Beiträge für Forschung und Kultur

28.3. Buchvorstellung Wulf: Die Abenteuer des Wilhelm von Humboldt

28.3. Buchvorstellung und Vortrag Andrea Wulf: Die Abenteuer des Alexander von Humboldt – Eine Entdeckungsreise

  • Termin

    Do, 28.3. 18 Uhr

  • Veranstaltungsort

    Staatsbibliothek zu Berlin
    Wilhelm-von-Humboldt-Saal
    Unter den Linden 8
    (Zugang über den Baustellenschutzgang)
    10117 Berlin

  • Anfahrt

    S- + U-Bahnstationen
    S + U Friedrichstraße
    U Französische Straße

    Bushaltestelle
    H Unter den Linden, Friedrichstraße (Bus 147)
    H Staatsoper (Bus 100, 200, TXL)

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Buchpräsentation Wulf: Die Abenteuer des Wilhelm von Humboldt am 28.3.2019


Zum 250. Geburtstag des größten deutschen Naturforschers legt die Humboldt-Expertin Andrea Wulf ein opulent illustriertes Buch über Humboldts Südamerika-Expedition vor. Die Zeichnungen stammen von Lillian Melcher. Faksimiles aus den Tagebüchern und Manuskripten, Zeichnungen und Gemälden des Universalgenies runden dieses ungewöhnliche Buch zum Jubiläumsjahr ab. Die Zeichnungen wurden nach den Originalvorlagen aus den Humboldt-Tagebüchern und anderen Dokumenten, die sich im Besitz der Staatsbibliothek zu Berlin befinden, angefertigt.

Begrüßung
Barbara Schneider-Kempf
Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin

Vortrag
Andrea Wulf

Kleiner Empfang

Wir bitten um Ihre Anmeldung bis zum 21. März 2019 per E-Mail: events@sbb.spk-berlin.de

Kennt Ihr die Geschichte von Iwein …?

Lesung von Felicitas Hoppe im Rahmen der Abschlussveranstaltung der Ringvorlesung „Merlin in Bermuda-Shorts“ der Humboldt-Universität zu Berlin

„Kennt Ihr die Geschichte von Iwein, der eines Tages aus lauter Langeweile auszog, um Abenteuer zu suchen und sein Herz dabei gegen ein anderes tauschte und deshalb seinen Verstand verlor? Danach irrte er durch den Immerwald und musste gegen tausend Ungeheuer kämpfen, bis alles doch noch ein gutes Ende nahm.“ so las die u.a. mit dem Georg-Büchner-Preis ausgezeichnete Autorin Felicitas Hoppe aus ihrem Kinderbuch, Iwein Löwenritter. In dem erst vor gut eineinhalb Jahren nach intensiver Restaurierung für die Benutzung wieder freigegebenen Wilhelm-von-Humboldt-Saal der Staatsbibliothek zu Berlin (Haus „Unter den Linden“) herrschte gebannte Stille. Gedämpftes Licht, höfisch anmutendes Ambiente – man hätte Felicitas Hoppe auch gerne das gesamte Buch vorlesen hören. Da es sich bei der Veranstaltung am 11. Februar aber um den Abschluss der Ringvorlesung „Merlin in Bermuda-Shorts“ der Humboldt-Universität zu Berlin handelte, konnten nur drei kurze Ausschnitte zum Besten gegeben werden. Das angeregte Podiumsgespräch, welches die Lesung flankierte, zog die Zuhörer jedoch gleichfalls in seinen Bann.

