Vogel-WG nistet in Erfurt

Im Sommer letzten Jahres war in unserem Bibliotheksmuseum „Kulturwerk“ die Ausstellung „Die Vogel-WG“ zu sehen. In unserer Exposition wurde das Wirken von Oskar und Magdalena Heinroth gewürdigt, die zwischen 1904 und 1932 in ihrer Privatwohnung über 1.000 Vögel aufgezogen und deren Entwicklung akribisch dokumentiert haben. Gleichfalls im Fokus stand Oskars zweite Frau Katharina Heinroth. Sie hat den Nachlaß ihres Mannes gerettet, geordnet und der Staatsbibliothek übereignet. Zudem hat sie in der Nachkriegszeit den Berliner Zoo geleitet und wiederaufgebaut.

Das Erfurter Naturkundemuseum wurde 1922 gegründet. Seit 1995 ist es in einem historischen Waidspeicher untergebracht, der vier Jahre lang umgebaut wurde, um den modernen Anforderungen an ein Museumsgebäude zu entsprechen. Der Abguß einer 350-jährigen Eiche rankt sich durch vier Ausstellungsetagen. Ein Fokus liegt auf der heimischen Tier- und Pflanzenwelt. Das Museum besitzt eine umfangreiche Sammlung von Insektenpräperaten sowie zahllose Präparate von Mollusken, Amphibien, Säugetieren, Reptilien und herbarisierten Pflanzen. Die Heinroths hätten sich besonders für die ornithologische Sammlung interessiert. Im Naturkundemuseum Erfurt findet man 4.400 teils historischen Vogelpräparaten von 705 verschiedenen Arten. Daneben gibt es eine Mineraliensammlung. Im Untergeschoß geht es um den globalen Erhalt der Artenvielfalt.

Der Kurator Dr. Christoph Unger, die Graphikerin Marianne Conrad und der langjährige Museumsmitarbeiter Thomas Bierwisch haben unsere Ausstellung in ihre Räumlichkeiten gekonnt eingefügt.

Der Waldkauz versuchte zu jeder vollen Stunde den Kuckuck aus der Uhr zu erbeuten, was er merkwürdigerweise nie schaffte.

Seit letzter Woche kann die Vogel-WG in Erfurt besucht werden. Wer den Adler Gunther und Kranich Trana wiedersehen möchte, fahre in die Thüringische Landeshauptstadt! Wer den weiten Weg scheut, lese dieses schöne Buch, das in unserem Handschriftenlesesaal „Vivarium“ unter der Signatur Hs LS PJ 712 zu finden ist.

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