Einträge von Thomas Parschik

Ein Bruchpilot im Brunnenhof

Im Brunnenhof unseres Hauses Unter den Linden war Ende vorletzter Woche eine junge Möwe gestrandet. Sie wirkte gesund. Am Hinterkopf sah man noch den Babyflaum. Die Flügel waren voll ausgebildet. Trotzdem klappte es mit dem Fliegen überhaupt nicht. Vom Wachpersonal und von Besuchenden wurde sie mit Wasser und Futter versorgt. Offenbar handelte es sich um […]

Röntgentermin für den Pharao

Am 8. November 1895 entdeckte Wilhelm Conrad Röntgen die nach ihm benannten Strahlen. Bereits 1897 unternahm der Ägyptologe Sir William Matthew Flinders Petrie den Versuch, die Arme und Beine einer Mumie mittels Röntgenstrahlung zu untersuchen. Die Untersuchung fand im Anatomischen Institut der Universität London statt. Auf den Aufnahmen glaubte Flinders Petrie Spuren von rituellem Kannibalismus […]

Eine anmutig zarte Welt aus Papier

Unsere ehemalige Kollegin Frau Dr. Renate Schipke entdeckte bei ihrer Arbeit im Bestand des Handschriftenreferats ein einzigartigen Zeugnis barocker Buchkultur, „eine anmutig zarte Welt aus Papier“, wie sie es in einem Aufsatz über Scherenschnitte in den Sammlungen der Staatsbibliothek bezeichnete. Es handelt sich um ein Sonderbares Kräuterbuch, das der aus Schlesien stammende Jurist Johann Christoph […]

Die verlorene Schrift eines Mönchs

Vermutlich stammte er aus Westengland. Irgendwann um 1299 trat er in den Benediktinerorden ein. Er bereiste Nordengland und verbrachte zumindest seine letzten Lebensjahre im Kloster St. Werburgh in Chester. Hier fand er nach seinem Ableben um 1363/64 seine letzte Ruhestätte. Sein Name lautete Ranulf Higden oder auch Ranulf Higdon. Higden war einer der bedeutendsten englischen […]

Vogel-WG nistet in Erfurt

Im Sommer letzten Jahres war in unserem Bibliotheksmuseum „Kulturwerk“ die Ausstellung „Die Vogel-WG“ zu sehen. In unserer Exposition wurde das Wirken von Oskar und Magdalena Heinroth gewürdigt, die zwischen 1904 und 1932 in ihrer Privatwohnung über 1.000 Vögel aufgezogen und deren Entwicklung akribisch dokumentiert haben. Gleichfalls im Fokus stand Oskars zweite Frau Katharina Heinroth. Sie […]

Alexander von Gleichen-Rußwurm und seine „Sendung mit der Maus“

Alexander von Gleichen-Rußwurm, ein Urenkel Friedrich Schillers, wurde 1865 auf Schloß Greifenstein im Landkreis Bad Kissingen geboren. Nach dem Ende des 1. Weltkriegs kaufte er das Hotel Krone in Wasserburg am Bodensee, doch das Fremdenverkehrsgeschäft lief schlecht. Vom Geist der Weimarer Klassik geprägt, verfaßte von Gleichen-Rußwurm Dramen, Lyrik und kulturhistorische Darstellungen, die er im Max-Koch-Verlag […]