlichen Widmung des Fotografen.

Alle Informationen zum Fotowettbewerb finden Sie in den Teilnahmebedingungen. Der Instagram-Account der Staatsbibliothek heißt www.instagram.com/staatsbibliothek_zu_berlin

Hackathon@SBB: Coding Gender – Diversity in historischen Kulturdaten

Diversity sichtbar machen – das ist das Anliegen des Deutschen Diversity-Tags, der heute zum siebten Mal stattfindet. Mit einer Reihe von öffentlichen und internen Aktionen lenken verschiedene Institutionen und Unternehmen die Aufmerksamkeit auf Vielfalt und Sichtbarkeit. Das ist uns auch in der Staatsbibliothek ein Anliegen! Deshalb organisieren wir vom 28.-30. August 2019 eine ganz besondere Veranstaltung: Den Kultur-Hackathon „Coding Gender – Women in Cultural Data“!

Bibliotheken sind offene Orte, an denen sich Nutzende mit unterschiedlichsten persönlichen Hintergründen begegnen. Um Teilhabe zu ermöglichen, garantieren Bibliotheken – in Anlehnung an Artikel 5 des gerade siebzig Jahre altgewordenen Grundgesetzes – Zugang zu Bildung und einem breiten Spektrum von Informationen.

Trotzdem zeigen sich die Ungleichheiten der Geschichte auch in unserem Medienbestand und wir wollen den Blick auf einen dieser – teilweise historisch bedingten – Problemfälle lenken: Die Rolle von Frauen und deren Sichtbarkeit in Kulturdaten. Deshalb wollen wir wissen, wo wir in Bibliotheken auf Geschlechter-Stereotype stoßen und wie Gender in historischen Dokumenten konstruiert und repräsentiert wird.

Mit dem Hackathon versuchen wir uns an einem neuen und unvoreingenommenen Blick auf Kulturdaten, der spielerisch und kreativ neue Perspektiven eröffnet. Dafür stellen wir Datensets aus historischen Kulturobjekten zusammen, d.h. Digitalisate von Büchern, Briefen, Portraits und vieles mehr. Inhaltlich liegt der Schwerpunkt auf den Themen Gender, Feminismus, Konstruktion, Normierung und Transgression von Geschlechterrollen.

Damit aus Daten aber ein Hackathon werden kann, freuen wir uns auf Teilnehmer*innen, die Lust haben, kreativ und innovativ mit diesen Datensets zu arbeiten. Deshalb laden wir Entwickler*innen, Kreative, Wissenschaftler*innen und Kulturinteressierte ein, vom 28.-30. August in interdisziplinären Teams bei uns zusammenzuarbeiten!

Interessiert? Weitere Informationen zur Veranstaltung und Anmeldung hier.