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Happy Birthday, Clara Wieck-Schumann!

Clara Josephine Wieck-Schumann war die wohl berühmteste Pianistin des 19. Jahrhunderts, aber auch Komponistin, Herausgeberin, Klavierpädagogin und Konzertagentin.

Sie wurde am 13. September 1819 in Leipzig geboren und erhielt einen ausgezeichneten Klavierunterricht durch ihren Vater, den Klavierpädagogen Friedrich Wieck. Schon im Kindesalter führte sie Konzertreisen nach Dresden, Weimar und Paris durch. Den ersten Kompositionsunterricht erhielt sie bei Heinrich Dorn, Carl Reißiger und Siegfried Dehn. Als Zehnjährige veröffentlichte sie ihre ersten Klavierkompositionen, die Quatre Polonoises op. 1 und die Caprices en forme de Valse op. 2.

Als sie Robert Schumann begegnete, begann ein erbitterter Streit mit dem Vater. Das junge Paar setzte sich durch, doch nach der Heirat begann eine rastlose Zeit. Im Zeitraum zwischen 1841-1854 brachte Clara Schumann acht Kinder zur Welt. Trotz der vielfältigen häuslichen Pflichten gelang es ihr, neben der eigenen Konzerttätigkeit auch das Komponieren nicht zu vernachlässigen. Die meisten Werke entstanden zwischen 1829 und 1855. Ihr Oeuvre umfasst 23 Werke mit und 31 Werke ohne Opuszahlen, darunter Klavierkompositionen, Lieder, Chorwerke, Romanzen für Violine und Klavier sowie zwei Konzerte für Klavier und Orchester. Die meisten Musikautographen befinden sich in der Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz und sind im Stabikat und im RISM OPAC recherchierbar.

Clara Wieck, Romanze H-Dur op. 5,3 || Abbildung: Digitale Bibliothek der SBB-PK

Clara Wieck, Romanze H-Dur op. 5,3 || Abbildung: Digitale Bibliothek der SBB-PK

Clara Schumann war zunehmend die Hauptinterpretin der Werke ihres Mannes, der aufgrund einer Verletzung nicht mehr konzertieren konnte. Sie organisierte die Konzerte, mietete die Konzertsäle, stellte das Konzertprogramm zusammen, kümmerte sich um den Druck der Programme, und organisierte die Instrumententransporte. Eine kurzzeitige, glückliche Phase erlebten die Schumanns ab 1850 in Düsseldorf, wo Robert die Stelle des Städtischen Musikdirektors übertragen wurde. Nach dem Tod ihres Mannes erfüllte Clara sein Vermächtnis als Herausgeberin der ersten Kritischen Gesamtausgabe seiner Werke bei Breitkopf & Härtel (31 Bände, 1879-1887), der Instructiven Ausgabe seiner Klavierwerke mit Metronom-Angaben und Fingersätzen sowie der Ausgabe seiner Jugendbriefe (1886).

Später entschied sie sich für die feste Anstellung als Professorin für Klavier am Frankfurter Hoch’schen Konservatorium. In über 13 Unterrichtsjahren baute sie eine internationale Klavierklasse auf. Unter den rund 70 Schülerinnen und Schülern waren Fanny Davies, Mary Wurm, Adelina de Lara und Leonard Borwick. Clara Schumann kritisierte das Klavierspiel der Schülerinnen und Schüler schonungslos wegen fehlendem Ausdruck und kraftlosem Rhythmus, was ihr als „unliebenswürdige Manieren“[1] nachgesagt wurde. Sie geizte aber auch nicht mit Lob, wenn ihr eine Interpretation gelungen erschien. Die Unsterblichkeit Clara Schumanns basiert zu einem nicht unbeträchtlichen Anteil auf den Überlieferungen ihrer künstlerischen Ansichten durch ihre zahlreichen SchülerInnen. Am 20. Mai 1896 starb sie in Frankfurt am Main.

Der Schumann-Nachlass in der SBB

Der umfangreiche Schumann-Nachlass kam durch Clara Schumann in die Königliche Bibliothek, die sie als „eine würdige und sichere Stätte“[2] zur Aufbewahrung der Autographen ihres Mannes ansah. Hier befanden sich schon die Autographen herausragender Komponisten wie Johann Sebastian Bach, Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven.