(V. l. n. r.:) Julia Benner, Lea Braun, Jutta Eming

Die Initiatorinnen der Reihe, die Dozentinnen des Instituts für deutsche Sprache der Humboldt-Universität Prof. Dr. Julia Benner (Kinder- und Jugendliteratur) und Dr. Lea Braun (Literatur des hohen Mittelalters), hatten ihre Kollegin Prof. Dr. Jutta Eming als ausgewiesene Spezialistin für Hartmanns von Aue Iwein an der Freien Universität Berlin (Institut für Deutsche und Niederländische Philologie) hinzugebeten. Und so entspann sich aus den Fragen Julia Benners und Lea Brauns ein ebenso informatives wie kurzweiliges Gespräch über das Motiv des Ritters in der Literatur, über den Unterschied zwischen Âventiuren und dem heutigen Verständnis vom Abenteuerroman, über pragmatische mittelalterliche Frauenfiguren, Tempuswechsel in der Erzählung und die Frage, ob und wie mittelalterliche Texte für das moderne Publikum adaptiert werden sollen.

Felicitas Hoppe war eher zufällig auf den Stoff des „Iwein“ gestoßen, als sie nach einer passenden Reiselektüre suchte. Der Text Hartmanns von Aue faszinierte sie so, dass sie später, als Tilman Spreckelsen bei ihr anfragte, ob sie die von ihm im Fischer-Verlag geplante Reihe der „Bücher mit dem blauen Band“ mit einem spannenden, abenteuerlichen Stoff eröffnen wolle, sofort an Iwein, den Ritter der Artusrunde, dachte. Ritter, so die Autorin, seien großartig und lächerlich zugleich. Einerseits werde der Mann in dieser Rolle als ultimative Kampfmaschine dargestellt, andererseits sei er in seiner Rüstung derartig hilflos, dass er von einem Knappen geführt werden müsse, da er durch sein Visier selbst nicht genügend sehen konnte.

Cover: Felicitas Hoppe: Iwein Löwenritter : nach einem Roman von Hartmann von Aue / erzählt von Felicitas Hoppe. Mit 4 Farbtaf. von Michael Sowa. – Frankfurt am Main : Fischer, 2008.

Auch die zu ihrem Buch eingereichten Illustrationen hätten die Lächerlichkeit des Sujets „Ritter“ unterstrichen. Comic-Ritter und andere Varianten seien schlicht inakzeptabel gewesen, so dass die Veröffentlichung hinausgeschoben werden musste. Schließlich habe Michael Sowa, der für die Umschlagillustration gewonnen werden sollte, nach der Lektüre der Erzählung begeistert angeboten, den kompletten Band zu illustrieren. Das sei jedoch finanziell nicht darstellbar gewesen. Insofern habe man sich auf die vier Bildtafeln geeinigt, die nun im Buch enthalten sind. Die dargestellten Szenen habe der Künstler selbst ausgewählt, berichtete Feliciticas Hoppe und bedauerte lediglich, dass keine einzige weibliche Figur zu sehen sei.

Die Faszination, die von der Ritterwelt ausgeht, resümierte sie, beruhe vor allem darauf, dass man sich bei Hofe den Luxus leistete, sich eine schöne, perfekte Welt zu schaffen, die in krassem Gegensatz zur realen Welt draußen stand. Und Jutta Eming sekundierte, dass dies im Prinzip auch für Hartmann von Aue gegolten habe. Der Forschung sei noch immer unbekannt, wer ihn in den Zustand versetzte, diesen Text auf kostbarem Pergament niederzuschreiben. Was auf den ersten Blick an ein Wunder grenze, habe auf höfischem Mäzenatentum beruht.

Auf die Tempuswechsel innerhalb des Textes angesprochen, erklärte Felicitas Hoppe, dass sie deshalb immer Ärger mit ihrem Lektor gehabt habe. – Dabei gebe es diese im mittelalterlichen Original ebenso, merkte Jutta Eming an. – Die Autorin berichtete daraufhin schmunzelnd, dass sie dem Präsens die Funktion eines „Ewigkeits-Tempus“ bzw. „Rampen-Tempus“ zugewiesen und eine Theorie entwickelt habe. „Denn wenn man eine Theorie hat, kann man seine Vorstellungen eher umsetzen, als wenn man sagt: ‚Mir war gerade so danach.‘“

