Hölder, Luise: Unterhaltende Fabeln und Erzählungen aus der Naturgeschichte der Fische, Käfer, Insekten, des Gewächs- und Mineralreichs: für kleinere Kinder die sich zu dieser Wissenschaft vorbereiten wollen. Mit sechs colorierten Kupfern [von Peter Carl Geißler]. Leipzig: Cnobloch, 1830. Staatsbibliothek zu Berlin – PK. Lizenz: CC-BY-NC-SA

Buchpatenschaft für den Monat September 2020

Im September kehren auch die letzten Kinder zurück in die Schule. Was liegt also näher als ein lehrreiches Kinderbuch für die Buchpatenschaft im September vorzustellen, das heute wohl dem Schulfach “Sachkunde” zuzuordnen wäre.

Hölder, Luise: Unterhaltende Fabeln und Erzählungen aus der Naturgeschichte der Fische, Käfer, Insekten, des Gewächs- und Mineralreichs: für kleinere Kinder die sich zu dieser Wissenschaft vorbereiten wollen. Mit sechs colorierten Kupfern [von Peter Carl Geißler]. Leipzig: Cnobloch, 1830. 

Über die Autorin Luise Hölder ist so gut wie gar nichts bekannt – nicht einmal ihre genauen Lebensdaten. Es heißt, sie wurde um 1790 in Fürth geboren und sei um 1850 in Nürnberg gestorben. Im ersten ihrer insgesamt 14 veröffentlichten Werken, die zwischen 1820 und 1832 erschienen, schreibt Luise Hölder in der Vorrede, dass sie ihr ganzes Leben im pädagogischen Bereich tätig war: “Wirklich war mein ganzes Leben der Erziehung der Jugend gewidmet.”

Die pädagogischen Prinzipien der Aufklärung und die Überzeugungen des Philanthropismus, einer reformpädagogischen Bewegung in der Zeit der Aufklärung, prägen die Werke von Luise Hölder. So vertritt sie die Auffassung, dass Kinder von Anschauung und Selbsttätigkeit Kindern sehr viel stärker profitieren als nur vom Lesen. Nur folgerichtig schrieb sie kleine Theaterstücke für Kinder, die sich an den Stücken von Christian Felix Weiße (1726 Annaberg – 1804 Stötteritz) orientierten. Neben Weiße zählte auch Joachim Heinrich Campe (1746 Deensen – 1818 Braunschweig) zu ihren Vorbildern. Dies führte bei Luise Hölder dazu, dass sie eine Fortsetzung von Campes Jugendroman “Robinson der Jüngere”, eine freie Übersetzung und Bearbeitung des “Robinson Crusoe” von Daniel Defoe, verfasste. In der Darstellung der Kinder Robinsons, die ein eigenes Gemeinwesen gründen, zeigen sich Anklänge an die Staatsutopien des 18. Jahrhunderts.

Bereits 1829 hatte sie mit dem Buch “Kurze naturhistorische Erzählungen zur angenehmen Unterhaltung kleinerer Kinder: als erste Vorbereitung zur Naturgeschichte” einen ersten Band mit Geschichten veröffentlicht, der Kindern die Tier- und Pflanzenwelt nahebringen sollten. Der hier vorgestellte Band mit dem bereits im Titel genannten Schwerpunkt auf Fischen und Insekten zeigt, dass Luise Hölder das ganze Spektrum der Naturgeschichte in den Blick nehmen wollte. Ihren letzten beiden Büchern mit religiös-moralischen Erzählungen ist dann die Hinwendung zum Biedermeier anzumerken.

 

Nötige Reparaturen: lose Seiten wieder einbinden, Risse in Kupfertafeln schließen.

Kalkulierte Kosten: 120 €

Übernehmen Sie eine Buchpatenschaft

bei den “Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V.”

Wenn Sie Interesse daran haben, dass dieses Kinderbuch restauriert und damit wieder benutzt werden kann, dann schreiben Sie an freunde@sbb.spk-berlin.de.  Für Ihre Hilfe, ein bedrohtes Werk vor dem Verfall zu bewahren, erhalten Sie:

  • ein Exlibris aus alterungsbeständigem Papier mit Ihrem Namen oder einem von Ihnen gewünschten Namen,
  • die Möglichkeit, das restaurierte Werk zu besichtigen beim Jahresempfang oder bei einem Termin nach Vereinbarung,
  • eine Spendenbescheinigung für Ihr Finanzamt. Kontakt: Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V., Gwendolyn Mertz, Unter den Linden 8, 10117 Berlin, Telefon: 030 – 266 43 8000, Mail: freunde@sbb.spk-Berlin.de

Weitere Hinweise zu Buchpatenschaften und eine große Auswahl an Patenschaften aus allen Abteilungen der Staatsbibliothek zu Berlin finden Sie auf der Seite der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V.  Das Spektrum reicht weit über Bücher hinaus – hier finden Sie auch Noten, Landkarten, Zeitungen, Handschriften.