Berliner Blumentagebuch der Clara Schumann (Blumenblatt 8) || Abbildung: Digitale Bibliothek der SBB-PK

Berliner Blumentagebuch der Clara Schumann (Blumenblatt 8) || Abbildung: Digitale Bibliothek der SBB-PK

Der Schumann-Nachlass kam zunächst als Depositum in die Königliche Bibliothek und konnte 1904 dank einer privaten Stiftung erworben werden. Den Grundstock der Schumann-Sammlung legten 18 Bände mit Robert Schumanns Autographen, darunter die drei Liederbände aus den Jahren 1840-1847, die Sinfonie Nr. 3 (Rheinische) und nicht zuletzt die 28 Bände mit Familienkorrespondenz, die kriegsbedingt in die Biblioteka Jagiellońska Kraków gelangt sind, wo sie sich noch heute befinden. Eine wichtige Ergänzung bildete die Erwerbung weiterer Originalhandschriften im Jahr 1924 von der ältesten Tochter Marie Schumann, worunter auch Clara Schumanns Klavierkonzert Nr. 1 (1836) zählt, zahlreiche Briefe von Johannes Brahms sowie der Briefwechsel zwischen Robert und Clara Schumann. Schließlich gelangten im Jahr 1940 die drei Haushaltbücher (1837-1856) und einzelne Gegenstände aus dem privaten Gebrauch des Ehepaars Schumann durch den Enkel Ferdinand Schumann in die Preußische Bibliothek. In der Berliner Schumann-Sammlung sind weiterhin 13 Bände mit Kompositionen Clara Schumanns im Autograph vorhanden, 7 Korrespondenzbände sowie das legendäre Berliner Blumentagebuch für Johannes Brahms von den gemeinsamen Konzertreisen 1857-1859, das liebevoll arrangierte Pflanzen und Blätter enthält.

[1] Louise Adolpha Le Beau, Lebenserinnerungen einer Komponistin, Baden-Baden 1910 S. 49. Der Nachlass Le Beau befindet sich ebenfalls in der SBB.

[2] Vgl. „Acta betreffend den handschriftlichen Nachlass von Robert Schumann. 1887“, SBB, Handschriftenabteilung

Buchpatenschaft für den Monat November 2018

Für jede einzelne Patenschaft aus unserem breitgefächerten Angebot ließen sich gute Gründe finden, warum gerade diese im Blog vorgestellt werden soll. Für November haben wir uns Musik entschieden, für Mozart, für Wolfgang Amadeus Mozart – aber nicht den, den alle kennen, sondern den Sohn. Geboren 1791 und getauft auf den Namen Franz Xaver Wolfgang hatte seine Mutter, Constanze Mozart, den jüngeren Sohn bereits im Kindesalter für den Musikerberuf vorgesehen und ihm den Künstlernamen „Wolfgang Amadeus Mozart, Sohn“ verpasst und ihn als Fünfjährigen das Papageno-Lied öffentlich singen lassen. Unterrichtet wurde er von prominenten Lehrern und seine erste Komposition erschien 1802 im Druck. 1808 nahm er eine Stelle als Hausmusiklehrer der Kinden der Grafen Baworowski in Podkamien (bei Lemberg) in Galizien an. Auch nachdem er diese Stelle aufgegeben hatte, blieb Franz Xaver Wolfgang in Lemberg. Zwischen 1819 und 1821 unternahm er eine Kunstreise, die ihn unter anderem nach Warschau, Kopenhagen, Berlin, Prag, Venedig, Zürich und Salzburg führte. 1838 kehrte er nach Wien zurück und lebte dort als Komponist und Pianist. 1844 starb Franz Xaver Wolfgang Mozart während eines Kuraufenthalts in Karlsbad.

Titelblatt von: Mozart, Franz Xaver Wolfgang (1791-1844): Grand Concerto pour le Pianoforte avec grand Orchestre compose et dédié A Son Altesse Jmperiale Madame la Grande Duchesse Marie Paulowne Princesse héréditaire de Saxe-Weimar : Oeuv. 25. Es-Dur – Leipzig: Peters, ca. 1819. Bibliothekssignatur: DMS O. 72870.

