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Ausflug der FaMI-Auszubildenden in die DNB nach Leipzig

Im Rahmen meiner Ausbildung hatte ich das Privileg, die Nationalbibliothek in Leipzig zu besuchen, in Form einer organisierten Exkursion der Staatsbibliothek zu Berlin. Sowohl der erste als auch der zweite und der dritte Ausbildungsjahrgang waren bei diesem Ausflug dabei. Wir alle trafen uns zusammen mit unserer Ausbildungsleitung, Frau Oberhoff, und einem unserer Ausbildungsbeauftragten aus der Orientabteilung, Herr Redies, am 08.02.2024 am Hauptbahnhof in Berlin. Pünktlich um halb neun starteten wir unsere Reise mit dem ICE nach Leipzig. Glücklicherweise verlief die Zugfahrt reibungslos, und bei unserer Ankunft am Hauptbahnhof Leipzig wechselten wir direkt in die örtliche S-Bahn, die uns unmittelbar zur Nationalbibliothek brachte. Schon beim Anblick des beeindruckenden Gebäudes der Nationalbibliothek, das eine gelungene Verbindung aus historischen Renaissance-Elementen und moderner Architektur darstellt, war ich fasziniert.

In der Eingangshalle angekommen, wurden wir von der dortigen Ausbildungsleitung Frau Jungk in Empfang genommen, die uns in den Ausbildungsraum führte, wo wir auf die Auszubildenden der Nationalbibliothek trafen. Einige von uns kannten sich bereits von ihrem Besuch bei uns in der Staatsbibliothek in Berlin. Es war schön, sie wiederzusehen. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde führte uns Frau Jungk in die Geschichte der Nationalbibliothek ein. Sie erwähnte die Gründung der Deutschen Bücherei, die Vorkommnisse während des Zweiten Weltkriegs, sowie die Teilung in Deutsche Bücherei (Leipzig) und Deutsche Bibliothek (Frankfurt) von Kriegsende bis hin zum Einigungsvertrag 1990.

Im Anschluss führten uns die Auszubildenden durch die verschiedenen Bereiche der Bibliothek, obwohl einige Räume leider aufgrund von Renovierungsarbeiten nicht zugänglich waren. Vorbei ging die Führung an den Hauptlesesälen, dem Multimedia-/Zeitschriften-Lesesaal, dem Anne-Frank-Shoah-Lesesaal, dem Kartenlesesaal, durch den Musiklesesaal, dem Museumslesesaal und durch ein Magazin und Sondermagazin. Während der Führung konnten wir uns auch untereinander besser kennenlernen und viele Fotos machen. Die Führung endete im gastronomischen Bereich der Bibliothek, in dem extra für uns Auszubildende Tische reserviert waren. Wir aßen zusammen Mittag, stellten uns gegenseitig Fragen über unsere Ausbildungen und andere Dinge und schon entstanden in so kurzer Zeit einige Freundschaften. Die Gespräche führten wir dann zurück im Ausbildungsraum weiter, bis der nächste Programmpunkt anstand.

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Open image in lightbox: Gemälde "Der erste geschäftsführende Ausschuss" Open image in lightbox: Gemälde "Der erste geschäftsführende Ausschuss"
Open image in lightbox: Treppenhaus im modernen Gebäudeteil #1 Open image in lightbox: Treppenhaus im modernen Gebäudeteil #1
Open image in lightbox: Einer der vielen Lesesäle Open image in lightbox: Einer der vielen Lesesäle
Open image in lightbox: Treppenhaus im modernen Gebäudeteil #2 Open image in lightbox: Treppenhaus im modernen Gebäudeteil #2
Open image in lightbox: Magazinabschnitt der DNB Open image in lightbox: Magazinabschnitt der DNB

Nach dem wir uns gestärkt und unterhalten hatten, wurde uns das Deutsche Exilarchiv von Frau Trettner, einer Mitarbeiterin der DNB, vorgestellt. Das Deutsche Exilarchiv der DNB setzt sich mit den Themen Exil und Emigration während der Zeit des Nationalsozialismus auseinander. Das Ziel ist es, das Phänomen des Exils zu erfassen, die Bestände zugänglich zu machen und einen wichtigen Beitrag zu einer lebendigen Erinnerungskultur zu leisten. Frau Trettner erläuterte uns die Hintergründe der Archivgründung und erzählte uns dann etwas zu dem dazugehörigen Anne-Frank-Shoah-Lesesaal. Dieser enthält Literatur zu den Themengebieten Holocaust, Antisemitismus und Rassismus. Ein besonderer Sammlungsschwerpunkt liegt auf der Literatur von und über Anne Frank, mit dem die Bibliothek einen großen Beitrag zur politischen Bildung, durch eine Auseinandersetzung mit der Verfolgung und Vernichtung europäischer Juden zur Zeit des Nationalsozialismus, leistet.