Abbildung aus: Plenarium, deutsch. Augsburg: Johann Bämler, 30.IX.[14]76. Staatsbibliothek zu Berlin – PK. Lizenz: CC-BY-NC-SA

Buchpatenschaft für den Monat August 2020

Inkunabeln oder Wiegendrucke nennt man die ersten Drucke mit beweglichen Lettern, die in der Nachfolge von Johannes Gutenberg bis zum Jahr 1500 entstanden. Also, ein Buch aus den “Kindertagen” des Buchdrucks soll hier für den Monat August vorgestellt werden.

 

Plenarium, deutsch. Augsburg: Johann Bämler, 30.IX.[14]76.

Das „Plenarium“ ist ursprünglich lediglich eine nach dem Kreislauf des Kirchenjahres geordnete Sammlung der Perikopen, der im Gottesdienst gelesenen Ausschnitte aus den Evangelien und den Episteln. Im Laufe des späten Mittelalters wurden sie jedoch zunehmend durch die sogenannten Glossen ergänzt, kurze, volkssprachlich verfasste Auslegungen zu den einzelnen Bibelstellen.

Zeitgenössischer Einband von Plenarium, deutsch. Augsburg: Johann Bämler, 30.IX.[14]76. Staatsbibliothek zu Berlin – PK. Lizenz: CC-BY-NC-SA

Zeitgenössischer Einband – Plenarium, deutsch. Augsburg: Johann Bämler, 30.IX.[14]76. Staatsbibliothek zu Berlin – PK. Lizenz: CC-BY-NC-SA

Die Druckausgaben wurden zudem in der Regel mit zahlreichen Illustrationen zu den Evangelienstellen versehen, die als Zyklus das Leben Christi darstellen. Obwohl das „Plenarium“ im 15. Jahrhundert häufig gedruckt wurde, sind meist nur wenige Exemplare der einzelnen Ausgaben erhalten. Auch die vorliegende Augsburger Ausgabe aus der Mitte der 1470er Jahre ist in nur fünf weiteren Exemplaren bekannt. Das Berliner Exemplar zeichnet sich durch seinen zeitgenössischen Einband und die durchgehende, möglicherweise noch vor dem Verkauf ausgeführte Kolorierung aus.

Der Drucker dieses besonderen Buches, Johann Bämler (um 1425 – 1430 geboren – 1503 in Augsburg), gehörte zu den ersten vier Druckern in Augsburg, die sich bereits ab 1470 niedergelassen hatten. Gerade die Kirche verfolgte mit großem Interesse die Ansiedlung von Druckereien an ihren Bischofssitzen, Augsburg stellt in dieser Hinsicht keine Ausnahme dar. Die ersten Städte, in denen gedruckt wurde – Mainz (1454), Straßburg (1460), Bamberg (um 1460) und Köln (um 1465) waren Bistumssitze. “Der Leibarzt des inzwischen zum Augsburger Bischof avancierten Johann II. von Werdenberg, Ulrich Ellenbog aus Feldkirch, ein guter Kenner der Augsburger Druckerszene, schrieb dazu 1473 begeistert in ein Exemplar von Johannes Niders „24 goldenen Harfen“: ‘Es ist ze wissen, daß man in der küngklichen stat Augspurg ze latin vnd tütsch trucket vil und mengarlay bücher’. Mit dieser knappen Notiz hat Ellenbog die Bedeutung und die Vorzüge des neuen Mediums auf den Punkt gebracht: bisher unvorstellbare Auflagenhöhen („vil“), eine bisher nicht gekannte Diversifizierung des Angebots („mengarlay“: mannigfaltig), sowie die Bedeutung, die auch und gerade die Volkssprache („tütsch“) für den Augsburger Buchdruck spielen sollte.” (Günter Hägele: Medienwechsel – Die Ablösung des geschriebenen Buches durch das gedruckte Buch. Augsburg, 2017, S. 32).
Johann Bämler war vor allem für seine Buchmalereien bekannt, später dann auch für seine vornehmlich in deutscher Sprache gedruckten Bücher.

 

Nötige Reparaturen: Trockenreinigung, alte Vorsätze abnehmen und ersetzen, lose Blätter einfügen, mit Dispersionsklebstoff verklebten Rückenbezug abnehmen, neu mit Leder beziehen und originalen Bezug wieder aufsetzen, erneuern, Schließenstifte kürzen und abrunden.

Kalkulierte Kosten: 750 €

Übernehmen Sie eine Buchpatenschaft

bei den “Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V.”

Wenn Sie Interesse daran haben, dass diese Inkunabel restauriert und damit wieder benutzt werden kann, dann schreiben Sie an freunde@sbb.spk-berlin.de.  Für Ihre Hilfe, ein bedrohtes Werk vor dem Verfall zu bewahren, erhalten Sie:

  • ein Exlibris aus alterungsbeständigem Papier mit Ihrem Namen oder einem von Ihnen gewünschten Namen,
  • die Möglichkeit, das restaurierte Werk zu besichtigen beim Jahresempfang oder bei einem Termin nach Vereinbarung,
  • eine Spendenbescheinigung für Ihr Finanzamt. Kontakt: Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V., Gwendolyn Mertz, Unter den Linden 8, 10117 Berlin, Telefon: 030 – 266 43 8000, Mail: freunde@sbb.spk-Berlin.de

Weitere Hinweise zu Buchpatenschaften und eine große Auswahl an Patenschaften aus allen Abteilungen der Staatsbibliothek zu Berlin finden Sie auf der Seite der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V.  Das Spektrum reicht weit über Bücher hinaus – hier finden Sie auch Noten, Landkarten, Zeitungen, Handschriften.