 

Mozart, Franz Xaver Wolfgang (1791-1844): Grand Concerto pour le Pianoforte avec grand Orchestre compose et dédié A Son Altesse Jmperiale Madame la Grande Duchesse Marie Paulowne Princesse héréditaire de Saxe-Weimar : Oeuv. 25. Es-Dur – Leipzig: Peters, ca. 1819

Das virtuose Es-Dur-Klavierkonzert entstand 1818 im Hinblick auf eine große Konzertreise, die ihn durch ganz Europa führte. Gewidmet ist es der Großherzogin von Sachsen-Weimar Marie Paulowna (1786 – 1859). Diese an Kunst und Wissenschaft interssierte, russische Prinzessin wurde 1804 mit dem Erbprinzen Carl-Friedrich von Sachsen-Weimar-Eisenach verheiratet. Mit ihrer Zeit in Weimar verbinden sich Namen wie J. W. von Goethe und Franz Liszt.

 

Exlibris von Werner Wolffheim aus: Mozart, Franz Xaver Wolfgang (1791-1844): Grand Concerto pour le Pianoforte avec grand Orchestre […]: Oeuv. 25. Es-Dur – Leipzig: Peters, ca. 1819. Bibliothekssignatur: DMS O. 72870.

 

 

 

Das vorliegende Exemplar trägt das Exlibris der Sammlung Werner Wolffheim (1877-1930). Der promovierte Jurist studierte im Anschluss von 1906 bis 1909 Musikgeschichte in Berlin und arbeite danach als Musikwissenschaftler und Kritiker. Seine Sammlung gehörte zu den weltweit bedeutendsten privaten Musikbibliotheken, musste von ihrem Besitzer 1927 jedoch aufgelöst und versteigert werden.

 

 

 

 

 

 

Nötige Reparaturen: Buchblock trocken reinigen, Risse hinterlegen, neue Vorsätze, heftenb und in Einband wieder einfügen, Stimmen: trocken reinigen, Blätter am Kopf glätten, Tasche weiten und in die Buchdecke wieder einkleben, Einband stabilisieren.

Kalkulierte Kosten: 575 €

 

Übernehmen Sie eine Buchpatenschaft
bei den “Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V.”

Wenn Sie Interesse daran haben, dass dieser Musikdruck restauriert und damit wieder benutzt werden kann, dann schreiben Sie an freunde@sbb.spk-berlin.de.  Für Ihre Hilfe, ein bedrohtes Werk vor dem Verfall zu bewahren, erhalten Sie:

  • ein Exlibris aus alterungsbeständigem Papier mit Ihrem Namen oder einem von Ihnen gewünschten Namen,
  • die Möglichkeit, das restaurierte Werk zu besichtigen beim Jahresempfang oder bei einem Termin nach Vereinbarung,
  • eine Spendenbescheinigung für Ihr Finanzamt. Kontakt: Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V., Gwendolyn Mertz, Unter den Linden 8, 10117 Berlin, Telefon: 030 – 266 43 8000, Mail: freunde@sbb.spk-Berlin.de

Weitere Hinweise zu Buchpatenschaften und eine große Auswahl an Patenschaften aus allen Abteilungen der Staatsbibliothek zu Berlin finden Sie auf der Seite der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V.  Das Spektrum reicht weit über Bücher hinaus – hier finden Sie auch Noten, Landkarten, Zeitungen, Handschriften.

Einladung zum Testzugang bis 30.11.2018

Die Staatsbibliothek zu Berlin – Preußischer Kulturbesitz bietet für ihre registrierten Benutzer bis zum 30. November 2018 einen Testzugang zum kompletten Programm von medici.tv an.

Das Angebot umfasst:

  • Video-Mitschnitte von herausragenden aktuellen und historischen Konzert-, Ballett- und Opernaufführungen,
  • Dokumentarfilme
  • Aufzeichnung von Meisterklassen
  • 3000 musikalische Werke der klassischen Musik von der Barockmusik zur Musik der Gegenwart
  • 1900 Videos von Konzerten, Dokumentationen, Künstlerportraits
  • Live-Konzerte aus führenden Konzerthallen und Musikfestivals der Welt
  • Das Angebot soll jährlich um ca. 200 Neuproduktionen erweitert werden

Der Zugang erfolgt über http://erf.sbb.spk-berlin.de/han/medici-tv/

Anmeldung mit der Bibliotheksausweisnummer und dem Password

Sollte der Testzugang ein positives Echo finden, wird eine Lizenzierung angestrebt.
Daher möchten wir Sie einladen, uns Ihr Feedback zu medici.tv zukommen zu lassen.
Kontakt: fachinfo@sbb.spk-berlin.de