Anschließend schauten wir uns einen Raum an, in dem zu dieser Zeit die Jury der Stiftung Buchkunst tagte. Die Tische lagen voll mit wunderschönen Büchern. Die Jury hat die Aufgabe, aus den vorliegenden Büchern “Die schönsten deutschen Bücher” auszusuchen, die dann auch auf der diesjährigen Buchmesse in Leipzig aufgestellt werden. Die Stiftung vergibt unter anderem auch den “Förderpreis für junge Buchgestaltung”. Wir durften uns eine Weile in diesem Zimmer aufhalten und uns in einige der Bücher einlesen. Der Raum selbst war auch besonderes. Er ist das Sitzungszimmer der DNB. In den verglasten Regalen wird die Bibliothek der Deutschen Reichsversammlung 1848/49 aufbewahrt und die Wände oberhalb der Regale sind mit einigen Portraitgemälden bedeutender Persönlichkeiten verhängt.

Unser Tag in der DNB endete mit einer Vorstellung des Deutschen Musikarchivs und des Musiklesesaals von Mitarbeiterin Frau Schneider. Das Deutsche Musikarchiv der DNB sammelt und archiviert Musik, um diese dauerhaft zu erhalten und verfügbar zu machen. Damit ist sie das zentrale musikbibliografische Informationszentrum Deutschlands. Basis der Sammlung sind die Noten und Tonaufnahmen, zu deren Abgabe alle deutschen Notenverlage und Labels gesetzlich verpflichtet sind. Aktuell umfassen die Bestände wohl mehr als 2,4 Millionen Werke. An den Rechnern im Musiklesesaal kann Musik in hoher Qualität angehört werden und vier der Arbeitsplätze sind sogar mit Klaviaturen ausgestattet. Außerdem besteht die Möglichkeit der Benutzung einer schallgedämmten Hörkabine, die wir uns auch anschauen und ausprobieren durften. Die Technik im Raum wirkte sehr neu und modern auf mich und die Musik, die wir hörten, hatte einen ganz besonderen Klang. Während immer eine kleine Gruppe die Hörkabine besichtigte, hatte der Rest von uns die Möglichkeit, sich die Ausstellung „Von der Edison-Walze zur Blu-ray“ anzuschauen, die die Anfänge der Schallaufzeichnungen bis heute aufzeigt. Über sogenannte “Hörstationen” in diesem Ausstellungsbereich konnten wir uns Musik anhören und Videos anschauen. Am besten hat mir die Playlist der Auszubildenden der DNB gefallen. Sie hatten die Möglichkeit, eine eigene Playlist mit Liedern zu erstellen, die sie gerne hören. Viele der Lieder kannte ich auch und meinen Lieblingsliedern konnte ich über diese Hörstationen einen Like geben.

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Open image in lightbox: Sitzungszimmer der DNB (Zu diesem Zeitpunkt der Tagungsraum der Jury der Stiftung Buchkunst) Open image in lightbox: Sitzungszimmer der DNB (Zu diesem Zeitpunkt der Tagungsraum der Jury der Stiftung Buchkunst)
Open image in lightbox: Innenansicht der modernen, schallgedämmten Hörkabine Open image in lightbox: Innenansicht der modernen, schallgedämmten Hörkabine
Open image in lightbox: Ausstellung "Von der Edison-Walze zur Blu-ray" Open image in lightbox: Ausstellung "Von der Edison-Walze zur Blu-ray"
Open image in lightbox: Ausstellung "Von der Edison-Walze zur Blu-ray" mit den Hörstationen Open image in lightbox: Ausstellung "Von der Edison-Walze zur Blu-ray" mit den Hörstationen

Nach einem kurzen Abschlussgespräch und einer Verabschiedungsrunde, war unser Ausflug in die DNB leider schon wieder vorbei. Wir verbrachten noch etwas Zeit in der Leipziger Innenstadt, bevor wir wieder nach Berlin zurückkehrten. Insgesamt war es ein bereichernder Ausflug, der uns die Möglichkeit gab, neue Kontakte zu knüpfen, Einblicke in eine andere Bibliothek zu erhalten und unser Wissen zu erweitern. Ich hoffe, dass auch zukünftigen Ausbildungsjahrgängen solche Besuche ermöglicht werden können. Vielen Dank an alle, die diesen Ausflug möglich gemacht haben!

Von Emily Matthey (FaMI-Auszubildende 2022/25)

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