Goethe, das Kollektivwesen – Vortrag von Manfred Osten
Im Zentrum des Goetheschen Selbstbekenntnis als Kollektivwesen gegenüber dem Schweizer Gelehrten Frédéric Soret im Februar 1832 steht das, was er sein ‚Lebenswerk‚ bezeichnet, zu dem „Tausende von Einzelwesen das ihre beigetragen haben….Geistreiche Leute und Dummköpfe – so Goethe weiter – brachten mir ihre Gedanken, ihr Können, ihre Erfahrungen, ihr Leben und ihr Sein; so ernete ich oft, was andere gesäet; mein Lebenswerk ist das eines Kollektivwesens und dies Werk trägt den Namen Goethes.“
Womit sich die vorrangige Frage stellt nach dem Goetheschen Selbstverständnis dieses ‚Lebenswerks‚, dessen Universalität ganz offensichtlich die Summe dessen übersteigt, was die zitierten Tausenden von Einzelwesen dazu beigetragen haben.

Dr. Manfred Osten wird dieser Frage nachgehen, u.a. durch Rückgriff auf Goethes eigene, immer wieder in Vergessenheit geratenen Hinweise zum richtigen Verständnis der eigentlichen Haupttendenzen seines ‚Lebenswerks‘. Dabei soll auch der Blick geworfen werden auf die Wahrnehmung Goethes als Kollektivwesen in jener konfuzianisch geprägten Harmonie- und Konsenskultur, die nach wie vor davon überzeugt ist, dass in großer Gefahr und Not nicht das Individuum, sondern das Kollektiv überlebt.
Vor dem Hintergrund des eigenen ‚Lebenswerk‘-Verständnisses Goethes sollen im übrigen dann die eigentlichen Kriterien transparent gemacht werden, aus deren Blickwinkel Goethe als Kollektivwesen schließlich oft das geerntet hat, was jene Einzelwesen (die auf dem Jahresplan 2026 der Goethe Gesellschaft Berlin figurieren) bereits gesäet hatten.
Während der Veranstaltung werden Video- und Bildaufnahmen für die Öffentlichkeitsarbeit der Staatsbibliothek zu Berlin angefertigt. Mit Ihrer Anmeldung stimmen Sie der Veröffentlichung zu nicht-kommerziellen Zwecken zu.
Eine Veranstaltung der Goethe-Gesellschaft Berlin e.V.


Stabi Berlin, Carola Seifert