Hätte sie übrigens zuvor mit einigen Mediävisten gesprochen, bekannte sie, hätte sie sich an den Stoff gar nicht herangetraut. Die Rezension des inzwischen verstorbenen Peter Wapnewski, einem der herausragendsten Vertreter seiner Zunft, in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ vom 09.08.2008, S. Z5) habe ihr deutlich vor Augen geführt, wie unvoreingenommen sie an den Text Hartmanns von Aue herangegangen und ihn ungeachtet aller sprachlichen Konventionen und historischen Implikationen für ein junges zeitgenössisches Publikum adaptiert habe. Eine Aufgabe, über die Peter Wapnewski, seinen Kollegen Max Wehrli zitierend, schrieb, dass es „kaum ein schwierigeres Übersetzungsproblem als die neuhochdeutsche Wiedergabe eines mittelhochdeutschen Versromans“ gebe.

Felicitas Hoppe liest aus “Iwein Löwenritter”.

Felicitas Hoppe lässt sich jedoch nicht abschrecken und arbeitet derweil an einer modernen Version der Nibelungensage. „Glaubt es mir, oder glaubt es mir nicht, wahr ist es trotzdem […]!“ [Iwein Löwenritter, S. 14]

Buchvorstellung und Gespräch mit Michael Knoche am 12.3.



Ein öffentlicher Ort des Denkens – Lesung mit Michael Knoche am 12.3.



  • Termin

    Dienstag, 12. März 2019
    18 Uhr

  • Veranstaltungsort

    Staatsbibliothek zu Berlin
    Dietrich-Bonhoeffer-Saal
    Potsdamer Straße 33
    10785 Berlin

  • Anfahrt

    S + U Potsdamer Platz

    Bushaltestelle
    H Potsdamer Brücke (Bus M29)
    H Varian-Fry-Straße (Bus 200)
    H Kulturforum (Bus M48)

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Ausschnitt Buchcover, CC-BY-NC-SA-3.0, Verlag Wallstein


»Der reale Ort Bibliothek bleibt, unabhängig von den Medien, die er zugänglich, und jenseits der Begegnungen, die er möglich macht, bedeutungsvoll als ein öffentlicher Ort des Denkens.« Mit dieser Überzeugung schließt Michael Knoche (fast) seine Überlegungen zur Zukunft der Bibliotheken. Dabei gründet er seine Zuversicht nicht allein auf die Benutzer und Benutzerinnen, die in Scharen in die Lesesäle und Gruppenarbeitsräume strömen.

Dieses ungebrochene Interesse ist für Michael Knoche deutliches Zeichen für die weiterhin grundlegende Aufgabe wissenschaftlicher Bibliotheken seit den ältesten Tagen von Ninive und Alexandria: die Verantwortung für die Verfügbarkeit des Wissens. Die Herausforderungen, vor denen die Bibliotheken in Zeiten des digitalen Wandels, neuer Medien und Internet stehen, um dieser, ihrer originären gesellschaftlichen Aufgabe gerecht werden zu können, werden deutlich benannt und mit konkreten Vorschlägen weitergeführt.


Michael Knoche, geboren 1951 in Werdohl/Westfalen, hat in Tübingen und Berlin Germanistik, Philosophie und Theologie studiert und eine Bibliothekarsausbildung absolviert.
Er war Angestellter bei wissenschaftlichen Verlagen u. a. beim Springer Verlag in Heidelberg
und von 1991 bis 2016 Direktor der Herzogin Anna Amalia Bibliothek bei der Stiftung Weimar.



Begrüßung

Barbara Schneider-Kempf, Generaldirektorin der Staatsbibliothek zu Berlin
Thomas Sparr, Stellvertretender Vorsitzender der Freunde der Staatsbibliothek zu Berlin e. V.

Lesung und Gespräch
Die Idee der Bibliothek und ihre Zukunft
Michael Knoche und Barbara Schneider-Kempf

Kleiner Empfang

Um Anmeldung wird gebeten: freunde@sbb.spk-berlin.de

Fotoausschnitt Buchcover: Anna Amalia Bibliothek, Rokokosaal · © Klassik Stiftung Weimar, Bestand Fotothek