Präsentation von Buchpatenschaften beim gemeinsamen Jahresempfang der Staatsbibliothek zu Berlin und der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V., Bild: SBB-PK

Jubiläum der besonderen Art – 100 Buchpatenschaften

In diesem Sommer war die magische Zahl von 100 Patenschaften erreicht – nicht für eine Abteilung, nicht für ein Jahr im ganzen Patenschaftsprogramm, sondern die 100 Patenschaften von einem großzügigen Paten: Werner Papke.

Schon als die “Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V.”  gemeinsam mit der Staatsbibliothek begannen, das Patenschaftsprogramm für restaurierungsbedürftige Bücher aufzulegen, gehörte Werner Papke zu den Unterstützern. Aktives Vereinsmitglied wurde er 1998, ziemlich genau ein Jahr nach Gründung des neuen Fördervereins. Zu dem Zeitpunkt war der gelernte Großhandelskaufmann, Werner Papke, bereits Rentner und konnte seinen zahlreichen Interessen uneingeschränkt nachgehen. Sein ganzes Berufsleben hatte er bei dem Porzellanhersteller Rosenthal verbracht. Dort hatte Werner Papke vor dem Zweiten Weltkrieg seine Ausbildung erhalten und nach dem Krieg fand er hier wieder eine Anstellung. Nach einigen Jahren im Innendienst erhielt er West-Berlin als seinen Bezirk im Außendienst. Warum das wichtig ist? Werner Papke verriet einmal, dass sein Bezirk von einer überschaubaren Größe gewesen sei, weshalb ihm recht viel Zeit geblieben sei, eigenen Interessen und Neigungen nachzugehen.

Kunst, und hier besonders Kupferstiche, Literatur, Flora und Fauna, die Antike und für vieles mehr interessierte sich. Vorträge, Lesungen, Führungen und weitere Veranstaltungen der Staatlichen Museen sowie der Staatsbibliothek zu Berlin nutzte er ausgiebig und dankte es mit Großzügigkeit.

Titelbaltt der Zeitung Reichs-Post-Reuter, Bibliothekssignatur: 8° Ztg 11174, SBB-PK

Titelblatt der Zeitung Reichs-Post-Reuter, Bibliothekssignatur: 8° Ztg 11174, SBB-PK – eine von Werner Papkes Patenschaften

In der Staatsbibliothek erfuhren besonders die Abteilungen für Historische Drucke und die Zeitungsabteilung große Unterstützung. Bücher von Leonhard Thurneysser zum Thurn, Georg Rollenhagen, Clemens Brentano oder William Shakespeare und vielen anderen Autoren wurden dank seiner finanziellen Hilfe restauriert und können daher Wissenschaftlerinnen und Forschern wieder zur Verfügung gestellt werden. Ob der Allgemeine Anzeiger der Deutschen, Der Schlesische Erzähler oder auch das Wochenblatt für den Kreis Recklinghausen – all diese Zeitungen und viele andere mehr brauchten dringend neue Einbände, damit sie wieder benutzbar sind.

Werner Papke freute sich an der stetig wachsenden Schar seiner “Patenbücher”, die jetzt mindestens zwei Meter Regalfläche einnehmen. Eher mehr, denn die Zeitungsbände sind voluminös. In jedem einzelnen Werk steht nun sein Name auf dem Exlibris.

Im Oktober mussten wir leider von Werner Papke, 93jährig, Abschied nehmen.

 

Übernehmen auch Sie eine Buchpatenschaft
bei den “Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V.”

Wenn Sie Interesse daran haben, dass ein Werk restauriert und damit wieder benutzt werden kann, dann schauen Sie auf die Seite der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V. . Hier finden Sie eine große Auswahl an Patenschaften aus allen Abteilungen der Staatsbibliothek zu Berlin – Bücher, Landkarten, Noten, Handschriften und Zeitungen. Oder Sie schreiben eine Mail an freunde@sbb.spk-berlin.de und wir senden Ihnen  Angebote zu.

Für Ihre Hilfe, ein bedrohtes Werk vor dem Zerfall zu bewahren, erhalten Sie:

  • ein Exlibris aus alterungsbeständigem Papier mit Ihrem Namen oder einem von Ihnen gewünschten Namen,
  • die Möglichkeit, das restaurierte Werk zu besichtigen beim Jahresempfang oder bei einem Termin nach Vereinbarung,
  • eine Spendenbescheinigung für Ihr Finanzamt.

Kontakt: Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V., Gwendolyn Mertz, Unter den Linden 8, 10117 Berlin, Telefon: 030 – 266 43 8000, Mail: freunde@sbb.spk-Berlin.de